Auf ins PV-Land.... ^^

  • Tag zusammen,


    Ich bin in Sachen Energie und Co. zwar kein Neuling, aber mir fehlt wohl einfach noch das Wissen und Erfahrung um mir ein PV-System zusammen zu stellen; hier wohl speziell welche Anbieter und Hersteller gut sind und auf was man im Detail achten muss etc etc.... wie es halt so ist, wenn man Anfänger ist. ^^ Ich hoffe daher auf eure Erfahrung und Tipps.
    :danke:


    Mein Ziel ist es, vollkommen autark zu sein bzw meinen Stromverbrauch komplett selbstständig decken zu können. Ich will aber klein anfangen; als erstes nur mal eine kleine Anlage, mit der ich z.B. die Beleuchtung im Haus (sehr kleines Haus ;) ) versorgen kann. Mit der Zeit will ich die Anlage wachsen lassen, bis ich irgendwann mal mehr Strom produziere wie ich verbrauche ...ans Einspeisen denke ich da nicht direkt; ist mir gerade eher egal.


    Im Jahr habe ich einen Bedarf von vielleicht 2000kWh (eher 1500kWh). Jedoch werkel ich ab und zu ganz gerne und mein Maschinenpark wird mit der Zeit nicht kleiner ^^ Soll heißen: Die ein oder andere Maschine zieht schon mal 5kW aus der Starkstromleitung... bei den üblichen Haushaltsgeräten (Pc, Waschmaschine und Ofen) kann ich mir vorstellen, dass die Anlage (Panele mit Steuerung und Batterien) das locker wegsteckt; aber wie sieht es aus, wenn mal eine Maschine mit den beispielhaften 5kW anläuft!?
    Ok, das ist noch Zukunftsmusik, aber ich will so etwas jetzt schon am Anfang beachten; also z.B. beim Kauf des Wechselrichters. Ihr wisst ja: Wer billig kauft, kauft zwei mal und wer das falsche kauft auch.... ^^


    Ähm... mir schwirren gerade sehr viele Fragen und Problemchen zu dem Thema im Kopf herum, die ich noch alle recherchieren werde. Aber meine grobe Vorstellung gerade ist -bitte korrigiert mich hier-, dass ein Stromerzeuger (PV-Panel oder Windrad ...oder ich auf'm Trimmrad) über ein Ladegerät bzw Regler eine Batterie lädt und man dann über einen Wechselrichter den Strom entnimmt.
    Hört sich jetzt so schön einfach an, aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail....
    :juggle:
    Was für Batterien? Was für Steuergeräte gibt es? Welche davon sind gut? Und welches davon ist das richtige für mich?
    Wie sollte der Wechselrichter dimensioniert sein!? Und frisst mir ein zu großer WR bei einer anfänglichen kleinen Anlage mit bspw einer 100Ah Batterie nicht die komplette Leistung!?.... und Millionär bin ich ja auch keiner ^^


    Ich hoffe, hier mit euch einige Antworten finden zu können. Ich werde mich erstmal weiter in die Materie vertiefen und würde mich vorab über Tipps und Resourcen freuen. :)


    viele Grüße

  • Zitat von AndreasDampf

    aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail....


    und nennt sich Winter :wink:

    Gruß PV-Express



    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Moin AndreasDampf und willkommen im Forum. Die Idee, in Deutschland völlig autark mit PV zu sein, kannst du knicken, genauer, es geht, wird aber schweineteuer.


    Was das Thema Batterien angeht, so kannst du dich hier mal schlau machen: http://wiki.polz.info/doku.php Bleibatterien sind immer noch die preisgünstigsten (mit Abstand) und ich wäre extrem verwundert, wenn sich das innerhalb von 10 Jahren ändert.


    Wenn du wirklich (weitgehend) autark sein willst, dann wirst du dir einen Generator anschaffen müssen, denn nur mit dem kannst du ´dicke´ Maschinen preislich sinnvoll versorgen.


