EEG Umlage bei Eigenverbrauch

  • Hallo Forumgemeinde,


    da ich nun bereits 2 Diskussionen zur EEG Umlage im Eigenverbrauch hatte nun einmal an alle Gerichtet.


    § 61 a Satz 4 EEG 2017 Entfallen der EEG Umlage
    Der Anspruch nach § 61 Absatz 1 entfällt bei EIgenversorgungen,
    1.....
    2.....
    3.....
    4: wenn Strom aus Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 10 Kilowatt
    erzeugt wird, für höchstens 10 Megawattstunden selbst verbrauchten Stroms pro Kalenderjahr; dies gilt
    ab der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage für die Dauer von 20 Kalenderjahren zuzüglich des
    Inbetriebnahmejahres; § 24 Absatz 1 Satz 1 ist entsprechend anzuwenden.


    § 24 Absatz 1 Satz 1 EEG 2017 Zahlungsansprüche für Strom aus mehreren Anlagen
    (1) Mehrere Anlagen sind unabhängig von den Eigentumsverhältnissen zum Zweck der Ermittlung des Anspruchs
    nach § 19 Absatz 1 und zur Bestimmung der Größe der Anlage nach § 21 oder § 22 für den jeweils zuletzt in
    Betrieb gesetzten Generator als eine Anlage anzusehen, wenn
    1. sie sich auf demselben Grundstück, demselben Gebäude, demselben Betriebsgelände oder sonst in
    unmittelbarer räumlicher Nähe befinden,
    2......
    3......
    4......


    Ich möchte darauf hinaus das in diesem zusammenhang (im EEG 2014 übrigens auch) zur Ermittlung ob man die Anteilige EEG-Umlage zahlen muss es keine 12 Monate frist gibt um die Anlagen auch in dieser Hinsicht getrennt voneinander zu betrachten. Da sich ja Ausdrücklich auf Satz 1 bezogen wird.


    Ich freue mich falls mir jemand aufzeigt wo ich evtl. etwas vergessen habe oder aber übersehen habe.


    Grüße Peter

  • Hallo zusammen,


    auch wenn es vielleicht nervt...
    Wie verhält es sich, wenn eine Anlage nun der Volleinspeisung (also prinzipiell nicht der EEG Umlage unterliegt) und eine zweite, später errichtete Anlage dem Eigenverbrauch dienen soll. Nur diese würde je dem Anspruch auf Umlage unterliegen.


    Zählt man in diesem Fall da nicht Äpfel und Birnen zusammen? Und es heisst ja Bagatellregelung mit kleiner 10 kWp. Und die Bagatelle würde ja damit wieder EEG-Umlagepflichtig?


    Gruss Uwe

  • da ich mich auch gerade mit der EEG Umlage befasse,
    was stimmt denn nun?


    Ich lese eindeutig aus dem Gesetzt: befreit sind Anlagen kleiner 10kW und weniger als 10 MWh Eigenverbrauch
    Also egal was die Anlage produziert, ist man bei normalem Verbrauch befreit.



    gefunden habe ich das hier: (Quelle: https://www.photovoltaikforum.…beim-eigenverbrauch-3693/)
    2. Wann sind Eigenverbraucher von der EEG-Umlage befreit?


    Sofern die erwähnten Bedingungen erfüllt sind, zahlen Eigenverbraucher von Solarstrom den reduzierten Umlagesatz von derzeit 1,851 Cent pro Kilowattstunde. Es gibt aber vier Möglichkeiten, wie Eigenversorger jeweils für ein Kalenderjahr von der Pflicht zur Umlagezahlung auch ganz befreit sein können. 1) Wenn die elektrische Energie von der Erzeugungsanlage selbst benötigt wird. 2) Wenn sich der Anlagenbetreiber in dem betreffenden Kalenderjahr komplett selbst mit Ökostrom versorgen kann und zu keinem Zeitpunkt im Jahr zusätzlich Energie bezieht. Die Anlage darf ans Stromnetz geschlossen sein und auch Strom einspeisen. Aber für die eingespeiste Energiemenge darf dann keine Förderung über das EEG in Anspruch genommen werden. 3) Die nächste Konstellation betrifft Inselsysteme: Wenn die Photovoltaikanlage weder direkt noch mittelbar an ein Stromnetz gekoppelt ist und auch bleibt und demzufolge niemals eine Einspeisung ins Netz stattfindet, aber auch kein Strom aus dem Netz bezogen wird. Hier könnte der Betreiber seine Versorgung über zusätzliche Erzeugungsanlagen absichern, ohne Gefahr zu laufen, auf den Eigenverbrauch EEG-Umlage zahlen zu müssen. 4) Die vierte Ausnahme von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage betrifft kleine Photovoltaikanlagen bis zu einer Größe von zehn Kilowatt Leistung, so lange sie maximal 10.000 Kilowattstunden im Jahr erzeugen (De-minimis-Regelung). Ab der 10.001. Kilowattstunde ist der verminderte Satz EEG-Umlage zu zahlen.


