Photovoltaikanlagen und Wärmepumpe - Was sind eure Erfahrung

  • Zitat von patba

    Da muß ich spontan lachen! Meine WP hat mehrere "ungünstige Betriebszustände" im Regelungsprogramm (um es nicht "bugs" zu nennen), dass ich mich schon frage, ob da einer mitgedacht hat. Und wie man in hier und in anderen Foren liest, gibt es Hersteller, bei denen das noch viel schlimmer ist (z.B. thermische Desinfektion nur Mitternachts möglich, etc.).
    ...


    Ich stimme mit dir überein, nur hatte ich auf die Diskussion hier keine große Lust ;)
    Mein Arbeitgeber ist selbst für einen "der großen" Heizungsbauer zuständig und hat einen Großteil der Soft- und Hardwareentwicklung übernommen. Wir sollten auch von Altprojekte (z.B. von Wärmepumpen die im Feld sind) die Regelung überprüfen. Was da an Problemen aufgefallen ist, hat uns auch sehr verwundert. Und es hat uns auch verwundert, dass einige Heizungen überhaupt liefen. Oft sind es Kleinigkeiten, die nicht groß auffallen und dem Kunden im Jahr ein paar Euros kosten. Wen kümmerts, merkt doch keiner...
    Trotz allem muss ich sagen, dass auch bei diesen Entwicklungen Probleme beleuchtet wurden, die wir als Normalsterblicher, die sich nicht Monatelang in die Elektronik/Software/Kommunikation eingearbeitet haben, erst mal nicht überblicken können.
    Berufsbedingt kenne ich die Probleme in Softwareprojekten, und vor allem bei Wärmepumpen einiger großer Hersteller ;)
    Softwareentwicklung wird oft outgesourced, daher wissen die Hersteller gar nicht wie ihre WP's funktionieren. Sie kennen nur ihre eigenen "Black-Box" Erfahrungen. Hotlines wirken für den Benutzer ja nicht umsonst Ahnugnslos. Es ist so, weil NIEMAND in der Firma weiß wie das Teil wirklich funktioniert. Ein Subunternehmer weiß das besser, an den verweisen die Hersteller aber nicht.
    Grüße
    Jens

    Grüße
    Jens

  • Hallo patba + JensLu82,


    meine volle Zustimmung in allen Punkten. Und zur optimalen Steuerung ist es ja nicht nur bei Heizanlagen unmöglich was da programmiert wird. Es sind ja auch die Fahrzeuge, die mit geringen Softwareänderungen erhebliche Kraftstoffeinsparung ermöglichen.
    PS: Ich hoffe jetzt nur, dass ich nicht die Umweltverfechter wecke, die behaupten, dass bei diesen Einstellungsänderungen trotz erheblicher Kraftstoffersparnis jede Menge mehr schädlicher Abgase erzeugt werden. Das stößt bei mir immer an meinen logischen Menschenverstand und sollte hier nicht weiter diskutiert werden.



    @ UNiedecker
    Ich habe zwar den von Dir angezeigten Artikel nicht gelesen, jedoch das Thema BHKW mal in die nähere Betrachtung gezogen. Dabei bin ich auf einige wesentliche Feststellungen gestoßen:


    Variante 1) Ein BHKW ist eigentlich eine Stromerzeugungsanlage, bei der die Abwärme als „Abfallprodukt“ für Heizzwecke genutzt wird. Vor 4-5 Jahren sind noch auf einen Teil Wärme ca. 5 Teile Strom erzeugt worden. Das bedeutet, dass ein so großer Teil Strom erzeugt wird, die in einem normalen Wohnhaus, selbst bei einem Mehrfamilienhaus nicht verbraucht werden können. Die Einspeisevergütung lag damals um die 7 Cent. Leider war das BHKW bei ebay schneller ersteigert, als ich alles überblickt und überdacht hatte. Zum Glück ließ sich das Teil dann sehr schnell auf gleichem Weg wieder „entsorgen“!
    Variante 2) Da BHKW für mich dennoch interessant war, habe ich mich mit den Neuentwicklungen für Einfamilienhäuser befasst. Da wurde dann bei 6 Teilen Wärme auch ein Teil Strom mit erzeugt. Leider wird der Strom nicht zu der Zeit erzeugt, in der er wirklich gebraucht wird.
    Die Verbrauchs- und Gewinnberechnungen der Hersteller und Verkäufer sind sehr blauäugig, - wie in vielen anderen Bereichen. Daher sollte man sein Verbrauchsverhalten von Gebäudeheizung wie auch in den Stromlasten genauestens kennen.


    Meine Erkenntnis. Die Vergewaltigung des BHKW-Gedanken für ein EFH nach Variante 2 ist eine reine Glaubensgeschichte, weit weg von wirtschaftlichen Betrachtungen. Nur wenn der tatsächliche Eigenverbrauch dem Heizmuster und damit zu den Erzeigungszeiten passt, macht diese Variante wirklich Sinn!
    Die Ursprungsvariante des BHKW nach Variante 1 ist eine tolle Geschichte, wenn man einen entsprechenden Strombedarf hat. Leider gibt es – nach meiner nicht mehr ganz aktuellen – Kenntnis, kein kleines BHKW mit 1Teil wärme und 5 Teile Strom, die für ein EFH passen könnten. Und ein Umbau eines Notstromaggregates, so um 2KW Nennleistung, mit Abgaswärmegewinnung….. mit Einbindung in den Heizkreis ist mir zu aufwändig und somit eine echte Marktlücke!


    Es ließe sich beides noch mit einem Akku verbinden, macht jedoch nur teuer, nicht wirtschaftlich.


    Mein Fazit: Für EFH nicht geeignet oder eine reine Hobbyanlage, die sich weder wirtschaftlich noch energietechnisch sinnvoll darstellen lässt. Meine Entscheidung: Optimale Lösung ist Wärmepumpe, kombiniert mit PV für Hausverbrauch und Heizungsunterstützung. Mein Hobby steckt dann in einem PV-Akku.


    Ich habe einem Kollegen, der mit BHKW der Variante2 geliebäugelt hat meine Lastdaten des Stromverbrauches zur Verfügung gestellt, die ähnlich seiner Werte sein müssten. Dann haben wir die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen des Installateurs mit den Verbrauchsdaten vergleichen, die nichts mit den dargestellten Verlaufs- und Verbrauchsdaten zu tun hatten. Seit dieser Betrachtung ist das Projekt auch bei ihm vom Tisch.


    Vielleicht hilft dir das etwas weiter für eine grobe Orientierung. Es hängt also sehr stark von Stromerzeugung und Stromverbrauch in deinem Haus ab. Zu 90% Sicherheit nicht praktikabel – jedoch nicht völlig unmöglich.


    Ich hoffe hier nicht an der eigentlichen Fragestellung vorbei geschossen zu sein, dass es nur um die Steuerungsgeschichte ging!


    Gruß Assel+

  • Zitat von JensLu82


    Richtig, kommts nicht imemr auf den Blickwinkel an? Wenn die PV 0 bringt läuft die Heizung aber trotzdem. Das wollte ich damit sagen. Die Heizung funktioniert ohne PV und unterstützt sie damit auch nicht. Aber ... Blickwinkel ;)


    Schon klar. An den NULL-PV-Ertragstagen hilfts natürlich nicht. Hab mich unklar ausgedrückt.
    Bei uns fiel die Entscheidung für eine Wärmepumpe zusammen mit der Entscheidung für PV. Das Abfangen/Vermindern von Kosten für Warmwasser und Heizung war/ist ein Beweggrund - darauf wollte ich hinaus, daher auch der Bezug auf den "Aufwand". Will hier keine Wortklauberei betreiben.