    Es gibt zwei Komponenten in so einer Anlage, die möglichst gleich von Anfang an stimmig sein sollten. Das ist zum einen die Batterie, zumindest muss die Aufstellung so gewählt sein, dass man später in enger räumlicher Nähe Batterien von dem gleichen Typ parallel dazu schalten kann. Viele behaupten, das sei nicht so gut, es ist nur nicht wirklich optimal (technisch gesehen), aber es gibt wirklich schlimmeres im Leben, etwa Leute, die keine Batteriewartung machen.


    Das andere ist der Wechselrichter. Wird die Anlage später vergrößert, dann ist er zu klein und man kann ihn entsorgen (man kann den natürlich auch für eine kleine Subinsel weiter verwenden, aber dann wird die Anlage schnell unübersichtlich; man kann natürlich von Anfang an gleich viele kleine Subinseln planen, dann bleibt es übersichtlich). Das Problem an den WRs ist ihr Eigenverbrauch; nimmt man einen großen WR, betreibt erst einmal nur eine kleine Insel daran, dann verbraucht der WR möglicherweise schon so viel, wie die ganzen Verbraucher. Bei mehreren kleinen WRs kann man diese auch abschalten, wenn man ein Subnetz nicht braucht, bei einem einzigen großen WR geht das nicht. Andererseits sind mehrere kleine WRs teurer, als ein großer.


    Mit anderen Worten, vor dir liegt ein langer Lernweg und dann eine gute Planung, was du nacheinander machen willst. Alleine die Module kann man sinnvoll und leicht erweitern. Dazu legt man fest, was man irgendwann mal maximal haben möchte und macht die gesamte Unterkonstruktion in einem Rutsch fertig.


    Hinweis: Es gibt Insel-WRs, bei denen der Laderegler mit eingebaut ist; bei solchen Geräten wird das Erweitern dann teuer. Also die Technik einfach halten und die Zubaurate so festlegen, dass man die neue Lage mit einem eigenen LR an die Batterie klemmen kann.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von PV-Express

    und nennt sich Winter :wink:



    und auch Finanzamt... :juggle:
    Viel Spaß bei den PV-Abrechnungen.


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • http://www.pv-ertraege.de/cgi-…region_uebersichten.pl/gr


    Hier mal Monatserträge zu einer bestimmten Region.


    Für den Januar muss man wohl im Worst-Case mit 10, im Schnitt 15-20 kWh/kWp rechnen.
    2000 KWh im Jahr Verbrauch sind etwa 170 kWh für diesen Januar (oder eine reale Zahl, wenn man von mehrverbrauch ausgeht).


    Grob gesagt sind also 8,5 bis 17 kWp Anlagenleistung nötig.
    2 Wochen ohne Nennenswerte Erträge könnte man dann in den Speicher einrechnen. Sprich 85 KWh-Kapazität.


    Das andere Ende läge bei einer normalen großen Netz-Einspeiseanlage oder einer Einspeiseanlage mit Akku. 6-8 KWp + 8 kWh-Batterie

  • danke jdhenning genau auf diesen Input hoff(t)e ich! *fühl dich geknutscht * nohomobro * :P Zeigt mir die Steine im Weg!


    Und ja... das ist auch mein Gedanke: 5 kleine Wechselrichter sind teurer als ein ordentlicher.
    Und ja... Bei meinen ersten Recherchen habe ich auch gesehen, dass ein hoher Stromverbrauch bei den Produzenten günstiger ist, als ein geringer Stromverbrauch.... soweit ich es noch im Kopf habe, hat man bei einem Verbrauch von unter 700kWh im Jahr die A***karte gezogen; das wird teurerer (gutes Deutsch) als ein Verbrauch von 2000kWh.
    Daher auch so mein leicht idealistischer Gedankengang..... Entweder ganz autark oder im Stromnetz bleiben.
    Aber selber haben ist immer besser als brauchen... oder wie soll ich es umschreiben.... Ich hol mir einen 10kW WR und nach und nach Batterien, die meinen Verbrauch decken. Den Input werde ich vorerst mit PV und Windanlagen andenken.


    Das FA wäre bei mir weniger das Problem, da ich das irgendwie in meine "Einnahmen" abrrechnen könnte... meine "Autarkie" geht weitere Wege ^^ Obwohl... hmpf... frag mich andere Sachen....


    Aber was für Wechselrichter und Ladegeräte würdet ihr empfehlen?
    Und welche Blei-Batterien?

