Darf man Kohle abschreiben?

  • Was ist an 100 TWh auszusetzen? Das ist eine sehr realistische Zahl, und dass wir dafür den kompletten Sektor Verkehr dekarbonisiert kriegen, ist ein wirklich gutes Geschäft. Zumal die 100 TWh ja eine verschiebbare Last sind. Und natürlich wollen "wir" (als gesellschaftliches Ziel, vielleicht nicht wir persönlich) auch von 40 Mio Autos weg, insbesondere von deren Fahrleistung. Hast du dich vielleicht in den letzten Jahren mal in irgendeiner größeren Stadt umgesehen? Findest du da noch irgendwas schön? Willst du so weiter machen und keine Verkehrswende (nochmal: als gesellschaftliches Ziel, vielleicht nicht du persönlich)?


    ragtime brauchst du nicht vorzuwerfen, er wolle die Autos der anderen abschaffen. Soweit ich weiß, hat er bei sich damit angefangen. Und selbst bei Halbierung des PKW-Bestandes hätte immer noch jeder Haushalt eines, und es würde immer noch 22 Stunden am Tag rumstehen. Bist du wirklich der Meinung, das reicht nicht?


    P.S. Merke gerade, wir sind im Kohlethread, jetzt steht es schon da.

  • 50 - 100 TWh sind sicher nicht "lächerlich", aber solange wir 50 TWh exportieren (2017: 55 TWh, 2018: 51 TWh) erscheinen mir die Werte auch "nicht wirklich hoch".

    Ich habe ja auch von lächerlich im Vergleich zu unseren anderen Aufwänden (und ja, auch im Vergleich zum Export) gesprochen... da sind das Peanuts die im Rauschen (der EE) untergehen und dazu prima verteilbar auf Überschusszeiten.

    Die Elektrifizierung des Verkehrs ist wirklich das kleinste Problem...


    Und richtig,... ich persönlich habe mich schon lange vom eigenen Auto verabschiedet und wohne lieber näher am Arbeitsplatz, so dass ich mit dem Rad fahren kann. Muss jeder selber wissen, wie er seine Lebenszeit lieber verbringt...


    Stimmt, Kohlethread...aber hat ja auch irgendwie alles mit 'Kohle' zu tun. ;)

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Was ist an 100 TWh auszusetzen? Das ist eine sehr realistische Zahl, und dass wir dafür den kompletten Sektor Verkehr dekarbonisiert kriegen, ist ein wirklich gutes Geschäft.


    ...


    Allein die PKW werden etwa 150TWh im Jahr benötigen. Im Moment kommen die PKW noch mit 15 bis 20kWh auf 100km hin, aber mit dem Sinken der Akkukosten wird der Verbrauch wegen grösserer Fahrzeuge und höherer Geschwindigkeiten steigen.

  • Wenn wir auch nur 10 TWh in den Verkehr mehr an Strom versenken werden, wäre schon recht viel gewonnen.

    Nur der Umstieg aller Stadt und Regionalbusse wäre schon ein hartes Stück Arbeit. Da sind wir noch viele viele Jahre von entfernt.


    Ich hoffe ja inständig, dass wir nicht 1 zu 1 alle Verkehre (Verkehrsleistung* ) auf e-Mobilität umsetzen. Es wäre toll, wenn ein großer Batzen der Fahrleistungen der PKW auf andere Verkehrsträger übertragen wird. Logisch kommt jetzt der Autonomie 7 m e-Bus wieder!


    *in Millonen Personenkilomtern


    Ohne den Umbau der Wärmebereitstellung ( Niedrigwärme) in Gebäuden auf Wärmepumpen, ist kaum die Einbindung der EE zu stemmen. Dieser Bereich, hat die besten Chancen, das Angebot der EE und die zeitlich bedingte Nachfrage abzugleichen. Wärme ist halt riesig, aber dafür extrem träge.


    Aber warum uns jetzt 50 oder 100 TWh schocken sollten versteh wer will. Wie viel Zubau PV und Wind wäre das p.A. wenn man das sensationell bis zum 31.12.2030 umsetzen wollte?


    Der richtige Hammer ist doch die Energie für die Grundstoffe-Industrie und den gesamten Wärmebedarf der Industrie + Gebäude. Ziel war ja mal 2050!


    Persönlich sehe ich 2.000 TWh zusätzlich ( Strom) um allen Bedarf abzudecken. Denn es kommen ganz neue Technologien auf dem Markt, die eben nur mit günstigem Strom funktionieren werden. Andere meinen ca. 1.000 bis maximal 1.500 TWh reichen. Fangen wir mal an 50 TWh p.A. zusätzlich aufzubauen, also zu den paar TWh, die wir ja ohnehin in 20220 schon nicht mehr schaffen werden ( Einbruch Onshore und "Pause" offshore + PV Klien klein).