    Das ist wohl falsch, oder?



    Und hier im EEG-Gesetz § 61a


    § 61a Entfallen der EEG-Umlage


    Der Anspruch nach § 61 Absatz 1 entfällt bei Eigenversorgungen,
    1.
    soweit der Strom in der Stromerzeugungsanlage oder in deren Neben- und Hilfsanlagen zur Erzeugung von Strom im technischen Sinn verbraucht wird (Kraftwerkseigenverbrauch),
    2.
    wenn die Stromerzeugungsanlage des Eigenversorgers weder unmittelbar noch mittelbar an ein Netz angeschlossen ist,
    3.
    wenn sich der Eigenversorger selbst vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt und für den Strom aus seiner Anlage, den er nicht selbst verbraucht, keine Zahlung nach Teil 3 in Anspruch nimmt oder
    4.
    wenn Strom aus Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 10 Kilowatt erzeugt wird, für höchstens 10 Megawattstunden selbst verbrauchten Stroms pro Kalenderjahr; dies gilt ab der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage für die Dauer von 20 Kalenderjahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahres; § 24 Absatz 1 Satz 1 ist entsprechend anzuwenden.


    das ist so wie beschrieben, Anlage kleiner 10 kWp und weniger als 10 MWh Eigenverbrauch.


    Ich frage nur, weil bei uns hier die Energieversorger zusammen mit der Abrechnung wissen möchten ob die Anlage mehr wie 10.000 kWh produziert hat! Und mehr wie 10.000 kWh sind bei einem sonnenreichen Jahr mit einer Anlage nahe der 9,9kWp wohl kein Problem.

  • Ja, das ist falsch formuliert, hält sich aber eisern.
    Hintergrund ist die Tatsache, daß der VNB (der Versorger hat damit überhaupt nichts zu tun) einen Erzeugungszähler fordern kann, wenn man nicht schlüssig nachweist, daß die Anlage nicht mehr als 10MWh/a erzeugen wird. Da Dachanlagen meist nicht 100% optimal ausgerichtet sind, ist das sowieso eher selten bzw. die Dächer, die das bringen wurden schon lang belegt. Im Neubau mit Überschußeinspeisung versucht man eher die Erzeugung im Winter etwas zu erhöhen, was sich auf die Gesamterzeugung deutlich auswirkt, durch die bessere Eigennutzung aber wirtschftlicher ist, zumal wenn man 70% macht.


    Dem TS ging es aber um was ganz anderes,nämlich wie der Verweis auf §24 zu lesen ist.

  • Zitat von alterego

    Dem TS ging es aber um was ganz anderes,nämlich wie der Verweis auf §24 zu lesen ist.


    Praktischerweise ist die Frage von der Clearingstelle im Dokument "Einzelfragen zur Anwendung des § 61 EEG 20141 bei Anlagen i. S. d. EEG“ beantwortet (sinngemäß gilt das auch für das EEG 2017, da sich darauf bezogen hier nichts wesentliches verändert hat)


    4.2 Anwendung der Regelung zur Anlagenzusammenfassung
    42 Gemäß § 61 Abs. 2 Nr. 4 letzter Halbsatz EEG 2014 ist die Regelung zur Anlagenzusammenfassung in § 32 Abs. 1 Satz 1 EEG 2014 entsprechend anzuwenden. Für die Frage, ob z. B. eine aus mehreren PV-Modulen bestehende Installation die 10-kWpSchwelle überschreitet, kommt es also auf die in § 32 Abs. 1 Satz 1 EEG 2014 geregelten Kriterien an, soweit sie im Rahmen der entsprechenden Anwendung relevant
    sind.
    43 Maßgeblich für die Zusammenfassung mehrerer Module ist danach, ob „sie sich auf
    demselben Grundstück oder sonst in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden“ (§ 32
    Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EEG 2014) und ob sie „innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind“ (§ 32 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4
    EEG 2014)


    Im gleichen Dokument sind auch Beispiele genannt, die verschiedene Szenarien beschreiben und die entsprechenden Konsequenzen für die Umlage darstellen.


    Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, daß man auch für eine weitere Kleinanlage (die technisch auch nur aus mindestens einem weiteren Modul bestehen kann) auch dann, wenn die Summe der Anlagen die 10 KW überschreitet, keine Umlage zahlen muss, wenn die zeitliche Inbetriebnahme mindestes 12 Monate auseinander liegt.


    Mich würde interessieren, ob jemand daß schon mal so gemacht hat und welche Erfahrungen derjenige dabei mit seinem VNB gemacht hat. Nachdem meine Anlage jetzt drei Monate im Betrieb ist, denke ich darüber nach, im nächsten Jahr noch einige Module hinzuzufügen.


    gruss stefan

  • Kurz zusammengefasst:
    1. Es ist egal ob die Anlagenzusammenfassung aus Volleinspeisung oder Eigenverbrauch stammt
    2. Anlagenzusammenfassung gilt unabhängig der Eigentumsverhältnisse und gilt nur für gleiche Erzeugungsarten
    3. Auch Speicher sind gemäß EEG 2017 Erzeugungsanlagen, falls Speicher >10 kW, benötigt dieser einen eigenen Zähler --> § 61k EEG 2017
    4. Anlagenzusammenfussung gilt für 12 aufeinander folgende Monate, wobei Inbetriebnahmemonat bereits gilt, nicht zu verwechseln mit 365 Tagen. Also von Januar bis Dezember, nicht von Januar bis Januar!
    5. Wenn Anlage <10 kW dann erhält diese die Freimenge, eine weitere ohne Zusammenfassung erhält ebenfalls wieder Freimenge
    6. Wenn Zusammenfassung erfolgt Anteilige Anpassung der freien Sockelmenge
    --> 6 kWp + 4 kWp = 10,0 kWp, daher Bagatellgrenze nicht überschritten. Freimenge wird aufgeteilt auf 6000 kWh und 4000 kWh. Ermittlung kann nur erfolgen falls Generatorzähler vorhanden.


    Beispiele:
    1:
    PV1 - IBN 20.01.2015 - 9,9 kWp - Eigenverbrauch
    PV2 - IBN 05.01.2016 - 9,9 kWp - Eigenverbrauch
    --> Keine Anlagenzusammenfassung
    --> Keine EEG Umlage für beide Anlagen, kein Generatorzähler notwendig, 10.000 kWh/a Eigenverbrauch frei


    2:
    PV1 - IBN 20.01.2015 - 9,9 kWp - Eigenverbrauch
    PV2 - IBN 12.12.2015 - 9,9 kWp - Eigenverbrauch
    --> EEG Umlage für beide Anlagen ab 12.12.2015, Generatorzähler notwendig ab 12.12.2015, Zusammenfassung auf 19,8 kWp
    --> Wenn kein Generatorzähler vorhanden, muss 100% EEG-Umlage auf EV gezahlt werden bis zu dem Tag an dem die Nachrüstung erfolgt (Schätzungsbasis durch ÜNB oder Verhandlungsbasis mit VNB)


    3:
    PV1 - IBN 20.01.2015 - 25,0 kWp - Volleinspeisung
    PV2 - IBN 12.12.2015 - 4,0 kWp - Eigenverbrauch
    --> EEG Umlage für beide Anlagen ab 12.12.2015, Generatorzähler notwendig ab 12.12.2015, Zusammenfassung auf 29,0 kWp
    --> Wenn kein Generatorzähler vorhanden, muss 100% EEG-Umlage auf EV gezahlt werden (Schätzungsbasis durch ÜNB)


    4:
    PV1 - IBN 20.01.2014 - 9,9 kWp - Eigenverbrauch
    PV2 - IBN 12.12.2015 - 9,9 kWp - Eigenverbrauch
    --> Keine Kaskadenschaltung notwendig
    --> Zusammenfassung auf 19,8 kWp
    --> Kein Marktintegrationsmodell für PV1
    --> Keine EEG Umlage für PV2, kein Generatorzähler notwendig, 10.000 kWh/a Eigenverbrauch frei
    ----> Keine Zusammenfassung, da die Vorbelastung aus EEG 2012 stammt und somit keinen Einfluss auf die gesetzliche Bemessungsleistung von EEG 2014 hat. Dennoch wird die "schlechtere" Preiszone durch PV1 belegt
    ----> Gleiches gilt auch auf Marktintegrationsmodell wenn EEG 2009 und EEG 2012, oder EEG 2012 (mit Übergangsregelung April bis Juni 2012) und EEG 2012 (ohne Übergangsregelung)


    So weit so klar?

  • Die 10MWh sind eine Freigrenze, keine Freimenge. Bei 10,001 MWh ist für alles EEG-Umlage fällig nicht nur für 1kWh. Vielleicht meinst du ds so, und wir liegen da nur sprachlich auseinander.
    Die Freigrenze gilt für jede Anlage einzeln, nicht für alle Anlagen zusammen.


    Ob Volleinspeiser berücksichtig werden, da wäre ich mir nicht so sicher. Bis das endgültig geklärt ist würde ich sie auch dazuzählen.

  • Zitat von alterego

    Die 10MWh sind eine Freigrenze, keine Freimenge. Bei 10,001 MWh ist für alles EEG-Umlage fällig nicht nur für 1kWh. Vielleicht meinst du ds so, und wir liegen da nur sprachlich auseinander.
    Die Freigrenze gilt für jede Anlage einzeln, nicht für alle Anlagen zusammen.


    Äh, nö: Aus §61a Entfallen der EEG Umlage Nr. 4:
    wenn Strom aus Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 10 Kilowatt erzeugt wird, für höchstens 10 Megawattstunden selbst verbrauchten Stroms pro Kalenderjahr; dies gilt ab der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage für die Dauer von 20 Kalenderjahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahres; § 24 Absatz 1 Satz 1 ist entsprechend anzuwenden.


    D.h. wenn die Anlage unter 10 KW liegt können 10 MWh umlagefrei verbraucht werden, für alles was darüber liegt, muss Umlage gezahlt werden. Dies impliziert die Formulierung "höchstens 10 Megawattstunden".
    Liegt die Anlage dagegen über 10 KW trifft §61a nicht zu und die Umlage ist in voller Höhe zu zahlen.


    Man hat also eine "Freimenge" von 10 MWh solange die "Freigrenze" von 10 KW nicht überschritten wird.


    Die 10 MWh gelten für den "selbst verbrauchten Stroms" - also unabhängig von der Zahl der Anlagen und würde sich ggf. auf die einzelnen Anlagen im Verhältnis der jeweiligen Leistungen aufteilen. Das aber eh nur rechnerisch oder man müsste seine Verbrauchszweige und Erzeugerzweige aufteilen. Wäre auch nur dann relevant, wenn man Anlagen hat, die umlagepflichtig wären und Anlage ohne Umlagepflicht.


    Auf jeden Fall müsste man bei Überschreiten der Gesamtleistung aller Anlagen > 10 KW ein Eigenverbrauchskonzept vorliegen, das nachweist, daß man keinen Eigenverbrauch > 10 MWh generiert z.B. Verbrauch der Vorjahre (oder man setzt einfach einen entsprechenden Zähler im Verbrauchskreis)

  • Natürlich reden wir (unter Berücksichtigung der Regeln fürs Zuammenfassen, weil ja jedes Modul eine Anlage ist) immer nur von Anlagen bis 10kW.
    Sobald du 10001kWh selbst verbrauchst erfüllst du die Bedingung nicht mehr - soweit sind wir uns einig? Ich folgere daraus, daß man dann für alles zhalt und nicht nur für 1kWh, weil entweder erfüllt man die Bedingung komplett oder nicht.


    Daß die Freigrenze erneut gilt, folgere ich aus dem Singular bei "Stromerzeugungsanlage", aber seit jedes Modul eine Anlage ist, ist das für PV eigentlich nicht mehr wirklich sinnvoll.