  • Hi AndreasDampf,


    jdhenning hat Dich ja schon sehr gut auf die Knickpunkte Deines Vorhabens aufmerksam gemacht. Es gab hier schon öfter ziemlich vernichtende Diskussionen über ähnliche Vorhaben. Laß' Dich davon nicht verblüffen.
    Zunächst zwei entscheidende Fragen:
    Bedeutet für Dich energetisch autark, dass Du auch von nichtnachwachsenden Energierohstoffen (Öl, Kohle, Gas) unabhängig werden willst? Kannst Du Dir vorstellen, Dein Verbrauchsverhalten an die Jahreszeit bzw. die Bewölkung anzupassen? Das ist die Herausforderung für die modernen Insulaner.
    Nun etwas Ermutigung und ein paar Wegweiser:
    Ja, es geht, ist nicht unbezahlbar, erfordert aber Umdenken und bewußte Änderung des Lebensstils. Das ist ein hoher Preis.
    In Dein kleines Haus kannst Du ein Gleichstromnetz einbauen über das alle Verbraucher, die unmittelbar mit Gleichstrom betrieben werden können, versorgt werden: LED-Beleuchtung, Smartphone laden, Radio, Glotze, PC, Kühlbox, Umwälzpumpe der ZH, kleine Küchenmaschinen, Kleinmotoren. Damit sparst Du Dir den kleinen Wechselrichter, der Dich in bewölkten Zeiten mit dem nötigsten Strom versorgt. Zugleich nutzt Du das Wenige, das die Wolken durchlassen, optimal. Dafür brauchst Du nur einen kleinen Akku mit 24 V. Seine Größe wie auch die Mindestgröße der PV bestimmt der Verbrauch, den Du hast. Waschmaschine, Geschirrspüler, Kreissäge etc. kannst Du damit nicht betreiben, denn diese Geräte brauchen kurzfristig Leistungen, die ein kleiner WR nicht bringen kann. Die läßt Du erst mal am Netz.
    Der nächste Schritt wäre dann, für Heizung und Warmwasser (auch für die Wasch- und Spülmaschine) die in nachwachsenden Rohstoffen gespeicherte Solarenergie zu nutzen.
    Das Kochen ist die größte Herausforderung, denn mal eben mit 2 kW Kaffeekochen geht mit einer kleinen Anlage im Winter nicht oft. Und Spiegelei mit 2kW unter der Pfanne auch nicht. Einen Holzherd, wie ihn die Uroma schon abschaffte, wirst Du nicht betreiben wollen. Also Gas? Für einen Elektroherd brauchst Du große Akkus und einen mittelstarken WR. Für die Maschinen mit 5kW dann einen ganz Großen. Beide WR schaltest Du nur unmittelbar bei Bedarf ein und danach sofort wieder ab. Die Größe Deiner PV-Fläche und die Wolken bestimmen dann, wann Du Dich einschränken mußt.


    Freundliche Grüße
    pvx

  • Zitat von pvx

    Für die Maschinen mit 5kW dann einen ganz Großen. Beide WR schaltest Du nur unmittelbar bei Bedarf ein und danach sofort wieder ab.


    Moin pvx, WR, die man nicht benutzt, sind totes Kapital. Einen WR über nacht abzuschalten kann sehr lohnend sein, denn man erspart sich den unnötigen Eigenverbrauch. Aber einen teuren WR an der Wand hängen zu haben, nur weil man ihn zwei Stunden (einfach mal so als Wert) im Monat benötigt, ist nicht sehr sinnvoll.


    Wenn der TS wirklich autark sein will, dann kommt er um einen Generator nicht herum, denn im Winter wird er seine Batterie damit aufladen müssen, also kann er ihn auch benutzen, wenn eine ´dicke´ Maschine gebraucht wird. In beiden Fällen ist aber ein Netzanschluss deutlich preiswerter (zumindest auf viele, viele Jahre).


    Zitat von AndreasDampf

    Und welche Blei-Batterien?


