Noob Fragen zur Anmeldung, Einspeisung und Steuern

  • Hallo zusammen,
    ich hab da ein spezielles Problem, und konnte mir bisher nicht wirklich selbst helfen:
    (hört sich irgendwie merkwürdig an ;-) )


    Wir haben ein Haus gebaut und gleichzeitig eine 4,35kWp (west ungefähr 2,8, ost rest) installiert. Haben eine Luft-Wärmepumpe. Das war im Sommer 2016.
    Soweit alles beantragt und die Anlage läuft. Wir speisen auch ein. Allerdings ohne Vergütung. Wollte ich ursprünglich machen, hab das aber im Stress mit Hausbau, Garten, Job und Baby nicht auf die Reihe bekommen. Klingt für manche vielleicht doof, ist es vielleicht auch. war leider so und kanns nicht mehr ändern.


    Jetzt also meine Fragen:
    1) Kann ich nachträglich noch eine Vergütung der bisher Eingespeisten 1100kWh fordern (komplettertrag 2016 ungefähr 1500kWh)?


    2) "Lohnt" es sich aufgrund der dann zu zahlenden Steuer auf den Eigenverbrauch? (Schwieriger Punkt, ich weiß)


    3) Kann ich die Umsatzsteuer auf den Kauf der PV-Anlage noch einfordern? (Bisher noch kein Gewerbe oder sonstiges angemeldet)


    Wäre toll, wenn Ihr mir da helfen könntet. Wenn noch weitere Informationen benötigt werden, einfach anfragen.
    Vielen Dank schonmal!


    onkel

  • Zitat von jodl

    ist die Anlage bei der Bundesnetzagentur gemeldet, und wenn ja mit welchem Inbetriebnahmedatum :?:


    Wohl kaum, denn Bundesnetzagentur muss ja der Betreiber selbst machen.
    Wurde überhaupt eine Inbetriebnahme gegenüber dem VNB angezeigt?


    Vorsteuer schon zurück geholt?
    Umsatzsteuererklärung für 2016 steht auch noch aus.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

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  • Zitat von seppelpeter

    Wohl kaum, denn Bundesnetzagentur muss ja der Betreiber selbst machen.


    weißt du es?
    "wohl" kaum.
    ich weiß es nicht, deshalb hab ich gefragt.


    Zitat von seppelpeter


    Wurde überhaupt eine Inbetriebnahme gegenüber dem VNB angezeigt?


    für die Frage nach der Vergütung ist das irrelevant.
    da ist die Meldung bei der BNetzA ausschlaggebend.

  • Hallo,
    Danke für die schnellen Antworten.
    Anlage ist bei der Bundesnetzagentur gemeldet, seit 30.04.2016


    Vnb ist gleich Netzbetreiber, also (bei uns) die betreffenden Stadtwerke? Da wurde die Inbetriebnahme angezeigt.


    Vorsteuer wurde noch nicht zurückgeholt. Kann ich das noch tun?

  • zu 1) ich passe. Die übliche zivilrechtliche Verjährung nach BGB ist noch nicht eingetreten. Ob irgendwelche Fristen nach EEG schon verfristet sind, vermag ich nicht zu sagen.


    zu 2) Der Punkt ist nicht schwierig. Man muss ihn nur mal verstehen - und das geht nicht in 20 Sekunden.
    Du zahlst auf den Direktverbrauch genau die Umsatzsteuer, die Du sonst ans EVU für gekauften Strom zahlen würdest.
    Abweichungen liegen im homööpathischen Bereich. Der DV "kostet" also keinen Cent Umsatzsteuer. Die die Du zahlst - sparst Du an anderer Stelle.


    Dein persönlicher Einkommensteuersatz lastet hinterher auf einer Grundlage in Höhe Deiner Einspeisevergütung oder Deiner Herstellungskosten. Sagen wir einfach "deutlich unter 15 Cent".
    Würdest Du nicht direkt verbrauchen, sondern kaufen - würdest Du aus versteuertem Geld ca. 20 Cent berappen.
    Wenn Dein persönlicher (Grensteuersatz) nun bei 40% liegt.......
    dann löst der DV in einer kWH ca. 6 Cent ESt aus.
    dann benötigst Du 33,33 Cent unversteuertes Geld, um damit 20 Cent aus versteuertem zahlen zu können; womit hier 13,33 Cent Einkommensteuer enthalten sind.
    Also ich weiß, was ich bevorzugen würde.... ;-)


    3) Der Vorsteuerabzug ist noch möglich. Dazu aber jetzt bitte keinen Pleiten, Pech und Pannen mehr.
    Eine Gewerbeanmeldung ist Ordnungsrecht. Juckt uns hier nichts. Falsche Baustelle. (Nur zur Info: Sie ist nicht notwendig).
    Die Anzeige gegenüber dem FA über die Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit.... die sollte jetzt mal DRINGLICHST nachgeholt werden. Klare Marschrichtung: Geschwindigkeit vor Präzision. Man kann das Ding locker in 10 minuten fertig haben.
    Bitte jetzt um Gottes Willen nicht noch die ESt-Erklärung naiv abgeben - und darin keine Einkünfte aus Gewerbebetrieb erklären. Das wäre dann zumindest in der Form eine versuchte Steuerhinterziehung.
    (NIcht das man das nicht gelöst bekommt - aber ich glaube Du brauchst Lösungen; keine neuen Probleme)
    Falls Du da jemand bist, der am Wettlauf um die ersten 10 Steuererklärungen des neuen Jahres teilnimmst... dieses Jahr ist der Start abgesagt!


    Du hast jetzt eine Baustelle die da lautet "Anzeige der gewerblichen Tätigkeit und damit auch der umsatzsteuerlichen Unternehmereigenschaft nicht angezeigt".... 9 Monate lang keine UStVA abgegeben; keine Dauerfristverlängerung beantragt.. und somit 9 x verfristet. (Die Gründe interessieren erst mal nur den toten Gasmann; gehindert warst Du jedenfalls nicht. "Ich hab was anderes zu tun gehabt" ist keine gute Begründung; "Nichtwissen" hilft nur bedingt.


    Die Kuh muss jetzt erst vom Eis. Ggf. Anruf beim FA... "Freunde.. Sorry.. ich weiss zwischenzeitlich das ich Mist gebaut habe... aber krankes Kind, Hausbau, .... erschiesst mich.. ich hab es einfach nicht geschafft und bis vor ein paar Tagen nicht gewusst".
    Du kannst sicher sein, dass Du nicht erschossen oder aufgehangen wirst. Das ist leider aus der Mode gekommen.


    Dann kannst Du nicht nur - sondern MUSST die Voranmeldungen seit April nachholen.
    Die Vorsteuer aus der Anlage darin gelten zu machen.... überhaupt kein Problem. Zahl eintragen. Fertig.


    Jetzt muss die nächste Kuh vom Eis: "Wie gebe ich ab?"
    Einerseits drücken Termine; andererseits musst Du lt., Gesetz elektronisch abgeben - aber das kannst Du erst, wenn beim FA jemand in Deinem Steuerkonto das USt-.Kennzeichen gesetzt hat. Dazu muss die Steuerakte vermutlich erst auf den neuen Teilbezirk übergehen.
    Wenn das alles in 2-3 Wochen sicher durch ist... dann halt solange warten.
    Dann aber deadline... und auf Papier erklären.
    Mögen die beim FA nicht gerne; könnte zu ner Retourkutsche führen (KANN, muss nicht).
    Aber damit musst Du leben.,


    Kann alles schön einfach sein und ruckig-zuckig gehen. die "Ich hab erstmal besseres zu tun"-Taktik, führt leider dazu, dass es kompliziert wird und nicht mehr so ruckig-zuckig linear abläuft.
    Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern - aber der Zukunft musst Du Dich dann auch stellen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Letzter (!) Termin beim FA wegen der Umsatzsteuer aus der Anlage (wenn die Rechnung in 2016 geschrieben wurde) ist der 31.5.2017. Wenn es bis dahin keine Steuernummer gibt - Fax ans Finanzamt mit der Rechnung und der klaren Aussage: "Ich ordne meinem Unternehmensvermögen zu."

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  • Zitat von kpr

    Ob irgendwelche Fristen nach EEG schon verfristet sind, vermag ich nicht zu sagen.


    Frist zur Meldung ist der 28.2. des Folgejahrs, also das geht auch noch. Falls die Zählerstände nicht sowieso rund um den Jahreswechsel abgefragt wurden, diese zügig an den VNB melden. Bei der Gelegenheit auch die Kontonummer und Daten zum Betreiber wie etwa die Steuernummer weitergeben, falls das noch nicht geschehen ist. Evtl. mal persönlich vorbeischauen, damit sicher ist, daß alles angekommen ist und nichts fehlt.