Frage zu Mitteilung vom Netzbetreiber

  • Servus,


    nachdem wir hier im letzten Jahr einige Hilfestellung bei der Anlagenplanung bekommen haben, wird es nun konkret. 9,9KWp sind auf dem Dach (WSP-M6 PERC; Fronius Symo 8.2; 70% weich; Solateur hier aus dem Forum) - die Inbetriebnahme steht demnächst an. Wir haben bereits einen Zweirichtungszähler beantragt.
    Vom Netzbetreiber gab es nun folgende Info:


    Quote:
    "Sehr geehrter Herr ...
    ... Ihre eingereichten Unterlagen für das Bauvorhaben, PV Anlage mit 9,9 KWp ... haben wir erhalten.
    Für eine weitere Bearbeitung Ihrer Anfrage benötigen wir noch die folgenden Unterlagen. Bitte kontaktieren Sie ihr beauftragtes Elektrounternehmen.


    • Zählerantrag (mit Erzeugerzähler*)
    • F.1 Inbetriebsetzungsprotokoll für Erzeugungsanlagen (mit Datum der Inbetriebnahme)
    • Einpoliger Übersichtsschaltplan (mit Erzeugerzähler*)

    *) Gemäß §61 EEG 2014 sind PV-Anlagenbetreiber mit einem Eigenverbrauch von größer 10 MWh nachweispflichtig und müssen für die selbstverbrauchte Energie EEG-Umlage zahlen.
    Da gesetzlich kein technischer Schwellwert festgelegt wurde, sind die Netzbetreiber gezwungen eigene Berechnungen und Festlegungen zu treffen, ab wann die Schwelle von 10 MWh überschritten werden kann und somit der §61 EEG 2014 zu Anwendung kommen kann.
    Empfehlung der Clearingstelle EEG vom 12. Juni 2015 (Az.: 2014/31).
    In der Empfehlung wurde ein Schwellenwert von 7,69 kWp benannt. Auch der BDEW befürwortet diese Empfehlung.
    Folgende Festlegung ist für das Netzgebiet der Stromnetz Berlin GmbH getroffen worden.
    Wir folgen der Empfehlung nicht und bleiben bei dem bereits festgelegten und publizierten Schwellenwert von 8 kWp.
    Das heißt bei PV-Anlagen mit einer installierten Leistung >= 8kWp muss ein Erzeugungszähler installiert werden.


    Für die benannten Erzeugungsanlagen ist daher ein Erzeugerzähler Z2 nachzurüsten.



    Mit freundlichen Grüßen...


    ...
    Kompetenzcenter Dezentrale Erzeugungsanlagen


    Erneuerbare Energien / BHKW ..."
    End Quote


    Frage: Nun soll noch ein weiterer, zusätzlicher Zähler dazu - oder verstehe ich hier etwas falsch?


    Danke,


    Velas

  • Zitat von Velas

    Frage: Nun soll noch ein weiterer, zusätzlicher Zähler dazu - oder verstehe ich hier etwas falsch?


    Danke,


    Velas


    So steht es dort geschrieben.

    Gruß
    Dietmar
    6.562788746032766 50.11369735926596
    4,7 KWp mit Eigenverbrauch 2,35 KWp mit Eigenverbrauch
    "Mein grosses Kind" Solarpark 9000KWp
    http://www.langner.team

  • Wie sieht denn die Prognose für die Erzeugung aus? Wenn da deutlich unter 1000kWh/kWp steht würde ich denen freundlich schreiben, daß die ANlage niemals 10MWh im Jahr erzeugen wird und du die daher auch nicht selbst verbruachen kannst.
    BTW: das EEG2014 gilt seit 1.1. nicht mehr ;)

  • Wieviel die Anlage erzeugen kann ist ein Kriterium. Wenn im Gebäude weniger als 10.000 kWh/a verbraucht werden, ist es aber auch schwierig über 10.000 kWh/a Eigenverbrauch zu kommen.


