Darf man Kohle abschreiben?

  • Greenpeace hat ein Rechtsgutachten zu den Rücklagen der LEAG erstellen lassen.
    https://www.greenpeace.de/site…en_lausitz_10.10.2018.pdf


    Es geht um ca. 3 Mrd. Euro für Renaturierungsmaßnahmen die derzeit bei einer Insolvenz der LEAG nicht gesichert sind und für die der Steuerzahler aufkommen müsste.

    Mit sonnigen Grüßen
    -eggis-


    "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." (Gandhi)


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  • Da gab es ja schon vor einem Monat was zu https://www.photovoltaikforum.…en--t116556.html#p1665748


    Auch wenn von Anfang an klar war, dass es EPH nicht darum geht die Tagebaue und Kraftwerke operativ wirklich weiter zu betreiben sondern Subventionen abzugreifen, kann man sich da nur an den Kopf fassen.


    Aber das wird sicherlich mit weggedealt. Altmaier hat ja schon durchscheinen lassen, dass RWE z.B. eine Batteriezellenfabrik als Kompensation bekommt etc. Renaturierungsmaßnahmen werden dann sicherlich auch vom Bund übernommen, weil die hochrentablen Einnahmen mit einem Zwangsexit ja wegfallen. Arme RWE, arme EPH... Im Fall von EPH passt die Rechnung dann wieder. Man wusste einfach schon viel früher, wie der Hase läuft. Ein paar extra Mrd. gibt es darüber hinaus wohl noch oben drauf.

  • Wenn die Landesregierung und der Bund ihrer Aufsichtspflicht nachkommen, meine ich, ist ganz schnell das Ende der Braunkohle in der Lausitz gekommen. Ich wette zwei Keks, dass die Heuschrecke in Summe nicht mal 3 Mrd. € aufbringen kann, geschweige denn in eine Beteiligung steckte, die nur einen Sinn macht: Wenn man diese restlos ausbluten lassen kann!


    Aber bestimmt sind RWE & e.on an einem Erfahrungsaustausch mit der Heuschrecke interessiert. Vielleicht bauen die ein Konstrukt, das ihnen die KKW abnimmt!


    Sorry, wundern tut mich das nicht mehr! Unterhaltszahlungen werden selbst auf den Malediven eingetrieben, aber in der Energiewirtschaft reicht ein nettes Wort zum Sonntag, um sich seiner Unterhaltspflichtigen Beteiligungen zu entledigen.


    *der Kapitalsmus des 'Kommunisten' L.E. sah aber nicht vor, das man Gewinne steuerfrei kassiert und Verluste dem Steuerzahler zuordnet,.

  • Zitat von Ulenspiegel

    In modernen Kraftwerken/Produktionsanlagen ist ein Einsatz von Katalysatoren oder eine sinnvolle Führung der Verbrennungsgase mit langsamer Abkühlung möglich, Stickoxide solten eigentlich kein Problem sein.


    Die Ursache für das Problem im Dieselmotor ist, dass höhere Temperaturen im Verbrennungsraum erzielt werden, also mehr Stickoxide im Vergleich zum Benziner entstehen, und in beiden Motoren die Verbrennungsgase sehr schnell abgekühlt werden, also die Stioxide nicht vollständig wieder zerfallen können.


    Na ja, eine langsame Abkühlung der Verbrennungsgase bringt bei Stickoxiden relative wenig. Wenn die mal entstanden sind, dann gehen die auch durch langsame Abkühlung nimmer weg.
    Was du vielleicht meinst ist die Verbrennungsführung. Also dass die Stickoxide, hier: thermisches NOx, erst gar nicht entstehen. Da gibt es z.B. Möglichkeiten der gestuften Verbrennung oder Rauchgasrückführung.
    Die Möglichkeiten sind, je nach Anlage, so gut wie ausgereizt. Die meisten Betreiber haben in den letzten Jahren ihre Anlagen im Rahmen der Möglichkeiten auf Effizienz getrimmt.
    Es bleibt dann nur der Einsatz von Katalysatoren, die bei Steinkohlekraftwerken schon lange Stand der Technik sind, bei Braunkohlekraftwerke (noch) nicht eingesetzt werden. Man kann die Stickoxide auch nichtkatalytisch mindern, sogenannte SNCR, aber damit kommt man nicht auf die geforderten, niedrigen Grenzwerte oder hat Emissionen von Ammoniak.
    Bei den Stickoxiden wie auch bei Schwefeldioxid ist es so, dass die Anlagen quasi an den Grenzwert gefahren werden. Deshalb sind die Emissionen in der Ökopol-Studie alle so um den aktuellen Grenzwert. Wieso sollte ein Betreiber auch mehr Betriebsstoffe verbrauchen, wenn er es gesetzlich nicht muss?
    Durch die neuen BREF-Dokumente werden neue Grenzwerte kommen, die niedriger liegen werden und die Betreiber werden sich daran anpassen müssen.


