PV Planung für DHH der Eltern

  • Hallo zusammen,


    erstmal ein großes Lob und danke an das Forum hier. Ich schaue schon seit einiger Zeit unangemeldet immer mal wieder rein und bin immer noch begeistert von der Kompetenz und Hilfsbereitschaft die hier herrscht. Wollte ich nur mal loswerden.


    Aber nun genug der Schmeichelei: Nachdem es die finanziellen Mittel in den letzten Jahren nicht zu ließen konnte ich meine Eltern kürzlich vom Kauf einer PV Anlage für ihre DHH überzeugen. Zumindest ziehen Sie es nun in Erwägung. Bevor ich nun Angebote einhole (Gebiet: Düsseldorf/Mönchengladbach) würde ich mit Hilfe des Forums noch einmal gerne alle offenen Fragen klären. Ich fange einfach mal mit den Grundlagen an:


    Orientierung und Ertrag
    Azimuth: 11° (SSW)
    Dachneigung: 51°
    Ertrag laut PVGis: 968 kWh/kWp


    Dachmaße
    Auf den Bauplan warte ich noch, aber Zählen der Dachziegel ergibt für mich eine Fläche von ca 8,50m x 6.90 abzüglich des einen Fensters und des Balkons. Ich hab einen möglichen Belegungsplan angehangen und käme so auf 24 Module, könnten auch 25 sein wenn man die Module 6-20 vertikal verlegen würde in zwei Achterreihen, aber ich denke bei einen Modul mehr entscheidet da eher die Optik für eine komplett horizontale Verlegung. Soweit einverstanden?


    Verschattung
    Erstmal wenig. Aktuell wird schräg gegenüber etwas höher gebaut aber ich habe im Dezember mal abends drauf geachtet und da scheint es keinen Schattenwurf bis auf das Dach zu geben. Andere Bäume und Häuser kommen nicht in Betracht. Die Sat-Schüssel der Nachbarn sieht für mich aber so aus als könnte sie in den ganz späten Stunden der Sommermonate etwas Schatten werfen. Also insgesamt vernachlässigbar? Oder mit dem Nachbarn reden (unten kommt dazu noch was)?


    Leistung und Kosten
    Bei 24 Modulen á 260 W wären das 6,24 kW. Bei 280 W entsprechend 6,72 kW. Hier würde wohl Preis/Leistung des Angebots entscheiden. Soweit ich weiß ist 260 W hier immer noch die erste Wahl?
    Kostenmäig sehe ich das ganze dann bei um die 8000€, richtig?


    Eigenverbrauch
    Kaum genau zu nennen. Bis zum letztem Jahr wohnten noch 5 Leute in dem Haus, dieses Jahr werden es nur noch 3-4 und absehbar (max. 2 Jahre) nur noch 2 sein. Der Stromverbrauch war auch dank Durchlauferhitzern sehr hoch zuletzt (9000-10000 kWh). Auf meine Bitte hin wurde im September/Oktober mal eine zeitlang auf den Tagesverrbauch geachtet und man kam auf 15 kWh bei Tageslicht und 10 kWh in der Nacht. Die Reduzierung hier ist ein eigenes Thema und auch abhängig davon wie lange die aktuelle Heizungsanlage noch installiert bleibt (Stichwort: Abschaffung der Durchlauferhitzer). Ich persönlich würde für die meiste Zeit der 20 Jahre eher auf einen Verbrauch von 3.000-3.500 ohne und ca. 5.000 mit elektr. Warmwasser schätzen. EV-Quote dementsprechend auf 15- max. 20%. De facto ist sie wohl die nächsten 2 Jahre höher (Bruder im Studium wohnt noch dort), danach niedrig und ab 2029 wieder höher (Vater geht von Vollzeit in Rente) sein. Auch hier: Einverstanden?


    Anschluss des Inverters/Zählers
    Hier hab ich noch am wenigsten Ahnung. Im Keller wäre sicher Platz und vor dem Haus wären auch Lichtschächte zu zwei Kellerräumen, von denen einer (links von vorne) gegenwärtig die Gasheizung beheimatet. Der Zählschrank ist im Flur (Haustür ist auf dem Bild rechts zu erkennen). Ob da Platz ist weiß ich nicht, ich hab zwei Bilder angehangen. Könnte mir hier jemand sagen wie so eine Verkabelung aussehen könnte und was wahrscheinlich wo hin käme?


