Darf man Kohle abschreiben?

  • Gestern auf der Pressekonferenz zum Wasserstoff fielen wieder exzessiv Wörter wie "grün, sauber, nachhaltig und zukunftssicher", Bei >90% H2-Produktion aus fossilen Quellen ist dies der erste Witz.

    Der Zweite war für mich, dass niemand auch nur angedeutet hat, woher denn die (zusätzlich!!!) EE zur Erzeugung des "grünen Wasserstoffes" kommen soll.

    Als Erstes müsste man also die Bremsen bei EE in Deutschland wieder lösen!


    EE in Afrika (Marokko) oder Australien reichen zwar für Marketing, aber in absehbarer Zeit nicht für grünen, deutschen Wasserstoff.


    Nebenbei:

    ca. 600 H2-BSZ-Kfz in D verteilen sich auf ca. 70 öffentliche H2-Tankstellen. Wir haben das dichteste H2-TS-Netz der Welt! Trotzdem will Hr. Scheuer jährlich >50H2-TS zubauen! Die Kosten (1,8Mio.€ ... 12Mio.€) werden zu fast 50% vom Steuerzahler getragen!


    Ich könnte ko ....en. <X

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,44kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Meister-Lusche L:44 (D:2)
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • EE in Afrika (Marokko) oder Australien reichen zwar für Marketing, aber in absehbarer Zeit nicht für grünen, deutschen Wasserstoff.

    Genau dort soll das ja alles produziert werden.


    So wie man heute nicht das Ölfeld neben dem eigenen Wohngebiet haben will, so will man zukünftig nicht die WKA nebenan haben.


    Dass das ne Neuauflage des aktuellen Rohstoffkolonialismus ist interessiert ja niemanden. Sieht man ja nicht jeden Tag und denkt deswegen nicht dran...


    Von so Erwägungen wie Volkswirtschaft oder Staatsquote sind 95% der Bevölkerung eh Lichtjahre entfernt.

  • Selbst wenn man die Energie in Afrika produzieren will, so ist es vielfach billiger, diese als Strom nach Deutschland zu transportieren, als in Form von Wasserstoff. Das gleiche Spiel zeichnet sich gerade zwischen Australien und Japan ab.


    Im Endeffekt werden die ökonomischen Realitäten die Masse der Wasserstoffträume zerplatzen lassen.


    So ist zumindest meine bescheidene Sicht der Dinge.

  • Warum erinnert mich diese Vorgehensweise an den 'propagierten Umweltschutz' durch deutsche Politiker (wo wir ja auch Weltmeister sind......)?

    Genau - soll eben alles woanders stattfinden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.........

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 84V

  • Der Zweite war für mich, dass niemand auch nur angedeutet hat, woher denn die (zusätzlich!!!) EE zur Erzeugung des "grünen Wasserstoffes" kommen soll.

    Eben, es sind exakt die selben Leute die gegen neue Windräder sind die auch sagen dass wenn man schon einen alternativen Antrieb braucht dann Wasserstoff und nicht Batterieelektrisch.


    Ich versuche das immer recht simpel zu erklären: Für jedes Windrad das man zusätzlich braucht um mit Elektroautos zu fahren braucht man drei Windräder wenn man stattdessen die selbe Strecke mit Wasserstoff fahren möchte.

  • Hi.


    Jupp, aber dann kommt die Antwort das man die WKA ja auch JWD bauen lassen kann, der Wasserstoff ist doch soooo einfach zu transportieren!

