unentgeltliche Wertabgabe richtig berechnen

  • Schönen guten Tag Leute,


    Ich habe mal eine dringende Frage.


    Ich habe letztes Jahr an das Finanzamt die monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung gemacht. Also musste ich ja auch meine unentgeltliche Wertabgabe berechnen.
    Das habe ich wie folgt so gemacht:


    Eigenverbrauch x Netto Strompreis Energieversorger = Ergebnis 1
    Ergebnis 1 + Netto Grundpreis Energieversorger = Ergebnis 2
    Ergebnis 2 / Eigenverbrauch = Ergebnis 3
    Ergebnis 3 / 1,19 = Ergebnis 4
    Ergebnis 4 X Eigenverbrauch = Endergebnis


    Jetzt ist meine Frage ist da der Nettopreis vom Energieversorger richtig oder hätte ich den Bruttopreis benutzen sollen?


    Wäre nett wenn ihr mir weiterhelfen könntet =)


    Danke schonmal


    Liebe Grüße

  • unentgeltliche Wertabgabe ist die Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch.
    Bemessungsgrundlage ist der netto Bezugspreis des EVU incl. Grundgebühr.
    Also berechne die Ust/ kwh so als wenn du deinen gesamten Verbrauch beim EVU bezogen hättest.
    ( das sind dann 4-5 cent / kwh)

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Hallo,


    ich habe ein Verständnisproblem mit der Berechnung der unentgeltlichen Wertangabe.


    Ich muss berechnen, wieviel eine selbst verbrauchte kWh Strom kostet und muss davon die USt. abführen, richtig?


    Wenn ich die kWh nicht selbst verbraucht, sondern verkauft hätte, hätte das Finanzamt immer die USt. auf die Einspeisevergütung bekommen. Also einen konstanten Basispreis je kWh über 20 Jahre.
    Mit der hier verbreiteten Musterrechnung kostet die selbst verbrauchte kWh jedes Jahr etwas unterschiedliches. Nämlich den jeweiligen Preis des Versorgers, der sich ändert bzw. ändern kann.
    Eine anderer, für mich auch logischer Ansatz wäre, dass ich als Kosten für die selbst verbrauchte kWh den Preis für die selbst erzeugte kWh annehme. Der ist allerdings von Jahr zu Jahr unterschiedlich, da er sich aus der AfA und den Zinsen für die PV-Anlage und den Batteriespeicher zusammensetzt.


    Ein Kommentar auf meinen Kommentar wäre schön.

  • Wir haben für die USt als Wert den günstigsten kWh-Preis angesetzt, der sich bei Verivox finden lies.
    Für die EÜR hat das Finanzamt von sich aus als Wert die Einspeisevergütung angenommen. Den Ansatz über die Erzeugungskosten (mit AFA und so) wurde nicht akzeptiert. Ist so aber auch nicht schlecht.


    Läuft so seit 2 Jahren ohne Einwände.


  • Hi Horst,


    es mag vielelicht logisch klingen, allerdings geht es hier um die steuer, das hat nichts mit "gesunder bauernschläue" zu tun, sondern mit dem was im gesetzestext steht ;-)


    Und hier steht, dass bei der unentgeldliches Wertabgabe eine Steuer abzuführen wäre de auch entstanden wäre, wenn du die kWh nicht selbst produziert hättest, sondern gekauft hättest.
    In diesem Fall bedeutet diese Interpretation, dass es egal ist für wiviel Geld du die kWh selbst produziert hast oder wieviel du eingenommen hättest wenn du Sie verkauft hättest. Du musst dir folgende Frage stellen:
    "Wenn ich x kWh nicht selbst verbraucht hätte, dann hätte ich diese x kWh von meinem Energieversorger kaufen müssen. Dabei wäre eine Steuer von y € angefallen. Diesen steueranteil möchte der Staat von dir haben. Also wieviel Steuer hätte ich an den ENB abgeben müssen?"


    Dies gilt für den UMSATZsteuerteil (worüber wir ja jetzt reden).



    Also Umsatzsteuer beenden und übergehen zur nächsten Steuer.
    Jetzt reden wir von der EINKOMMENSsteuer:


    Bei der EINKOMMENSsteuererklärung (also bei der EÜR der Einkommensteuerberechnung) darfst du einen anderen berechnungsansatz wählen als bei der Umsatzsteuer.
    Wie KPR jetzt sagen würde müsste man den "teilwert" bestimmen, der zwar objektiv ist allerdings nicht eindeutig ;-)


    In verständlich ausgedrückt wurden in der EINKOMMENsteuer schon verschiedene Ansätze ausprobiert:


    1. Bezugsstrompreis: Schlecht für dich, gut fürs FA.


    2. "20 cT/kWh als Vereinfachung" wie in einer inoffiziellen Rundschreiben in Bayern veröffentlicht. Besser als Bezugsstrompreis, aber immernoch nicht gut. (Bitte beachte das INOFFIZIELL, das ist also keine gesetzliche Regelung)


    3. Einspeisevergütung: Die Einspeisevergütung ist bei der PV das "übliche" und auch von der intuition her das "richtige". Denn eine kWh ist für dich ja genau die Einspeisevergütung "wert", weil dud ir sicher sein kannst, dass du die kWh für diesen Preis verkaufen könntest. Daher wird diese Variante am ehesten genommen und lässt sich am besten verteidigen


    4. Herstellungskosten: Die Herstellungskosten wären für dich natürlich am besten, da sie am geringsten sind. Wenn du das durch bekommst, alles super. Allerdings kann dies eben relativ schnell torpediert werden, da die kWh dir nachweißlich mehr Geld bringen würde im Verkauf als die Herstellungskosten


    ALLE 4 Teilwertbewertungen lassen sich anfechten und diskutieren. Das hat der Teilwert so an sich und ist üblich. wenn du es am "einfachsten" haben möchtest, nimm am besten die Variante 3 ;-)

  • Schöne Antwort, PERFEKT zusammengefasst :danke:


    Variante 4 hat das Finanzamt bei uns abgelehnt und eben Var.3 genommen