Wind- und Solarstrom sind bedroht - weil sie zu billig sind

  • Die Grundaussage des Artikel ist eigentlich: EEler werden kein Geld verdienen, weil sie den Preis kaputt machen, wenn sie produzieren und der Preis nur dann hoch geht, weil die EE*ler eben nicht erzeugen.


    Eine Lösung könnte man ja schon mal erwähnen. Den Börsenpreis an die EEler weiterreichen. Sprich die Vergütung dem Börsenstrompreis anpassen. Ein negativer Strompreis würde dann den lokalen Speicher zwingend machen und auch finanzieren - eben zu den Hochzeiten.


    Ein Bundle aus WKA, PV, Biogas und Speicher könnte dann als Verkäufer auftreten.
    Wenn es die Erzeuger nicht machen - macht es der Netzbetreiber oder der Stromversorger - welche eben den EE*ler den Strom einzeln *billig* abnehmen.

  • Hallo Freunde der EE
    Die EE-Minima und Maxima bedürfen Korrekturmaßnahmen.
    Und die kommen doch auch schon!
    Hier in D gehen Batterien mit nx 10 MW bzw n/2 x 10 MWh in den letzten Jahren in Betrieb.
    In Kalifornien ging schon 100 MW in Betrieb, mit einer Station. Dieses Produkt verbreitet sich derzeit
    nicht nur nach Australien, auch in der Ukraine fängt man an, über derart nachzudenken.
    Tesla sagt: Man skaliere hoch, so schnell man es menschlich möglich machen könne.
    Heißt: in wenigen Jahren wird die Produktgröße bei 1 GWh liegen.
    In wieweit D auf diesen Zug aufspringt oder nicht, das wird man sehen - also ob man mitfährt,
    oder hinterher, wie bei der E-Mobilität.


    Sonnige Grüße
    MMM

    Die Zukunft: PV, Wind, EE-Gas!
    PV3.0: PV-Strom<10ct/kWh = Weniger Gas-/Ölimporte.
    Wir sind hinausgegangen / Sonnenschein zu fangen /
    komm mit und versuch es doch selbst einmal..
    PV-Berlin hat recht: bald >50 GWp / anno!
    China will 1.000 GW PV!

  • Es geht noch viel Einfacher: man baut die NEtze aus, was nicht so viel kostet wie Speicher. Und schiebt den Solartrom einige Stunden weit nach Ost und West, aus der Mittagsspitze heraus, und den Windstom vom Sturmghebiet ins Flautengebiet. Und schon passen die Preise wieder.
    Etwas anderes ist, dass ein Strommarktdesign, das nach Brennsofkosten die Preise bestimmt, bei einer Brennstofflosen Stromerzeugung ins leere Läuft, das kann nicht funktionieren. Die Preisbildung muss dann stärker von der NAchfrageseite kommen.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Irgendwie gefällt mir der Artikel nicht. Der vereinfacht zu viel und zentrale Aussagen werden nicht richtig hervorgehoben:

    • Unser Netz ist stabil
    • Und wird es aufjedenfall bis zu einem Anteil von ca. 2/3 Erneuerbaren bleiben, also noch locker 10 Jahre


    Andere Aussagen sind fragwürdig:

    • Die Kosten für Netzeingriffe sind bspw. zuletzt gesunken, der Artikel geht trotzdem von einer starken Zunahme aus
    • Beim unbedarften Leser entsteht der Eindruck es gäbe jetzt schon oft Zeiten mit negativen Strompreisen, dabei kommt das nur sehr, sehr selten vor und wird meines Erachten nach auch in Zukunft kaum zunehmen
    • Das man zukünftig für Kapazitätsbereitstellung wird zahlen müssen, würde ich auch nicht als gegeben betrachten


    Und komplett fehl am Platz sind folgende Aussagen:

    • EE können sich nie selbst rechnen
    • Solarstrom Ausbau ist aufgrund des langsamen Netzausbaus gedeckelt --> Nein, sondern weil die Lobbyisten vom DGB und RWE keine Konkurrenz möchten. Und hier wird auch die Aussage des Titels wahr: EE sind zu billig und Politiker bekämpfen sie deshalb im Auftrag der Kohleindustrie.
  • Hi,


    Zitat von Kallenpeter

    Irgendwie gefällt mir der Artikel nicht. Der vereinfacht zu viel und zentrale Aussagen werden nicht richtig hervorgehoben . . .


    das ist auch kein Wunder.


    Das Managermagazin ist ein stockkonservatives Blatt und weitestgehend aus der Sicht einer Heuschrecke geschrieben.
    Das einzige, was für die zählt, sind kurzfristige Renditen.


