Firma gründen zum Betrieb mehrerer PV Anlagen?

  • Guten Morgen zusammen,


    ich wende mich mit einer Frage an Euch:
    Meine Planung ist, als Teil der Altersvorsorge die Installation mehrerer PV Anlagen auf Pachtdächern zu errichten.
    Zwei Pachtverträge habe ich geschlossen, Installationen werden im Februar / März durchgeführt mit einer Anlagengröße von in Summe ca. 80 kWp. Beide wurden aus Eigenkapital in Auftrag gegeben.


    Nun möchte ich weiter investieren, aber auch in Form von Bankfinanzierungen bzw. Anlagengrößen bis 100kWp je Dach.


    Sollte ich dieses hoffentlich wachsende Portfolio an verschiedenen Anlagen weiter über mich als Privatperson führen oder würde es sich anbieten, diese zu separieren in eine Gewerbegründung? Ich weiss dann allerdings nicht, wie Banken reagieren, wenn ich als Neugewerbe eine PV Finanzierung anfrage mit derzeit noch überschaubaren Einnahmen bei gleichzeitiger großer Kreditanfrage.


    Bisher als Privatperson hat die detaillierte Selbstauskunft mit Immobilienbesitz bzw. freien Grundschulden / gutes Einkommen die Sache vereinfacht. Allerdings wird die Selbstauskunft durch die unterschiedlichen, neuen Einkunftsarten / Verbindlichkeiten immer aufwendiger.


    Ich danke für Ideen oder Tipps.
    Viele Grüße
    Peter

  • Hallo Peter,


    eine detailliertere Empfehlung geben kann und möchte ich nicht...


    Nur eine Sache fällt mir auf....


    Wenn es in deinem Betrieb knallt (warum auch immer) bist Du auch mit deinem Privatvermögen dran. Ich würde schauen den Betrieb von diesem zu trennen...


    Nicht falsch verstehen..ich weiss auch nicht wie alt du tatsächlich bist... aber wenn dann Deine Gesundheit mal nicht mehr mitspielen sollte und du auf Hilfe angewiesen bist, springen die Geier im Fall auf alles was Kohle bringt...und damit meine ich nicht die Familie


    Grüsse
    Carsten

    7,28 kWp, 6000TL20, Ost mit 28 x ReneSola JC260M-24/Bb (02/2013)
    2,65 kWp, 2500TL21, West mit 10 x SolarWorld AG SW 265 mono (EU)
    6,48 kWp, SB5.0, W/NW mit 22 x SolarWorld AG SW 270 mono (EU)
    14,8 kWh Hoppecke Batterie mit SI 6H-11

  • Hallo Carsten,


    vielen Dank für Deine Rückmeldung.
    Mir ist auch erst nach dem Posting aufgefallen, dass dies sicherlich besser bei einem Steuerberater aufgehoben ist, als dass ich darum bitte, Empfehlungen auszusprechen.


    Ich dachte eben nur, ich höre mich mal um, wie so Erfahrungswerte sind bei Mehrfachbetreibern.


    Vom Alter her bin ich erst 40 Jahre alt, aber ich wollte so langsam beginnen, mit dem Punkt Einspeisevergütung eine regelmäßige, zusätzliche Einnahmequelle auf einen langen Zeitraum gesehen, aufzubauen. Macht mir mehr Spaß als mich mit Mietern herum zu schlagen beim Thema Immobilien.


    Viele Grüße
    Peter

  • Für mich stellt sich hier die Frage welche Vorteile Du erreichen willst. Aus steuerlicher Sicht macht ggf. eine GmbH Sinn, wobei ich bezweifle, dass hier die Kosten im Verhältnis zu einer möglichen Steuerersparnis stehen.


    Auf der anderen Seite will die Bank Sicherheiten haben. Wenn Du als Privatperson die PV betreibst, hat die Bank ausreichend Sicherheiten (Haus- und Grundbesitz und andere Vermögenswerte). Welche Sicherheiten kann Deine GbR/GmbH der Bank zur Verfügung stellen? Hier wird sich dann stark die Frage stellen, ob Dir die Bank überhaupt eine Finanzierung anbietet...

  • Tja, welche Vorteile, gute Frage....
    Ich dachte nicht unbedingt an finanzielle, sondern eher an abgegrenzte durch Privat- und Firmensplitting.


