Hat jemand Erfahrung mit NO-Anlagen?

  • Wie im Betreff zu entnehmen ist, bin ich momentan am überlegen, ob es Sinn macht, die zweite Dachhälfte zu belegen. Die 9,975kWP Anlage ist - wie man im Avatar sieht - auf der Dachseite Richtung SW ausgelegt (+39°). In 1-2 Jahren werde ich das Haus verputzen lassen und dann wäre die Möglichkeit gegeben, auf der anderen Seite nochmal 30 Platten verlegen zu lassen. Gegenwärtig sind 36 mit 285W Peak verlegt, wobei eine nicht angeschlossen ist (Wegen der 10kWP Grenze bei der EEG, jedoch nach 1 Jahr kann man die ja als eigenständige Anlage nutzen). Dachschräge beträgt 30°. Im Winter werden die Platten niemals Sonnenlicht zu Gesicht bekommen, d.h. die müssen mit dem diffusen Streulicht auskommen. Ab April jedoch würden auch diese von der Sonne angelacht werden. Laut PVGIS müsste ich mit der 8,55kWP Anlage (30 x 285W) 5500 kWh Strom erzeugen können. Hat jemand eine ähnliche Konstellation bzw. Erfahrung mit solch einer Ausrichtung? Zu empfehlen ja/nein?


    Wenn die Anlage nach 1 Jahr gebaut wird, wird sie ja als eigenständige angesehen und ich hätte auf jedenfall kein Problem mit der EEG Umlage auf dem selbstverbrauchten Strom. Wie schauts eigentlich aus, wenn ich stärkere Module kaufen würde, diese jedoch auf die Südseite verlegen lasse und die alten auf die Nordseite? Gäbe es da irgendwelche Probleme weil ja die ursprüngliche Anlage verändert wurde? Im Prinzip hab ich ja nur die Ausrichtung der Platten geändert....


    Bin auf eure Anregungen gespannt :)

    9,975 kWP (35 x LG285S1C-B3)
    Fronius Symo 10.0-3-m
    30 Grad DN
    39 Grad SW

  • Dumm ist bloss, dass du dazu einen weiteren WR benötigst.
    Hättest du alles von Anfang geplant, hätte einer genügt und die beiden idealerweise gleichlangen Strings hätten parallel geschaltet werden können...
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Das ist richtig, aber soweit hab ich damals nicht gedacht.... Es hätte dann ein 15/16 kWP Wechselrichter vollkommen ausgereicht, wobei ich mit nicht sicher bin, ob das auch geklappt hätte. Was ich so gesehen habe, haben viele Wechselrichter nur die Möglichkeit, 2 Strings anzuschließen oder lieg ich da falsch? Glaub der Fronius Symo kann nur 2 Strings???????

    9,975 kWP (35 x LG285S1C-B3)
    Fronius Symo 10.0-3-m
    30 Grad DN
    39 Grad SW

  • Zitat von FISO

    Das ist richtig, aber soweit hab ich damals nicht gedacht.... Es hätte dann ein 15/16 kWP Wechselrichter vollkommen ausgereicht, wobei ich mit nicht sicher bin, ob das auch geklappt hätte. Was ich so gesehen habe, haben viele Wechselrichter nur die Möglichkeit, 2 Strings anzuschließen oder lieg ich da falsch? Glaub der Fronius Symo kann nur 2 Strings???????


    2 Strings würden doch völlig reichen. Wie erwähnt, wenn die Modulfelder gleich lang sind, kann man sie parallel schalten.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Hi,


    Zitat

    Hat jemand eine ähnliche Konstellation bzw. Erfahrung mit solch einer Ausrichtung? Zu empfehlen ja/nein?


    Ich habe 35 Grad SW und NO, jeweils 2 getrennte Anlagen.
    Die SW ist von 2008/2009 und Volleinspeisung.
    Die NO von 2013 mit Eigenverbrauch und Überschußeinspeisung.
    Ertrag 2016: 5570 KWh, ein eher schlechtes Jahr.
    Seit 2015 NO sogar mit Speicher.
    Aktuell 07.02.2017, 11:10 Uhr: NO 1131W, SW 2637W.
    Meine Meinung:
    NO mit Eigenverbrauch jederzeit wieder, reine Einspeisung: Nein.
    Speicher: Nur wenn du Notstrom willst, Idealist bist und das Geld übrig hast.


    Ich würde an der bestehenden SW Anlage nichts ändern, das übrige Modul dann mit auf die NO Seite nehmen.


    Gruß
    Rainer

    Süd-West(2008) -> 9,69 KWp, Schott Poly 170, 1x SMA SB4000TL-20 1 x SB5000TL-20
    Nord-Ost(2013) -> 8,82 KWp, Yingli YL245, 1 x Fronius Symo Hybrid 5.0-3-S, 1 x Symo 3.7-3-S, Solar Battery 12.0
    Prius 4 Plugin-Hybrid, Ladestation Amtron Xtra 22KW

  • 5570 kWh bei einer Nord-Ost Ausrichtung und 8,82 kWP klingt nicht schlecht. Das wäre ungefähr das, was mir PV GIS ausspucken würden. welche Dachneigung hast du wenn ich fragen darf?

    9,975 kWP (35 x LG285S1C-B3)
    Fronius Symo 10.0-3-m
    30 Grad DN
    39 Grad SW

  • Hi,
    habe 35 Grad Dachneigung.
    Hatte 2014 sogar 6539 KWh, dürfte aber ein Ausnahmejahr gewesen sein.
    Ps. Ich stand vor einem ähnlichen Problem, jedoch kostet die Umverstringung Montage / Demontage mehr als ein neuer WR.


    Gruß
    Rainer

    Süd-West(2008) -> 9,69 KWp, Schott Poly 170, 1x SMA SB4000TL-20 1 x SB5000TL-20
    Nord-Ost(2013) -> 8,82 KWp, Yingli YL245, 1 x Fronius Symo Hybrid 5.0-3-S, 1 x Symo 3.7-3-S, Solar Battery 12.0
    Prius 4 Plugin-Hybrid, Ladestation Amtron Xtra 22KW

  • Die Frage ob die NO sinnvoll wird oder besser wirtschaftlich hängt von einigen Faktoren ab.
    Wesentlich sind die Kosten der Ertrag sowie die Vergütung des NO Zubaus.


    Bei NO / SW Anlagen "kann" eine WR auf 60% im Optimum liegen.
    Das würde ich jedoch sehr genau prüfen (rechnen simulieren).
    Das wäre dann ein 12 kVA und nicht weit weg vom vorhandennen 10 kVA


    Mein Vorschlag zur Prüfung wäre auf NO ca. 6 bis 8 kWp zuzubauen
    Da wäre der WR bei 60% noch ok.
    Die Strings anzupassen und den bestehenden Fronius zu behalten!
    Der Fronius sollte zu 100% Asymmetrie auf den Mppt können.
    Als Module Poly in Betracht ziehen.
    Das könnte die sinnigste Variante werden.
    Die Zubaukosten könnten dann unter deutlich unter 900 Eur/kWp liegen (Gerüst vorhanden).


    Hier im Forum gibt es viel über O/W Anlagen mit der Suche zu finden.


    Frage: Welche Module sind auf dem SO Dach? (Falls mono warum?)

  • Bin N/O-Anlagen-Fan. Worauf Du achten musst: Kein Schnickschnack (also 08/15-Polys), den String möglichst nahe an der optimalen Länge, den WR ruhig auf 70% dimensionieren (60% wäre mir zuwenig).
    Meine Anlage ist mit PVGIS classic auf 650 kWh/kWp angegeben. Selbst in einem recht durchschnittlichen Jahr komme ich aber eher an die 700 als an 650 ran. Und in guten Jahren sind auch deutlich über 700 drin.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Rein vom Ertrag her würde auch ich den vorhandenen WR stark überbelegen.
    Ohne Schatten könnte man sogar einfach gleich lange Strings von Nord parallel zu den Süd-Strings anklemmen, aber sauberer ists natürlich mit Nord/Süd-Trennung. (Schattenmanagement so oder so aktivieren.)


    Die Frage dazu ist nur: Was bedeutet das Abrechnungstechnisch? Also z.B. den Ertrag auf Nord/Süd aufteilen nach der PVGIS-Prognose (oder nach WR-Aufzeichnungen)?
    Aber da die Anlage kein Jahr alt ist, wäre es wahrscheinlich finanziell auch egal wenn der VNB den Ertrag gleichmäßig nach installierter Leistung aufteilt?


    Wenn man 8kWp zusätzlich zu den 10kWp von Süd auf den WR hängt, ist der WR bei 50° Sonnenhöhe um 1,23 und bei 60° Sonnenhöhe um 1,36 überbelegt, also in Summe grob geschätzt vielleicht 7% Ertragsverlust (der Gesamtanlage inkl. Südteil) im Vergleich zu einem extra WR. Die Überbelegung im Sommer ist weniger schlimm als zu anderen Jahreszeiten, weil da durch die Hitze die Modulleistung eh in die Knie geht.
    (Hast du 70% hart oder weich? Aber bei dem hohen Sonnenstand wird man die überschüssige Energie wohl eh kaum verbrauchen.)


    Das kannst du ja mal in Geld umrechnen und mit den Kosten für einen neuen WR + Installtion vergleichen. Bei 6kWp auf Nord lohnnt sich auf keinen Fall ein neuer WR. Bei 9 kWp auf Nord lohnt er sich wohl knapp.


    Und man kann den Ertrag auch mal mit Sunny Design durchspielen mit einem 10kVA-Gerät vs. größerem Gerät (kWh Ertrag vergleichen).


    (Ab 13,8 kVA müsste mindestens der neue WR cos(phi)=0,9 fahren, aber wenn du AC-Seitig darunter bleibst, bleibt es bei 0,95, also mehr Wirkleistung übrig.)


    --> ich würde zunächst den jetzigen WR lassen, und erst wenn dieser defekt ist z.B. auf Symo 12.5 oder 15.0 aufrüsten.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-