Hausverkauf mit PV und KUR, nicht noch mehr Fehler

  • Wir haben in 2003 eine kleine Photovoltaikanlage auf dem Dach unseres selbst bewohnte Einfamiienhauses in Betrieb genommen. Der produzierte Strom wurde komplett eingespeist. Da uns das vom Hersteller so empfohlen wurde, haben wir beim Finanzamt die Kleinunternehmerregelung gewählt, also keine Mehrwersteuererstattung, aber degressive Abschreibung.
    Leider gab es immer wieder Probleme: Der ursprünglich beantragte KFW-Kredittopf war erschöpft, so daß wir nur einen teureren Kredit aus einem anderen Topf erhalten konnten. Dadurch konnte von Anfang an die Gewinnerzielung nur knapp über einen 20Jahreszeitraum nachgewiesen werden. Im Steuerbescheid von 2003 wurde die Gewinnerzielungsabsicht nur vorläufig festgestellt
    Seit 2008 wurde das Haus vermietet, da wir aus beruflichen Gründen umgezogen sind, die Zählerstände konnten nur noch telefonisch ermittelt werden. Deshalb haben wir erst sehr spät bemerkt, dass die Leistung zurück ging.
    Trotz einer 25jährigen Leistungsgarantie für die Module mussten diese 2013 ausgetauscht werden, da der Ertrag durch Hotspots komplett eingebrochen war. Der Hersteller war kurz vorher Pleite, sodaß die Garantie nichts mehr wert war.
    In 2016 mußte außerdem der Wechselrichter erneuert werden.
    Dadurch wurde praktisch nie ein Gewinn erwirtschaftet. Kann uns das Finanzamt nun nachträglich die Gewinnerzielungsabsicht und damit die Steuervorteile aus dem Verlust aberkennen?
    Wir überlegen, das Haus zu verkaufen. Nach rücksprache mit dem makler gehen wir davon aus, dass die PV-Anlage sich nicht auf den Kaufpreis auswirken wird denn wir sehen keine sinnvolle Möglichkeit, das Haus ohne Anlage zu verkaufen. (Abbauen, 400km transportieren und an einem ungünstigeren Standort wieder Aufbauen lohnt nicht). Der Verkaufspreis wäre also 0,- Euros. Habe aber dem forum entnommen, dass man trotzdem fürs FA einen extra Preis vertraglich vereinbaren sollte, weil die sonst schätzen. Wie kann man einen angemessenen Preis finden?
    Der steuerliche Restwert ist ca.1900 (Erstinvestition mit degressiver abschreibung) plus 4600 (Ersatz der Module mit linearer Abschreibung), alles was darüber hinaus geht, müssten wir im Verkaufsjahr versteuern? Hätte man linear abgeschrieben, wären es 5600 für die Erstinvestititon
    Bei 7 Jahren Restlaufzeit (mit garantiertem Einspeisepreis) können theoretisch noch 7 x 1500,- erzielt werden (wir hatten soviel Ertrag aber nur 2015 wo nix kaputt war und ganz am Anfang. Außerdem könnte der Käufer vermutlich noch weitere Jahre den Strom selbst verbrauchen, die Module sind ja noch nicht so alt. - Oder alles geht noch mal kaputt, und muß entsorgt werden.....
    Da keine Mehrwertsteuer erstattet wurde und beim Verkauf auch keine ausgewiesen wird, sollte zumindest hier alles geklärt sein, oder?
    Bitte entschuldigt die vielen Fragen, aber wir möchten nach den bisherigen Erfahrungen mit PV den Gesamtverlust nicht noch weiter steigern

  • eine PV Anlage aus 2003 mit neuen Modulen und Wechselrichter für Null Euro ?
    Her damit, die nehmen ich sofort.
    Abgesehen davon daß es schon fast unmöglich ist, damit keinen Gewinn zu machen - nimm einfach Mal "Bleistift und Taschenrechner" und überlegen ein bisschen.

  • Na ja, so 5-6.000,- € sollte sie noch wert sein für den neuen Hausbesitzer.


    Und wenn man davon ausgeht, dass sie auch noch etwas länger als die 7 Jahre Restlaufzeit hält (was zu erwarten ist, bei dem was alles erneuert wurde :wink: ), dann könnte sie über den darüber hinausgehenden Eigenverbrauch noch wertvoller werden.


    Wenn es deinen Verkäufer nicht stört, dass er dafür Notargebühren und Grunderwerbssteuer zahlt, dann lass die PV-Anlage im Notarvertrag mit aufführen und mit einem separaten Preis ausweisen. Ansonsten müsste sie als Nebenbedingung zum Notarvertrag per separatem Kaufvertrag den Eigentümer wechseln. Da wird der Notar im Notarvertrag schon eine entsprechende Formulierung finden.


    Da der Restwert der Anlage annähernd in den Bereich des Restbuchwertes kommt, dürfte dir auch steuerlich nicht viel passieren.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo,


    naja "her damit" ist ein bisschen Biertischmetalität, ohne dem Schreiber zu Nahe treten zu wollen. Besonders dann, wenn tatsächlich der Schraubendreher zur Hand genommen werden soll und gutes Geld schlechtem Geld hinterher geworfen werden soll.Tatsächlich gibt es einen Markt für gebrauchte PV- Anlagen, die Flucht aus dem Bargeld tut ihr übriges. Hier wären dedizierte Zahlen notwendig und die genaue Anlagenbeschreibung, um hier eine verlässliche Aussage machen zu können.