    Wir müssen deutlich besser werden, als je in den besten Jahren von PV und Wind, wenn wir was reißen wollen.

    z.B. > 10 GWp PV ab 2021 jedes Jahr wären ein Wort. Schaffen wir überhaupt peinliche 5 GWp?


    *mit lausigen Modulen ( 220 bis 240 Wp) zu absurden Preisen ( =/ > 1,00 € je Wp) ( aus heutiger Sicht) haben wir 2010 ca. 7,4 GWp geschafft. Nimmt man das gleiche Engagement ( bei deutlich niedrigen Zinsen) , müssten es locker 15 GWp sein)

  • Ich hoffe ja inständig, dass wir nicht 1 zu 1 alle Verkehre (Verkehrsleistung* ) auf e-Mobilität umsetzen. Es wäre toll, wenn ein großer Batzen der Fahrleistungen der PKW auf andere Verkehrsträger übertragen wird. Logisch kommt jetzt der Autonomie 7 m e-Bus wieder!

    Na so sparsam ist der ÖPNV auch nicht.


    https://www.umweltbundesamt.de…en-energieverbrauchs-im-0


    Eisenbahn, U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn etwa 0,88 Mj / Personen-km. Das sind auch 0,24 kWh / Personen-km oder 24 kWh/100 Personen-km. Das schaffe ich mit dem E-Auto auch locker mit nur einer Person.

  • Wer so rechnet t sollte unbedingt Wirtschaftsweiser der Bundesregierung werden.


    *So ein dummer PKW, muss aber schon noch gebaut werden, verbraucht Platz etc. Eine Straßenbahn hält locker 40 Jahre, eine S-Bahn auch und selbst ein oller Bus kann in Eberswalde > 50 Jahre alt werden ( Oberleitungsbusse)


    Rechne mal aus, wie viele Millionen Personenkilometer so ein Bus macht?

    Ob ein ePKW (Durchschnitt) auch nur 500.000 km macht, wissen wir noch nicht, zumal nur ein guter Vorstadtbürger damit zur Arbeit fahren "muss".

  • Die Zeit läuft ab:



    „Autobidder bietet unabhängigen Stromerzeugern, Versorgungsunternehmen und Kapitalpartnern die Möglichkeit, Batterievermögen autonom zu monetarisieren. Autobidder ist eine Echtzeit-Handels- und Kontrollplattform, die wertorientiertes Asset Management und Portfoliooptimierung bietet und es Eigentümern und Betreibern ermöglicht, Betriebsstrategien zu konfigurieren, die den Umsatz gemäß ihren Geschäftszielen und Risikopräferenzen maximieren. “

    Bisher war der Einstieg in den Stromhandel mit extrem hohen Einstiegshürden "gesegnet" . Das hat es für die Akteure relativ einfach gemacht, ihre Marktmacht gegen die Geschäftspartner auszuspielen. e-on ist sich seiner Sache so sicher, dass sie fast komplett auf die eigene Stromerzeugung verzichten wollen.


    Da der Stromhandel in Echtzeit passieren muss und Strom wesentlich einfacher zu handel ist, als z.B. Geld, war diese Strategie seit dem Eintritt der EE und ihrer vielen Akteure im Grunde schon im Sterben liegend.


    Ich hoffe ja, dass dies nicht die einzige Plattform bleiben wird und das die Masche der Kalifornischen Unternehmen 15% ab zugreifen hier nicht trägt. Leider fehlt mir etwas die Hoffnung. Warum das nicht aus D. kommt, begreife wer will.


    Diese Plattformen, werden die Braunkohlekraftwerke noch viel heftiger attackieren, als ein CO2 Preis von > 30 € je Tonne.

    Denn auf Grundlage einer solchen Plattform, kann man durchaus Lieferverträge abschließen und damit die "Tücken" des Marktes gnadenlos ausnutzen.

  • Diese Plattformen, werden die Braunkohlekraftwerke noch viel heftiger attackieren, als ein CO2 Preis von > 30 € je Tonne.

    Ich glaube nicht dass das passieren wird. EON und co haben über die alten Herren der Union besten Zugriff auf den Gesetzgeber und werden dafür sorgen das die entsprechenden Gesetze und Verordnungen in ihrem Sinn erfolgen. Marktwirtschaft will von denen doch nicht einer. Wobei bei EE versuchen sie das ja auch seit über 10 Jahren relativ erfolglos?

    Möglicherweise sind sie dafür auch nicht mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet.