PV-Anlage auf DHH mit gemeinsamer Stromeigennutzung

  • Hallo Forumsmitglieder, ich bin neu in der Thematik und im Forum und interessiere mich für eine PV-Anlage. Diese soll primär dem Eigenverbrauch dienen. Da wir (5-Personen-Haushalt) nur ca. 2.400kWh/a verbrauchen soll die Anlage max. 5kwP haben. Allerdings wäre selbst das für uns überdimensioniert. Einen Batteriespeicher möchte ich wegen der langen Amortisation zur Zeit noch nicht. Nun leben wir in einem DHH und verstehen uns gut mit unseren verbrauchsstarken Nachbarn (4.000kWh). Die Nachbarn wollen selbst aber kein Geld ausgeben. Lässt sich eine PV-Anlage auf unserer Hälfte des DHH so auslegen, dass Sie sowohl bei uns als auch bei den Nachbarn angebunden wird zur Eigennutzung? Den von den Nachbarn verbrauchten Strom würden wir dann untereinander abrechnen. Wie aufwändig wäre das wohl?
    Viele Grüße, Tim

  • Ich würde so vorgehen/prüfen:
    1) neue Stromleitung von Deinem Zählerkasten zu dem Zählerkasten von Deinem Nachbarn
    2) Zwischenzähler einbauen. z.B. http://smart-me.com/Descriptio…s.aspx#smartMe3PhaseMeter
    3) Stromanschluss vom Nachbarn still legen
    4) Du rechnest jetzt mit ihm "privatschriftlich" ab. Kannst auch Vertrag machen...
    ... damit spart Ihr schon mal eine Grundgebühr. Wenn Ihr Euch verkracht, kann er einfach wieder "umstöpseln"


    5) PV Anlage mit Eigenverbrauch bauen (über Deinen Stromzähler).


    Fertig.
    Über den Preis pro kWh werdet Ihr Euch bestimmt auch einig. Ich würde sagen: er zahlt einfach den Preis weiter (Arbeitsstunde kWh und die Grundgebühr beides an Dich und nach einem Jahr vergütest Du ihm einen dann ermittelten Bonus für den Eigenverbrauch).


    Zu prüfen/das aufwendigste wäre die Kabelleitung vom Zählerkasten zu Zählerkasten. Alles über Elektiker machen lassen und guten Querschnitt Kabeldicke wählen (z.B. 5x16mm2)

  • Zitat von dizzytim

    Wie aufwändig wäre das wohl?


    Ich halte es für sehr aufwändig wenn du es so machen möchtest, daß es im Rahmen der geltenden Vorschriften und Gesetze ist. Du wirst ja für deinen Nachbarn "Stromversorger" mit allen Pflichten die dazugehören.


    Die von Gueldnerfan vorgeschlagene Vorgehensweise halte ich für "sehr gewagt" um es mal vorsichtig auszudrücken. :roll:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von smoker59


    Die von Gueldnerfan vorgeschlagene Vorgehensweise halte ich für "sehr gewagt" um es mal vorsichtig auszudrücken. :roll:


    Ich würde von dem ganzen Vorhaben Abstand nehmen.
    Einspeiseverlust 12,3ct + EEG Umlage + MwSt.
    Glaube kaum dass dein Nachbar von dir billigeren Strom bekommt als vom EVU. Und Krach kommt in der beste Familie vor.

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • (auch ohne PV) gibt es diese Lösung doch überall (Einliegerwohnung usw.).
    In dieser Konstellation sehe ich hier ehrlich gesagt überhaupt keine Probleme rechtlicher Natur (sehe auch keine "Steuerhinterziehung oder sonstwas).
    Wenn die Kabelverlegung nicht großartig schwierig ist, finde ich den Ansatz mehr als gut.
    Durch die ersparten (PV-unabhänigen) Grundgebühren bekommt man so auch die Umbaukosten wieder rein.
    Die Abrechnung ist selbst für Laien sehr einfach und 1x im Jahr...


    Ich finde es toll, wenn du es so hinbekommst. Aber wie gesagt, nur mit Elektriker. Der sagt Dir dann auch vor Ort was eventuell dagegen spricht.


