Eigenverbrauch mit (Neu-)Anlage > 750 kWp?

  • Ich hab mich im Gesetzestext des EEG 2017 verlaufen, und werde aus der Forumssuche auch nicht ganz schlau, drum frage ich hier:


    Kann es sein, dass Eigenverbrauch bei Anlagen mit mehr als 750 kWp nach EEG 2017 überhaupt nicht möglich ist? Sprich, dass es für dann anfallenden Überschuss-Strom keine Möglichkeit gibt, eine Vergütung zu erhalten?


    Wenn die Anlage an einer Ausschreibung teilnimmt, ist Eigenverbrauch ja verboten; und über 750 kWp ist diese Teilnahme ja verpflichtend, wenn man eine Vergütung oder zumindest einen anzulegenden Wert haben möchte, oder?


    Allerdings müsste es (rechtlich) möglich sein, eine solche Anlage zum Eigenverbrauch zu bauen, und dann keine Vergütung/Marktprämie nach EEG in Anspruch zu nehmen, richtig? (Dass das den Wert der Investition beschädigt, wenn kein garantierter Wert für das Produkt mehr gegeben ist, mal außer Acht gelassen)

    445Wp an 12V-Batterie * 700Wp an Modul-WR * 5,16 kWp EEG (2007)

  • ....Ist das wirklich dein Problem????.....
    Bau doch im Abstand von 12 Monaten 2 x 750kwp...
    Solche Probleme möchte ich haben ;-)

    2010: 134 kwp CSI,SMA | 2011: 5,00 kwp CSI,SMA | 2012: 54,5 kwp Eging,SMA | 2012: 30,0 kwp CSI,SMA | 2014: 60,0 kwp Schott,Fronius | 2014: 7,65 kwp Eging,SMA | 2016: 88kwp Qcells,SMA | 2017: 12 kwp SW,SMA | 2018: 9.8 kwp LG,SMA/ Tesla Powerwall 2 | 2019: 750 kwp JA Solar, Huawei | 2019: 29,9 kwp Longi,SMA | 2020: 750 kwp Longi Solar, Huawei 2021: 750kwp Longi Huawei

  • Das steht so in §27a EEG2017, gibt auch ein paar Ausnahmen

    Zitat

    Ausgenommen ist der Strom, der verbraucht wird
    1. durch die Anlage oder andere Anlagen, die über denselben Verknüpfungspunkt mit dem Netz verbunden sind,
    2. in den Neben- und Hilfsanlagen der Anlage oder anderer Anlagen, die über denselben Verknüpfungspunkt mit dem Netz verbunden sind,
    3. zum Ausgleich physikalisch bedingter Netzverluste,
    4. in den Stunden, in denen der Wert der Stundenkontrakte für die Preiszone für Deutschland am Spotmarkt der Strombörse in der vortägigen Auktion negativ ist, oder
    5. in den Stunden, in denen die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung nach § 14 Absatz 1 reduziert wird.


    Der Direktvermarkter könnte einem den Strom gleich wieder verkaufen. Dann hat man aber die ganzen Umlagen und Abgaben an der Backe, müßte man durchrechnen.


    Zitat

    Allerdings müsste es (rechtlich) möglich sein, eine solche Anlage zum Eigenverbrauch zu bauen, und dann keine Vergütung/Marktprämie nach EEG in Anspruch zu nehmen, richtig?


    Sonstige Direktvermarktung nach §21a EEG2017 geht immer.

  • Zitat von alterego

    Das steht so in §27a EEG2017, gibt auch ein paar Ausnahmen


    Danke, da war ich auch angekommen... Das hilft allerdings beim (hypothetischen) Gewerbe-Dach mit möglichem Stromkunden darunter nichts, denn dessen Anlagenverbrauch, Lichtstrom, etc. fallen unter keinen dieser Fälle vernünftig.

    Zitat von alterego


    Der Direktvermarkter könnte einem den Strom gleich wieder verkaufen. Dann hat man aber die ganzen Umlagen und Abgaben an der Backe, müßte man durchrechnen.


