Inselanlage für Wohnwagen aufbauen

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und hoffe auf Tips um mein Vorhaben erfolgreich über die Bühne zu bringen. BItte vergebt mir meine Unwissenheit... aber man fängt ja immer klein an :D


    Meine Idee:
    Solar auf dem Wohnwagen um größtenteils unabhängig zu sein.


    Stand:
    Ich hab den Wohnwagen und 3 Solarpanele :D
    Das wars erstmal



    Mein Ziel:
    Ich möchte eine eigene Batterie im Wohnwagen verbauen. Keine Ladung durch das KFZ welches zieht.
    Ich möchte diese Batterie mittels Solar speisen.
    Alle Verbraucher sind auf 12v eingestellt, LED, TV, Laptopnetzteil etc etc etc
    Ich werde einen 230v Wandler nutzen für den Notfall, habe aber eigentlich keinen 230v Verbraucher der mir einfällt.


    Die Batterie soll aber auch gleichzeitig über Landstrom geladen werden können, sprich auf einem Camingplatz den Stromstecker außen in den Wohnwagen und schon habe ich innen 12v auf allen Leitungen und die Batterie wird auch geladen.
    Ansonsten alles über Solar.


    Ich weiß, daß eine Anlage sich nicht wirklich preislich rechnet. Darum gehts mir auch nicht. Ich möchte möglichst autark sein da wir längere Reisen planen wo wir keinen Anschluß an Landstrom haben werden.


    Ich habe mir 3 gebrauchte 105w Module gekauft a 38€ Das Stück.
    Diese haben 24v und könnten wohl auf 12v umgebaut werden, wobei ich das eher nicht möchte.
    Soweit ich gelesen habe, kann ich mittels MPPT diese 24v gekonnt abgreifen und er regelt das zu 12v aber steigert dann die Leistung, somit effizienter als PWM und mir geht keine Leistung verloren (fast nicht).
    Die Panele sind Poly. Sind recht leicht und waren günstig, daher habe ich einfach mal zugeschlagen. Falls ich die nicht nutzen kann, kaufe ich mir andere, hoffe aber die funktionieren soweit.


    Wie wäre somit der Aufbau bzw. was brauche ich alles um von den Solarpaneelen die Batterie mit 12v zu laden, das Boardnetz gleichzeitig zu versorgen, bei Dunkelheit das Boardnetz aus der Batterie zu betrieben, das Laden über 230v Landstrom zu ermöglichen ohne etwas umklemmen zu müssen und das 12v Netz auch dann über Landstrom zu betreiben wenn es vorhanden ist.


    Habe halt nur was von mppt gelesen.
    Vorteil wäre hier, soweit richtig verstanden, ich kann 24v Module nutzen, die Batterie wird mit 12v geladen aber mit höherer Leistung. Geringerer Verlust. Der Laderegler würde Tiefentladung unterbinden. Die Batterie schonen.
    Was könnt ihr mir dazu sagen? Welche Teile brauche ich alles? Welche kann man empfehlen?


    Ich hoffe auf eure Unterstützung.


    Vielen Dank


    Stefan Schüller

  • Deine Module kannst du gut benutzen. Du schaltest alle drei Module parallel (ohne Änderung auf 12V) auf einen Laderegler.
    Mit den 12V kannst du nämlich keine Batterie mehr laden, denn wie du sicherlich weißt, redet mal umgangssprachlich immer von 12V, tatsächlich wäre aber bei 12V deine Batterie schon recht leer. ;-)


    Weiter gehts mit dem Laderegler. Hier empfehle ich dir auch, wie du schon schreibst, einen MPPT Laderelger zu nehmen anstatt eines PWM Laderegler. Der MPPT holt etwas mehr Energie aus deinen Modulen ist daüfr aber auch etwas teurer.


    Zur Dimensionierung des Ladereglers sollte weiterhin bekannt sein wieviel Strom deine Module bringen, und (fast noch wichtiger) wieviel Watt deine Verbraucher haben.
    Also was sind die größten Verbraucher in deinem Wohnwagen, die zusammen laufen können?
    Rechne da mal alles zusammen was du zusammen betreiben willst z.B. Duschwasserboiler, Fernseher und Licht zusammen.


