Investitionsabzugsbetrag ?

  • Hallo zusammen,


    ich hätte mal folgende Frage:


    Ist die Gewährung des Investitionsabzugsbetrages durch das Finanzamt aktuell an eine Grenze bzgl. des erlaubten Eigenverbrauchs gekoppelt ? Ich habe im Netz dazu unterschiedliche Aussagen gefunden.


    Früher war das wohl so (10% Eigenverbrauch durften nicht überschritten werden), aber dann gab es wohl Änderungen durch z.B die OFD Niedersachsen 2012 ??


    Vielen Dank für Eure Hilfe
    Stephan12

  • Der Drops ist gelutscht.
    Der Direktverbrauch ist eine Sachentnahme (keine Leistungs- o. Nutzungsentnahme).
    Dadurch ist - unabhängig von er Verwendung zur LIeferung an Dritte oder zur Entnahme durch den Steuerpflichtigen - die gesamte Erzeugung "betrieblich". Ist mittlerweile in den EStR drin. Ob da irgendeine OFD vorgezuckt hat... kann dahingestellt bleiben.


    Die Thematik war eigentlich "immer klar"; dummerweise ist das mit in den Topf mit der unglaublichen Posse des BMF um die Neudefinition von Herstellungskosten nach Inkrafttreten des BilMoG gerutscht. Die Suppe wurde mehrjährig gekocht - und die erforderliche Änderung der EStR hat sich gezogen wie Kaugummi. Dadurch entstand Rechtsunsicherheit hinsichtlich der Einstufung des Direktverbrauchs. Ist aber hinterm Pflug.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Was heißt das jetzt genau? Kein Iab bei Eigenverbrauch?

    31,74kw Solarwatt M230-96 GET (235w) 12/2009 2x10000TL, 1x11000TL SMA
    40,42kw Solarwatt M220-60 GET (235w) 06/2010 2x11000TL, 1x10000TL, 2x3000TL SMA

  • wurde denn die Anlage schon in 2016 verbindlich bestellt?

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Zitat von klaus24V

    wurde denn die Anlage schon in 2016 verbindlich bestellt?


    verwechselst du da was?

    31,74kw Solarwatt M230-96 GET (235w) 12/2009 2x10000TL, 1x11000TL SMA
    40,42kw Solarwatt M220-60 GET (235w) 06/2010 2x11000TL, 1x10000TL, 2x3000TL SMA

  • Hmm, es kann sein,das der IAB nur geltend gemacht werden kann, wenn schon gewerbliche Tätigkeit vorliegt? Gibt es jetzt noch keine gew. PV oder ein Unternehmen, dem die PV zugeordnet werden soll, ist wahrscheinlich die gewerbliche Tätigkeit erst mit ernsthaften Tätigkeiten (Verb. Bestellung ) gegeben.
    So wie ich KPR verstanden habe, ist durch die Definition als Sachentnahme der Eigenverbrauch unproblematisch und somit auch unproblematisch bzgl IAB.


    Bitte verifizieren durch eigene Recherche oder auf fundiertere Antwort durch KPR warten


    Jan

  • Ja man muss dann natürlich Rückwirkend eine Gewerbeanmeldung stellen in dem Jahr wo der IAB angesetzt werden soll. Bzw ich weiß nicht ob es muss aber es wird so gemacht :mrgreen:

    31,74kw Solarwatt M230-96 GET (235w) 12/2009 2x10000TL, 1x11000TL SMA
    40,42kw Solarwatt M220-60 GET (235w) 06/2010 2x11000TL, 1x10000TL, 2x3000TL SMA

  • Es muss die Absicht bestehen eine Photovoltaikanlage bauen zu wollen. Die Absicht kann, muss aber nicht mit einer Gewerbeanmeldung belegt werden. Es würde auch ein Angebot zählen, oder Vorbereitungen die dem zuzuordnen wären (versetzen der SAT-Schüssel oder Platz schaffen im Keller ;-). Hauptsache es kann plausibel dargelegt werden, notfalls einen Zweizeiler der Steuerklärung belegen.


    Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube ab diesem Jahr muss man die Investitionsabsicht nicht mehr belegen. Hauptsache der Wert spiegelt seine eigenen finanziellen Möglichkeiten wieder.


    Direktverbrauch ist eine Sachentnahme und steigert deinen Gewinn mit der Anlage. Natürlich musst du darauf auch Umsatzsteuer abführen. Wie sich der Wert der Sachentnahme berechnet ist schwierig und für mich auch noch nicht durchschaubar. Ich würde die Stromentstehungskosten ansetzen, es geht aber wahrscheinlich auch einfach die Einspeisvergütung zu nehmen.

  • Ist immer hilfreich, wenn man die Diskussionspunkte sauber gliedert.


    1. Thematik: Direktverbrauch schließt IAB aus?
    Antwort: Nein.
    Der kritische Punkt ist die Forderung im Gesetz, dass das geförderte Wirtschaftsgut so gut wie ausschließlich betrieblich genutzt werden muss. 10% ist hier die Grenze.
    Weil der DV jedoch eine Sachentnahme (und eben keine Nutzungs- oder Leistungsentnahme) ist, liegt auch dann eine betriebliche Nutzung vor, wenn der zur Entnahme durch den Steuerpflichtigen bestimmte Strom produziert wird.
    Demzufolge ist - unabhängig vom Abnehmer / der Verwendung - die Anlage immer 100% betrieblich genutzt.
    Die Forderung nach der "so gut wie ausschließlichen" betrieblichen Nutzung damit völlig unkritisch.


    2. Thematik: IAB und verbindliche Bestellung.


    Ich kenne das Ar###gefi##e in der Historie. Leider nicht den aktuellen Stand der leidigen Diskussion.
    Ausgangspunkt ist, dass der Gesetzgeber es nie geschafft hat, einen wirkungsvollen Gesetztestext hinzubekommen. Da klemmte es immer und überall.
    Historisch war der 7g ein ausgerollter Teppich für missbräuchliche Gestaltungen. Die Steuerpflichtigen rannten in Scharen drüber... und die Verwaltung hat (zu Recht) nach Grashalmen gesucht, um irgendwie noch dagegen halten zu können.


    Dummerweise trifft man dabei meist die Falschen.
    Die FinVerw hat völlig zutreffend festgestellt, dass es bestimmte Voraussetzungen für die Inanspruchnahme gibt, die einen Betrieb erfordern. Ein nicht existierender Betrieb kann die Anforderungen an einen Betrieb nun mal nicht erfüllen.
    Völlig logisch korrekt... aber leider wurde das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet.
    Gerade die, die gefördert werden sollten (Neugründungen), die waren plötzlich von der Förderung ausgeschlossen.
    Der BFH ist eingeschritten... und hat vereinfacht gesagt "Naja.. so kanns ja nicht sein. Wenn ein Betrieb noch nicht gegründet ist, dann reicht es halt, wenn eine verbindliche Bestellung vorgelegen hat".


    Prima. Ein Urteil pro Steuerpflichtigem.
    Anschließend wurde der 7g geändert. Dieses Problem war komplett vom Tisch.
    Und plötzlich.. in guter alter Guerilla-Taktik.... erobert man die Waffen vom Feind und richtet sie gegen ihn:
    Obwohl gar kein Bedarf mehr für die Hilfskrücke "verbindliche Bestellung da war"... hat die FinVerw sie plötzlich beharrlich eingefordert. Das Urteil "pro Steuerpflichtigem" wurde plötzlich "contra Steuerpflichtiger" ausgelegt.


    Hier reisst bei mir der Faden.
    Ich meine die FinVerw wäre da letztlich eingebrochen. Ich meine mal was gelesen zu haben, dass "Menschenverstand" eingekehrt ist (von daher.... ich glaube ich irre mich)... und man darauf abstellt, ob die Investitionsmaßnahme tatsächlich durchgeführt wird. (Das wäre aber ein so hohes Maß an Menschenverstand... dass ich mir das nicht vorstellen kann; ich fürchte.. ich hab das nicht gelesen sondern geträumt).



    3. Thematik (kam beim Vorredner auf): Bewertung der Sachentnahme


    a) Herstellungskosten. Optimal für den Steuerpflichtigen. Fachlich leider relativ leicht zu widerlegen


    b) Opportunitätskosten (= entgangene Einspeisevergütung). Bockstark zu verteidigen; wird allerdings von der FinVerw oft erstmals attackiert. Am Ende bleibt man Sieger - man muss nur draufhalten. Man agiert aus einer völlig überlegenen Position.


    c) Marktpreis für Strom / Bezugspreis: Schlechteste aller Lösungen. Wird vom Finanzamt gerne genommen. Fachlich eine Peinlichkeit die man extrem gut abwatschen kann. Wer diesen Ansatz wählt - ist fachlich ins falsche Rechtsgebiet abgebogen (Lohnsteuer).


    Man suche sich was aus. Ich bin bei b).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Das Merkmal der verbindlichen Bestellung wurde zugunsten der ernsthaften Absicht aufgegeben. Bei Neugründungen geht das ohne weitere Nachweise nur im Vorjahr, so der BFH. Da aber im Gesetz was von 3 Jahren im Voraus steht, wird es bei nicht gegründeten Betrieben im 2. und 3. Vorjahr esotherisch. Ich zitiere mal: "Der Tatrichter hat daher über das Vorhandensein oder Fehlen der Investitionsabsicht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen Überzeugung zu entscheiden (§ 96 Abs. 1 Satz 1 FGO); er ist dabei weder an feste Beweisregeln noch an Typisierungen oder unwiderlegbare Vermutungen gebunden." Das heisst Einzelfallentscheidung. Muss ja nichts schlechtes sein. Blöd ist nur, dass es nicht ausreicht, wenn die Anlage tatsächlich nach 3 Jahren angeschafft wird. Der Steuerpflichtige muss vielmehr in den Jahren bis zur Anschaffung spürbare unternehmerische Risiken eingehen, nicht nur Infoveranstaltungen besuchen oder Prospekte sammeln. Was damit sinnvollerweise gemeint ist? Man könnte ja einfach mal den Pachtvertrag 3 Jahre im Voraus abschliessen. Oder schon mal nen Wechselrichter kaufen. :ironie: Also einfach sinnlos früh Geld ausgeben, was natürlich den Finanzierungsgedanken des Investitionsabzugsbetrages ad absurdum führt. Meiner Meinung nach ist es schlicht nicht gewollt.

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