Anlage aus 2013 - Umwandlung in KUR

  • Hallo an das Forum,


    im Jahr 2013 habe ich mit Eurer Hilfe eine PV-Anlage auf mein Einfamilienhaus montieren lassen:
    https://www.photovoltaikforum.…c-1597eur-ibc-t87313.html
    http://sunnyplaces.com/system?…13-4795-a4b6-4ce228d534fe


    Mit dieser Anlage bin ich sehr zufrieden und hatte bislang jedes Jahr die Ertragsprognose gesprengt - läuft also.


    Nun habe ich durch Zufall gelesen, dass ich die Anlage nach 5 Jahren in die Kleinunternehmerregelung überführen kann. Da ich durchaus relevante Anteile am Eigenverbrauch habe - würde sich dies für mich theoretisch lohnen.


    Gibt es hierzu Erfahrungsberichte? Auf was ist zu achten, gibt es weitere Fallstricke? Wie wird dies genau ablaufen? Gibt es auch Erfahrungen zu einem ggfs. notwendigen Tausch des Wechselrichters? Lohnt sich dies im allgemeinen trotzdem?


    Kurzum - jede Rückmeldung und jeder Hinweis dazu ist gerne gesehen :danke:


    Klaas

  • Den Wechselrichter musst du nicht tauschen, wenn du zur KUR wechselst.


    Fallstricke gibt es keine, einfach dem FA und deinem Kunden mitteilen, dass du ab Datum XX die KUR in Anspruch nehmen willst. Das mit den 5 Jahren bzw. 60 Monaten weist du ja schon.

  • Zitat von donnermeister1

    Den Wechselrichter musst du nicht tauschen, wenn du zur KUR wechselst.


    8)
    Man muß bei KUR halt alles brutto bezhalen, auch den neuen WR und dessen Installationskosten. Wenn einem dadurch viel Vorsteuer verloren geht, muß man halt prüfen, ob man nicht wieder für mindestens 5 Jahre zur Regelbesteuerung zurückkehrt.

  • Hallo,


    vielen Dank für die Antworten. :danke:


    Kurz zur 60 Monats-Regel
    So wie ich das sehe, kann das Finanzamt nur innerhalb von 60 Monaten die erstattete Vorsteuer der PV-Anlage zurück fordern - unabhängig von der Abschrreibung der Anlage.
    Ist dies richtig und was ist der Stichtag für diese 60 Monate? Einen Monat hin oder her macht den Kohl ja nun nicht "fett" - aber ich würde es halt gerne verstehen :wink:


    Und ich kann jederzeit zur regulären Umsatzsteuer zurück kehren? Gibt es da auch rückwirkende Zeiten?
    Wie habt Ihr das gemacht?


    Danke
    Klaas

  • Gehen wir es mal systematisch an....


    Du hast zu Beginn - aus guten Gründen - auf die Anwendung der KUR verzichtet.
    Das war wohl 2013. Es bindet Dich für die Veranlagungszeiträume 2013 bis 2017.


    Ab 2018 könntest Du zur KUR wechseln. Tatsächlich führt dies zu dem hübschen Nebeneffekt, dass der Direktverbrauch steuerfrei gestellt wird.


    Die KUR - kann - zum Problem werden, wenn höhere Vorsteuerbeträge anfallen. Diese wären dann nicht abzugsfähig.
    Bei der PV wird hier gerne der Tausch der Wechselrichter beispielhaft angeführt; es gilt aber für jeden anderen Cent Vorsteuern genauso.


    Ein Problem ist das nicht wirklich; denn der Verzicht auf die Anwendung der KUR kann gefühlt in "ewig plus drei Tage" noch erklärt werden. (Bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung; was - sofern keine Steuerbescheide ergehen; oder ergehende Steuerbescheide unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen - mit der Festsetzungverjährung einhergeht; also 4 Jahre... die Frage ist noch ab wann... aber lassen wir das. Es ist genug Zeit, um das rückwirkend zu erledigen.)


    Dann ist noch eine etwaige Kollision mit der Vorsteuerberichtigung nach 15a zu beachten.
    Sofern sich die für den Vorsteuerabzug maßgeblichen Verhältnisse innerhalb eines 60 monatigen Zeitraumes ab Zuordnung des Gegenstandes oder der Dienstleistung ändern, ist für jeden noch nicht abgelaufenen Monat die Vorsteuer um 1/60 zu berichtigen.
    Die Zuordnung zum Unternehmen erfolgt regelmäßig durch Geltendmachung des Vorsteuerabzugs in der Umsatzsteuervoranmeldung.
    Zahlenbeispiel:
    Eine Anlage wurde in 01/01 dem Unternehmen zugeordnet.
    Der Unternehmer verzichtet auf die KUR. Er kann erstmalig ab dem Jahr 06 zur KUR wechseln.
    Die 60 Monate enden mit 12/05.
    Alles ist gut. Keine Kürzung.


    Eine Anlage wurde in 12/01 dem Unternehmen zugeordnet.
    Jetzt endet der Berichtigungszeitraum erst in 11/06.
    Würde ein Wechsel zur KUR in 2006 erfolgen, wären 11/60 der Vorsteuer zurückzuzahlen.


    Nennenswerte Probleme gibt es dabei nicht. Man muss weder beim FA vorsingen noch Ziegen melken.
    Die Sache ist "so schwierig", dass man das von Steuerfachangestellten spätestens in der 30. Ausbildungswoche verlangt. Eher früher.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • @ kpr: wieder einmal umfassend und für Laien verständlich erklärt. Danke!

    Anlage: 26 Aleo S 18 215 W Module mit 5,6 kWp,
    SMA SB 5000 TL-20; -50°(fast SO), DN 25°
    seit 14.9.09 am Netz Nähe Cuxhaven