Renditeerwartung

  • So... heute brauch ich mal Hilfe.


    Ein paar Leute haben wir ja hier, die durchaus viele oder mehrere Anlagen und auch große Anlagen bauen.


    Frage: Welche Rendite lässt sich mit PV im größeren Stil GESICHERT erwirtschaften?


    Rechnen wir mal bitte in MWp und in Mio€


    - welche Rendite kann 1 MWp bzw. 10 MWp erzielen?
    - was muss ich für 1 MWp / 5 MWp / 10 MWp in die Hand nehmen?
    - wieviel Platz brauche ich für 1 MWp
    - ist so eine Anlage in der Praxis realisierbar? Oder tausend Probleme mit Baugenehmigungen etc.?



    Hintergrund ist ein Brainstorming zum Thema "Restrukturierung der betrieblichen Altersversorgung in einem mittelständischen Unternehmen".


    Es ist die Situation denkbar, dass ein Kapitalstock mit x% zu verzinsen ist. X muss einerseits möglichst hoch sein - damit die gewünschte Wirkung eintritt.
    Andererseits ist es gut vorstellbar, dass auf Entscheiderebene eine vom Kerngeschäft / Betriebszweck abgetrennte Geldanlage verlangt wird, die für sich genommen die x% wieder hereinspielt.



    Ich weiss.. dürftige Informationslage. Wir sind halt ganz am Anfang einer Spinnerei.
    Evtl. auch Ausschlussverfahren.. das sich jetzt schon erkennen lässt, dass es sich um eine Schnapsidee handelt.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Tolle Idee, nur ein paar Jahre zu spät. Freifläche läuft nur nach Ausschreibung, größere Dachflächen auch. Konkrete Zahlen kenne ich aktuell nicht, da berichten sicher noch welche die näher dran sind als ich. Mehr als 2 bis 3 % Rendite sind vermutlich möglich wenn der Betrieb den Strom zu vernünftigen Preisen abkauft, das schaffen versicherungsbasierte Alternativen derzeit nicht. Die eigentliche Rendite entsteht durch steuerliche Effekte (Progressionsverschiebung), aber da kennst du dich besser aus als ich.


    Die Idee mit der Solar-BAV hatte ich Mitte des letzten Jahrzehnts auch, ich habe (damals als Betriebsratsvorsitzender) die betriebliche Altersvorsorge für 1100 Kollegen gefordert und schließlich den Auftrag erhalten die BAV "klassisch" aufzubauen. Dachflächen waren genügend vorhanden. Ich stieß auf viele offene Ohren, aber die oberste Geschäftsleitung wollte sich nicht einschränken lassen beim Gebäudemanagement (damals waren Modernisierungen und Neubauten angedacht mit teilweisem Abriss der 30 Jahre alten Gebäude). Außerdem hätten sie die Betriebsrenten garantieren müssen weshalb sie eine externe Versicherungslösung präferierten die ich umgesetzen sollte und auch umgesetzt habe (Unterstützungskasse und Pensionskasse). Im Nachhinein wäre die Solar-BAV für die Kollegen wesentlich lukrativer gewesen.


    Der oberste Inhaber traute "aus Erfahrung mit dem Gesetzgeber" auch dem EEG nicht. Zudem wäre die "Eigenkapitalrendite des Betriebs höher als die Solarrendite", aber die wollte er auch nicht mit dem Arbeitnehmern teilen. Ein anderes Problem der Solar-BAV ist die Cashflowsteuerung was nur über Kredite und Ansparvarianten für die Zeit nach dem EEG möglich ist.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Zitat von kpr

    Rechnen wir mal bitte in MWp und in Mio€


    - welche Rendite kann 1 MWp bzw. 10 MWp erzielen?
    - was muss ich für 1 MWp / 5 MWp / 10 MWp in die Hand nehmen?
    - wieviel Platz brauche ich für 1 MWp
    - ist so eine Anlage in der Praxis realisierbar? Oder tausend Probleme mit Baugenehmigungen etc.?


    Das sind Dimensionen, da sollen andere was zu sagen.


    Wenn du nur theoretische Auskünfte über mögliche Renditen haben möchtest, dann ist es o.k.
    Mein praktischer Rat wäre: Vergiss alles über 750 kWp! (zumindest wenn in einem Rutsch installiert werden soll)

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Das Thema ist auch nicht mein Steckenpferd, aber schau dir mal das zum Einstieg an: https://www.photovoltaikforum.…usschreibung-t109536.html


    Es ist also klar, dass da nichts über EEG oder Ausschreibungen laufen kann, denn entweder wird die Anlage zu groß oder nicht groß genug. Bleibt nur die Direktvermarktung. Verbraucht eure Firma überhaupt genug? Kann die BAV Grundstücks- oder Dachfläche pachten und zu welchen Konditionen. Wie sieht es aus mit der Verlegung eigener Mittelspannungsleitungen, damit man nicht übers Netz muss und die Abgaben vermeiden kann (sollte funktionieren, bin aber nicht ganz sicher). Was wird der aktuelle Stromversorger sagen, wenn man ihn zumindest im Sommer rauskickt (von bedeckten Tagen abgesehen)? Ändert der dann seine Tarifbedingungen und wenn ja, wie stark?


    Auch das SICHER ist nicht sicher. Nach ein wenig Recherche wirst du recht genau wissen, wie teuer die von euch erzeugte kWh sein wird (inklusive Schwund und Abregelung), nur wo sich der allgemeine Strompreis und der Strompreis für Industriekunden in den nächsten 10 Jahren hin bewegen wird, ist alles andere als klar. Die Erzeugerpreise gehen eindeutig abwärts, aber die Abgaben für die VNBs für die angeblich jetzt notwendige Infrastruktur und die Begehrlichkeiten des Staates gehen wahrscheinlich hoch.


    Die einzige logische Konsequenz die ich sehe, ist, nach Möglichkeiten zu suchen, sich von diesen Variablen abzukoppeln (falls überhaupt möglich). Hierdurch wäre man in der Lage, auch über etliche Jahre seinen Kunden eine Preisgarantie geben zu können. Sogar wenn man nach Ablauf der Frist letztendlich etwas teurer gewesen sein sollte, so hatte der Kunde über Jahre hin eine Planungssicherheit und die ist ja auch was wert.


    Ich werde hier interessiert mitlesen, aber viel beitragen kann ich wohl nicht.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zur Fläche kann ich noch etwas beitragen, für 9 MWp haben wir 18ha Fläche, diese werden aber auch benötigt, da stellenweise u.a. 5m breite Brandschutzflächen geschottert werden mussten. Dann sind befahrbare Wege in der Anlage erforderlich, in diesem Fall muß man ggf. an die Zentralwechselrichter zum Trafotausch oder aus sonstigen Gründen. Zu den Kosten könnte ich nur sehr ungenaue Aussagen tätigen, das lasse ich dann besser.

    Gruß
    Dietmar
    6.562788746032766 50.11369735926596
    4,7 KWp mit Eigenverbrauch 2,35 KWp mit Eigenverbrauch
    "Mein grosses Kind" Solarpark 9000KWp
    http://www.langner.team

  • Zitat

    Es ist also klar, dass da nichts über EEG oder Ausschreibungen laufen kann, denn entweder wird die Anlage zu groß oder nicht groß genug. Bleibt nur die Direktvermarktung. Verbraucht eure Firma überhaupt genug?


    Wenn ich das richtig interpretiere, dann ist das der Todesstoß für meine Idee - und wir können das Buch zumachen.


    Gesucht ist eine Anlageform, die - nach subjektiver Einschätzung der Gesellschafter - weitgehend risikolos eine bestimmte Rendite bringt. PV würde als "weitgehend risikolos" eingeschätzt.
    Die Anlageform muss aber abgekoppelt sein vom sonstigen Geschäft.
    Nichts anderes, als wenn ich den Kapitalstock der BAV in festverzinslichen WP anlegen würde.


    Mir Naivling fällt da nur ein: Die potentiell zu errichtende Anlage muss volleinspeisen. Gegen EEG-Vergütung.
    Das die niedrig ist.. war selbst mir klar; dass das gar nicht funktioniert.... sorry... klärt mich kurz auf warum nicht. Ist außerhalb meiner Sphäre.


    Paar kurze Sätze reichen. Um die Idee zu kippen.. nehmts mir nicht übel... will ich mich nicht in fremde Materie einarbeiten.
    (Speziell der Begriff "Ausschreibung"... also ich weiß was eine Ausschreibung ist.... aber im Bezug auf Freiflächen-PV gibt mir das gar nichts.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Naja, das hat unser Industrieministerium unter Leitung von D&D eiführen müssen, um den Wildwuchs bei den erneuerbaren Energien zu beschränken.


    Eine Anlage größer gleich 100 kWp bekommt keine EEG-Vergütung und es muss Direktverkarktung gemacht werden. Anlagen im Umkreis von etlichen Kilometern werden zu einer Anlage zusammen gefasst. Das passt also weniger für euch.


    Anlagen kleiner 750 kWp können/dürfen nicht an Ausschreibungen teilnehmen und müssen Direktvermarktung betreiben. Gleichfalls keine Vergütung nach EEG.


    Anlagen über 750 kWp werden immer über öffentliche Ausschreibungen vergeben. Die Menge an kWp, die ausgeschrieben wird, ergibt sich aus den Zubauzielen und deren Einhaltung. Kosten für die Ausschreibung (Bauplanung, Wegeplan, Trassenplan usw. usw.) gehen zu Lasten und Risiko dessen, der an der Ausschreibung teilnimmt. Somit sind Bürgerinitiativen und kleinere Firmen wegen dem Risiko im Prinzip raus.


    Ein Schuft, wer denkt, dass die Regularien so gemacht wurden, damit solche Vorhaben, wie von dir angedacht, nicht machbar sind oder nur mit Klimmzügen (2 MWp aufgeteilt auf mindestens 20 kleinere Anlagen, die aber alle einen Mindestabstand zueinander einhalten müssen). Ist doch schön, wenn man weiß, was man an seiner Regierung hat.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von kpr

    Mir Naivling fällt da nur ein: Die potentiell zu errichtende Anlage muss volleinspeisen. Gegen EEG-Vergütung.
    Das die niedrig ist.. war selbst mir klar; dass das gar nicht funktioniert.... sorry... klärt mich kurz auf warum nicht. Ist außerhalb meiner Sphäre.


    Warum soll das nicht gehen? Natürlich geht das!
    Volleinspeisung ist sogar die Regel bei Investorenanlagen bis 100 kWp (bis dahin gibt es die Einspeisevergütung).
    Anlagen darüber hinaus bis 750 kWp benötigen einen Direktvermarkter. Dafür gibt es aber auch etwas mehr als die Einspeisevergütung, nämlich den "anzulegenden Wert".
    Bis hierhin ist alles sehr gut planbar und - zumindest bis 500 kWp - sehr sicher.


    Ab 750 kWp wirds dann sehr unsicher, da man nur eine feste Vergütung bekommt, wenn man an den BNA-Ausschreibungen teilgenommen hat und - Achtung! - einen Zuschlag erhält!
    Als ich zum ersten Mal was von Ausschreibungen gehört hatte, konnte ich mit dem Begriff im Zusammenhang mit PV auch nichts anfangen. Ich versuchs mal sehr einfach zun erklären:
    Die Bundesnetzagentur schreibt 3-4x im Jahr ein Paket mit einer bestimmte Anlagengesamtleistung aus; sagen wir mal 25 MW. Der Text lautet dann - gaaaaaanz stark vereinfacht - etwa so:


    "Wir möchten ein bestimmtes PV-Stromvolumen, welches in Anlagen mit einer Gesamtgröße von 25 MW erzeugt wird, über einen Zeitraum von 20 Jahren kaufen. Bitte bieten Sie uns einen Kaufpreis je kWh an. Die günstigsten Angebote erhalten den Zuschlag. Es werden soviele Angebote bezuschlagt, bis das Volumen von 25 MW erreicht ist."