    Zitat von Retrerni

    Quecksilberausstoß ist aus meiner Sicht nicht nur in Schkopau ein ernstes Thema.
    Schwefel ist hier m.M.n. auch noch betrachtenswert.
    Aus meiner Sicht wurden in den letzten 20 Jahren die Grenzwerte nicht entsprechend dem Stand der Technik angepasst.


    Ciao


    Retrerni


    Völlig korrekt. Quecksilberemissionen hat jedes Kohlekraftwerk, aber auch jedes Zementwerk. Schkopau sticht da wohl etwas heraus, da die Kohle eben etwas mehr davon hat und nicht weil die Anlage schlecht gefahren wird. Quecksilber kommt eben zu 100% aus dem Brennstoff und wenn man entsprechende Kohle hat, muss man eben mehr an der Anlage tun.
    Bezüglich Quecksilber-Grenzwert wurde in den letzten 20 Jahren nicht viel gemacht. Der aus der IED kommende Grenzwert ab 2019 von 10 µg/m3 ist eigentlich auch viel zu hoch. Aber im Rahmen der BREF werden bis 2021 neue Grenzwerte für Stickoxide, Schwefeldioxid und Quecksilber kommen.

  • Tobi


    Das Stickoxidproblem ist rein kinetisch bedingt, langsame Abkühlung bzw. Katalysator helfen deshalb sehr wohl.
    Bitte mal die Grundlagen anlesen.


    Stickoxide entstehen immer, wenn Verbrennung mit Luft durchgeführt wird, auch bei dir in der Küche am Gasherd. Stickoxidkonzentrationen in der Küche sind deshalb interessant. Wie sind dort die lokalen Konzentrationen? Gibt es ein Gasherdverbot? :-)


    Solange wir noch ein massives Feinstaubproblem haben, sind Stickoxide ein Nebenkriegsschauplatz, der durch den Dieselskandal ein mediales Gewicht bekommt, der ihm nicht zusteht.

  • Ich glaube unsere "Feinstaub" "STickoxid" "Dieselprobleme" sind lächerlich!
    Ich wohne an der Tschechischen Grenze...


    wenn du im tiefsten Winter dort durch Ortschaften fährst wirst du mal "Probleme" sehen und riechen - ganz ohne Messgeräte
    Gelbe Rauchfahnen - Schwefelgeruch - ein Smog in fast jeder kleinerem Dorf.....


    Aber wir stellen unsere Messgeräte dahin wo sie wirklich alles aufnehmen!


    Mit der neuen "BimSch" machen wir uns endgültig zum Lalle.....
    Es wäre weit wichtiger WAS eingeschürt wird!- nicht in was!
    Wenn ich Sheixxe einheize kommt Sheixxe aus dem Kamin!
    Da hilft die beste Feuerstätte nix!

    ...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!


    §328 StGB Abs. 2.3

    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird derjenige bestraft der eine nukleare Explosion verursacht. :saint:

  • Grundlagen sind ausreichend vorhanden. Nur so wie es dasteht ist es falsch!
    Man kann in der Bildung eingreifen, also wenn man es so nennen mag direkt in der Flamme eine langsame Abkühlung bzw. gar keine so hohen Temperaturen machen, aber hinterher, ob jetzt langsam oder schnell abgekühlt wird, ändert gar nix.