    Bei den Solarmodulen kann ich es anhand deiner Angaben oben in etwa schätzen was sich für ein Ladestrom ergibt:
    105W Module an 24V (MPPT?) Spannung ergeben einen max. Strom von 4,375A. Bei drei Modulen ergibt das dann 4,375 x 3 = ca. 13,2A max. Ladestrom.
    --> D.h. der Eingang deines zukünftigen Ladereglers sollte min. 15A können.


    Wichtiger ist aber, wie oben schon geschrieben der Ausgang, also deine Verbraucher und den Strom den sie ziehen.
    Es könnte nämlich sinnvoll sein den Laderegler auch gleichzeitig als Überwachung der Batterie einzusetzten. Diese Funktion bieten viele dieser (Klein-) Laderegler.
    Das erkennst du daran, dass man an den Laderegler auch direkt den/die Verbraucher anschließen kann.
    Dann überwacht der Laderegler auch den Strom aus der Batterie zu den Verbrauchern und kann ggf. bei Unterspannung die Batterie zum Schutz abtrennen.
    Da aber der Strom von den Solarmodulen und der Strom zu den Verbrauchern meistens in diesen Ladereglermodellen gleich groß dimensioniert sind, würde es bedeuten, dass du bei z.B. 30A Verbrauchern (entspricht ca. 360W)
    auch auf der Ladestromseite einen 30A Eingang brauchst. Das macht den Regler wieder etwas teurer, aber diese Funktion ist echt nicht schlecht. ;)


    Als Tipp/Empfehlung nenne ich mal Victron Energy oder Steca als Marken für gute Laderegler. Ein 30A MPPT kostet dann aber ca. 200€.


    Bei der Wahl der Batterie kommt es drauf an wie viel Energiebedarf du hast, also wie oben: Was sind deine Verbraucher und was schätzt du wieviel diese benutzt werden...
    Z.B. 3 Stunden täglich fernsehen á 40W => 120Wh/Tag + 5 Stunden Licht täglich á 20W (LED hoffe ich doch ;-) ) => 100Wh/Tag
    So in etwa kannst du deinen Energiebedarf ermitteln. Dann nimmst du diesen mal der Anzahl der Tage die du autark sein willst und du bekommst eine Orientierung wie groß die Batterie sein soll.


    Sehr wahrscheinlich wird das dann eine riesiege Batterie, die zu teuer und zu schwer sein wird und du nimsmt einfach ein günstiges Standardmaß... :mrgreen:
    Aber das hängt davon ab wie genau du es eben nimmst. ;-)


    Als ganz grobe Richtung würde ich mal irgendwas zw. 100Ah und 200Ah für dich schätzen. Am besten eine AGM oder Blei/Gel Batterie, also keine "normale" Blei/Säure Starterbatterie.


    Als Lademöglichkeit für den Landstrom bietet sich ein gutes Ladegerät an. Der Ladestrom dieses Ladegeräts sollte dann auch in etwa so groß sein wie dein max. Verbrauch.
    Das Ladegerät schließt du dann an deine Batterie und die 230V verkabelst du an den Landstromanschluss in deinem Wohnwagen. Sobald Landstrom da ist, lädt das Ladegerät die Batterie bei Bedarf nach.
    Wenn auch Strom aus den Modulen kommt, dann laden eben beide. Aber wenn beidens gute (Marken-) Geräte sind, dann stören die sich nicht gegenseitig und überladen die Batterie auch nicht.


    Soweit mal die Theorie...

  • Hi,


    danke für deine super Antwort, hilft mir schon sehr weiter und bestätigt vieles was ich gelesen habe schon mal.
    Ist ja immer schön wenn man weiß, daß man doch etwas begriffen hat :D


    Zu den Verbrauchern kann ich noch nicht zu viel sagen.
    Ich bin noch im Aufbau (der Wohnwagen wird vollständig neu aufgebaut :D )
    Es werden eninge LED Lampen / Leuchstränge, 1 Pumpe für Wasser, Ladegeräte für iPad, Telephon und ggfs der Laptop (12v KFZ Ladegerät). Dazu dann uU. der Fernseher und der Receiver (wobei TV+ Receiver zusammen unter 50w liegen werden und nicht oft genutzt werden sollen).
    Heizung, Warmwasser, Kochen und Kühlschrank über Gas (Kühlschrank bei Landstrom über 230v)
    Da kommen dann nur Zündung für den Warmwasserboiler noch dazu die über 12v laufen.


    Mit dem Laderegler direkt an der Batterie zum überwachen dachte ich mir eben auch. Das hatte ich gelesen. Um Tiefentladung zu vermeiden etc.
    Was mir neu ist, daß ich einfach ein Ladegerät "dazu" hängen kann direkt an die Batterie und sich das alles nicht stört!
    Echt? Einfach zusätzlich ein Ladegerät dran und gut ist?
    Gibt es eine Möglichkeit der Vorrangschaltung? Sprich wenn Solar vorhanden, dieses nutzen und nur wenn nicht vorhanden bzw zu wenig, dann bitte Landstrom?


    Batterie hatte ich auch an AGM bzw Blei-Flies Gel gedacht. LifePo4 ist definitiv nicht in meinem Budget (leider).


    Unabhängig möchte ich natürlich so lange wie möglich sein, aber es soll auch bei der Batterie im Rahmen bleiben.
    Zudem möchte ich vorerst nur 2 der Module betreiben und das dritte falls notwendig installieren (auch eine Gewichtsfrage bei Wohnwagen).


    Kann ich Batterien unterschiedlicher Stärke zusammen nutzen, sprich 50ah und 90ah ? Oder müssen die immer gleich sein?
    Das ich nur eine Sorte (AGM, oder BLeivlies oder Gel) nutzen soll / kann weiß ich.
    Ich würde gerne statt einer größeren lieber 2 kleinere nutzen, als Ausfallsicherheit. Macht das Sinn?


    Die beiden Module dann parallel betrieben, sprich weiterhin 24v aber doppelte Stromstärke, in reihe wären es sonst 48v, korrekt?
    Zudem möchte ich beim Ladegergler lieber etwas mehr investieren und ein gutes Gerät haben, die beiden Marken hatte ich mir schon ins Auge gefasst weil man sehr viel Gutes drüber liest. Zudem hätte ich gerne etwas "Luft nach oben" was die Leistung angeht. Also lieber 5a mehr, als immer an der Grenze. Zudem die Option halt die Zellen später gegen andere mit mehr Leistung tauschen zu können oder ein weiteres dran zu hängen.


    VIelen Dank für die Unterstützung!


    Stefan

  • Gibts welche mit Netz und Umschalter auf Netz in verschiedensten Leistungen.
    Aber du willst eigentlich keine potenten Netzgeräte?
    https://www.autobatterienbilli…Spannungswandler-Inverter

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Hi,


    geiles Teil! Alles was ich brauche für den Landstrom-Teil


    Danke!


    Und nein, eigentlich möchte ich auf 230v Verbraucher verzichten. Kaffe kochen über Gas, Haare fönen brauchen wir nicht.
    Mir fällt nichts ein, was bei mir 230v bräuchte.
    Wenn ich son Teil aber schon habe, würde ich trotzdem den Fön einpacken, falls Landstrom da ist :D

  • Hallo jackydany und herzlich willkommen im Forum,


    ich komm mal gleich auf den Punkt. Als Laderegler einen Tracer4210A und das Display MT50 dazu. Der Tracer zählt die Ah bzw. (k)Wh die am Lastausgang "raus gehen" und lässt sich einstellen wann der LAstausgang abgeschalten werden soll. Alternativ einen Victron Bluesolar Mppt 100/30 mit BMV700(Batteriemonitor). Über den BMV kann noch genauer nach SoC (Ladezsutand) der Batterie Verbraucher abgeschalten werden.


    Als Batterie eine Banner Energy Bull 230 Ah (C20) wenn es eine geschlossene Bleisäure sein darf.
    Falls es eine verschlossene sein muss(AGM, Gel) sollte es schon was in Richtung OGIV von Rpower sein. Bei der richtigen Pflege und Entladung von ca 30% wird diese Batterie sehr alt werden.


    Wenn deine Verbraucher mit 11,5 - 15,0 Volt zurecht kommen kannst du sie direkt am System anschließen. Bei Leuchtmitteln wie LED's wirst du DC-DC Wandler brauchen. Da diese sehr empfindlich auf Spannungsschwankungen reagieren. Wenn Landstrom verfügbar ist, würde ich eher Richtung Ctek als Ladegerät tendieren und keine Kombination von Wechselrichter und Ladegerät wählen. Da das irgendwann sowieso verleitet, die Batterie dann wahrscheinlich schneller stirbt und das Ctek als Ladegerät mehr taugt und zur Batterielebensdauer beiträgt.