    Ein sicheres Wertgutachten, welches nicht nur die zu erwartenden Einspeiseerträge, sondern auch die Mindererträge und Reparaturen aus der Vergangenheit berücksichtigt, wäre ratsam. Kostet nur ein paar hundert Euro, liefert aber Sicherheit und verlässliche Zahlen, auch gegenüber dem Finanzamt.


    Beste Grüße Christian

    Viele Grüße
    Christian Bieber von Solartechnik Bayern

  • Hallo,


    ich denke da wie der TS bereits geschrieben hat die Anlage mit dem Haus Verkauft wird und ein Neuaufstellen an einem Anderen Ort auch Kosten Bedeutet kann man davon ausgehen das der Käufer Maximal den Buchwert zu zahlen bereit ist. Diesen Preis sollte man im Vertrag ausweisen. Dann muss das Finanzamt nachweisen das man Einen Höheren Einzelpreis mit zumutbarem Aufwand hätte erzielen können. Damit sieht es auch Steuerrechtlich gut aus, evtl ist ja noch ein Verlust drin.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • "Trotz einer 25jährigen Leistungsgarantie für die Module mussten diese 2013 ausgetauscht werden, da der Ertrag durch Hotspots komplett eingebrochen war. "


    Bitte mal "Buddah bei die Fische" - welche Module sind jetzt auf dem Dach und welcher WR im Keller?
    Modulhersteller und Modultype? Und wie die Vorschreiber schon fragen, wie sieht es seit dem Wechsel mit den Erträgen aus?


  • ohne dem Schreiber zu Nahe treten zu wollen, ist das keine "Biertischmentalität" sondern Realität.
    Jetzt wissen wir natürlich nicht, was beim TS alles schief gelaufen ist, seit 2003.
    Was ich aber weiß, ist daß ich 2003 für das kWp 4.100 Euro bezahlt habe. Wenn der TS da nicht gerade ein Norddach mit 60 Grad Neigung hat, sehe ich da wenig Möglichkeiten, über die Laufzeit der Vergütung keinen Gewinn zu erzielen.
    Und wenn er wirklich glaubt, die Anlage hätte beim Verkauf des Hauses keinen ansetzbaren Wert, dann gibt es immer noch die Möglichkeit die Anlage vorher seperat zu verkaufen. Schlechter als Null Euro kann der Erlös da nicht werden.
    Und ein "sicheres Wertgutachten" für das der TS "ein paar hundert Euro" investieren soll, hilft wohl dem der dieses dann erstellen darf am Meisten.

  • Ich glaube ihr überseht etwas

    Zitat

    dass die PV-Anlage sich nicht auf den Kaufpreis auswirken wird

    .
    Das bedeutet nicht das die Anlage keinen Wert hat aber bei einem Haus das für Vieleicht 500k Verkauft wird
    ist eine Anlage wie der Markler sagt mit 5k was geschätzt wurde nicht von Gewicht. (1%).


    Dem TS geht es darum das nicht das Finanzamt nachher sagt das die Anlage 8k Wert war Buchwert ist noch 2000
    Und er muss 6k Gewinn versteuern.


    Auf der Anderen Seite ist die PV-Anlage ein Mobiles Gut. Als Käufer hätte ich Interesse daran sie im Vertrag möglichst hoch bewertet zu haben.
    1) Hohe Abschreibung über die Restlaufzeit
    2) Geringer Hauspreis und Weniger Grundsteuer


    Die Frage ist also wie findet er einen Spagat womit er nicht nachher beim Finanzamt böse Überraschungen erlebt.
    Nicht wie er vom Haus Unabhängig den Maximalen Gewinn raus holt.

    5,06 kWp, DN:35°, -27°SSO, Inbetriebnahme: 02.05.2016 ; PVGIS 4 Classic: 902kWh/kWp
    PVGIS-CM-SAF: 1010kWh/kWp

  • Zitat von BlutigeNase


    Da keine Mehrwertsteuer erstattet wurde und beim Verkauf auch keine ausgewiesen wird, sollte zumindest hier alles geklärt sein, oder?
    Bitte entschuldigt die vielen Fragen, aber wir möchten nach den bisherigen Erfahrungen mit PV den Gesamtverlust nicht noch weiter steigern


    Wenn du nur die eine Anlage hast, wäre beim Verkauf auch so keine Mehrwertsteuer angefallen. Der Grund ist hier nicht, daß du KUR machst sondern, daß eine Betriebsveräußerung im Ganzen immer umsatzsteuerfrei ist.
    Leider warst du da aber von Anfang an schlecht (bzw. wohl gar nicht von jemanden, der das auch darf) beraten, spätestens bei der Erneuerung der Module hättest du zur Regelbesteuerung wechseln sollen und dir die Vorsteuer ziehen sollen, jetzt auch zu spät :(


    Kannst dir ja mal ausrechnen wie hoch der Preis sein müßte, daß du insgesamt auf 0 rauskommst. Dem Käufer sollte das recht sein und IANAL damit solltest du das Finanzamt ruhigstellen was geltend gemachte Verluste angeht, sofern die Bescheide nicht trotz entsprechendem Vermerk schon rechtskräftig sind. Bei über 10 Jahren würde da schon einiges an Zinsen und Zinseszinsen anfallen. Den Buchgewinn mußt du dann aber versteuern, einen Tod muß man halt sterben.


    edit: man kann die ANlage natürlich auch behalten und auf fremden Dach weiter betreiben. Wie sinnvoll das ist, wenn mans o weit weg wohnt, hbat ihr ja schon bemerkt.