Wirtschaftlichkeitsberechnung für MW-Anlage

  • Guten Tag,


    Ich schreibe zurzeit meine Masterarbeit, in der es unter anderem um eine Photovoltaikanlage auf einer großen Logistikhalle geht. Hierfür werde ich auch eine kurze, nicht zu sehr ins Detail gehende Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen.


    Dafür habe ich mir den PV-Rechner vom Umweltinstitut München besorgt. Ich habe die Datei soweit schon ausgefüllt, wollte jetzt aber einfach nochmal die Experten fragen, ob meine Annahmen soweit plausibel und gerechtfertigt sind. Die ausgefüllte Tabelle ist im Anhang.


    Ich fasse die wichtigsten Daten nochmal kurz zusammen:


    Größe der Anlage: 5,33 MW
    Kosten pro kWp: 1300 € (denke mal recht hoch angesetzt, oder?)
    laufende Kosten: 1 % des Investitionsbetrags
    Strompreis (netto): 0,15 €/kWh
    Strompreiserhöhung: 2 %/a
    Erlös für Direktvermarktung: 3 ct/kWh
    Eigenverbrauchsquote 76 %


    Später Kosten für einen Lithium-Batterispeicher: 500 €/kWh


    Im Rechner kann man leider nur maximal 1 MW angeben, von daher wurde bei den Werten überall eine Zehnerpotenz abgezogen.


    Es ist leider nicht so einfach vernünftige Literaturwerte für diese Größenordnung zu finden, deshalb wollte ich einfach mal nachfragen.


    Vielen Dank im Voraus

  • Ich glaube die 2%/a Steigerungsrate der Stromkosten ist wie immer zu hoch, was aber den entscheidenden Faktor bei der Rechnung ausmacht: ich kann mir nicht vorstellen, dass die Logistikhalle einen Eigenverbrauch von 76% hinbekommt...
    Im Sommer wären das etwa 5MWp * 7kWh/kWp = 35.000 kWh. Davon 75% sind immer noch stolze 26TkWh innerhalb des Tages...


    Stefan

  • Der Eigenverbrauch wurde mittels einer Simulation durchgerechnet. Auf das Jahr gesehen kommt das schon hin. Das an einzelnen Tagen im Sommer die Quote bei weitem nicht bei 75 % liegt ist klar.
    Vllt sollte noch dazu erwähnt werden, dass in dem fiktivem Szenario die Halle komplett mit einer Wärmepumpe versorgt wird.

  • Zitat von deckman


    ...
    Vllt sollte noch dazu erwähnt werden, dass in dem fiktivem Szenario die Halle komplett mit einer Wärmepumpe versorgt wird.


    Aha und die Wärmepumpe heizt in der sonnenreichen Zeit die Halle auf tropische Temperaturen um den Direktverbrauch nach oben zu treiben. :D

  • Zitat

    Aha und die Wärmepumpe heizt in der sonnenreichen Zeit die Halle auf tropische Temperaturen um den Direktverbrauch nach oben zu treiben. :D


    Natürlich nicht ;)


    Ich füge im Anhang mal ein paar Grafiken an, die es evtl verdeutlichen.


    Aber darum geht es mir im Grunde auch nicht :D Diese Daten kommen ja alle aus einer Simulation und sind somit belastbar. Die restlichen Daten muss ich mir allerdings plausibel zusammen suchen, von daher hätte ich gerne eine Meinung dazu.

  • Hi,


    Zitat von deckman

    Kosten pro kWp: 1300 € (denke mal recht hoch angesetzt, oder?)


    ja, ca. EUR 1.000/kWp ist realistischer



    Zitat von deckman

    Später Kosten für einen Lithium-Batterispeicher: 500 €/kWh


    Auch der sollte später preiswerter sein, insbesondere bei der vermutlich verbauten Größe.
    Hängt halt davon ab, was "später" ist.
    In drei Jahren werden die Preise massiv gesunken sein, wenn die GW-Fabrik von Tesla voll produziert.

  • Ich wollte gerade schreiben, daß bei der Größe Ausschreibung zwingend ist und das Direktverbrauch verbietet. Aber die ANlage soll wohl gar keine EEG-Vergütung bekommen.

    Zitat von deckman


    Erlös für Direktvermarktung: 3 ct/kWh


    Das halte ich in den Stunden in denen Überschuß besteht für zu viel. Derzeit mag das gerade noch noch machbar sein (Marktwert Solar nach EEG lang 2016 bei 2,952 ct/kWh und da sind die "guten Zeiten" schon dabei, in denen wird die Halle aber nicht einspeisen), aber in wenigen Jahren wird da eher 1,x ct/kWh stehen.

  • Zitat von deckman


    Größe der Anlage: 5,33 MW
    Kosten pro kWp: 1300 € (denke mal recht hoch angesetzt, oder?)


    Kosten: Um dir da Auskunft zu geben, müsste das Konzept bekannt sein.
    Anlage mit String WR oder ZWR?
    Welche Module sind geplant?
    Dann noch die Type des Untergestells und Dachanbindung*


    *Sicher kennst du die PV Anlagen auf dem Dach der Neuen Messe München?
    Da gewinnt man einen guten Eindruck, wie es aussehen könnte.
    Bei flachem Dach sind auch Ballastsysteme möglich.


    Insgesamt sollte mit guten Komponenten (bitte hier Industriestandard zugrunde legen, das fängt schon mit professioneller CAD Planung an) nach heutigen Maßstäben mit 1.100 € gerechnet werden.