    Ich gebe Dir vollkommen recht, dass es derzeit als Privatperson mit der Einbringung der privaten Vermögenssituation vermutlich einfacher ist, Finanzierungen anzufragen als eine neu gegründete Firma ohne Geschäfts- und Umsatzhistorie. Das hatte ich ja auch in meinem Erst-Posting erwähnt.


    Mir ging es am meisten darum, mich auszutauschen, wie es eventuell weitere Forumsteilnehmer handhaben, die auch mit mehreren Anlagen aktiv sind - alles privat verbucht oder separiert.

  • Zitat von binepeter

    Tja, welche Vorteile, gute Frage....
    Ich dachte nicht unbedingt an finanzielle, sondern eher an abgegrenzte durch Privat- und Firmensplitting.


    Ich gebe Dir vollkommen recht, dass es derzeit als Privatperson mit der Einbringung der privaten Vermögenssituation vermutlich einfacher ist, Finanzierungen anzufragen als eine neu gegründete Firma ohne Geschäfts- und Umsatzhistorie. Das hatte ich ja auch in meinem Erst-Posting erwähnt.


    Mir ging es am meisten darum, mich auszutauschen, wie es eventuell weitere Forumsteilnehmer handhaben, die auch mit mehreren Anlagen aktiv sind - alles privat verbucht oder separiert.


    Hallo Peter,


    der Ansatz die Anlagen vom Privatvermögen zu trennen ist sicher sinnvoll. Ich persönlich bevorzuge die GmbH (oder UG) & Co. KG. Die genannte Anlagengröße ist hier aus heutiger Sicht allerdings zu klein. Ich empfehle bei Neuanlagen neue Betreibergesellschaften zu gründen, wenn der Jahresumsatz mindestens die 50.000 € übersteigt.


    Eine Bank zu finden ist, bei normalen Eigenkapitaleinsatz (also zw. 10% und 25%) und ohne persönlich Haftung, auch kein Problem. Die üblichen verdächtigen sind die DKB, GLS oder UmweltBank. Sicher macht macht es auch sinn, mal bei der Sparkasse vor Ort nachzufragen.


    Grüße
    Lesandro

  • Hallo,


    aus meiner Sicht macht es vor dem Hintergrund der erhöhten lfd Kosten keinen Sinn.


    Einziger Vorteil wäre eine Trennung und Haftungsbegrenzung. Die ist hier (bei a) PV und b) Motiv Altersvorsoge) aber für mich absolut nachrangig. Warum? Wenn ich Gefahr sehe, bei den Invest Risiken einzugehen, darf ich es vor dem Hintergrund der Altersvorsorge nicht machen. Darüber hinaus muss Risiko immer "verzinst" werden - dafür ist die Marge zu gering. PV ist wenn man es ordenlich macht (u.a. ordentliche Planung, Verträge und Versicherungen absolut risikoarm). Jede Abweichnung in der Konstellation (z.B. Objekt kann nicht versichert werden) führt dazu, dass man sofort die Finger davon lassen.
    Ist man nicht sicher und hat keine Erfahrung, sollte man die Finger ganz davon lassen.


    Die Profis, die ich kenne und erhebliche Engagements in PV haben, führen es als Privatperson.Des weiteren ist man viel flexibler usw.


    Ab mehreren Mio-Beträge, wo die lfd. Grundkosten eine nachgeordnete Rolle spielen, kann man gerne überlegen.


    Möchte hier deutlich sagen, dass es mir nicht um richtig oder falsch geht, dies ist nur meine Meinung.


    Eins verstehe ich allerdings nicht: Wie man nach 03/2012 unter Vollkostenrechnung und Bezahlung des Unternehmertuns solche Anlage unter dem Aspekt der Gewinnerzielung wirtschaftlich betreiben kann.

  • Bin ganz dich beim Gueldnerfan.


    Wenn denn mit Gewalt eine eigene Rechtspersönlichkeit her soll, dann in der Form der UG.
    Kriegt man die Buchführung sowie den Jahresabschluss selbst auf die Reihe.... dann bleiben immer noch die Gründungskosten (Notar, Eintragung, paar andere Gebühren).