    Dann hätte man sogar eine ganze Menge Abgaben und Umlagen, fürchte ich... Kommt man dann noch um Stromsteuer, KWKG-Umlage, Offshore-Haftungsumlage, Netznutzungsentgelte,... herum? Ich könnte mir vorstellen, dass die Ware in dem Fall ja auf den Direktvermarkter übergeht, und wieder zurück zum Verbraucher geliefert wird, und damit wird's mit dem Direktverbrauch in unmittelbarer Nähe schwer. Wenn dem so ist, konkurriert man gegen den reinen Arbeitspreis, also gegen ca. 2,5 ct/kWh. Das wär's dann. Und selbst wenn man (rechtlich) in unmittelbarer Nähe ohne Nutzung öffentlicher Netze direkt verbrauchen würde, wäre das ein doppelter Eigentumsübergang, und damit Eigenverbrauch durch Dritte, und damit auf jeden Fall volle EEG-Umlage.

    Zitat von alterego


    Sonstige Direktvermarktung nach §21a EEG2017 geht immer.


    OK, das klingt wenigstens so, als dürfe man Direktverbrauch durch Dritte tatsächlich machen. Allerdings gäbe es keine Konstruktion, um rechtlich einen direkten Eigenverbrauch (also mit reduzierter EEG-Umlage) zu erreichen, sehe ich das richtig?


    (Überhaupt keinen Anspruch auf eine gesicherte Vergütung zu haben, tut natürlich auch bei der Anlagenfinanzierung weh, wenn der Kreditgeber deswegen das Ausfallrisiko hochsetzt...)


    JschulzeP: Nein, ich habe kein 2-Hektar-Dach zur Verfügung, mir gehört auch kein Industriebetrieb mit Maschinenhalle. Ich wollte nur verstehen, ob Eigenverbrauchsanlagen für richtig große Verbraucher mit den aktuellen Regularien tatsächlich "verboten" sind, oder ob man sich da noch etwas legales zusammenbauen kann, das wirtschaftlich funktioniert.
    Es sieht so aus, als wären die in den letzten Jahren installierten Hürden "ausreichend" hoch; selbst die anteilige EEG-Umlage von 40% reicht zumindest derzeit bei solchen Projekten aus, um sie der relevanten Kundengruppe zu vergällen: Gewerbebetrieb mit > 1GWh/J Verbrauch, Mittelspannungsanschluss, keine Energieintensität oder außergewöhnliche Lastprofile, entsprechend Bezugs-Arbeitspreise von ca. 12-14 ct/kWh, und schönes Hallendach. Mal ganz abgesehen davon, dass so ein Betrieb so eine Investition ohnehin nicht selbst tätigen möchte, und damit macht wohl nur mehr irgendeine Form von Anlagenpacht halbwegs Sinn. Und das dann auch nur bis 750 kWp.


    Wie geht das überhaupt an, dass Direktverbrauch für Ausschreibungsgewinner untersagt ist? ich finde nirgends eine Rechtfertigung dieser Regelung, und kann mir auch nichts ausdenken, außer eben diesen Ansatz, große Eigenverbrauchsanlagen bei großen Abnehmern verhindern zu wollen...


    (Überhaupt finde ich, das aktuelle EEG liest sich im Volltext eher wie eine Verbots- und Einschränkungs-Maschinerie. Das EEG 2004 las sich noch erheblich angenehmer, als Vergütungsempfänger musste man sich damals nicht gar so sehr als einzudämmenden Gefahrenfaktor und Schmarotzer fühlen!)

    445Wp an 12V-Batterie * 700Wp an Modul-WR * 5,16 kWp EEG (2007)

  • Zitat

    ...so ein Betrieb so eine Investition ohnehin nicht selbst tätigen möchte...


    Es genügt ja sie selbst zu betreiben um die reduzierte EEG-Umlage zu bekommen. Gehören kann sie auch jemand anderem, das dürfte das geringste Problem sein.


    War auch im EEG2014 schon so, daß Ausschreibungsteilnnehmer voll einspeisen mußten, ist also nicht ganz neu. Begründung habe ich auch noch keine gelesen. Jemand für den dei selbst verbrauchte kWh um die 9ct wert ist, kann mit einer Mischkalkulation ganz andre Gebote erstellen als jemand, der voll einspeist, so sind in dem Punkt alle gleich gestellt.
    OT: das relativiert sich aber gleich wieder, wenn amn bei grenzüberschreitenden Ausschreibungen im Ausland andere Anforderungen stellt als in D :roll: Wie zufällig haben bei der Auschreibung Dk/D nur Anlagen aus Dänemark einen Zuschlag bekommen.


    Für Volleinspeiser wie Anno 2004 liest sich das aktuelle EEG schon viel entspannter. Außer, daß man "mit der Zeit gehen" muß und bei größeren Anlagen direkt Vermarkten und bei noch größeren ausgeschrieben wird, betrifft einen nicht mehr viel.