Frage zur Wechelrichter Wirkungsgradkurve

  • Hallo allerseits :)


    ich habe da mal eine Frage die mich nun schon länger beschäftigt. Ich habe eine Anlage mit Modulen aus 2005 mit ziemlich niedigen MPP-Spannungen. Durch die Verschaltung entsteht eine Stringspannung von 441 V bei 18 Modulen. Jetzt habe ich 14 Strings - das macht in etwa eine Leistung von 50 KW welche da zusammen kommt. Als Wechselrichter würde ich gerne den ABB Trio 50 oder den Delta RPI50A nehmen. Wie bekomme ich jetzt raus, welchen Wirkungsgrad die bei 441 V fahren ? Ich finde nirgendwo wirklich aussagekräftige Wirkungsgradkurven dazu.


    Infos zu den WR:


    ABB Trio 50:
    maximaler U_mpp Bereich: 480 - 800 V
    U_start: 360 -500 V
    Vorteil: optimaler U_mpp Bereich näher am Arbeitspunkt der Module


    Delta RPI50A :
    U_mpp: 560 - 1000 V
    U_start: 200 - 1000 V
    Vorteil: niedriger U_Start.


    Zu welchen WR von den beiden würdet Ihr tendieren, und warum ? ( ja ich weiß dass kleinere WR wie der SMA Tripower 25000TL einen U_mpp bereich unter 441 V aufweisen. Trotzdem würde ich gerne wissen welcher der oberen WR eher zu empfehlen ist)


    Vielen Dank schon einmal im Voraus :danke:

  • Zitat von NumiX

    Wie bekomme ich jetzt raus, welchen Wirkungsgrad die bei 441 V fahren ? Ich finde nirgendwo wirklich aussagekräftige Wirkungsgradkurven dazu.


    Wie wär`s mit dem Datenblatt :juggle:
    https://library.e.abb.com/publ…0_BCD%2000621_DE_RevE.pdf
    Laut Datenblatt liegt die DC-Nenneingangsspannung (Bemessungseingangsspannung) bei 610 Volt und ausserdem stehen zumindest die Kurven für 400, 610, 800 Volt drin.....
    Für mich wäre das aussagekräftig genug... :wink:


    Für den Delta sieht`s nicht so gut aus, das Datenblatt verrät weder Bemessungseingangsspannung noch enthält es irgendwelche Wirkungsgradkurven: http://www.solarenergy-shop.ch…aetter/Delta_RPI_M50A.pdf
    Die Bemessungseingangsspannung muss aber irgendwo zwischen 520 ... 800 V liegen weil laut Datenblatt nur in dem Bereich die max. Leistung möglich ist. Wenn du nicht umbauen willst (oder kannst) und deine 18er Strings nur 441 V im MPP liefern wäre der also schonmal raus.


    Um welche Module geht`s denn genau :?:
    (Ein Link zum Datenblatt oder in die Moduldatenbank des Forums wäre hilfreich: https://www.photovoltaikforum.com/moduldatenbank.html )


    EDIT:
    Welche Wechselrichter sind denn zur Zeit eingesetzt :?:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Hallo numix,

    Zitat von NumiX

    Wie bekomme ich jetzt raus, welchen Wirkungsgrad die bei 441 V fahren ? Ich finde nirgendwo wirklich aussagekräftige Wirkungsgradkurven dazu.


    Must Du das überhaupt? Zwischen den 400- und 610V-Kurven sind 0,5% Eta-Abweichung aus dem Datenblatt zu entnehmen. Im Minus-Bereich wohlgemerkt! Du kannst nun "interpolieren" und die Abweichung geht in Richtung Minus 0,47%... wen interessiert das? Das ist "Pinatz"!
    Der WR hat mMn eine sehr gute Leistungs-Wirkungsgrad-Kurve, da er schon bei geringer Einstrahlung einen guten bis sehr guten Eta liefert. Und wenn die Einstrahlung (Leistung der Module) deutlich "daneben liegt", unter 93% Eta geht der nicht! Das ist doch Klasse (Erste Klasse!) Was willst Du mehr?
    Das jeder WR irgend wann "wirkungsgradmäßig aussteigt" ist technisch/physikalisch bedingt. Ohne Sonne nix los....Eta gleich Null,
    das geht jedem WR so.....würde ich denken....
    Mach Dir nicht wegen 0,0X% Eta (Verbesserung) einen "großen Kopf", kaufe einen WR einer renomierten Firma, kein China Produkt, der ABB-WR macht einen (mMn) sehr guten Eindruck.
    Gruß Claus

  • Zitat

    Mach Dir nicht wegen 0,0X% Eta (Verbesserung) einen "großen Kopf", kaufe einen WR einer renomierten Firma, kein China Produkt, der ABB-WR macht einen (mMn) sehr guten Eindruck.


    Aha.... und wo wird der ABB hergestellt??? Schon mal den Support in Anspruch genommen?? Nimm den Delta oder schau dir noch den Kaco Blueplanet 50TL an...


    PS: Der Solarmax Wechselrichter hat doch einen Anschlusskasten dabei, willst den auch austauschen?? deshalb wäre der Kaco hier keine schlechte Alternative...

  • Zitat von HagStar

    Aha.... und wo wird der ABB hergestellt??? Schon mal den Support in Anspruch genommen?? Nimm den Delta oder schau dir noch den Kaco Blueplanet 50TL an...


    PS: Der Solarmax Wechselrichter hat doch einen Anschlusskasten dabei, willst den auch austauschen?? deshalb wäre der Kaco hier keine schlechte Alternative...


    Die Entscheidung zum WR muß TS selbst treffen. Meint hier etwa einer, dass der Kaco keine China-Teile innehat....?
    Ich habe mich nur zur "guten" Eta-Kurve des ABB-Gerätes gäußert.
    Außerdem muß TS auch reflektieren, welchen Preis er gewillt ist zu zahlen, für 1....1,5....2% Eta-Zuwachs.
    Gruß Claus

  • Also preislich habe ich schon festgestellt, gibt es keine relevanten Unterschiede. Mir geht es nicht wirklich um die 0,5 % welche ich beim ABB maximal verliere sondern um das Prinzip generell. Ich persönlich sehe die niedrige Startspannung des Delta nicht unbedingt als Vorteil da ja schon bei 200 W/m^2 genügend Spannung entsteht um den WR zum laufen zu bewegen zumal die Module nicht wirklich Warm dann sind (441 V oben bezieht sich ja auf 70 Grad).


    Ich denke ich kann dem Thread dann entnehmen, dass die Auswirkungen eines nicht-optimalen MPP-Spannungsbereich wie auch eine geringere Startspannug gegeneinander nicht aufzuwiegen ist. Von der Startspannung habe ich persönlich keinen Vorteil und im Außenbereich nahe des MPP-Spannungsbereich sind keine hohen Wirkungsgrad-Verluste zu erwarten. Dachte nur, dass der ein oder andere vielleicht sogar Wirkungsgradkurven von Delta hat oder weiß wo man dieser (nicht von Delta direkt) bekommen könnte.


    Die Frage ob China-Produkt oder nicht wollte ich jetzt hier nicht unbedingt diskutieren. Ich denke da gibt es zu viele Meinungen welche auf unterschiedliche Erfahrungswerte beruhen. :mrgreen:



    Ich danke euch für eure Hilfe, :danke:

  • Also irgendwie passt hier doch die Überschrift nicht zur gestellten Frage...
    Die eigentliche Frage ist doch, welchen Wechselrichter man alternativ zu den aktuellen verwenden kann und was das für Auswirkungen hat. Dabei wäre hier jetzt erst einmal primär zu klären, über was für einen Schatten (horiontal, vertikal, durch Masten, ...) wir bei wie aufgestellten Modulen reden, denn nur von der Verschaltung sollte die niedrige Spannung nicht kommen...
    Denn zur Ertragssteigerung ist bei Verschattung primär die Verstringung, Modulmontage sowie insbesondere die Anzahl der MPP_Tracker ausschlaggeben. Erst danach kann (und sollte) man sich noch Gedanken über den WR-Wirkungsgrad machen.
    Bei 54 kWp und (signifikantem) Schatten sollte also die Diskussion nicht lauten ein oder zwei MPP-Tracker sondern aller Wahrscheinlichkeit nach eher zwischen 4 und 14 (je nach Verschattung). Also mal bitte Photos des Schattens und seines Verlaufs einstellen.
    Bzgl. WR-Wahl ist das MPP-Fenster entscheidend. Da bei aktueller Verstringung Spannungen (bei quasi-STC-Bedingungen, also ohne Verschattung) von 455 bis 750 V (im Betrieb bis ca. 555 V) zu rechnen ist, muss der WR das erst einmal minimal abkönnen. Somit sind sowohl der ABB (da ab 480 V) als auch der Delta (ab 520 V) raus. Unterschreitet man die im Datenblatt genannte MPP-Spannung für Nennleistung, läuft der WR in einer Begrenzung und verliert auch so Erträge. Denn die Startspannung ist eine quasi unbrauchbare, da unaussagekräftige Methode, einen WR einzuschalten.
    Hier wäre erst einmal ernsthaft über eine Umverstringung nachzudenken, 12x 21 wäre hier wahrscheinlich eine deutlich geschicktere Wahl, wenn man die dann noch auf 6 MPP-Tracker verteilt, dürfte der Ertrag eher deutlich steigen. Mit 11 Strings von bis zu 23 Modulen würde es evtl. noch geschickter, aber weniger einfach zu vergleichen.
    Warum jetzt Dein aktueller WR schon hier 3% geringere MPP-Spannungen anfährt, wäre auch zu klären. Es kann sich dabei um eine (vorzeitige) Leistungsdegradation handeln oder andere Fehler im Modulfeld.


    Ciao


    Retrerni

  • Zitat von Retrerni

    Die eigentliche Frage ist doch, welchen Wechselrichter man alternativ zu den aktuellen verwenden kann und was das für Auswirkungen hat


    Die Anlage war nur ein Beispiel, mir ging es schon um meine Fragestellung welche Wirkungsgradminderungen (und seien sie im halben % bereich) man hinnehmen muss wenn man sich außerhalb des optimalen MPP-Spannungsbereichs befindet. Das wollte ich gerne mit den zu erwartenden Verlusten einer rel. hohe Startspannung gegenüberstellen. Wie schon gesagt wäre eine WR-Alternative der SMA Tripower 25000 TL.


    Zitat von Retrerni

    Dabei wäre hier jetzt erst einmal primär zu klären, über was für einen Schatten (horiontal, vertikal, durch Masten, ...) wir bei wie aufgestellten Modulen reden.


    Absolute Verschattungsfreiheit


    Zitat von Retrerni

    Erst danach kann (und sollte) man sich noch Gedanken über den WR-Wirkungsgrad machen.


    Daher habe ich mir ja auch schon Gedanken dazu gemacht :mrgreen:


    Zitat von Retrerni

    Bei 54 kWp und (signifikantem) Schatten sollte also die Diskussion nicht lauten ein oder zwei MPP-Tracker sondern aller Wahrscheinlichkeit nach eher zwischen 4 und 14 (je nach Verschattung)


    Nicht nötig, da gleiche Ausrichtung, Neigung und alle Module frei von Verschattung sind. Evtl könnte man Mismatch aufgrund von unterschiedlicher Degradation damit vorbeugen, das wär allerdings ein anderes Thema


    Zitat von Retrerni

    Bzgl. WR-Wahl ist das MPP-Fenster entscheidend. Da bei aktueller verstringung Spannungen (bei quasi-STC-Bedingungen, also ohne Verschattung) von 455 bis 750 V (im Betrieb bis ca. 555 V) zu rechnen ist, muss der WR das erst einmal minimal abkönnen.


    Da kann ich nicht ganz folgen, nach meiner Berechnung treten folgende Spannungen auf:


    U_mpp:
    min (70°) = 441,30 V
    stc = 523,80 V
    max (-10°) = 569,63 V
    MPP-Bereich vom WR (ABB): 480-800 V
    Startspannung: 360 bis 500 V (Standard 420 V)



    U_oc:
    min (70°) = 558,07V
    stc = 662,40 V
    max (-10°) = 720,36 V
    Max zul. Spannung (ABB): 1000 V


    Es werden also abgesehen von dem MPP-Bereich des WR doch alle Bereiche eingehalten?


    Zitat von Retrerni

    Da bei aktueller verstringung Spannungen (bei quasi-STC-Bedingungen, also ohne Verschattung) von 455 bis 750 V (im Betrieb bis ca. 555 V) zu rechnen ist, muss der WR das erst einmal minimal abkönnen. Somit sind sowohl der ABB (da ab 480 V) als auch der Delta (ab 520 V) raus.


    Das wäre ja genau die Frage um die es sich oben unter anderem im 1 Beitrag dreht. Nach dem Datenblatt des ABB kommt dieser selbst bei einer Spannung von 400 V auf einen Wirkungsgrad von etwa 97.7 %. Warum sollte eine Anliegende Spannung von 441 V also dann nicht ausreichen um den WR zum laufen zu bringen?


    Zitat von Retrerni

    Hier wäre erst einmal ernsthaft über eine Umverstringung nachzudenken,


    Ja das habe ich mir auch schon gedacht, stellt in diesem Beispiel allerdings leider keien Alternative dar.