Einspeisezähler - wer hat nun Recht?

  • Hallo zusammen,


    bei der Installation meiner Anlage geht es leider sehr chaotisch zu. Heute habe ich erfahren, dass der VNB zusätzlich zum Zweirichtungszähler auf einen von ihm verbauten Einspeisezähler pocht aufgrund "einer EEG Änderung zum 01.01.17". Mein Solateuer meint dies wäre nicht nötig, da die Anlage unter 10 kWp besitzt und der Eigenverbrauch unter 10.000 kWh liegt.


    Ich habe gerade ewig gesucht, aber nichts wirklich gefunden. Deshalb hier meine Frage, wer hat denn nun Recht und habt ihr den Link zum Gesetzestext für mich?

    -----------
    9,86 kWp - 34 x Hanwha Q-Cells Q.PEAK BLK-G4.1 290Watt FullBlack mit Fronius Symo 7.0-3-M

    15,8kWp - 40 x Astroenergy CHSM54M BL 395 Watt Fullblack mit Fronius Symo Gen24 6.0 Plus und Fronius Symo 7.0-3 light und BYD HVM 19,3 (fehlt)

  • Moin,


    schau mal hier
    https://www.clearingstelle-eeg.de/beitrag/2000


    vielleicht ist dort das Gesuchte dabei....hab jetzt nicht alles gelesen und studiert...


    EDIT
    Aus dem Beitrag

    Zitat


    § 61 EEG 2014 regelt die Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage für Letztverbraucher und Eigenversorger. Gemäß § 61 Abs. 1 EEG 2014 ist grundsätzlich auch im Falle der Eigenversorgung die (ggf. anteilige) EEG-Umlage zu zahlen. Ausnahmen sind in § 61 Abs. 2 bis 4 EEG 2014 geregelt. Gemäß § 61 Abs. 2 Nr. 4 EEG 2014 ist der Eigenverbrauch von Strom aus einer PV-Installation mit maximal 10 kWp von der EEG-Umlage befreit, wenn sie entweder weniger als 10 MWh pro Kalenderjahr erzeugen kann oder der Eigenverbrauch weniger als 10 MWh beträgt. In diesem Fall ist kein gesonderter Erzeugungszähler vorzuhalten (dazu insbesondere der Abschnitt 5.1 der Empfehlung 2014/31 der Clearingstelle EEG).


    https://www.clearingstelle-eeg.de/empfv/2014/31


    Sollte das von Dir gesuchte dort enthalten sein, schicke deinem VNB eine Mail mit dem Link der Clearingstelle....wirkt oft Wunder....

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
    Do it or don`t do it!There is no try!
    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb


  • Die Clearingstelle verweist dort auf EEG § 61 Abs. 2 Nr. 4 EEG 2014, im EEG 2017 findet man es unter § 61a Absatz 4 (Entfallen der EEG-Umlage):

    Zitat von EEG 2017

    Der Anspruch nach § 61 Absatz 1 entfällt bei Eigenversorgungen,
    1...........
    2...........
    3..............
    4. wenn Strom aus Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 10 Kilowatt erzeugt wird, für höchstens 10 Megawattstunden selbst verbrauchten Stroms pro Kalenderjahr; dies gilt ab der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage für die Dauer von 20 Kalenderjahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahres; § 24 Absatz 1 Satz 1 ist entsprechend anzuwenden.


    http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__61a.html



    EDIT:


    Zitat

    Heute habe ich erfahren, dass der VNB zusätzlich zum Zweirichtungszähler auf einen von ihm verbauten Einspeisezähler pocht


    Hab grad nochmal nachgelesen, da hast du dich sicher vertan denn ein zweiter Einspeisezähler macht überhaupt keinen Sinn denn weshalb sollte die Einspeisung doppelt erfasst werden :?:
    Es geht ganz sicher um den Erzeugungszähler.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59


    Ja natürlich hast du Recht. Der VNB-Mitarbeiter meinte "Lieferzähler", der Solateuer nenne es "Erzeugungszähler". Beide meinen aber den Zähler um den erzeugten PV Strom messen zu können :)


    Danke Red5FS und smoker59!


    Wobei ja letztlich aber im EE 2017 § 61a nur von einem Entfallen der EEG-Umlage gesprochen wird. Von dem Zähler steht da explizit nichts drin. Oder schließt ihr es aus der Formulierung? Logisch ist es ja, der VNB benötigt ja nur einen geeichten Erzeugungszähler um den Eigenverbrauch zu bestimmten, damit er dafür EEG Umlage kassieren kann.


    Dienstag ist endlich der Installationstermin geplant, dann rufe ich den VNB-Mitarbeiter direkt an und bin gespannt ob er mich mit seinem Zähler in Ruhe lässt. Fotos zur Installation und Erfahrungsbericht folgen in eigenem Thread. Falls noch jemand einen Tipp hat, worauf es bei einer guten PV-Installation ankommt und ich achten kann, gerne an mich auch per PN.

    -----------
    9,86 kWp - 34 x Hanwha Q-Cells Q.PEAK BLK-G4.1 290Watt FullBlack mit Fronius Symo 7.0-3-M

    15,8kWp - 40 x Astroenergy CHSM54M BL 395 Watt Fullblack mit Fronius Symo Gen24 6.0 Plus und Fronius Symo 7.0-3 light und BYD HVM 19,3 (fehlt)

  • Zitat von nycrom

    Dienstag ist endlich der Installationstermin geplant, dann rufe ich den VNB-Mitarbeiter direkt an und bin gespannt ob er mich mit seinem Zähler in Ruhe lässt.


    Das gleiche Thema hatten wir hier vor ein paar Wochen schon einmal. Da hat auch ein einfaches Telefonat mit dem VNB die Sache geklärt. Wie groß ist denn Deine Anlage? Bei max 10 kWp kann man in D natürlich mehr als 10 MWh/a erzeugen, aber dieses gleichzeitig auch zu verbrauchen, ist i.d.R. nicht möglich.

  • Zitat von hgause


    Das gleiche Thema hatten wir hier vor ein paar Wochen schon einmal. Da hat auch ein einfaches Telefonat mit dem VNB die Sache geklärt. Wie groß ist denn Deine Anlage? Bei max 10 kWp kann man in D natürlich mehr als 10 MWh/a erzeugen, aber dieses gleichzeitig auch zu verbrauchen, ist i.d.R. nicht möglich.


    Es sind 9.86 kWp mit Prognose von 8700 kWh Ertrag im Jahr. Die Aussage war im EEG 2017 wäre nun ein Zähler seitens Vnb Pflicht. Mal schauen was sich tut mit dem Hinweis auf den Paragraphen

    -----------
    9,86 kWp - 34 x Hanwha Q-Cells Q.PEAK BLK-G4.1 290Watt FullBlack mit Fronius Symo 7.0-3-M

    15,8kWp - 40 x Astroenergy CHSM54M BL 395 Watt Fullblack mit Fronius Symo Gen24 6.0 Plus und Fronius Symo 7.0-3 light und BYD HVM 19,3 (fehlt)

  • Also bei 880 kWh/kWp dürfte es selbst dem MA beim VNB klar sein, dass man hier niemals auf 10 MWh EV kommen kann. 8)

  • Zitat von nycrom


    Wobei ja letztlich aber im EE 2017 § 61a nur von einem Entfallen der EEG-Umlage gesprochen wird. Von dem Zähler steht da explizit nichts drin. Oder schließt ihr es aus der Formulierung? Logisch ist es ja, der VNB benötigt ja nur einen geeichten Erzeugungszähler um den Eigenverbrauch zu bestimmten, damit er dafür EEG Umlage kassieren kann.


    Das muss man im Zusammenhang mit der Empfehlung der Clearingstelle sehen, die bezieht sich aber auf das EEG 2014 wo das noch im § 61 Abs. 2 Nr. 4 geregelt war. Mit dem EEG 2017 wurde diese Bestimmung in den § 61a "verschoben".
    Damit hat sich aber lediglich die Fundstelle im EEG geändert (insofern hat der VNB Recht, ja es gab Änderungen im EEG) aber die gesetzliche Grundlage auf die sich die Empfehlung der Clearingstelle bezieht ist gleich geblieben.


    Zitat von hgause

    Bei max 10 kWp kann man in D natürlich mehr als 10 MWh/a erzeugen, aber dieses gleichzeitig auch zu verbrauchen, ist i.d.R. nicht möglich.


    Wann eine Erzeugung von mehr als 10 MWh/a möglich ist und ab wann man davon ausgehen kann, daß ein EV von mehr als 10 MWh pro Jahr möglich ist wird in der Empfehlung der Clearingstelle ab Seite 31 haarklein aufgedröselt.
    Das anzuwendende Verfahren wie der zu erwartende EV sein wird kann der VNB also nicht allein von der Anlagengröße ableiten, es ist ausserdem zu achten auf


    - konkrete Globalstrahlungswerte am Standort
    - Ausrichtung, Neigungswinkel und Modultyp
    - das konkrete Eigenversorgungskonzept (mit Speicher, ohne Speicher, Privathaushalt oder Gewerbebetrieb).


    Diese Vorgehensweise hat die Clearingstelle auch nochmal auf Seite 36 der Empfehlung als sog. "gestuftes Darlegungskonzept" zusammengefasst.


    Damit ist z.B auch ein Betreiber einer Ost/West-Anlage mit 50° DN in Bayern "save" der aufgrund des Standortes nach PVGIS vlt. 1300 kWh/kWp erzielen könnte wenn die Anlage nach Süden ausgerichtet wäre.


    Zitat von gruennetz

    bzw. anders herum ausgedrückt, bei kleinerer Anlagengrösse ist es unmöglich, 10.000 kWh selbst zu verbrauchen.


    Stimmt alle Betreiber unter 7,69 kWp sind automatisch "raus", aber damit sind noch lange nicht alle Betreiber über 7,89 kWp automatisch "drin", den dann greift das oben angeführte "gestufte Darlegungskonzept". Natürlich muss der Betreiber dann aktiv werden und seine Begründung schlüssig erklären wie es die Empfehlung der Clearingstelle vorsieht.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59