• Moin Moin,


    will dies Jahr meine Steuern selbst machen. Dazu hätte ich ein paar Fragen.


    Für meine eigenfinanzierte Anlage aus 01.11 brauche ich nur eine Umsatzsteuererklärung? oder
    auch noch eine Gewinnermittlung?


    Einkommenssteuer hab ich bei meiner kleinen Rente nicht..also brauche ich keine Einkommensteuererklärung extra zu machen?


    Im Prinzip muss ich die Umsatzsteuer für ein Jahr abführen..kann mir jemand sagen in welche Felder was eingetragen werden muss? oder gibt es da evt Ausfüllhilfen.


    Mit Dank im voraus


    Erwin

  • Hallo Erwin,


    ein Mitglied im Forum bietet hier (kostenpflichtige) Untersützungstools an: https://www.pv-steuer.com/
    Fragen kannst dazu Du m.W. hier auch stellen.


    Wenn man es allerdings einmal selber hinbekommen hat, kann man es auch direkt selber machen.
    Wie hast Du es denn bisher gemacht? Über Steuerberater oder gar nichts gemacht?
    Eine Umsatzsteuererklärung musst du erstellen, sofern Du nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht hast (die ist gründsätzlich aber nicht so vorteilhaft, da man auch aus der Investition dann keine Vorsteuer ziehen kann).


    Eine Einnahmen-/Überschussrechnung musst du m.W. machen, allerdings gibt es eine Steuerbefreiung bei Nebeneinkünften unter 410 Euro.


    Wenn Du keine Vorkenntnisse hast, wirst Du allerdings so oder so Schwierigkeiten haben. Vielleicht solltest Du es einmal mit einem Steuerberater vor Ort zusammen machen und dann kannst Du es auf der Basis das nächste Mal alleine.

  • wenn keine größere Investitionen anstehen, dann sollte man mit dem neuen Steuerjahr 2017 gleich zur Kleinunternehmerregelung wechseln und ist damit von der Zahlung der Umsatzsteuer befreit.
    Der Netzbetreiber ist dann zu informieren und braucht dann auch keine Umsatzsteuer mehr zu überweisen.
    In der Umsatzsteuererklärung müssen dann nur noch die Umsätze mitgeteilt werden da man als Kleinunternehmer dann unter 17500€ bleiben muss.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Der TE hat eine Anlage aus 2011, also mit vergütetem DV, sofern er DV hat. Egal ob mit oder ohne DV, die KUR macht keinen Sinn. Außer man sieht drei Einträge weniger bei KUR als ohne in der UStE als großen entscheidenden Vorteil.


    Ja, du machst eine Umsatzsteuererklärung. Und du musst eine EÜR erstellen. Das Ergebnis der EÜR kommt in die Anlage G der Einkommensteuererklärung. Damit beantwortet sich auch die Frage nach dieser.

    Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen. – Mark Twain

  • Hallo Erwin, willkommen im Forum und im Club der Rentner.
    Wenn es denn so einfach wäre, aber der Fikus verlangt bei einem "Unternehmer" nunmal eine ausführliche Erklärung.
    Deine Anlage aus 2011 unterliegt der fiktiven Volleinspeisung, d.h. zunächst wird die gesamt erzeugte Strommenge mit 28,74 CT/KWh vergütet. Daraus ergibt sich die in der UST abzuführende Umsatzsteuer. Punkt.
    Einzutragen in Lieferungen und sonst. Leistungen.
    Der Eigenverbrauch wird in der Rückberechnung entsprechend bewertet.
    Folglich kommt die EÜR zur Gewinnermittlung, unabhängig von der eigenen wirtschaftlichen Situation.
    Einzutragen sind hier die steuerlichen Betriebseinnahmen, vereinahmte Umsatzsteuer und Sachentnahmen.
    Ergebnis sind die Einnahmen.
    Demgegenüber stehen die die Ausgaben wie AFA, vermutlich linear, Ausgaben, Versicherung und gezahlte Umsatzsteuer.
    Ergebniss sind die Ausgaben.
    Die Differenz ist in die Anlage G zur EST zu übertragen. Punkt.
    In der Anlage R zur EST sind die Zeilen genau zu lesen. Die "normale" Rente unterliegt im Jahr des Renteneintritts dem entsprechenden Anteil von etwa 55%. Eine Privatrente ist mit der Ertragsteuer von ca. 20% zu berücksichtigen.
    Liegt der Renteneintritt schon ein paar Jahre zurück, sind speziell die Erhöhungen gesondert aufzuführen.
    Aber einmal über Elster gemacht, sind die Folgejahre durch Datenübernahme u. Veränderung einfach zu erstellen.
    In wieweit jetzt die KUR aus der Steuergeschichte herraushelfen könnte, überlasse ich mal den Spezialisten.
    mfG.

