Hilfe bei Wohnmobil Anlage Planung

  • Sehr geehrte Forum-User,
    ich bin relativ neu unter die Camper gegangen und möchte in meinem VW-Bus eine Solaranlage betreiben.
    Ich möchte aus verschiedensten Gründen Flexible Module nutzen.
    Nun habe ich günstig von einem Bekannten die Möglichkeit 3x 100 Wp (18v) Module zu bekommen,
    da ich vorher allerdings mit einem Kauf von normalen Paneelen gerechnet habe war ich ich die ganze zeit davon überzeugt das ich in jedem fall 12v Paneele nehmen werde und einen 30Ah Regler dazu.


    Nun bin ich leider ein Laie wie er im Buche steht und weiss jetzt nicht was ich mit solchen 18v Paneelen zu beachten habe:
    - welcher Laderegler ist hier Bedingung
    - was gibt es sonst noch zu beachten wenn ich dieses setting wähle
    - ich wollte gerne eine 230-250 Ah Batterie als Boardbatterie nutzen, damit ich etwas mehr Reserve habe, das diese Batterie von den Paneelen nicht voll wird kann ich mir schon denken.


    Habt ihr noch Tips und Hilfestellungen? Ich wollte das relativ günstig (750€) gestalten wobei ich die Module jetzt schon 390€ kosten würden, wenn ich etwas drüber komme ist das auch kein Beinbruch.


    Was empfehlt ihr mir?
    (Ich möchte die Paneele gern nur beim Camping mit ein paar Gummierten neodym Magneten aufs Dach machen und normale starre Module würden sehr viel platz im auto einnehmen)


    Liebste grüsse, ich hoffe das ist so okay wie ich das Poste


    Martin

  • Hey Martin und Willkommen im Forum!


    VW Bus und Solaranlage passen super zusammen, fahre ich auch schon seit Jahren rum! 8)


    Deine Modulauswahl ist ok, ich weiß zwar nicht warum du unbedingt solche flexiblen nehmen willst, aber egal, die gehen auch.
    Die 18V Spannung sind prima! Damit kann man wunderbar arbeiten. Bei den 300W an 18V sind es etwa 16,7A max. Ladestrom.
    D.h. du brauchst einen Laderegler mit ca. 20A so wie z.B. ein Steca PR2020. Ist ein PWM Laderegler, der ist etwas günstiger als ein MPPT Regler aber bei der Modulspannung absolut empfehlenswert.
    Die Batteriewahl ist super und sie würde bei ein paar Sonnenstunden im Sommer auch locker voll, also keine Bange! :wink:
    Zum Thema Kosten: ca. 400€ Module, ca. 100€ Laderegler dann bleiben dir noch ca. 250€ für Batterie und Kabel etc.
    Wird nicht ganz reichen für so eine große (AGM) Batterie wie du sie willst... musst wahrscheinlich etwas von der Kapazität runter so richtung 180-200Ah oder etwas mehr investieren...
    Ich bin aber der Meinung deine Modulauswahl verbaucht hier unnötig viel Budget...

  • Super, vielen dank erstmal, ich wollte wie gesagt gerne die Module nicht unbedingt fest aufs Dach montieren, da ich die Bus auch Privat nutze und sorge habe das die Module eventuell geklaut werden könnten, und ich hatte überlegt sie mit Kleber auf dem Dach zu befestigen, da ich sorge habe was das Bohren durch das Blech betrifft.
    Also wenns halt etwas teurer wird ist das ok, die Flexiblen sparen halt platz im Fahrzeug während der Fahrt.
    Also mit deinen Berechnungen wäre ich sehr zufrieden, ich habe eigentlich nur einen Kühlschrank zu betreiben, etwas LED lichter auch nur wenige std am Abend und ab und zu etwas Musik.
    Wenn du sagst das bei gutem Wetter das durchaus sogar genug lädt dann freu ich mich schon sehr auf diesen Sommer.


    Danke für deine Hilfe!

  • Ich würde einen ca. 30A MPPT Laderegler nehmen, dann die 3 Module in Reihe schalten (Kein Kabelsalat auf dem Dach weil nur 2 Leitungen erforderlich.)


