Sachentnahme für ESt: Variante wählen

  • Es gibt prinzipiell ja verschiedene Ansätze (Teilwertvermutungen), die Sachentnahme zu berechnen.
    - entgangene Einspeisevergütung
    - erzielbarer Verkaufspreis
    - Herstellungskosten
    - u.a.
    Mit dem Exceltool "Entnahmewert ... nach Herstellungskosten" von Franz Eckl erhalte ich bei 8,76 Ct/kWh mit 104 € ein geringeres Ergebnis für den Entnahmewert als mit meiner Einspeisevergütung von 12,31 Ct/kWh mit 147 €.
    Ob mein FA die Variante Herstellungskosten akzeptiert weiß ich zwar nicht, ich würde es aber damit versuchen.


    Meine Fragen:
    1. Wenn ich die Variante 104 € als Selbstverbrauch unter Betriebseinnahmen ansetze, so habe ich doch einen geringeren Gewinn bzw. höheren Verlust und ich fahre damit also besser als mit 147 €, oder ?
    2. Gebe ich den o.g. Tool-Ausdruck zur Berechnung des Entnahmewerts beim FA mit der ESt-Erklärung ab oder nur nach Aufforderung ?


    Danke.

  • Ich will ja wie gesagt die Variante mit den Herstellungskosten nehmen.
    Die erste Frage zielte aber darauf ab, ob ich das richtig sehe, daß diese Variante für mich besser ist, als die zweite genannte.

  • Die Sachentnahme ist eine Betriebseinnahme. Je mehr Einnahme (bei gleichbleibenden Ausgaben) um so höher der zu versteuernde Gewinn. Da 104 kleiner als 147 ist, hast du bei 104 € weniger Einnahme als bei 147 €. Um das zu sehen braucht man doch eigentlich keinen Forumsrat. :roll:

  • Herstellungskosten sind günstiger als die Einspeisevergütung.


    Dummerweise braucht man etwa 1 Minute um die Herstellungskosten zu widerlegen - wenn man Zeit und Lust dazu hat.
    Die Einspeisevergütung..... da beisst sich das FA die Zähne aus.
    (FinÄmter setzen ganz gerne mal die Wiederbeschaffungkosten an.. und greifen gleich hilfweise beim umsatzsteuerlichen Entnahmewert zu. Das wiederum ist auch himmelschreiende Dummheit).


    Unterlagen erstmal zurückhalten. Die Chancen, dass kein Ar### hinschaut, sind recht gross. Dann erübrigen sich viele Überlegungen von selbst.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von kpr

    ...
    Dummerweise braucht man etwa 1 Minute um die Herstellungskosten zu widerlegen -


    - das tun die Sachbarbeiter in den letzten zwei Jahrenauch immer öfter und lehnen diesen Ansatz ab.
    Ich habe deshalb das Berechnungstool zur Ermittlung der Herstellungskosten aus meinen Programmen und aus dem Downloadbereich meiner Webseite entfernt und empfehle als Ansatz für den Entnahmewert...

    Zitat

    Die Einspeisevergütung..... da beisst sich das FA die Zähne aus.


    ;-)
    mfg
    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für OS X - WIN-DV-Tool (1 Anlage) auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Hallo, ich möchte wissen welche Kosten ich für meine "Sachentnahme" (Eigenverbrauch) einsetzen sollte. Ich habe die KUR gewählt.
    Einfach die 12,7c/kWh * Eigenverbrauch ? Werde aus den ganzen Tipps nicht schlau.


    Das wären dann in der EÜR beispielsweise:
    a) Einnahmen:
    2000kWh * 12,7c/kWh = 254€ Vergütung (brutto = netto)
    1000kWh * 12,7c/kWh = 127€ Sachentnahme (Eigenverbrauch)
    Summe = 381€
    b) Ausgaben:
    6218€ / 20Jahre = 311 € (brutto!)
    Versicherung = 6 €


    Überschuss = 64 € :juggle:


    Da lachen die sich beim FA ja tot.


    Ich frage mich gerade wo die Grenze ist kWp-mäßig, so dass man bei den 410€ Überschuss landet (ab wo es besteuert wird).

  • Ich würde mich mal hier anfügen, mein Finanzamt akzeptiert den Entnahmewert nicht mit meiner Einspeisevergütung. bei mir 12 Ct. sondern will immer 20 Ct ansetzen.


    "Hinsichtlich des für private Zwecke verbrauchten Stroms ist eine nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG mit dem Teilwert zu bewertende Entnahme anzusetzen. Der Teilwert bestimmt sich grundsätzlich nach den anteiligen Herstellungskosten des selbst verbrauchten Stroms, zu denen auch die ertragsteuerlichen Abschreibungen und Finanzierungskosten gehören. Aus Vereinfachungsgründen kann der Entnahmewert für den Strom auf Antrag im Wege der Schätzung auch aus dem Strompreis eines regionalen Energieversorgers abgeleitet werden.
    (Oberfinanzdirektion Nordrhein-Westfalen, 13.01.2016, S 2130-2011/0003-St 146, FMNR50f380015)
    Dies ist nicht der Preis, den Sie für die eingespeisten kWh erhalten, vielmehr ist der Abgabepreis an Dritte zugrunde zu legen.
    Die 0,20 € netto je kWh sind hierbei vergleichsweise gering geschätzt, da die monatliche Grundgebühr, welche bei Abschluss eines Vertrages anfällt, in die Berechnung nicht eingeflossen ist.Aus diesem Grund beabsichtige ich die Entnahme in Höhe von 178,31 € zu berücksichtigen.
    749,22 kWh x 0,20 € = 149,84 € x 19 % = 178,31 €)
    "


    Gibt es irgendwo einer Verordnung oder sowas womit ich da einspruch gegen erheben kann?


    lg Volker

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