    Ist doch ganz easy, oder?
    Das Problem dabei ist, das der mittlere Zuschlagspreis bei der letzten Ausschreibung im Dez.16 bei 6,9 Cent/kWh lag.
    Abgesehen davon, dass man erst einmal einen Zuschlag erhalten muss, muss die Vergütung dann aber auch noch eine gewisse Rendite versprechen.
    Nur mal so als Vergleich:
    Eine Anlage mit 750 kWp muss gerade eben noch nicht in das Ausschreibungsverfahren. Bei Inbetriebnahme im April 2017 würde man dafür den anzulegenden Wert von 11,16 Cent/kWh erhalten. (davon müsste man dann noch ca. 0,2 Cent/kWh Kosten für den Direktvermarkter abziehen).
    Eine Anlage mit 751 kWp muss ins Ausschreibungsverfahren. Sie hätte bei der letzten Ausschreibung höchstens 7,16 Cent/kWh verlangen dürfen, um einen Zuschlag zu erhalten. (Ach ja.......die durchschnittliche Förderhöhe ist bisher übrigens mit jeder neuen Ausschreibung gesunken, bisher im Schnitt um 5,5%.) Man hat dann zwar 2 Jahre Zeit, um die Anlage ans Netz zu bringen, aber dafür gibt es auch nur eine Zusage über 20 Jahre.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • O.k.- es wird wieder spannend.


    "Ausschreibung"..... gut... da muss ich an unseren Haus & Hof-Solarteur ran. Wenn man solche Anlagen nur mit 0,x% betreiben kann.... dann ab in die Tonne. Aber vielleicht kommt man ja auf 2%. Da schreien unsere Leute nicht laut Hurra, wenn sie in Vorstellungsgesprächen "nur" mit 2% Garantiezins werben können.... aber das ist ja schon deutlich mehr als die klassische Direktversicherung bieten kann. Im Endeffekt .. so erahne ich das.. werden wir hier ohnehin sehr viel für die Altersversorgung unserer Mitarbeiter tun, indem wir freiwillig in den Kapitalstock einblasen.
    (Beispiel: Bisher: Sitzbonus von x.000 Euro pro Nase..... wovon nur 50% beim Mitarbeiter ankamen... und die werden dann verkonsumiert; demnächst: 2 x x.000 Euro in den Kapitalstock der Altersversorgung



    Bis 750 KWp bauen.
    (Jetzt wird mir gerade was anderes klar. Ich hab die ganze zeit nicht verstanden, warum wir kürzlich zwei Anlagen in Betrieb genommen haben; eine mit 740 kWp die andere mit 4xx kWp. Nu wirds mir klar.)
    Kann ich da beliebig stückeln?
    Ich habe 1 riesigen Acker der zur Zeit durch unsere SheepFacilityManagement GmbH bewirtschaftet wird.
    Da sehe ich wenig Chancen, das am Ende das Produktivkapital auf diesem Acker steht.
    (By the way... wieviel platz braucht man für 750 kWp Freiflächenanlage?)
    Mir täte es um deren Mitarbeiter ja leid (kuschliges Fell, treue Augen.... aber halt auch lecker)... aber die Altersversorgung der übrigen Mitarbeiter im Konzern hat Vorrang.
    Kann ich da mehrere Anlagen drauf bauen? Ich ahne... 1 Betreiber nicht.
    Aber funktionierts, wenn ich da jeder Konzernfirma ne Anlage mit 749 kWp zuordne? Ich hab noch 20 Vorratsgesellschaften im Schreibtisch.. zur Not werden die alle wachgerüttelt.



    Direktvermarkter.
    Helft mir. Keine Idee ist zu doof. Fragen wir uns, was gemacht werden muss, damit es funktioniert. (Wenn das dann unrealistisch bleibt... o.k. - Pech gehabt. Nächste Idee.)


    Wie schaut das aus?
    Welche räumlichen Anforderungen (Entfernung) bestehen?
    Welche zeitlichen Anforderungen zwischen Produktion und Verbrauch?

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Wer heutzutage eine Freiflächenanlage vorentwickelt, um damit an einer Ausschreibung teilzunehmen, der muss schon leicht masochistische Züge haben. Das ist Pokern auf hohem Niveau. Es werden nur diejenigen einen Zuschlag erhalten, die sich entweder verkalkuliert haben oder die Kosten maximum niedrig halten können, z.B. durch Eigentum von Grund und Boden in Verbindung mit der großen Hoffnung auf sinkende Komponentenpreise.


    Meine Meinung.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)