Erstattung MwSt. / Gewinnermittlung / AfA

  • Hallo zusammen :lol:


    Seit November 2015 bin ich Besitzer ein Photovoltaikanlage. Diese haben wir „gebraucht“ gekauft zusammen mit Haus und Hof. Die Einspeisung wird komplett vergütet , wir haben also keine Eigennutzung. Die Anlage hat 60.000 € gekostet. Monatlich erhalten wir Brutto 827 € von EON.
    Nun wollte ich das Ganze als Kleinunternehmer laufen lassen. Dies wurde aber laut unserem Steuerberater vom Finanzamt abgewiesen: „… Da der Lieferempfänger – EON – über die Umsatzsteuer abgerechnet hat, ist die Aufwendung der Kleinunternehmerregelung leider nicht möglich.“ :arrow: Also muss ich monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung machen. Dies mache ich mittlerweile selbst, da ich es nicht einsehe ca. 25 € monatlich an meinen Steuerberater zu zahlen, damit er eine Zahl in ElsterOnline eintippt :D


    Für 2015 habe ich die Gewinnermittlung von meinem Steuerberater machen lassen. Nun will ich mich auch hier „selbstständig“ machen und das Geld sparen, da wir monatlich immer das gleiche Geld für den Strom bekommen bzw. an das Finanzamt abgeben, keine Eigennutzung vorliegt und auch sonst keine weiteren Kosten mit der Anlage in Verbindung stehen (außer Versicherung, Zahlung Kredit). Ich muss dazu sagen, dass das Thema Steuern usw. für mich ein Buch mit sieben Siegeln ist. Für mich hört sich das immer so an: „Bla bla bla bla bla….“. :evil:

    Ich habe nun folgende Fragen:


    1. Erstattung Mehrwertsteuer
    Ich habe gelesen, dass wenn man kein Kleinunternehmer ist, die Erstattung der Mehrwertsteuer durch das FA erfolgt. Dafür muss man ja halt auch monatlich die Umsatzsteuervoranmeldung machen. Die 60.000 € waren in dem Kaufpreis des Hauses mit drin und wurden im Kaufvertrag „extra“ aufgelistet:
    Haus 185.000 €
    Photovoltaikanlage 60.000 €
    Bisher haben wir aber keine Rückerstattung einer Mehrwertsteuer erhalten. Muss man das irgendwie separat anfordern?


    2. Gewinnermittlung
    Ich muss ja nun jährlich die Gewinnermittlung machen. Mir ist nicht so ganz klar wo ich welche Zahl in dem Anlage EÜR im Elster Onlineportal eintrage. Wäre das so korrekt?


    Betriebseinnahmen:
    Monatliche Einspeisung von Strom Netto (Insgesamt für 1 Jahr) – Zeile 14 / Kennzahl 122
    Umsatzsteuer (19 %) (Insgesamt für 1 Jahr) – Zeile 16 / Kennzahl 140


    Betriebsausgaben:
    Absetzung für Abnutzungen (AfA) – Zeile 28 / Kennzahl 136
    Schuldzinsen – Zeile 47 / Kennzahl 234
    Kosten Steuerberater 2015 – Zeile 42 / Kennzahl 194
    Versicherung (Wohngebäudeversicherung) - Zeile 44 / Kennzahl 223


    Da wir monatlich eine Pauschale von EON bekommen, zahle ich auch monatlich einen festen Betrag an das FA durch die Umsatzsteuervoranmeldung. Am Anfang des nächsten Jahres bekomme ich von EON dann eine „Rückrechnung“, ob die gezahlte Pauschale der tatsächlichen Einspeisung entspricht. 2015 war dies nicht der Fall. Ich musste also im Januar 2016 an EON 1958,05 € (Brutto) zurückzahlen. An das FA habe ich somit 312,62 € „zu viel“ entrichtet. Wo (Zeile / Kennzahl) gebe ich das an?


    3. AfA
    Für die Berechnung der abnutzbaren Anlagegüter (AfA) hat unser Steuerberater eine (selbst erstellte ?) Tabelle genutzt. Folgende Einträge waren dort vorhanden (für 2015):
    - Datum der Anschaffung: 01.11.2015
    - Anschaffungskosten: 73.101,92 €
    - Zugänge: leer
    - Abgänge: leer
    - Nutzungsdauer (NZ): 12
    - AfA Vorjahre: 0,00 €
    - RBW Vorjahr: 0,00 €
    - AfA 2015: 1.015,92 € (da ja nur November und Dezember 2015)
    - RBW 31.12.2015: 72.086,00 €
    - Anlagenabgang: leer


    Die Tabelle habe ich mittlerweile auch verstanden, bis auf die Einträge „Zugänge“, „Abgänge“ und „Anlagenabgang“. Was ist damit gemeint?


    Über eure Hilfe wäre ich euch sehr dankbar. :danke:


    Lieben Gruß Anne :-)


  • Das war ein Geschäftsveräußerung im Ganzen. Diese unterliegt nicht der Umsatzsteuer. Somit kannst du auch keine Vorsteuer zurück bekommen.

    Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen. – Mark Twain

  • Leider ist im Vortrag vieles unstimmig. Man müsste vieles hinterfragen. Vermutlich ist das für Dich dann wieder alles nur "bla bla bla".


    Es riecht hier vieles danach, dass Du ein Grundstück gekauft hast. (Auf dem Grundstück befand sich glücklicherweise ein Gebäude; und am Gebäude eine PV). Der klassische Immobilienerwerb.
    Was mich stutzig macht.... ist dass sich die von Dir genannten 60.000 lt. Kaufvertrag nicht mit den AHK des Beraters lt. Anlagenspiegel decken. Aber das ist für Dich vermutlich nur bla bla bal.


    Wenn die Konstellation gegeben ist, kann ist der Verkauf des Gebäudes nicht steuerbar.
    Und hätte man die PV separat veräußert, wäre dieser Vorgang aus anderem Grunde ebenfalls nicht steuerbar.
    Demzufolge dürftest Du gar keine Umsatzsteuer gezahlt haben; und demzufolge gibts auch keine wiederzuholen.
    Und wenn Du welche an den Verkäufer gezahlt hättest - dann gäbe es auch keine wieder, weil die Steuer gar nicht geschuldet wurde.
    O.k. - bevor es zuviel bla bla bla wird.... man kann ja auch nur einen Tod sterben.... vergiss das mit der Vorsteuer.


    Wenn die Konstellation nicht gegeben ist, muss man halt den korrekten Sachverhalt prüfen.


    Bei den Betriebseinnahmen fehlt mir das Thema Direktverbrauch.
    Das kann daran liegen, dass Du gar keinen DV hast. Dazu müsste man wissen, wann die Anlage ans Netz gegangen ist - und ggf. nach welchem Messkonzept der Anschluss ausgelegt ist.


    Bei den Betriebsausgaben fehlen für meinen Geschmack die an Lieferanten gezahlte Umsatzteuer ("Vorsteuer"); zumindest aus den Beraterrechnungen muss da ja was sein.
    Weiterhin die USt-Zahlungen an das FA.


    Zeilennummern.. da müssen andere helfen. Ich kann lesen. Damit gehts m.E. leichter. Man braucht ja nur das einzutragen, was da steht. Alternativ: Formlose EÜR mit Bleistift und Papier; oder highly sophisticated mit Excel.


    Die Tabelle ist ein Anlagenspiegel. Der wird berufsüblich so gefertigt. Eine Unterscheidung in Abgänge und Anlagenabgang bleibt mir aber auch schleierhaft. Zumindest mit den gelieferten Informationen. Evtl. ist es ein Brutto-/Netto-Spiegel; da taucht tatsächlich der Abgang zu AHK und der Abgang zu RBW zweimal auf; aber dann auch nicht mit den Bezeichnungen "Abänge" und "Anlagenabgang".


    Rechnerisch komme ich auch nicht hin.
    Du sprichst von 60.000 Euro AHK. Der Berater hat noch 13.101.92 gefunden? Frei erfunden? Vertippt? Keine Ahnung.
    Die Nutzungsdauer wird überlicherweise mit ND abgekürzt; nicht NZ.
    Die Vorjahres AfA passt (73.101,92 / 144 * 2 = 1.015,30; mit gerundet 1.015,92 kommt man auf einen glatten RBW
    Deine Jahres-AfA ist nun 73.101,92 / 12 = 6.091,- Euro; bzw rechnerisch ermittelt man eigentlich den RBW (73.101,92 x 130/144 = 65.995,- und ermittelt die AfA als Differenz 72.086,- ./., 65.995 = 6.091,- (oh passt!) und schaut dann, ob man in einem Rundungsfenster um die rechnerisch ermittelte AfA liegt. Wenn nicht: Dann liegt die einfachste und am häufigsten vorkommende der sieben einem Wirtschaftsprüfer bekannten Formen der Verrechnung vor: Schlichtes Falschrechnen.)


    Zugänge.. Abgänage.... naja... ein Unternehmen hat oftmals mehr als 1 Anlagengut. Und da kommt auch noch jedes Jahr was dazu - und noch hässlicher: Hier und da wird was verkauft oder verschrottet. Und das wird halt im Anlagenspiegel nachvollzogen. Ist aber vermutlich nur bla bla bla

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Erst einmal vielen Dank für die Antworten, vor allem Danke an die ausführliche (bla bla :wink:) Antwort von kpr.


    1. Erstattung Mehrwertsteuer
    Kurz gesagt: Ich erhalte keine Mehrwertsteuer zurück :wink:


    2. Gewinnermittlung

    Zitat von kpr


    Bei den Betriebseinnahmen fehlt mir das Thema Direktverbrauch.
    Das kann daran liegen, dass Du gar keinen DV hast. Dazu müsste man wissen, wann die Anlage ans Netz gegangen ist - und ggf. nach welchem Messkonzept der Anschluss ausgelegt ist.


    Zum Thema Betriebseinnahmen und Direktverbrauch hatte ich am Anfang zur Info geschrieben, dass alles direkt an EOn geht / wir kein Eigenverbrauch haben.


    Zitat von kpr


    Bei den Betriebsausgaben fehlen für meinen Geschmack die an Lieferanten gezahlte Umsatzteuer ("Vorsteuer"); zumindest aus den Beraterrechnungen muss da ja was sein.


    Das verstehe ich nicht? Wir zahlen nichts an den Lieferanten, sondern bekommen 827 €, wovon wir 19 % monatlich an das FA abdrücken müssen. Oder meinst du diese 19 % damit?


    Zitat von kpr


    ...
    Weiterhin die USt-Zahlungen an das FA.


    Ok... da stellt sich dann auch die Frage wo genau bei ElsterOnline man das eintragen müsste...


    Selbst wenn ich die Beschreibungen der Kennzahlen lese ist es meist eben leider "bla bla" für mich ;-) Andererseits ist die Idee, das ganze "formlos" zu machen eine gute Idee. Und für meinen Fall spricht ja nichts dagegen das Ganze formlos an das FA zu schicken (habe ich so irgendwio gelesen :mrgreen: )


    3. AfA
    Das mein Steuerberater bei Anschaffungskosten 73.101,92 € hingeschrieben hat, finde ich auch komisch... Aber das FA hatte auch nichts dagegen einzuwenden. Aber da werde ich trotzdem nochmal direkt beim Steuerberater nachfragen ;-)


    In der Tabelle steht auch ND, nicht NZ (habe mich verschrieben :oops:)


    Und ich verstehe es nun so, dass ich bei Zugänge, Abgänge und Anlagenabgang nichts eintragen muss :wink:

  • Vorsteuer müsste ja zumindest aus den Rechnungen des Steuerberaters vorhanden sein. "LIEFERANTEN"... (nicht kunde). Der VNB ist Dein Kunde; der Steuerberater Dein Lieferant / Dienstleister.

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  • Es könnten ja Nebenkosten, die am Gesamtpreis bemessen wurden, angefallen sein. Wenn man z.B. die PV im Notarvertrag verkauft hat, wären das anteilige Notarkosten. Wenn der Makler die Provision auf den Gesamtpreis ermittelt - ebenfalls anteilige Anschaffungskosten.


    Im übrigen - auch wenn der Steuerberater in der Endkonsequenz recht mit deren Akzeptanz hat, ist die Aussage: „… Da der Lieferempfänger – EON – über die Umsatzsteuer abgerechnet hat, ist die Aufwendung der Kleinunternehmerregelung leider nicht möglich.“ falsch. Der Fehler liegt beim Unternehmer (bei Dir, oder dem Verkäufer) - wenn er den Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung nicht oder nicht rechtzeitig erklärt, ist sie nicht möglich. Was EON macht, interessiert in diesem Zusammenhang niemanden.

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  • Auch die Zahl 12 bei der Nutzungsdauer erscheint mir fragwürdig. Die Afa Tabellen des Finanzministiteriums sehen 20 Jahre vor.
    Ich habe bisher meine Anlage vom Fa unbeanstandet mit 10% also ND 10 Jahre abgeschrieben, bei meiner Tochter hat das FA das jetzt geändert auf 5 % also ND 20. Gibt es ein freies Wahlrecht , sonderabschreibungen usw. wer weiß das genau?