    Dann Deine Verbraucher an den Load Anschluß des Ladereglers anschließen. Das bringt deutlichen
    Mehrertrag, kostet auch nicht viel mehr als 100 Euro, wenn Du keinen Victron oder Steca nimmst.


    Wenn der Loadabschluß auch noch programmierbar bez. der Abschalt/-Wiederanschaltschwelle ist wie der z.B der Toyo MPPT hast Du zusätzlich Deine Batterie geschützt, damit sie lange hält und viele Zyklen abgeben kann.

  • Nicht nur das die Flexiblen "nur" mit Magnet leichter gekaut werden könnten.
    Desweiteren müßte der Bus ja immer in die pralle Sonne.
    Allso mit einem VW bus ist man schön flexibel und unabhängig.
    da kann man auch alle paar tage mal einen Ausflug starten und mittels Lichtmaschine die große
    Bordbatterie aufladen.Habe deshalb komplett auf Solarkram verzichtet und es funktioniert... :mrgreen:
    Sorglos und Paneeldiebstahl ausgeschlossen weil nicht vorhanden und spart invest.. :mrgreen:

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Hallo einstein0, gibst Du Dich jetzt schon als relativ aus ? :mrgreen::mrgreen::mrgreen:
    Hm, wie schnell kann man eigentlich eine auf z.B DOD 50% entladene Bordbatterie durch ungewollte
    Autoausflugsfahrten wieder auf SOC 100% bekommen ? Bei einer typischen Versogungsbatterie
    würde ich nicht viel mehr als 10% der Kapazität als gesunden Ladestrom ansehen.
    Also ca 5 Stunden fahren bis/nur damit der Klotz wieder voll ist? :shock:
    Naja, jeder versteht was anderes unter Urlaub machen :)
    lg,
    Philip

  • Willkommen im Club der Ignoranten -mit der Idee, PV-Platten auf eine schnöde Volkskarre zu nageln.
    Dazu empfehle ich nur: Sich in der Suchfunktion im Forum querlesen, zum Beispiel hier:
    https://www.photovoltaikforum.…crafter-fest-t116510.html
    -oder im Sommer auf eine Autobahnbrücke stellen und die Womos zählen mit Solarmodulen auf dem Dach.
    Wenn wirklich eines gesichtet wird, dann hat der Besitzer, die Astronomie und, oder die Physik nicht verstanden.
    http://www.physik.unibe.ch/uni…_german_24_04_13a_ger.pdf
    Nein e-zepp, einerseits habe ich interessantere Projekte und bin anderseits nicht anonym unterwegs und werde
    diesen überflüssigen Thread nicht zumüllen. :oops:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Übrigens bin ich pro solar.Nur im mobilen Bereich sehe ich ganz so rosig.Aber seis drum.Jeder wie er mag.

    Zitat

    Hm, wie schnell kann man eigentlich eine auf z.B DOD 50% entladene Bordbatterie durch ungewollte
    Autoausflugsfahrten wieder auf SOC 100% bekommen ? Bei einer typischen Versogungsbatterie
    würde ich nicht viel mehr als 10% der Kapazität als gesunden Ladestrom ansehen.


    Richtig.Guter einwurf.
    Deshalb hab ich mich auch unkonventionel für eine Starterbatterie entschieden.
    Zum einen kann man die auch ungestraft 30% entladen und gibt auch super Strom ab und nimmt auf alles was geht.
    Desweiteren hab ich mich für eine Tracktorbatterie entschieden die angeblich viele Verbraucher versorgen kann.
    Ich glaub natürlich keiner Werbeaussage ,aber das Gewicht per Ah ist sogar tatsächlich erheblich höher als die
    einer Traktionsbatterie.
    In der Annahme das sich in einem zb.zweiwöchigen Urlaub nicht sehr viele und extrem tiefe Entladungen ereignen
    räum ich der Konstelation eine gewisse Überlebenchance zu. :mrgreen:
    Es ist natürlich alles relativ.Bei manchen wird der eigentliche Verbrauch überschätzt aber auch Solarerzeugung
    die bei ein paar mittleren Modulen bei trüben Wetter gegen Null geht.
    Im den Fall müßte man bei einem hohen Verbrauchsprofil ebenfalls die nächtste Steckdose aufsuchen oder
    Ausflugsfahrt planen? und wenn nicht ist es nur der sowieso eingebauten Batterien zu verdanken und nicht
    den Solarmodulen.
    Desweiteren auf dem Campingplatz steht eh Strom zur verfügung.Im Verhältnis zu den Kosten/perKwh der
    mitgeführten Anlage.wäre sogar fällige 1€ per Kwh ein Witz.
    Und wenn ich eh irgentwo im Nirwana stehe kann ich notfalls ohne das es jemand anderen stört notfalls
    im Standgas stehend mit der Lichtmaschine 1100w in die Batterie pumpen.Aber dazu wird es wohl nie kommen.
    Bevor man jetzt über eine höheren Kraftstoffverbrauch schimft muß man aber auch den Mehrverbrauch eines
    Dachaufbaus usw berücksichtigen.
    Aber wie gesagt kann jeder wie er will.
    Was nicht heist das jemand der(noch) nicht will das nicht kritisch betrachten darf. :mrgreen:

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Vielen dank für eure konstruktiven Einwürfe.
    Ja das ist mir alles auch durch den Kopf gegangen, auch das mit der Lichtmaschine/Lade-Touren...
    Allerdings gibt es Situationen, wenn wir auf einem Festival sind, das es keine Möglichkeiten des raus und reinfahrens gibt, der Diebstahl ist leider immer möglich... allerdings sind die Dinger ja nur aufm Dach wenn ich in der nähe bin. Nachts kommen die Dinger ab, verbrauchen als flexible ja keinen platz im Bus.
    Angeschraubte können auch geklaut werden. befürchte ich zumindest, ausserdem leiden sie natürlich auch und bestimmten Wetterbedingungen.


    Ich werde wohl sicher so mein Lehrgeld zahlen, wie das im Leben halt so ist ;)
    Aber das mit dem Mppt 30A Regler werde ich definitiv beachten!
    Tausend Dank und ein schickes Wochenende!

  • Zitat von e-zepp


    Hm, wie schnell kann man eigentlich eine auf z.B DOD 50% entladene Bordbatterie durch ungewollte
    Autoausflugsfahrten wieder auf SOC 100% bekommen ? Bei einer typischen Versogungsbatterie
    würde ich nicht viel mehr als 10% der Kapazität als gesunden Ladestrom ansehen.
    Also ca 5 Stunden fahren bis/nur damit der Klotz wieder voll ist? :shock:


    100 % voll bei Blei ist mit der Lichtmaschine schwierig, da die Nachladezeit sehr lange ist. Die Strategie ist eher sie beim normalen Fahren so voll wie möglich zu bekommen und den Rest ab und zu mit der Solaranlage zu erledigen. Hier gibt es eindeutig eine Synergie wenn man beides benutzt. Oder man nutzt als Ergänzung zur Lichtmaschine das Ladegerät mit Strom vom Netz.


    Letztlich hängt es vom Ladestrom der Lichtmaschine und der Größe der Batterie ab wie lange es dauert sie voll zu bekommen. Ich rechne hier eher wie schnell man einen typischen Tagesverbrauch mit der Lichtmaschine lädt.Das ist bei mir mit der 4,2 kW Lichtmaschine etwa 1 h. Bei mir ist es aber im Sommer bei Sonne so dass ich praktisch keine Ladung aus der Lichtmaschine brauche da schon von Solar zu 100 % versorgt.


    Ich kann mach auch problemlos in die Sonne stellen da die Module als Tropendach wirken, sich keine Öffnungen im Dach befinden, durch die gute Isolierung mit 55 mm PU und beschichteten Echtglasfenstern im Innenraum im Prinzip die Schattentemperatur herrscht. :mrgreen:


    Das ist natürlich bei einem kleinen VW-Bus etwas anders. Hier würde ich die Module nie direkt auf dem Dach sondern auch wie eine Art Tropendach befestigen um den Schutzeffekt zu nutzen und auch die Module kühl zu halten.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III