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • Zitat von Anion

    Folglich kommt die EÜR zur Gewinnermittlung, unabhängig von der eigenen wirtschaftlichen Situation.
    Einzutragen sind hier die steuerlichen Betriebseinnahmen, vereinahmte Umsatzsteuer und Sachentnahmen.



    giebt es bei fiktiver Volleinspeisung eine Sachentnahme? Ich denke mal da giebs nichts mehr zu entnehmen.
    Die Vergütung für den Eigenverbrauch ist geringer als die Vergütung für die Einspeisung.
    Für den bezogenen Strom ( Eigenverbrauch) wendet dann der Anlagenbetreiber den Kürzungsbetrag nach § 33 Abs. 2 Nr. 1 EEG 2009 auf (für 2012: 16,38 Ct/kWh für den Stromanteil bis zu 30 % .


    Nur wie brücksichtig man diesen Kürzungsbetrag von 16,38cent/ kwh in der EÜR ( Ausgabenseite) :?::?:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Sachentnahme ist ein Begriff der Einkommensteuer.
    Die rein umsatzsteuerliche Fiktion von Volleinspeisung und (Rück)lieferung nach UStAE 10.2 hat keinerlei Auswirkung auf die ertragsteuerliche Behandlung.


    Die Bewertung der Sachentnahme kann / sollte / wird mit der entgangenen Vergütung bewertet.
    Die ist wiederum 16,38 Cent/kWH


    Der Ausweis erfolgt am besten nach dem Modell


    Steuerpflichtige Erlöse zu 19 v.H. = Erlös aus der (fiktiven) Volleinspeisung
    Umsatzsteuer aus Kunden zahlungen (die USt auf die fiktive Volleinspeisung)
    abzgl. nicht steuerbarer Entgeltmindernungen (der Differenzbetrag)


    Besser bekommt man die Grätsche zwischen USt und ESt m.E. nicht hin.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von machtnix


    ...
    giebt es bei fiktiver Volleinspeisung eine Sachentnahme? Ich denke mal da giebs nichts mehr zu entnehmen.


    Da denkst du falsch. Die fiktive VE gibt es nur für die USt.


    Zitat von machtnix


    ...
    Nur wie brücksichtig man diesen Kürzungsbetrag von 16,38cent/ kwh in der EÜR ( Ausgabenseite) :?::?:


    In dem man in der EÜR die tatsächlichen Einnahmen erfasst oder wie ich es mache, die fikt. VE als Einnahme und die Rücklieferung DV als Erlösminderung. Das hat den Vorteil, dass der ustpflichtige Umsatz in der UStE und die Betriebseinnahme in der EÜR gleich sind.


    Beispiel gefällig?

  • also sind die steuerpflichtigen Erlöse aus der fiktiven Volleinspeisung um den Differenzbetrag der Entgeltminderung zu kürzen.
    ok das ist jetzt klar.


    :danke:


    ob das Erwin70 auch verstanden hat ?

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Man muss es nicht so machen.
    Angenommen, die fiktive VE war 1000 € plus 19 % USt (190 €) macht 1190 €.
    Der DV war 100 € plus 19 % USt (19 €) macht 119 €.
    Dann hat man 1071 € von Kunden bekommen.
    Diese 1071 € bestehen aus 190 € USt für die fikt. VE und 952 € für die Einspeisung und den vergüteten DV.


    Macht eine Nettobetriebseinnahme von 881 € plus 190 €USt aus Kundenzahlung. Sind 1071 € Einnahme.


    Sieht bloß blöd aus. In der UStE deklariert man 1000 € Umsatz und in der EÜR 881 € Netto-BE.


    Daher ist es eleganter, man gibt in der EÜR 1000 € umsatzsteuerl. BE minus 119 € Erlösminderung aus DV-Rücklieferung plus 190 € USt aus Kundenzahlung. Macht auch wieder 1071 € BE. Aber, die Zahlen beim Umsatz in der UStE und der EÜR sind gleich.


    Muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Weg er geht. Sind beide richtig. Ich hatte mich in den ersten Jahren für Variante Eins entschieden, da kam dann eine Rückfrage vom FA, warum sich das unterscheidet. Kurz erklärt, dann war gut. Dann habe ich auf Variante Zwei umgestellt, siehe da, keine Nachfrage mehr. :D


    Nur um Verwirrungen zu vermeiden, bei mir ist eine unentgeltliche Wertabgabe drin, weil ich auch eine Anlage aus 2013 ohne vergüteten DV habe.

    Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen. – Mark Twain