    MfG

  • Also ich bin jetzt auch kein Fan von solchen integrierten Geräten, oder zumindest bei dem Preis wäre ich vorsichtig... Ein All-In-One Geräte mit diesen Leistungsangaben für 199€ ?! Das wäre mir einfach nicht sicher genug... Du überlegst ja ob du zwei Batterien nehmen sollst wegen der Ausfallssicherheit, dann solltest du m.M.n. nicht auf solche preiswerten All-In-One Geräte zurückgreifen...
    Zwei Batterien sind prinzipiell möglich, sollten dann aber gleicher Marke, Typs, Kapazität und Alters sein. Das wäre ideal.
    Damit kannst du, speziell in einem Wohnwagen, ggf. sogar besser das Gewicht verteilen und den WoWa austarieren. :wink:


    Als Ladegerät würde ich z.B. sowas empfehlen. IUoU Automatikladegerät 12 Volt 20 Ampere
    Mit 20A schon recht ordenltiche Ladeströme und könnte auch 2 Batterien laden oder sogar auch als 12V Versorgung ganz ohne Batterie betrieben werden. Und für den Preis wieder ordentlich. Die Marke kenne ich, hab selber ein Ladegerät und einen Wechselrichter mehrere Jahre in Betrieb... nur soviel dazu. Gibt aber natürlich auch andere die das können. :wink:

  • Die chinesischen Billiganlagen haben meist nicht mal eine Zulassung für
    mobilen Betrieb. Das kann sehr schnell zu Problemen mit der Versicherung
    führen, wenn der Wohnwagen abraucht, weil der Wechselrichter einen Kurzschluß
    nicht gut verdaut hat.


    So eine Anlage baut man am besten um einen Victron Multiplus herum auf.


    https://www.victronenergy.de/i…us-12v-24v-48v-800va-3kva


    Das kostet zwar erst mal einen Schluck mehr in der Anschaffung, bietet aber
    neben 3 Jahren Garantie ohne Wenn und Aber auch nachgewiesenermaßen
    die beste Qualität.


    Im übrigen kann man einen Victron auch nach einigen Jahren noch zu einem
    guten Preis gebraucht verkaufen, wenn es dann was größeres sein soll.


    Gerade bei einem Wohnwagen wirst Du auch auf Campingplätze treffen,
    die nur einen 4 oder 6 Ampere Anschluß haben. Dann kannst Du nicht
    mal einen Kaffee kochen, wenn Deine Kapselmaschine 1500W braucht.


    Die Victron Multiplus Geräte haben eine Funktion die sich Power Asist nennt
    und in so einem Fall kurzfristig Strom aus der Batterie zumischt, wenn der Landstrom
    zu schwach ist.


    Ob Du den MPPT Laderegler auch von Victron holst ist Ansichtssache.
    Hier tut es auch ein Tracer oder ein TOYO der dann sogar einen programmierbaren
    Lastabgang bis 20 A hat, was Deine 12 V Verbraucher versorgt und Deine Batterie schützt.


    https://greenakku.de/Ladegerae…laderegler:::9_96_22.html

  • Zitat

    Die chinesischen Billiganlagen haben meist nicht mal eine Zulassung für
    mobilen Betrieb. Das kann sehr schnell zu Problemen mit der Versicherung
    führen, wenn der Wohnwagen abraucht, weil der Wechselrichter einen Kurzschluß
    nicht gut verdaut hat.


    Ist ja recht nett und fürsorglich das du vor solchen Geräten warrnst ,nur als Bezug fallt mir nur
    der Link ein den ich eingestellt habe.
    Der verlinkte Händler ist seit Jahren am Markt und übernimmt auch Produktgarantie und Konformitätgarantie.
    Die Geräte werden auch seit Jahren im Womobereich weiterempfolen und sind im Shop oft schnell vergriffen.
    Anschließend machst du Eigenwerbung für deine eigenen im Shop angebotenen Produkte. :?::mrgreen:

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Zitat von FelzenSolar

    3 Jahren Garantie


    nur so ein tip, es sind 5 Jahre ;)

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh