Berechnungsprogramm Überschreitung 70%

  • Hallo Kollegen,


    wisst ihr ob es ein Berechnungsprogramm / Tool gibt, das errechnen kann, wie oft und wie lange die 70% Quote überschritten wird?


    Hintergrund ist, dass ich abschätzen will ob sich ein Speicher nicht doch irgendwie rechnen lassen würde, da ich für diesen Strom ja den vollen Strompreis ansetzen müsste.
    (jaja, ich weiß ein Speicher rechnet sich nicht - hab ich auch schon alles gerechnet) - Will aber diesen Gesichtspunkt dennnoch nicht unkalkuliert lassen.


    Danke und Gruß



    Michael

  • Bin selber aktuell am Auswerten.


    Nutze Excel um die täglichen csv Dateien zu Analysieren.

    19,8kWp - LG Mono 275 - STP20000TL-30 - Süd-West 40° - DN 30°
    5,7kWp - LG Mono 285 - STP5000TL-20 - Süd-Ost -30° - DN 11°
    Stiebel Eltron WWK300 electronic SOL
    Plugwise

  • kann ich leider noch nicht - Anlage wird ja erst geplant.

  • Zitat von Mike_Bayern

    kann ich leider noch nicht - Anlage wird ja erst geplant.


    Was genau planst du denn?
    Und was verstehst du unter der 70% Quote?

  • Zitat von kalle bond

    Was genau planst du denn?
    Und was verstehst du unter der 70% Quote?


    Ich denke er will die möglichen 2-5% Verluste durch die harte 70% Regelung taggenau berechnen um diese in seine Rentabilitätsberechnung für einen Speicher einfliessen zu lassen, in der Hoffnung, daß er diese zusätzlichen Prozentpunkte dann auch wirklich vollständig zur Speicherladung nutzen kann.
    Das dürfte aus mehreren Gründen nicht möglich bzw. nicht zielführend sein.


    Eine einigermaßen verlässliche Prognose die aus historischen Daten erstellt wird ist zwar auf`s Jahr und auch noch auf den Monat bezogen relativ genau (siehe PVGIS), aber auf den Tag bezogen kommt so viel Unschärfe in die Berechnung, daß das Ergebniss eigentlich nicht sinnvoll nutzbar ist.


    Selbst wenn man wie Shypo die tatsächlichen Werte der eigenen Anlage zur Berechnung heranzieht dürfte man die Erträge über 70% nicht eins zu eins als "für die spätere Entnahme speicherbar" ansehen denn ob das wirklich möglich ist hängt zu sehr vom Einzelfall ab (Zeitraum der 70% Überschreitung und Ladezustand des Speichers in diesem Zeitraum).
    Ausserdem bleibt es natürlich eine Prognose, ob die Tagesverhältnisse im darauffolgenden Jahr die Gleichen sind ist eher unwahrscheinlich.
    Zusätzlich kommt erschwerend für eine Berechnung hinzu, daß ja mögliche Erträge über 70% nicht zwangsläufig zur Speicherung zur Verfügung stehen wenn sie stattdessen direkt verbraucht werden.
    Sowas kann man beim besten Willen nicht halbwegs verlässlich prognostizieren. Denn wer weiss schon genau wann im nächsten Jahr z.B. 73 % Erzeugung möglich sind und ob genau dann zeitgleich die Waschmaschine läuft und die 3% über 70% direkt verbraucht werden können :wink:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Wenn noch nichts vorhanden ist, kann man da natürlich auch schlecht berechnen.
    Typischer Weise würde ich mal von 3% Verlust ausgehen beim Einsatz der festen 70% Abregelung. Deswegen einen Speicher zu planen wird sich nicht lohnen, da Du rein damit die Speicherkosten nie reinholst. Da ist es schon eher sinnvoll die 70% weich abzuriegeln, indem der direkte Verbrauch mit einberechnet wird. Dazu brauchst Du mindestens einen Zähler, der den kompletten Verbrauch misst. Entweder kann der WR dann bereits out-of-the-Box die Regelung übernehmen oder Du kannst mit einem entsprechenden Datenlogger (z.B. SolarLog) die Regelung übernehmen. Dadurch kannst Du die Verluste bei überschaubarer Investition mit Sicherheit auf 1% oder weniger beschränken, sofern wir hier von einer "normalen" EFH-PV-Anlage reden mit maximal etwa 10kWp...