    Grüße,
    Klaus


    9,18 kWp 34xPlus SW 270 Mono, Symio 7.0.3M O/W 39°, 4,72 kWp 16xPlus SW 295 Mono, Symio Hybrid 4.0-3 s O 39°
    20,18m²/135VR SunExtreme HD SteamBack an 1500L W 39°
    Seit 05/16 Twizy, 2016er Zoe R210, 2019er Kona Trend 64

    Verbrennerfrei... bis auf die Fichtenmoppeds :mrgreen:

  • Nebenbei:

    ca. 600 H2-BSZ-Kfz in D verteilen sich auf ca. 70 öffentliche H2-Tankstellen. Wir haben das dichteste H2-TS-Netz der Welt! Trotzdem will Hr. Scheuer jährlich >50H2-TS zubauen! Die Kosten (1,8Mio.€ ... 12Mio.€) werden zu fast 50% vom Steuerzahler getragen!


    Ich könnte ko ....en. <X

    Wenn man ein H2 Tankstellennetz für H2 LKW aufbauen würde hätte das durchaus meine Zustimmung. Für O-Leitungen EU weit kann man sich ja scheinbar auch nicht erwärmen.


    Natürlich bräuchte es dann auch ein paar H2 LKW, die auch damit fahren.


    Interessant an bisherigen PKW H2 Tankstellen ist übrigens, dass die Tankzeiten von 5 Minuten oft auch nur theoretisch sind und zwar dann, wenn vorher 1h lang keiner getankt hatte und wenn einem nach dem Tankvorgang der Anschlußstutzen nicht vereist und erst wieder auftauen muss.


    Wenn viele Fahrzeuge tanken wollen sinkt der Druck erheblich und dann sind schon mal Tankzeiten von 30 Minuten üblich, so angeblich in Kalifornien.


    Der Hauptvorteil von H2 gegenüber den BEV ist eher auf Systemeben zu sehen, dass man da ein Speicherelement mit sehr hoher Kapazität im System hat. Gesamtwirtschaftlich betrachtet könnte das ein mächtiger Vorteil sein.


    Der zweite Vorteil ist die Importmöglichkeit. Machen wir uns nix vor, ich sehe nicht wie sich die deutschen Wutbürger für 500TWh onshore Wind in Deutschland erwärmen sollen.


    MfG

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Nun, bei Oberleitungs LKW redet man bei Vollausstattung für D über einige Milliarden Euro, d.h. in Relation zu der Wasserstoffversion über Peanuts - und der deutsche Markt wäre klar gross genug um das zu treiben, weil kaum grosse Entwicklungsarbeit notwenidg ist - das ist dann LKW-seits eine reine Frage der Skaleneffekte über die Stückzahlen - und wenn so ein Teilnetz in Europa mal steht ist es trivial und selbsterkläend dies in die NAchbarländer immer wieder ein Stück zu erweitern. Wo immer man das macht verschinden die Dieselabgase - das sollten die Anwohner schnell verstehen. Zum beschleunigen darf man die LKW-Maut nach Schadstoffausstoss erheben - und den Diesel ordentlich zahlen lassen.

    Aber allgeimein gilt: alles was Treibhausgase reduziert steht bei der aktuellen Regierung ganz unten auf der Prioritätenliste. Denn man wollte beim Klimaschutz ja mit Pillepalle aufhören, und macht folgerichtig in sachen Klimaschutz nicht mal mehr Pillepalle.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Da scheint aber vielen Solateuren ein Zacken aus der Krone zu fallen wie man so hört, mit DIY zusammenzuarbeiten - auch wenn die Elektrofachkräte sind, oder sonst technisch qualifiziert. Was eigentlich unverständlich ist, bei ordentlicher Zusammenarbeit könnten die Stundenverdienste für den kooperativen Solateur höher ausfallen...

    Also für mich gibt es nichts besseres als einen engagierten, informierten "Bauherr" (wir nennen sie "Investor"), der auch keine zwei linken Hände hat und mit der Anlage auch keine Berührungsängste hat.


    Im Gegenteil, die Anlagen sollen ja für 20+ Jahre laufen und wenn mal irgendwo eine DIode angeht, dann will man ehrlich gesagt u.U. einen Nutzer haben, der eben nicht mal in seiner Kindheit von der Ferne einen Schraubenzieher im Katalog (heute iSchraub-App) gesehen hat.