Einspeisezähler defekt

  • Hallo an alle,
    Wir haben seit ca. 7 Jahren eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Den Stromzähler für den Strom der eingespeist wird würde damals direkt vom Elektriker gekauft und nicht vom Netzanbieter gemietet.


    Seit 7 Jahren speisen wir in etwa immer den gleichen Strom im Jahr ins Netz ein und erhalten monatlich das Geld dafür. Jedes Jahr kommt einmal die Ablesekarte. Der Zähler wird abgelesen und die Karte an den Netzanbieter gesendet. Nie ein Problem. Als dieses Jahr die Ablesekarte kommt und wir den Zähler ablesen , stellen wir fest das der Zähler defekt ist und sich nicht mehr dreht. Strom ist dennoch ins Netz gespeist worden da ja der Wechselrichter mitloggt wie viel Strom generiert wurde und der Strom ja trotzdem ans Netz gegeben wurde, aber nicht gezählt wurde. Ich gehe ja davon aus das sich der Strom nicht einfach verflüchtigt wenn der Zähler nicht mehr zählt und trotzdem ans Netz abgegeben wurde. Es gibt keinen Eigenverbrauch und auch keinerlei baulichen Veränderungen seit der Inbetriebnahme.


    Also wurde ein neuer Stromzähler besorgt und eingebaut und nun wird auch wieder gezählt. Wir haben den Netzanbieter informiert das der Zähler defekt war. Der Netzanbieter stellt sich nun quer und sagt "Tja dein eigener Stromzähler ist kaputt... für uns zählt die Zahl die auf deinem Stromzähler steht (da dieser aber gut 11 Monate lang defekt war und nicht bemerkt wurde) und das ist halt fast 0. Ich bekomme meine 4000€ von dir zurück. Der Rest interessiert mich nicht. Beweise das der Strom ins Netz abgegeben wurde."


    Ist das tatsächlich so einfach für den Netzanbieter? Wenn aber der Stromzähler defekt ist mit dem ich meinen Strom vom Netzanbieter erhalte können die doch einen auch ohne weiteres schätzen und kassieren nach dem Motto "Strom braucht jeder und die letzten Jahre wurden im Schnitt so und so viel verbraucht".


    Welche Möglichkeiten hab ich bzw. mein Schwiegervater den es eigentlich betrifft noch?

  • Zitat von SK100


    Welche Möglichkeiten hab ich bzw. mein Schwiegervater den es eigentlich betrifft noch?


    Schau mal bei der Clearingstelle oder beim SfV nach.


    Viel Glück
    MBiker_surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer

  • Was hast du denn für einen seltsamen VNB?


    Normalerweise reicht da ein Bestätigungsschreiben des Elektrikers, dass der Zähler wegen Defekt gewechselt worden ist. Zum Wechsel wird der Ausbauzählerstand fotografiert und der/die Wechselrichter ebenfalls. Die festgehaltenen Energiemengen des Wechselrichters und des Generatorzählers (bzw. Übergabezähler direkt) stimmen in etwa überein. Hier gibt es immer etwas Messtoleranz, aber nicht so gravierend.


    Du musst nur nachweisen können, dass die Anlage produziert hat, der Netzbetreiber ist daher verpflichtet die ins Netz eingespeiste Energiemenge zu vergüten. Für die Kosten des Zählers musst du aufkommen, da ja dein eigener. Ebenfalls wurde der Zähler nach Defektfeststellung gewechselt, man kann also nicht sagen, dass sich das ganze unnötig herausgezögert hat.


    Üblicherweise würde hier eine Defektmenge in die Jahresabrechnung 2016 einfließen und die Menge notfalls anhand der Sonnenstunden deiner PLZ errechnet werden.


    Aber wie gesagt, du musst halt nachweisen können, dass die Anlage wirklich lief und nicht ein halbes Jahr "aus" war.

    Tell me moooooooore...

  • Hast du mein Posting gelesen??


    Der Defekt wurde erst Ende des Jahres festgestellt... Ergo zählte der Zähler nicht, was heisst das der Wechselrichter wesentlich mehr anzeigt als der Zähler der 11 Monate defekt war


    Gesendet von meinem SM-G925F mit Tapatalk

  • Nehmen wir mal an es wäre der Bezugszähler, dieser würde plötzlich stehenbleiben und würdest brav weiter Strom beziehen.
    Dann käme der Netzbetreiber und würde die Strommenge hochschätzen.
    Würdest du bezahlen oder sagen: Dein Pech wenn der Zähler nicht mehr geht.


    Es ist wohl dein Pech, besonders noch da es dein eigener Zähler war. Hättest ja alle 4Wochen eine Kontrollablesung machen können ob der Zähler oder auch die Anlage noch funktioniert.


    Kannst ja mal bei der Clearingstelle probieren, ob die dein Verfahren überhaupt annehmen. Aber ich denke die nehmen es an, da über so etwas wohl noch keine Grundsatzvotum besteht. Damit muss aber auch dein Netzbetreiber einverstanden sein, sonst würde Dir nur eine privatrechtliche Klage bleiben.
    So eine Abwicklung bei der Clearingstelle läuft so rund zwei Jahre, ich habe eine da durchgezogen.

    Wasserkraft, Naturenergie welche wohl als erste die Stromerzeugung ermöglichte, ist sicher Verfügbar, nicht nur wenn die Sonne scheint.

  • Zitat von SK100

    Hast du mein Posting gelesen??


    Der Defekt wurde erst Ende des Jahres festgestellt... Ergo zählte der Zähler nicht, was heisst das der Wechselrichter wesentlich mehr anzeigt als der Zähler der 11 Monate defekt war


    Ja? Und habe ich doch beantwortet?


    Stand vom Wechselrichter (Foto) - Energiemenge vom neuen Zähler - Ausbauzählerstand/Energiemenge gemäß Zählerwechselprotokoll (oder Foto) = Defektmenge die nachvergütet werden muss


    Der VNB muss die nachweislich ins Netz eingespeiste Energiemenge vergüten, ob der Zähler nun defekt ist oder nicht spielt keine Rolle. Hauptsache die Anlage hat nachweislich erzeugt und eingespeist.



    Wenn er das nicht macht, hat er wohl nur vorbildlich errichtete Anlagen im Netzgebiet (was erfahrungsgemäß nicht der Fall ist) und muss nie Konstrukte bereinigen...

    Tell me moooooooore...

  • Hi,


    Zitat von SK100

    . . . was heisst das der Wechselrichter wesentlich mehr anzeigt als der Zähler der 11 Monate defekt war


    und das ist auch schon die Lösung Deines Problems.


    Das Eichgesetz sieht in solchen Fällen vor, dass ein plausibler Ersatzwert herangezogen wird.
    Für die Erzeugung ist das in diesem Fall Dein Wechselrichter.


    Deinem Text entnehme ich, dass die PV-Anlage als Volleinspeiser und nicht als Überschusseinspeiser angeschlossen ist, dann sollte das keine Probleme geben.
    Wenn der Netzbetreiber sich dennoch quer stellt, muss ein Fachanwalt für Energiewirtschaftsrecht Deine Rechte durchsetzen.