    Stefan

  • Hallo Kollegen,


    vielen Dank für eure Einschätzungen.
    Also wenn ich bei einer 10kWp Anlage davon ausgehe, dass ich an 30 Tagen im Jahr für jeweils drei Stunden Vollast fahre (nur als Annahme), dann würde das bedeuten, dass dies ca. 270kW für je 0,28 € (Weil ich das sonst ja beziehen müsste) entspricht. von den 270kW ziehe ich ein drittel für Eigenverbrauch ab, verbleiben 180kW was 50 Euro entspricht.
    Unterm Strich rechnet sich der Speicher noch immer nicht, aber ich komme schon mal näher hin.

  • Zitat von Mike_Bayern

    (nur als Annahme)


    Eben, man kann "Annahmen" treffen und damit versuchen halbwegs realistische Szenarien zu erhalten :wink:


    Zuverlässig prognostizieren oder sogar exakt ausrechnen ist leider nicht möglich, dafür gibt es zu viele schlecht bzw. unkalkulierbare Variablen :-?


    Zitat

    Also wenn ich bei einer 10kWp Anlage davon ausgehe, dass ich an 30 Tagen im Jahr für jeweils drei Stunden Vollast fahre (nur als Annahme), dann würde das bedeuten, dass dies ca. 270kWh für je 0,28 € (Weil ich das sonst ja beziehen müsste) entspricht. von den 270kWh ziehe ich ein drittel für Eigenverbrauch ab, verbleiben 180kWh was 50 Euro entspricht.


    Ich hab da mal ne Kleinigkeit verbessert......... :wink:
    Aber ansonsten ist deine "grobe Peilung" schon garnicht so schlecht, ich denke aber das wäre in etwa schon der "worst case". :wink:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Hi
    Stellt sich natürlich noch die Frage, wie perfekt denn das zukünftige PV-Dach ausgerichtet ist. Dazu noch, besser gesagt abzüglich, den Speicherwirkungsgrad. Die Fähigkeit eines Speichers, gerade zur Hochzeit, prognosebasierend einen halbvollen Speicher nicht schon um 10:00 Uhr vollgeladen zu haben. Dass der Grundverbrauch des Hauses überhaupt nennenswertes Ü70% zulässt. ect ect ect.


    Enscheidung Pro Speicher kann nicht an den Ü70% festgemacht werden, schon gar nicht wirtschaftlich betrachtet. Machen oder Lassen muss hier das Motto lauten


    Grüße

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Und was mir im Nachhinein noch aufgefallen ist.....

    Zitat von Mike_Bayern

    (Weil ich das sonst ja beziehen müsste)


    Musst du nicht, denn du lädst deinen Speicher mit selbsterzeugten Solarstrom und niemals mit Bezugsstrom vom Versorger aus dem Netz. Der Gegenwert des selbsterzeugten Stroms steht also fest, er entspricht genau dem was du bei Einspeisung dafür bekommen könntest und nicht dem, was du bei Bezug dafür bezahlen müsstest.
    Wenn er dann noch durch den Speicher geht ist er sogar weniger wert, denn von den 180kWh bleiben nach dem Ein- und ausspeichern mit etwas Glück noch 140 kWh übrig weil die Speicherung ja im Gegensatz zum Direktverbrauch verlustbehaftet ist. Macht unterm Strich nur noch rund 20 €.....


    Ganz nebenbei bemerkt, 28 ct/kWh für Bezugsstrom ist ganz schön teuer :roll:
    Du solltest dich nach einem neuen Versorger umsehen....

    mit freundlichem Gruß
    smoker59