Schatten! Growatt 3600MTL-S oder SMA Sunny Boy SB 3.6

  • Liebe PV-Gemeinde!


    Ich wende mich hilfesuchend an Euch, da wir für unseren Verein eine neue Anlage planen. Ich bin auf der Suche nach einem Wechselrichter, der unsere 4kwP Module in Südwest Orientierung mit Verschattung durch Bäume (diffuse Schatten) ab Spätnachmittags optimal versorgt.


    Dabei habe ich den Growatt (3600MTL-S) und SMA Sunny Boy 3.6 in die nähere Auswahl genommen. Ich denke, dass ein Wechselrichter mit 3600 Watt sehr gut zu 4 kwP Modulleistung passt, Stichwort Unterdimensionierung - hier wären es genau 10%.


    Bei den grundsätzlichen Leistungsdaten wie Wirkungsgrad, Eingangs- und MAximalspannungsbereich und vor allem Preis hat für mich eindeutig der Growatt die Nase vorn. Auch Punkto Garantie schenken sich die beiden nichts.


    Nur zu einem Thema konnte ich nichts finden: Schattenmanagement!


    Welchen Wechselrichter würdet Ihr nehmen? bzw. Warum? Preislich ist der Growatt etwa 300 Euro billiger als der SMA. 16x polykristalline Risen Module auf zwei Strings. SW bzw. und etwa 30Grad Dachneigung sind die geplante Modulanordnung auf dem Ziegeldach.


    Vielen lieben Dank im Voraus!

  • Hallo und willkommen im PV-Forum :D

    Zitat von wefe

    Welchen Wechselrichter würdet Ihr nehmen? bzw.


    Keinen der Genannten :!:
    Zunächst müsste man wissen welche Module es genau sind, bei 250 Wp gehe ich mal von 60-Zellern aus. (Ein Link zum Datenblatt wäre nützlich, ggf. findet sich das richtige Modul auch in der Datenbank des Forums: https://www.photovoltaikforum.com/moduldatenbank.html )
    Damit ergibt sich bei 2x8er Strings je nach Modul eine maximale Stringspannung von etwa 335 Volt, im normalen Betrieb liegt die Stringspannung bei etwa 220 Volt.


    Bei solch niedrigen Stringspannungen würde ich z.B. zu einem ABB PVI-3.6-TL-OUTD greifen, der kommt mit solch geringen Spannungen am besten klar. Schattenmangement beherscht dieser Wechselrichter auch und preislich sollte er unter einem vergleichbaren SMA-Wechselrichter liegen.


    Welcher es dann genau werden würde hängt aber noch von anderen Faktoren ab, z.B. wie die Begrenzung der Einspeiseleistung gem. EEG umgesetzt werden soll. Bei 70% hart (was ich aufgrund der geschilderten Situation durchaus empfehlen würde) reicht bei 4 kWp eine Wechselrichterleistung von 2,8 kW (Blindleistung braucht hier noch nicht bereitgestellt werden).
    Folglich wäre auch ein PVI-3.0-TL-OUTD vollkommen ausreichend.



    Man könnte natürlich auch noch einen SMA SB 3000 TL-21 nehmen und alle 16 Module in einen String legen. Vorher müsste man natürlich wissen um welche Module es genau geht aber grundsätzlich hat der WR ein hervorragendes Schattenmangement und 16 Stck. 60-Zeller sollten noch gut in einen String gehen. Mit Stringspannungen im normalen Betrieb um 430 Volt (je nach Modultyp) liegt man damit sogar fast im idealen Wirkungsgradbereich des Wechselrichters und das Schattenmangement kann aufgrund des relativ langen Strings sehr gut arbeiten.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Hallo Smoker59!


    Vielen lieben Dank schonmal für Deinen Beitrag!!
    Scheinbar bin ich noch viel unwissender, als ich gedacht hatte - dabei hab ich schon viele Stunden als Geist in diesem Forum mitgelesen ;)


    Bei den Modulen handelt es sich um Risen RSM60-6-250 mit folgenden Spezifikationen:


    Länge Breite Rahmenhöhe Voc Vmp Isc Imp
    1650mm 992mm 35mm 37,4V 30V 8,88A 8,34A


    Und wie Du schon geahnt hast sind es natürlich 60 Zeller!
    Eine Begrenzung der Einspeiseleistung ist nicht vorgesehen!


    Ein wichtiger Faktor ist noch, das der Wechselrichter die Daten zur Fernüberwachung per Wifi übertragen kann - ein Netzwerkanschluß ist am Standort nicht möglich.


    Vom ABB PVI-3.6-TL-OUTD hab ich noch nie gehört, werde mir den gleich einmal näher ansehen!
    SMA SB 3000 TL-21 klingt natürlich auch interessant! Leider ist scheinbar bei beiden Wechselrichter kein Wlan Modul verbaut!?


    Ich sehe schon, die "einfache" Entscheidung ist einmal wieder komplexer als gedacht ;)

  • Zitat von wefe

    Bei den Modulen handelt es sich um Risen RSM60-6-250


    In der Moduldatenbank habe ich leider keinen Eintrag gefunden, aber das hier müsste es sein:
    https://de.enfsolar.com/pv/pan…eet/Polycrystalline/11627


    Zitat von wefe

    Eine Begrenzung der Einspeiseleistung ist nicht vorgesehen !


    Wenn es eine Anlage nach geltendem EEG werden soll dann kommst du da aber nicht drumherum :roll:
    http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__9.html


    Und im Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 steht:

    Zitat

    (1) Anlagenbetreiber und Betreiber von KWK-Anlagen müssen ihre Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt mit technischen Einrichtungen ausstatten, mit denen der Netzbetreiber jederzeit
    .............. die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann


    Du hast also die Wahl, entweder eine Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung (Rundsteuerempfänger, kurz RSE) oder die 70% Regelung :roll:
    Ein RSE rentiert sich i.d.R. nicht, schongarnicht bei einer solch kleinen Anlage. Also bleibt nur die 70% Regelung :?


    Zitat von wefe

    Ich sehe schon, die "einfache" Entscheidung ist einmal wieder komplexer als gedacht ;)


    Bevor du Geld für einen Wechselrichter und andere Dinge ausgibst solltest du dich hier im Forum weiter einlesen. Es gibt eine Menge Dinge die dir wahrscheinlich noch garnicht so richtig klar sind.
    Eine Frage wäre z.B. wer die Anlage aufbaut und in Betrieb nimmt. Das darf nämlich nur ein beim Versorgungsnetzbetreiber zugelassener Elektromeister, hast du da jemanden der das für dich macht :?:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Die Anlage soll in Österreich errichtet werden, ganz ohne Förderungen und - zum Glück - auch EEG!

  • Also würdet Ihr den SMA SB 3000 TL-21 statt SMA Sunny Boy 3.6 nehmen und die 16 Module statt auf 2 Stings nur auf einen zusammenfassen?
    Hat denn der Sunny Boy 3.6 kein Schattenmanagement? Leider finde ich nirgends etwas dazu.

  • Zitat von wefe

    Die Anlage soll in Österreich errichtet werden, ganz ohne Förderungen und - zum Glück - auch EEG!


    Achso, na dann sieht die Sache schon ganz anders aus :D
    Wenn du dich nicht mit solchen Dingen wie der 70% Regelung rumschlagen musst kannst du auch den Wechselrichter anders auslegen. Vergiss also alles was ich in Bezug auf die in Deutschland geltende 70% Regelung geschrieben habe 8)


    Den Growatt würde ich trotzdem nicht nehmen, made in China und ich hab ebenfalls nirgens was zu Schattenmangement bei Growatt gefunden.
    Musst du in Österreich Blindleistung bereitstellen :?:
    Der ebenfalls von dir angedachte SMA Sunny Boy 3.6 passt nämlich dann schon besser, wenn du allerdings Blindleistung bereitstellen musst wird auch der bei 4 kWp arg knapp. Da könnte man dann schon an den etwas größeren SB 4000TL-21 denken. Auch hier natürlich alle 16 Module in einem String.
    Alternativ geht auch hier ein ABB PVI -3.6-TL-OUTD mit 2 Strings a`8 Module weil der ABB nur max. 600 Volt Stringspannung verträgt, jedoch sehr gut mit kurzen Strings klarkommt.


    Zitat von wefe

    Also würdet Ihr den SMA SB 3000 TL-21 statt SMA Sunny Boy 3.6 nehmen und die 16 Module statt auf 2 Stings nur auf einen zusammenfassen?
    Hat denn der Sunny Boy 3.6 kein Schattenmanagement?


    Am SMA Wechselrichter alle 16 Module in einen String, damit das Schattenmangement funktioniert. Das geht bei SMA mit langen Strings besser. Alle aktuellen SMA Wechselrichter haben ein hervorragendes Schattenmanagement, auch der ABB hat`s.


    Den 3000 TL-21 hab ich empfohlen als ich noch nicht wusste, daß die Anlage in Österreich gebaut wird. In Deutschland würde der wegen der 70% Regelung passen, aber bei euch solltest du dann doch den ursprünglich angedachten Sunny Boy 3.6 nehmen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Blindleistung muss hier üblicherweise nicht bereitgestellt werden.


    Würde auch noch den StecaGrid 3203 oder 4003 in die engere Auswahl mit aufnehmen - top Schattenmanagement und Wirkungsgrad sowie auf lange Lebensdauer ausgelegt.

    #1: Huawei SUN2000-33KTL-A mit 84x Q.PEAK L-G4.5 365 Ost/West + 20x Yingli YL250P-29b Süd

    #2: Solaredge SE3500H 10x Modulmix an P404

    eGolf300 an go-e Charger

    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 173 2er: 44, 3er: 24, 4er: 8, 5er: 7, 6er: 4, 7er-14er: 1

  • Die angeführten Wechselrichter würden sicher reichen, leider muss auf allen 3 Phasen in Österreich eingespeist werden.
    Da liegt der Hase im Pfeffer :lol::lol:

  • Zitat von franz63

    Die angeführten Wechselrichter würden sicher reichen, leider muss auf allen 3 Phasen in Österreich eingespeist werden.
    Da liegt der Hase im Pfeffer :lol::lol:


    Soweit ich weiss gilt das nicht überall in Österreich. Wenn`s hier aber doch gilt könnte man auch noch auf einen Fronius Symo 3.7-3-M bzw. 3.7-3-S ( Made in Austria 8) ) ausweichen, der ebenfalls ein sehr gutes Schattenmangement hat und dreiphasig einspeisst: https://www.photovoltaikforum.…tus=3&mode=display&id=932


    Intergierter Logger und WLAN sind vorhanden, hier müssen jedoch zwingend alle 16 Module in einen String, da der dreiphasige Symo höhere Stringspannungen benötigt um mit gutem Wirkungsgrad zu arbeiten und damit das Schattenmangement funktioniert. Eine Verstringung mit 2x8 würde hier einen sehr schlechten Wirkungsgrad und ggf. ein schlecht arbeitendes Schattenmangement zur Folge haben.
    Beim 3.7-3-S erübrigt sich das, der hat nur einen Tracker aber der reicht ja auch.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59