    Rein rechtlich wird man nicht viel machen können, denke ich. Vielleicht lassen die auf Basis des Gesamtverbrauchs mit sich reden.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • alterego, JayM
    Ähnliche Überlegungen hatte ich auch. Danke.
    Mir war "...Das heißt bei PV-Anlagen mit einer installierten Leistung >= 8kWp muss ein Erzeugungszähler installiert werden..." neu. Hatte die 10KWp sowie Erzeugung bzw. Eigenverbrauch von größer 10 MWh/a im Hinterkopf.
    Geschätzter Verbrauch wird deutlich unter 10 MWh/a liegen, Prognose liegt ebenfalls drunter.
    Werden nochmal Kontakt mit dem "Amt" aufnehmen.

  • Das Problem ist doch, dass der VNB am längerem Hebel sitzt... :evil:
    Setzt Du den Zähler nicht, verweigert der VNB sich auch und Du musst rechtliche Schritte einleiten - schöner Start ...


    Es steht zwar IMHO auch im EEG2017 nur geschrieben, dass Du nachweispflichtig bist, aber nicht, was das genau bedeutet (jedenfalls habe ich nichts gefunden). Ein Nachweis kann i.d.R. auch durch das Ablesen Deines WR und des Einspeisezählers erfolgen (die Differenz ist Dein Eigenverbrauch). Aber willst Du Dich wirklich mit dem VNB anlegen (auch wenn Du nachher Recht bekommen könntest) oder investierst Du lieber €100,- für den Zähler und hast Deine Ruhe?

  • Man kann vielleicht auch vereinbaren, dass man den Zähler nachrüstet, wenn in einem Jahr die Einspeisung unter 2000 kWh/a fällt. Denn mit dem Einspeisezähler und einer großzügigen Ertragsprognose kann man auch nachweisen, dass man die 10.000 kWh/a EV auch in der Praxis nicht erreichen kann.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Wenn die drauf bestehen, kann man wenig machen, aber versuchen zu reden kann man imo schon. Für 100€ muß man auch erst mal 800kWh einspeisen bzw. bei 8 Jahren Gültigkeit 100 im Jahr.

  • Wir versuchen uns erstmal an die Vorgaben der Clearingstelle zu halten und ein, in Randbemerkung 100 zu §61 beschriebenes, kurzes Darlegungskonzept zu erstellen. Habe hierzu mal unserem Solateur und unserem Energieberater gemailt. Versuchen kann man es ja mal.


    Zitat aus Empfehlung Clearingstelle (2014/31):
    "...
    2. Bei Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 7,69 kWp hat der Eigenversorger den daraus resultierenden maximal erwartbaren Jahresertrag unter besonderer Berücksichtigung der geografischen Lage der PV-Installation nachvollziehbar und schlüssig darzulegen.
    Liegt der maximal erwartbare Jahresertrag unter 10 MWh, sind keine weiteren Darlegungen erforderlich; es ist kein Erzeugungszähler vorzuhalten.


    3. Liegt der erwartbare Jahresertrag im Falle von Nr. 2 über 10 MWh, hat der Eigenversorger gegenüber dem Netzbetreiber nachvollziehbar und schlüssig darzulegen, dass aufgrund des konkreten Eigenversorgungskonzeptes der Eigenverbrauch jedenfalls nicht mehr als 10 MWh pro Jahr betragen wird. Dies umfasst eine kurze Darstellung des Eigenverbrauchskonzeptes ggf. mit Speicher (einschließlich technischer Daten) und Mess-Schaltbild. Für den Fall, dass keine Speicher in die Kundenanlage eingebunden sind, kann bei Standard Haushaltsverbrauchern unproblematisch von einem Eigenverbrauchsanteil von 30 % ausgegangen werden
    ... "

    Zitat Ende

  • Erfreuliche Email vom Netzbetreiber erhalten :D


    Zitat
    "...vielen Dank für Ihre Nachricht ...
    Ihre eingereichten Unterlagen für das Bauvorhaben, PV Anlage mit 9,9 KWp in ..., haben wir erhalten.
    Die eingereichte Anlagenaufstellung reicht aus, um auf einen Erzeugerzähler zu verzichten. ...
    "


    Es gibt einen (Sonnen-)gott :danke::mrgreen: