Gewinn aus PV in Anlage G auf Ehemann und Ehefrau aufteilen?

  • Guten Morgen zusammen,


    meine PV Anlage hat steuerlich gesehen letztes Jahr einen Gewinn erwirtschaftet.
    Die Anlage ist auf mich und meine Frau angemeldet. Kann ich diesen Gewinn jetzt in der Anlage G in der Einkommenssteuer bei
    mir komplett angeben, oder muss ich den Gewinn durch zwei Teilen und für beide eine Anlage G erstellen? Grundsätzlich sind wir zusammen veranlagt, steuerlich würde es also eigentlich keinen Unterschied machen.


    Liebe Grüße


    Christian

  • Wenn die Anlage von Dir und Deiner Frau betrieben wird, wird sie in Form einer (Ehegatten) GbR betrieben.


    Grundsätzlich / theoretisch ist der Gewinn in einer GuE-Erklärung (Gesondert und enheitlich; zuerst einheitlich für die Gesellschaft, dann gesondert für jeden Gesellschafter) festzustellen.
    Ein eigenständiges Veranlagungsverfahren.


    Das FA setzt die Gewinnanteile entsprechend der GuE-Erklärung fest - und übermittelt die Werte an die jeweils zuständigen Wohnsitzfinanzämter der Gesellschafter; diese berücksichtigen die erhaltenen Werte bei der Einkommensteuerveranlagung dieser Personen.


    Der Steuerpflichtige wartet mit seiner ESt-Erklärung, bis ihm sein Wert aus der GuE-Erklärung bekannt ist, und trägt diesen in seiner ESt-Erklärung als Gewinn aus Anteilen an Personengesellschaften ein. Falls ihm diese im Abgabezeitpunkt nicht bekannt sind, wird halt geschätzt und das FA entsprechend informiert.


    So die Theorie. Und die macht ja auch Sinn. Es sei denn, die Einkommensteuererklärungen aller (beiden) Gesellschafter einer Personengesellschaft erstrecken sich auf genau 1 (zusammenveranlagte) ESt-Erklärung, wobei der gleiche Sachbearbeiter auch die GuE-Erklärung bearbeitet.... UND die Gewinnverteilung 50:50 vorsieht. Da ist das oben beschriebene Verahren dann doch ein wenig überzogen.


    Das kann man mal mit dem FA am Telefon klären... und hier mal höflich darum bitten, dies doch vereinfacht zu handhaben.


    Aus dem Sachverhalt ist es ziemlich offensichtlich, dass ihr keinen Gesellschaftsvertrag abgeschlossen habt; entsprechend gelten die gesetzlichen Regelungen zur BGB-Gesellschaft. Die wiederum sieht eine Gewinnverteilung nach Köpfen vor.


    Wenn der Sachbearbeiter kein 150%iger ist, wird er nichts dagegen haben, wenn Du den Gewinn aus der EÜR einfach 50:50 in der Anlage G Deiner ESt-Erklärung einträgst. (Allerdings als Gewinn aus Anteil an Personengesellschaften).




    Was nun die Gewinnverteilung selbst angeht:
    Nun.. die ist vorrangig durch Vertrag und dann durch Gesetz geregelt. In einem Vertrag können Gesellschafter einer GbR so ziemlich alles regeln; ohne jeden Beurkundungs- oder Eintragungszwang. In Fachkreisen wird an der Stelle die Floskel "Papier hält still" angewendet.
    Aber das, was dann geregelt ist - das muss auch umgesetzt werden. Da bestehen dann keinerlei Wahlrechte.
    In Eurem Fall also zwingend 50:50; es sei denn... es taucht im Sachverhalt plötzlich noch ein Gesellschafterbeschluss auf, wonach die Gesellschafter einstimmig beschlossen haben, dass der Gewinn zwischen den Gesellschaftern im Verhältnis ..... aufgeteilt wird..

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  • Danke für die Antwort.
    Ich denke ich werde morgen mal beim Finanzamt anrufen und abstimmen wie ich es angeben werde.


    Zitat von kpr

    So die Theorie. Und die macht ja auch Sinn. Es sei denn, die Einkommensteuererklärungen aller (beiden) Gesellschafter einer Personengesellschaft erstrecken sich auf genau 1 (zusammenveranlagte) ESt-Erklärung, wobei der gleiche Sachbearbeiter auch die GuE-Erklärung bearbeitet.... UND die Gewinnverteilung 50:50 vorsieht. Da ist das oben beschriebene Verahren dann doch ein wenig überzogen.


    Genau so ist bei uns die Situation. Zusammenveranlagt und ein Sachbearbeiter für alle Belange.


    :danke:

  • Dann halt mal höflich nachfragen. Du bist in dem Fall Bittsteller. Du bittest den guten Mann / die gute Frau darum, einen Fehler zu machen. Entsprechend sollte man auftreten - und entsprechend muss man Verständnis haben, wenn jemand die Auffassung vertritt, dass der Gesetzgeber hier einen anderen Weg vorgegeben hat. (Gut finde ich sowas nicht; aber ich weiß halt zwischen Dingen zu unterscheiden, die ich ändern kann - und denen, die ich nicht ändern kann.)

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