    Banken werden an eine UG (oder GmbH) wohl immer nur gegen persönliche Sicherheiten Kredite gewähren.
    Aber die Haftung für die Kredite ist ja wohl auch nicht der drückende Schuh.
    Ansonsten... ich sehe nicht die Haftungsprobleme eines Handwerkers, der bei einem Auftrag für 500,- Euro eine komplette Raffinerie und drei angrenzende Stadtteile abfackelt; aber diese Risiken wären - so sie bestehen - im Griff.


    Wie die Gewinne o. Deckungsbeiträge bei Voll- oder Teilkostenrechnung aussehen... nun.. sagen wir so: Mir ist das egal. Gerade bei PV, wo die Zahlungsströme doch recht gut planbar sind. Hier gilt ganz klar : Profit is opinion - cash is fact.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Guten Morgen zusammen,


    ich danke Euch für Eure Rückmeldungen.
    Ich muss auch nicht zwingend irgendwas machen / gründen sondern wollte mich einfach umhören, ob ich mit meiner derzeitigen Version - alles über Privatperson - eventuell falsch liege.
    Das scheint nicht der Fall zu sein, da eher die private Betreibung vorgeschlagen wird. Damit liege ich ja somit gar nicht so falsch.


    Dann werde ich mal so weitermachen und schauen/suchen/hoffen, dass mir das ein oder andere Dach noch "vor die Füße" fällt ;-)


    Euch einen schönen Tag
    Viele Grüße
    Peter

  • Zitat von Gueldnerfan


    Einziger Vorteil wäre eine Trennung und Haftungsbegrenzung. Die ist hier (bei a) PV und b) Motiv Altersvorsoge) aber für mich absolut nachrangig. Warum? Wenn ich Gefahr sehe, bei den Invest Risiken einzugehen, darf ich es vor dem Hintergrund der Altersvorsorge nicht machen. Darüber hinaus muss Risiko immer "verzinst" werden - dafür ist die Marge zu gering. PV ist wenn man es ordenlich macht (u.a. ordentliche Planung, Verträge und Versicherungen absolut risikoarm). Jede Abweichnung in der Konstellation (z.B. Objekt kann nicht versichert werden) führt dazu, dass man sofort die Finger davon lassen.
    Ist man nicht sicher und hat keine Erfahrung, sollte man die Finger ganz davon lassen.


    Das ist sicher richtig. Wenn man es richtig macht/plant ist PV risikoarm. Aus meiner Sicht aber trotzdem vorhanden, z.B. Standortrisiko (Standort brennt ab, wird nicht wieder aufgebaut), nicht versicherbare technische Mängel in den Modulen/WR und, wenn auch sehr unwahrscheinlich, politische Risiken (Sonnensteuer, etc.).


    Zitat von Gueldnerfan


    Die Profis, die ich kenne und erhebliche Engagements in PV haben, führen es als Privatperson.Des weiteren ist man viel flexibler usw.
    Ab mehreren Mio-Beträge, wo die lfd. Grundkosten eine nachgeordnete Rolle spielen, kann man gerne überlegen.


    Sämtliche Profis, die mir bekannt sind, gründen Betreibergesellschaften. Allerdings sind die Projekte immer größer, bzw. gleich im MW-Bereich.



    Zum Thema Kosten. Wie kpr schreibt, die Gründungskosten (UG, GmbH, etc. ) sind überschaubar. Eine Bilanz bekommt man auch noch selbst hin. Zugegeben ist aber mehr Arbeit. Hinzu kommen noch die IHK Gebühren. Das war es aber auch schon.
    Für größere Projekte bestehen die Banken auf Projektgesellschaften. Ein persönliche Haftung ist hier seltenst das Thema.


    Zusammengefasst sehe ich das ganze so. Eine für mich interessante Pachtanlage muss um die vorgenannten Kosten, den Arbeitsaufwand mit abdecken zu können, einen Jahresumsatz von ca. 50.000 € erwirtschaften. Die Investitonssumme liegt dann schnell bei über einer halben Mio. €.
    Bei der Summe muss dann jeder, abhängig von seiner persönlichen Lage, entscheiden, ob er einen Schaden aus dem sonstigen Vermögen mittragen kann. Mir ist es die "Versicherungsprämie" wert, keinen Rückgriff auf mein privates Vermögen befürchten zu müssen.


    Grüße
    Lesandro