Planung zwei Dächer

  • Hallo,


    ich werde mich in den nächsten Wochen an die Realisierung einer PV-Anlage machen. Eigentlich hatte ich es letztes Jahr schon vor, aber der Umbau an unserem Wohnhaus verlief schleppender als gedacht. Es stehen grundsätzlich zwei Dächer zur Belegung zur Verfügung. Auf dem Wohnhaus können nur noch 12 Module Verschattungsfrei untergbracht werden. Die Dachneigung liegt bei fast exakt 45°. Ausrichtung ist nach Südwesten. Zusätzlich steht noch ein Werkstattdach mit einer Länge von 21 m und 6 m Breite zur Verfügung. Dachneigung liegt bei 15°. Im Winter wird dieser mind. 1/3 vom Nachbarhaus verschattet.


    Ich habe mir letztes Jahr zwei Angebote erstellen lassen die jeweils bis zur Grenze von 10 kWp gefasst waren. Das erste Angebot belegte das Wohnhausdach mit 3,6 kWp und das Werkstattdach 6,3 kWp. Module waren Winaico WSP 300 und Wechselrichter Fronius Symo 8.2. Der kWp Preis lag bei 1.299,- netto


    Beim zweiten Angebot (aber vom gleichen Anbieter), wurden alle Module auf dem Werkstattdach untergebracht und keines auf Wohnhaus. Optisch schöner und auch etwas günstiger. Preis lag bei 1.219,- netto.


    Jetzt bin ich am überlegen, größer als die 10 kWp zu bauen. Als Heizsystem habe ich eine modulierende Erdwärmepumpe die schon mit 700 W starten kann. Je mehr ich Modulfläche habe, desto größer wären natürlich die Chancen Energie selber zu verbrauchen. Ich bin mir etwas unsicher ob es sich lohnt. Das Werkstattdach ist mit einer Neigung von 15° sehr flach und der Schnee kann schlecht weg. Beim Wohnhaus besteht diese Gefahr weniger, weil es mit 45° einfach sehr steil ist. Das schöne ist eben bei uns, wir liegen auf über 800 m und wir haben öfters mal Sonne im Winter, während die tiefer liegenden Nebel haben.


    Was würden die Experten raten?


    Gruß Stefan

  • ob über 10 kW/p sollte man davon abhängig machen um wie viel man die Grenze reisen kann,
    sprich was passt auf beiden Dächern.
    Es sollten dann schon über 13 kW/p sein, um die zusätzlichen Kosten abzudecken, wie Erzeugerzähler usw.


    Ansonsten gilt manchmal ist mehr besser als weniger :)


    In welchen PLZ Bereich wohnen denn die Dächer ?

    ZOE intens 10/2014, Kona 12/2018, Peugeot e-208 11/2020, 2021

    Hyundai I5, P45 Paket seit 07/2021 :), Enyaq 80 bestellt
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Dann würd ich doch alles machen, also im Bereich 20kWp (mit dem Nachteil der EEG-Umlage), denn dann hat man einfach viel mehr Reserve für Eigenverbrauch auch an weniger sonnigen Tagen.
    Möglich wäre auch, zunächst nur die ersten 10kWp in Betrieb zu nehmen. Also zwar großen WR und Montagegestell komplett, aber auf dem flachen Dach dann erst 12 Monate später die restlichen Module legen zu lassen (oder schon vorher, falls sich eine bösartige Gesetzesänderunng ankündigen sollte).


    Spiel doch mal mit PVGIS durch, was die beiden Ausrichtungen jeweils rund ums Jahr bringen. Ich würd für ein gutes Ganzjahres-Erlebenis auch die 45° belegen.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Guten Morgen,


    die Dächer wohnen im PLZ Bereich 886xx, auf den Höhen des Donautals. Ich habe gestern in PVGIS durchgespielt. Wenn ich beide Dächer maximal ausnütze, ohne die Bereiche mit Verschattung, komme ich beim Wohnhaus auf 3,6 kWp und auf der Werkstatt auf 12,6 kWp installierter Leistung. Als Ertrag schmeißt mir PVGIS für das Wohnhaus einen Ertrag von 3.440 kWh und für die Werkstatt einen Ertrag von 12.000 kWh aus. Als Investition habe ich die 1.299 €/kWp aus meinem Angebot genommen. Als Eigenverbrauch habe ich 3.000 kWh Stunden angenommen. Jage ich das durch meine Kalkulation (inkl. AfA, Versicherung, usw.) komme ich auf folgende Werte:


    - Laufzeit 20 Jahre
    - Verzinsung liegt bei 7,0 %
    - Amortisation 12,8 Jahre


    Belege ich nur das Werkstattdach, kann ich als Investition 1.219 €/kWp ansetzen. Jährliche Ertrag liegt dann bei 12.000 kWh. Eigenverbrauch habe ich bei 3.000 kWh gelassen. Daraus ergeben sich folgende Werte:


    - Verzinsung mit 9,2 %
    - Amortisation nach 10,6 Jahren


    Was ich jetzt noch nicht genau verglichen habe, sind die Erträge in den schwachen Monaten. Mache ich aber heute noch. Sind meine Überlegungen bisher in Ordnung? Das einzige was ich nicht machen werde, ist die Anlage in zwei Abschnitten zu realisieren. Ich habe noch genug Baustellen, eine möchte ich wenigstens abschließen :)


    Gruß Stefan

  • Wenn du die Werkstatt voll machst und das Hausdach zusätzlich belegst, wirds natürlich deutlich günstiger als 1300€/kWp... die waren ja für den Fall, dass nur 6kWp auf die Werkstatt kommen.


    Und stell doch mal Fotos von den Dächern ein, wo man auch die Schattenquellen sieht, und deine geplante Belegung einzeichnest. Nicht dass du dabei zu konservativ vorgehst.


    Welche Ausrichtung haben die Dächer genau?

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • -der Abstand zwischen den Anlagen ist recht groß: gleicher Netzanschluss? Also ein WR möglich, oder getrennte WR nötig?


    -bei beiden Dächern brauchst du einen WR mit Schattenmanagement.


    -den Schatten im Dezember kannst du vom Ertrag her ignorieren, spiel mal die anderen Monate durch, und schau was PVGIS dann jeweils an Ertrag für den Monat sagt -> du kannst die Halle wahrscheinlich noch mehr belegen (sofern du eh über 10kWp gehst).


    -falls das vom Bebauungsplan her geht bzw. die Optik nicht so wichtig ist, wäre eine Möglichkeit, auf der anderen Seite der Halle Modulreihen (leicht) nach Süden aufzuständern.


    -auch mal schauen: was sagt PVGIS für die flach belegte Nordseite der Halle? Da man da kaum extra WR-Leistung braucht, kann sich das in deiner Lage auch rechnen.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Zitat von ted_bug

    In der Anlage die Pläne, ich habe mit SketchUp die Schattensituation am 21.12 um 14.00 Uhr dargestellt


    Gute Darstellung! Wie sieht es mit dem Schatten vom Schornstein zwischen Frühjahr und Herbst aus? Streicht der nicht Vormittags über die Module?


    Kannst du noch mal folgende Konstellation prüfen:
    Links und rechts je sechs Module quer.
    Am First noch mal drei Module quer und zu guter Letzt unterhalb des Schornsteins vier Module.
    Wären insgesamt 19. Falls es am First nicht geht, immer noch 16.

  • An Weidemann:


    - Der Abstand der Anlagen ist groß, was aber nicht dargestellt ist, zwischen Werkstatt und Wohnhaus liegt das Büro und Garagen. Wohnhaus und Werkstatt sind durch ein Flachdach verbunden. Dort gibt es auch Bereiche die überdacht sind, dort könnte ich mir vorstellen den Wechselrichter unterzubringen.
    - Welcher Wechselrichter ist zu empfehlen?


    Folgende Werte für das Werkstattdach bei voller Belegung (18 kWp):
    Januar 518 kWh
    Februar 807 kWh
    März 1.330 kWh
    April 1.810 kWh
    Mai 2.120 kWh
    Juni 2.140 kWh
    Juli 2.240 kWh
    August 2.020 kWh
    September 1.470 kWh
    Oktober 1.030 kWh
    November 575 kWh
    Dezember 413 kWh


    Gesamt 16.500 kWh (benutzte Datenbank PVGIS-classic). Mit der anderen Datenbank ergibt sich ein Ertrag von 17.300 kWh.


    Nordseite möchte ich erst im nächsten Schritt belegen, wenn überhaupt. Ich muss Abschnittsweise alle Dächer sanieren, das hat Priorität.


    An kalle bond:


    - Auf dem Wohnhaus möchte ich nicht noch mehr montieren. Mein befreundeter Zimmermann der mit mir das Dach gemacht hat, findet es schon schlimm das ich überhaupt etwas dort noch montieren möchte. Wir haben uns eigentlich mit der Optik schon etwas Mühe gegeben.


    Im Anhang noch die zwei Schattensimulationen aus den alten Angeboten.