    Dass der Katalysator was bringt bestreitet keiner, aber das ist eine chemische Reaktion mit einem Reduktionsmittel und keine Primärmaßnahme in der Verbrennung. Wenn man es als "langsame Abkühlung" ansieht, dass der Kat in high-dust Schaltung direkt hinter dem Economizer kommt, dann okay, ich wollte das nur nicht so stehen lassen.


    Stickoxide entstehen nicht immer bei der Verbrennung. Der thermische Bildungsweg setzt erst bei über 1000°C ein. Bekommt man die Flamme durch Brennstoff/Luftführung oder Abgasrückführung so kalt, dass die Temperaturen nicht erreicht werden, entsteht auch kein thermisches NOx. Brennstoff-NOx kann man bei Gasfeuerungen vernachlässigen.


    Also in Tschechien ist es wohl eher das Problem des Hausbrandes. Wenn da noch jeder Haushalt mit Kohle heizt, trifft das zu was du so sagst. Da sind wir dann aber wieder beim Thema Wärmesektor, der seinen Beitrag zur CO2-Einsparung noch leisten muss.
    Kohle ist kein per-se schlechter Brennstoff, wenn man die Abgasreinigung richtig betreibt.


    Alexander_Z:
    Muss dir da voll zustimmen. Es ist wirklich etwas viel was die Medien da aufziehen. Es ist Wohlstands-Gehabe, genau so wie der Aufschwung der Grünen. Klagen auf sehr, sehr hohem Niveau. Wenn alle Bedürfnisse befriedigt sind, ich 5.000 Euro netto auf dem Konto jeden Monat hab, dann will ich natürlich saubere Luft in der Stadt. Einem Arbeiter klapp über Hartz4 und in einer Firma, die vielleicht nicht ganz 100% alles raus filtert was sie erzeugt, wäre das egal.

    2 Mal editiert, zuletzt von Tobi ()

  • er muss auch laufen ?


    In unserem Bayernwerk in SAD - war mal eines der besten Entschweffelungsanlagen war immer mal wieder ein "Störfall"...
    mit einer der modernsten Anlagen, dann wird einfach zugemacht!-
    keine 10 Jahre danach wird dann versucht ein GuD zu bauen - und wird abgeschmettert...


    So funzt das- der Strom Aus der Steckdose!

    ...klar kann man es auch SO machen. - Nur dann ist es halt Mist!


    §328 StGB Abs. 2.3

    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird derjenige bestraft der eine nukleare Explosion verursacht. :saint:

  • "Man kann in der Bildung eingreifen, also wenn man es so nennen mag direkt in der Flamme eine langsame Abkühlung bzw. gar keine so hohen Temperaturen machen, aber hinterher, ob jetzt langsam oder schnell abgekühlt wird, ändert gar nix."


    Das ist thermodynamischer Unsinn! Natürlich führt langsame Abkühlung zu einer korrekten Gleichgewichtseinstellung. Da dieses in Großkraftwerken nicht erreicht werden kann, ist man an Katalysatoren oder chemischen Lösungen interessiert.


    Dass nur über bei 1000 °C NOx entsteht, ist wenn ich britische Studien zu Gasherden etc. noch im Kopf habe, auch mehr als zweifelhaft. Wäre auch thermodynamisch unsinnig.

  • Alexander_Z:
    Aber beim Thema Brennstoff und BImSchV muss ich widersprechen. Es macht Sinn, einen Grenzwert festzulegen nach dem Stand der Technik und nicht generell vom Gesetzgeber einen Brennstoff auszuschließen. Ich denk bei den Schiffen war das so, dass es bestimmte Verbote für Brennstoffe gibt. Wichtig ist doch, was hinten oder oben rauskommt. Ob das jetzt der größte Dreck ist oder sauberes Gas: am Kamin muss es stimmen.
    Wenn der politische Konsens eben ist, dass nur x mg/m3 oder µg/m3 oben raus kommen dürfen, muss sich die Verfahrenstechnik drum kümmern, dass das klappt und wenn nicht abschalten oder Brennstoff wechseln.