2. Anlage ohne Einspeisung

  • hi


    ich betreibe eine 6 kWp-PV-Anlage.


    wenn ich jetzt eine weitere Anlage aufs Dach schraube muss ich die ja offiziell anmelden. Die Einspeisungen beider Anlagen werden dann entsprechend vergütet. Auch die 2. Anlage muss ich dann steuerlich veranlagen. Dazu hab ich keine Lust.


    Deshalb folgende Überlegung:


    Ich montiere eine kleinere zweite Anlage z.B. mit 1 … 3 kWp aufs andere Dach. Mit einer Steuerung erfasse ich meine aktuelle Einspeisung. Der oder die Wechselrichter der neuen Anlage ist/sind steuerbar. Wenn mein Eigenverbrauch zurückgeht und die Einspeisung auf die 6 kW zugeht wird der neue Wechselrichter heruntergeregelt. Meine Steuerung stellt also sicher das meine Einspeisung beider Anlagen nie 6 kW übersteigt.


    Die 2. Anlage wird dadurch nur zu meinem Eigenbedarf beitragen.


    Die Erträge der 2. Anlage können z.B. auch für das Laden meines Elektroautos, für die Warmwasserbereitung und/oder für eine Speicherbank verwendet.


    Durch Begrenzung der Erzeugung auf den Eigenbedarf gibt es dann Zeiten wo der Ertrag der neuen Panels einfach nicht abgenommen wird. Damit muss ich leben.


    Der Netzbetreiber sieht von „aussen“ immer noch nur die alte Anlage mit 6 KWp. Die wird dann aber deutlich (?) mehr Einspeisen als vor der Inbetriebnahme der 2. Anlage. Im Idealfall die gesamte Erzeugung der 6 kWp.


    Da es aber nirgends vorgeschrieben ist das wieviel % ich selbst verbrauchen muss dürfte das rechtlich kein Problem sein. Wenn ich in Urlaub fahre und alle Verbraucher im Haus abschalte habe ich ja einspeisetechnisch die selbe Situation.


    Da ich die neue Anlage steuerlich nicht absetze tritt diese beim Finanzamt nicht in Erscheinung.


    - mache ich bei diesen Überlegungen einen Denkfehler?


    - ist so eine Konstruktion rechtlich machbar?


    - hab ich sonst noch Fallstricke übersehen?


    Gruss
    Gerd

  • Da hast du einen Denkfehler.
    Die alte Anlage besteht aus den bereits montierten Modulen. Die Vergütung bekommst du für den Strom DIESER Module.
    Machen wir mal worstcase.
    Du montierst 3 kWp neu. Aus deiner alten Anlage fallen genau 3 kWp aus. Also liefern die neuen Module die 3 kWp in die alte Anlage und der Netzbetreiber sieht nur die 6 kWp - soweit richtig - ABER die neuen Module dürften die alten nicht ersetzen, da die neuen Module eine niedrigere Vergütung erhalten würden.


    Was du machen könntest wäre eine Anlage, die nur in das Hausnetz einspeist und keinen Überschuß in das öffentliche Netz einspeisen kann. Ginge z.B. mit dem CO3 von AEconversion und entsprechenden Microwechselrichtern.


    VG Frank

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Hallo und willkommen im PV-Forum :D


    Zitat von Gerd7


    - mache ich bei diesen Überlegungen einen Denkfehler?


    Ja

    Zitat von Gerd7


    - ist so eine Konstruktion rechtlich machbar?


    Nein


    Zitat von Gerd7


    - hab ich sonst noch Fallstricke übersehen?


    Da hier beide Anlagen netzparallel betrieben werden und auch einspeisen musst du auch beide Anlagen anmelden. Und natürlich fällt es auf, wenn du nur eine Anlage angemeldet hast und diese plötzlich soviel einspeissst wie eine auf 6 kW gedrosselte 10 kWp-Anlage, die geplanten 1 … 3 kWp bringen schon ganz erheblich mehr Ertrag als das, was du bislang auf dem Dach hast.


    Zitat von Gerd7

    Auch die 2. Anlage muss ich dann steuerlich veranlagen. Dazu hab ich keine Lust.


    Ob du nun für eine oder 2 Anlagen den Steuerkram erledigen musst macht m.E. keinen großen Unterschied.



    Zitat von letsdoit

    Was du machen könntest wäre eine Anlage, die nur in das Hausnetz einspeist und keinen Überschuß in das öffentliche Netz einspeisen kann. Ginge z.B. mit dem CO3 von AEconversion und entsprechenden Microwechselrichtern.


    Anmeldepflichtig wäre die aber auch :roll:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59