    Zitat von smoker59

    Die von Gueldnerfan vorgeschlagene Vorgehensweise halte ich für "sehr gewagt" um es mal vorsichtig auszudrücken. :roll:

  • Zitat von Gueldnerfan

    (auch ohne PV) gibt es diese Lösung doch überall (Einliegerwohnung usw.).


    Hmmm.....Bei einer Einliegerwohnung (auch ohne PV) beziehst du den Strom vom Versorger und reichst ihn nur an den Mieter weiter.
    Mit PV (oder meinetwegen auch BHKW Betreiber) bist du Erzeuger und Verkäufer deines selbsterzeugten Stroms......ein kleiner Unterschied :idea:


    Auf den Anteil des verkauften Strom wird die volle EEG Umlage fällig, du musst für den Mieter Bezug vom Versorger und Bezug von der PV-Anlage sauber getrennt erfassen, der Zwischenzähler muss geeicht sein, Messtellenbetrieb etc.
    ......alles ganz einfach :?:


    Innerhalb der Familie kann man vieles machen aber mit Dritten :?: ...........Ich weiß ja nicht.... :roll:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Ich meine auch noch im Hinterstübchen zu haben,
    wenn du einen Stromanschluß stilllegst und irgendwann wieder aktivieren willst muss er dann der aktuellen VDE entsprechen. Kann u.U. wieder ne teure Geschichte für den Nachbarn werden.

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Zitat von dizzytim

    Nun leben wir in einem DHH und verstehen uns gut mit unseren verbrauchsstarken Nachbarn (4.000kWh). Die Nachbarn wollen selbst aber kein Geld ausgeben


    da sehe ich ev. das auf euch zukommende Problem. Wenn der Nachbar seinen Stromanschluß abmeldet, dann müsstest du für seine 4000Kwh in Vorkasse gehen. Das gänge dann nur übern Dauerauftrag, sonst hat der das Geld am Jahresende bestimmt nicht mehr übrig... :mrgreen:
    Aber bau erstmal deine Anlage, denn wenn die richtig funktioniert, dann baut sich dein Nachbar auch eine aufs Dach.
    Kostet auch nicht mehr viel, je kleiner die Anlage desto günstiger wirds und umso schneller rentiert sich das.
    Ihr macht da bestimmt vieles in Eigenleistung. Also worauf wartet ihr noch, die sonnigen Tage lassen nicht mehr lange auf sich warten...

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von PV-Express

    Ich meine auch noch im Hinterstübchen zu haben,
    wenn du einen Stromanschluß stilllegst und irgendwann wieder aktivieren willst muss er dann der aktuellen VDE entsprechen. Kann u.U. wieder ne teure Geschichte für den Nachbarn werden.


    Das ist nicht viel anders als die Inbetriebnahme einer PV-Anlage. Auch die Elektroinstallation eines Hauses muss bei Anschluss ans Netz (duch einen beim VNB zugelassenen Elektroinstallateur 8) ) den zu dem Zeitpunkt geltenden "anerkannten Regeln der Technik" entsprechen.
    Da ist nichts mehr mit Bestandsschutz, der endet mit dem Abklemmen vom Netz :roll:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Vielen Dank ersteinmal für Eure Meinungen und Antworten!


    Bzgl. der Abmeldung eines Zählers / Trennung vom Netz kann ich Eure Bedenken verstehen. Eigentlich hatte ich auch geplant, dass beide Zähler am Netz bleiben und jeder seinen Strom, der über der Eigenproduktion der PV liegt, selbst bezieht und bezahlt. Mein Ansatz war in erster Linie den durch Kombination zweier Haushalte (von denen einer noch deutlich mehr verbraucht) höheren Grundverbrauch zu nutzen um eine PV-Anlage in wirtschaftlicher Größenordnung vollständig durch Eigennutzung betreiben zu können. Dafür würde ich dann noch einmal in beiden DHH den Grundverbrauch messen und auf diesen die PV-Anlage auslegen. Die beiden Netzanschlüsse / Zähler / Sicherungskästen liegen im Keller an der Zwischenwand im Abstand von 50cm und sind durch einfache Kernbohrung leicht zu verbinden. Natürlich müsste da ein Zwischenzähler hin. Mir ist nur nicht klar wie und ob das elektrotechnisch ginge. Bitte entschuldigt, wenn das nicht so klar rübergekommen ist.