    Echte Zukunftsvisionen, die deutlich über den Tag hinausgehen findest Du in diesem Magazin nicht.
    Entsprechend mangelhaft sind die Artikel über EE, da die Schreiber auf diesem Gebiet schlicht keine fachlichen Kompetenzen haben, sondern die von den G4 und anderen Aktiengesellschaften bekannten Prioritäten setzen.

  • Nun, mal abgesehen davon, dass das manager-magazin (=Bild-Zeitung der Manager) immer mit viel Prosa wenig sagt, ist bis auf den letzten Abschnitt auf Seite 2 doch inhaltlich alles korrekt,oder?


    Zitat

    letzter Abschnitt, Seite 2:
    "Die Börse bildet nur die Kosten für die Energieerzeugung ab. Investitionen, etwa in den Bau von Windrädern oder Kraftwerken, sind im Preis nicht berücksichtigt", erläutert Energieexperte Matthes. Das heißt: In einer Welt, in der es nur noch Erneuerbare gibt, tendiert der Strompreis gegen null. Denn weil Wind- und Solarstrom anders als konventionelle Kraftwerke keinerlei Brennstoffe verbrauchen und auch keine Schadstoffe ausstoßen, produzieren sie Energie nahezu ohne laufende Kosten. "Unter diesen Bedingungen werden sich erneuerbare Energien nie selbst refinanzieren können", sagt Matthes. "In dem Markt, den wir heute haben, wird kein Erzeuger von Erneuerbaren Geld verdienen."


    Das funktioniert ja nur deshalb nicht, weil die Kapitalkosten der EEs außerhalb des Börsenpreises über die EEG-Vergütung getragen werden. Denn gäbe es kein EEG, dann wären im Börsenstrompreis auch die Kapitalkosten enthalten und bei den heutigen Investitionskosten von EEs könnten die EEs dann auch Kapitalkosten verdienen.


    So wird aber jede alte EE-Anlage, die aus der EEG-Förderung heraus gefallen ist, durch die Deckung der Kapitalkosten von neuen Anlagen über die EEG-Förderung unwirtschaftlich. EEG-Umlage ist halt politischer Schwachsinn!

  • Sobald die momentane Nachfrage nur von EE gedeckt wird fällt der Preis auf 0, egal ob mit oder ohne Umlagefinanzierung.


    Ein höherer Preis stellt sich bei Finanzierung der Vollkosten über den Börsenpreis nur immer dann ein, wenn wegen Knappheit Kraftwerke mit Grenzkosten > 0 den Preis bestimmen.


    Je mehr wir uns Richtung 100% EE bewegen, umso weniger funktioniert also ein reiner Merit-Order Markt.


    Man wird um eine Mischform nicht umhin kommen, bei der die gewünschte EE Kapazitäten separat finanziert werden und nur die Residuallast über den MO Markt läuft.


    Gruß
    Jochen


    Gesendet von meinem F5321 mit Tapatalk

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat

    JayM
    Sobald die momentane Nachfrage nur von EE gedeckt wird fällt der Preis auf 0, egal ob mit oder ohne Umlagefinanzierung.


    Stimmt. Heißt aber nichts anderes, als dass es Schwachsinn ist, selbst die Höchst-Nachfrage mit EEs zu decken. Deshalb haben wir ja nahe Null-Preise oder sogar negative Preise.


    Betrachte es einfach mal von der anderen Seite:
    AKW, Braunkohle, Kohle und Gas möchte man nicht haben. Also hätte man deren Brennstoffkosten verteuern müssen. Dadurch steigen die Börsenpreise und die EEs hätten Deckungsbeiträge erwirtschaften können.


    Deshalb ist der Titel der 3. Seite im Artikel gar nicht so schlecht: Wir wissen noch nicht, wie die Preisfindung laufen wird.


    Ich übrigens auch nicht!


    Ich weiß aber, dass das derzeitige EEG voll gegen den Baum fahren wird. Aber so ist es bei politisch motivierten, wirtschaftlichen Entscheidungen fast immer: siehe EURO, Milchpreis ... usw.

  • Ich finde das heutige System gar nicht so schlecht. Man zahlt am Ende eine Umlage für den größten Teil der (erneuerbaren) Stromversorgung. Plus einen MO getriebenen Preis für die Residuallast inkl. Speicherung und Verbrauchsverschiebung.


    Negative Preise vermeidet man durch Begrenzung der geförderten Strommenge (z.B. 800 kWh/a für PV Anlagen aus 2020, 700 für Anlagen ab 2023, etc) und Entwicklung der Preiskurve auf der Verbrauchsseite. Bis der Wärmemarkt zeitnah gesättigt ist, sollte Strom mal mindestens den Preis von Importgas wert sein. Da hätte man mit P2H dann schon bei 1,5 c/kWh einen Preisboden eingezogen.


    Gruß
    Jochen


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