    Schau ins Batterie-Wiki, das ich dir verlinkt hatte.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Danke für die Antworten! :)
    Und vorallem für den Link fürs Wiki ^^


    Hm... das Wort "autark" muss ich wohl wieder hinten anstellen.... außer ich gewinn in nächster Zeit im Lotto.
    Für den Anfang muss ich wohl wirklich ganz konventionell den Hausanschluss nutzen und mir nach und nach eine Anlage aufbauen. Jetzt habe ich mein Wochenende damit verplämbert mich weiter in die Materie einzulesen und auch zu schaun, was es auf dem Markt gibt. Ich hab auhc WR gefunden, die man parallel schalten kann, also den Output erweitern kann.


    Zu Beginn werd ich mich erstmal darauf konzentrieren ein oder zwei Module aufs Dach zu bekommen und einspeisen, aber auch weiter daran arbeiten, dass ich zu 90% meinen Bedarf decken kann; also auch mit Batterien und Co.
    Ich glaube meine Intension teilen hier einige und es ist hoffentlich verständlich, was ich will, aber den wirtschaftlichen Aspekt kann halt auch einfach nicht ignorieren; ähnlich wie bei der Frage, ob man sich ein Haus kauft oder in Miete wohnt. Mit meinem jährlichen Stromverbrauch von 500€ macht eine Anlage für mehrere Tausend einfach keinen Sinn. Daher peile ich mal etwas um die 1500€ an(!?) und schau dann wie sich das entwickelt.


    Bei dem restlichen Energiekonzept für das Häuschen bin ich mir noch nicht ganz sicher. So ein Wamsler-Oma-Ofen hat für mich schon seinen Reiz und ich hab auc ein wenig Übung damit zu kochen, aber ein wasserführender Kamin ist doch gemütlicher; dazu noch Solarröhren aufs Dach und ein entsprechend großer Wärmespeicher sollten mich gut durch den Winter bringen. ^^


    Das Haus ganz auf 12V oder 24V ausrichten möchte ich auch nicht; das wird mir dann zu speziell, falls ich es doch wieder verkaufen möchte.... Aber die gesamte Beleuchtung mit 12V kann ich mir gut vorstellen bzw der Beleuchtung eigene Leitungen geben, damit ich dann einen kleinen Versuchsaufbau habe, an dem ich mit Solarmodulen, Batterien und WR herumspielen kann.... oder so ähnlich... :juggle: Ich muss/ sollte nach dem Stromkasten(Netzanschluss) einen zweiten Kasten einplanen, in dem ich die Leitungen für die einzelnen Räume auf "autark" umschalten kann....


    Aber wie gesagt: Ich steh noch ganz am Anfang und es gibt noch so vieles zu lesen und zu lernen.
    Ich bedanke mich vielmals (nochmals) für die hilfreichen Antworten. :):):)


    Viele Grüße
    Andreas

  • Zitat von jdhenning


    Moin pvx, WR, die man nicht benutzt, sind totes Kapital.


    Andere nennen das Redundanz, die wird aber erst wirklich wichtig, wenn man nicht mehr am Netz hängt.


    AndreasDampf: mit 1500€ Investition anfangen ist imo nichts halbes und nichts ganzes. Es ist kaum sinnvoll die so angeschafften Komponenten (du wirst noch merken, daß die Module schon lang nicht mehr das teuerste sind) in eine spätere "große Lösung" zu integrieren, das haben schon viele versucht und letztendlich dann doch neu gekauft. Ich bin der Letzte, der dir das ausredet, aber vorwarnen möchte ich dich halt doch. edit: wobei sich hochwertige Komponenten auch gut verkaufen lassen und nicht so stark an Wert verlieren.
    Wenn man neu baut, kann man oft 10000€ "Schnickschnak" weglassen (vielleicht geht die Küche ja doch noch für ein paar Jahre und ein Freund baut die für eine Brotzeit etwas um) und dafür kann man das Dach mit PV typisch voll machen lassen und damit Geld verdienen, selbst wenn du das finanzieren mußt. Wenn du dann in ein paar Jahren wieder finanziell etwas Luft hast, hast du eine schöne Basis deine Pläne Richtung Autarkie nochmal anzugehen (oder dir bzw. der Regierung doch den "Schnickschnak", den du am Anfang weggelassen hast, kaufen). Mit 5-10kWp auf dem Dach bist du dem nämlich schon viel näher als mit 500Wp.