    Nachbarn
    Wird gerade noch geklärt ob die mitmachen wollen. Um Argumente dafür zu sammeln, wie viel günstiger könnte in dem Fall gebaut werden (nur eine Anfahrt/ein Gerüst aber zwei Verträge)? 10%? 15% 20%? Ein Traum wären sogar nicht nur den DHH-Nachbarn sogar noch die beiden Partien im baugleichen Haus nebenan. Macht das dann nochmal einen Unterschied?


    Papierkram
    Ein großes Hindernis bislang - meine Eltern wollen genau wissen was an zusätzlicher Abreit entsteht. Wenn ich das richtig verstanden habe stehen da an:
    - monatliche Elstermeldungen (Umsatzsteuervoranmeldung) für die nächsten 2 Jahre
    - Umsatzsteuer Jahreserklärung die ganzen 20 Jahre
    - Gewerbeanmeldung einmalig
    - Versicherung einmalig? Oder macht das der Solarteur i.d.R. mit?
    - Netzanschlussvertrag oder ähnliches mit dem Netzbetreiber? Oder auch hier der Solarteur?
    - Einkommenssteuer? Einfach zusätzlich ein Feld bei der normalen Steuererklärung angeben oder ist das extra?
    - Noch was?


    Finanzierung
    Wahrscheinlich 50-100% über KfW oder gibt es da bessere Möglichkeiten? Ich hatte auch überlegt mich selbst daran zu beteiligen, oder es sogar ganz zu übernehmen und als Geldanlage laufen zu lassen, aber nach erster Einschätzung führt das nur zu Problemen wenn Verbraucher und Besotzer nicht die selben sind. Daher wenn eine Beteiligung, dann abseits der Verträge.


    So. mehr fällt mir erstmal nicht mehr ein. Ich sage schon einmal jetzt ein großes :danke:


    edit: Belegungsplan vergessen

  • Erst mal Willkommen im Forum.
    Du darfst normalerweise die Brandschutzwand nicht überbauen, dann könnte es eng werden.


    Gewerbeanmeldung ist nicht nötig, einige Gemeinden nehmen die gar nicht an, wenn es nur um eine einzige PV geht. Beim Finanzamt muß man einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung abgeben, falls du das gemeint hast.
    Das technische mit dem Netzbetreiber regelt der Solarteur, vom Betreiber bruacht der nur sowas wie Stammdaten, Kontodaten und Steuernummer.
    Versicherung muß man schauen, z.B. hier im entsprechenden Forenbereich. Wenn mane s nciht fremdfinanziert genügt evtl. das, was in der Gebäudeversicherung oft schon dabei ist.
    In der Einkommensteuer ist zusätzlich die Anlage G und entweder Anlage EÜR oder die EÜR formlos mit abzugeben.


    Dazu kommt noch die einmalige Registrierung bei der Bundesnetzagentur.


    Die Anlage kann auch über 20 Jahre hinaus laufen (21 ist sogar üblich, weil es die Vergütung 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr gibt), dementsprechend auch die Steuersachen ;)
    Sollte dein Vater in Frührente gehen wollen (also nicht 67-x; x abhängig vom Geburtsjahr), sollte man auf die Hinzuverdienstgrenzen achten. Evtl. die Anlage gleich auf die Mutter anmelden, wenn die nicht berufstätig ist.
    Du kannst durchaus Eigentümer sein, deine Eltern müssen nur Betreiber sein, zahlen dir z.B. eine feste Miete.

  • Das Dach schreit ja geradezu danach, belegt zu werden ;-)


    Schneefang braucht man bei euch wohl nicht?


    Du könntest den Papierkram auch selber übernehmen...
    Netzanschlussvertrag braucht man keinen. Versicherung lieber extra z.B. bei Rosa.


    Wahrscheinlich brauchst du einen extra Zählerschrank, einige 100 €.
    Die Anlage gemeinsam mit den Nachbarn zu bauen, wird die Kosten wahrscheinlich nur geringfügig drücken, da das aufwändige (Leitungen legen, Zählerschrank...) ja doppelt gemacht werden muss.

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-