Strom kommt nicht am Wechselrichter an

  • Hallo zusammen,
    bewohne seit gut einem Jahr eine neu gebaute Doppelhaushälfte mit einer 3kwp Photovoltaik Anlage auf dem Dach.
    Sie ist bislang tadellos gelaufen, aber jetzt habe ich ein Problem und hoffe hier eventuell Tipps oder Meinungen zu bekommen, von Leuten, die mehr Erfahrung damit haben als ich. vielen Dank schon mal. Und falls ich hier nicht im richtigen Bereich bin, bedanke ich mich schon mal fürs Verschieben.


    Mein Kostal Pico 3.0 Wechselrichter hat seit Anfang Januar, seit wir ca einen halben Meter Schnee bekommen haben es nicht mehr aus dem Anfahrstadium (es gibt 3 leuchten, rot, orange und grün, rot für Fehler, orange für anfahren, grün strom wird erzeugt) heraus gebracht. Dachte mir nichts dabei, liegt ja viel Schnee drauf. Bis zum Zeitpunkt des Schneefalls ging die Anlage ohne Probleme.
    Mittlerweile ist die Anlage vom Schnee befreit und es hat trotzdem nicht auf grün geschaltet. Also hab ich meinen Installateur, der die Anlage aufgebaut hat angerufen. Mit ihm war ich heute bei strahlendem Wetter auf dem Dach, weil er meinte, dass sicher beim Schneeräumen etwas beschädigt wurde. War aber nicht so.
    Wir haben verschiedenen Messungen durchgeführt und festgestellt, dass auf dem Dach ca. 450V anliegen, im Keller am Wechselrichter aber nur 230V ankommen. Zunächst hat er dann die Stecker getauscht, was aber keine Veränderung gebracht hat. Ich kenn mich nicht wirktlich aus, er sagt jetzt, dass es letztlich nur das Kabel vom Dach in den Keller sein könne. Auch wenn das seiner Meinung nach eigentlich unmöglich sei, dass dieses Kabel etwas haben sollte. Es ist ein durchgängiges Kabel, vom Dach in den Keller. Allerdings haben wir eine Durchgangsprüfung gemacht und die war negativ.
    Meine erste Frage wäre also: könnte es noch etwas anderes sein, oder kann es nur das Kabel sein?


    Meine zweite Frage wäre: wenn es das Kabel ist muss es ausgetauscht werden. Mein Installateur hat jetzt davon geredet, dass eine neue Leitung am besten außen zuerst am Blitzableiter, dann an der Dachrinne entlang nach unten geführt wird und im Keller ein Loch gebohrt wird, um es nach innen zu bringen... weil es wohl schwierig wird, die bisherige Kabelführung im Dach zu benutzen. Mir kommt diese Lösung ein wenig wie Pfusch vor... und hätte dazu gerne mal Meinungen von Leuten, die sich damit auskennen. Es handelt sich schließlich um ein nagelneues Haus, was ich ungern unnötig anboren möchte.


    Vielen Dank schon mal für Eure Meinungen und Ratschläge.

  • Moin moin aus Kiel und Herzlich Willkommen hier im Forum!


    Ja also, wo anfangen?


    Hmm, ok, deine Anlage hat ein Problem. Wo, lässt sich noch nicht genau sagen, nur erahnen. Deine Beschreibungen sind zwar nicht schlecht doch das meisste bleibt nur Raten.


    Fangen wir doch mal vorne an, wie viele und welche Module, wie ist der WR überwacht, wann zuletzt vernünftig gelaufen, wie war der Jahresertrag des Teiljahres, Bilder der Anlage und vielleicht auch vom WR nebst Datenlogger, sofern vorhanden.


    Die Angaben zu den Messungen sind zu ungenau, ich nehme mal an, auf dem Dach habt ihr die vollen 450V Leerlaufspannung der 12(?) Module "gefunden" im Keller nur noch die Hälfte. Wie war denn die Leerlaufspannung bei Inbetriebnahme vor einem Jahr? (Messprotokoll...)


    Dann dieses "Durchgangsprüfung" was soll denn das gewesen sein? War das eine Niederohmmessung oder eine Kurzschlussstrommessung oder wieder Leerlaufspannung?


    Der Hinweis steckt in der halben Spannung, ich denke zwischen Modul 6 und 7 ist ein Problem entstanden, entweder durch abrutschenden Schnee der Stecker aufgegangen, (falsche Montage - Mangel des Installateurs) Tierverbiss oder Sonstiges. Zeigt der WR irgendwas an Fehlermeldung? Erdschluss oder Isolationsüberwachung oder irgendwas in der Art? Damit kommen wir weiter, denke aber wie gesagt auf dem Dach ist das Problem.


    PS: Deinem Installateur sagst du bitte beim nächsten Treffen, dass man keine Leitungen, ganz egal welche, am Blitzableiter entlangführt. Vollidiot ;-)


    So das langt erstmal, Rest kommt beim Bügeln ;-)


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    info@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg



    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung & Redispatch 2.0, Anlagenplanung und -Neubau, Huawei Wechselrichter, Zubehör und PV- Komponenten

  • Vielleicht hat er oben ja noch das Kabel gezogen zum messen und unten die Anzeige des Wechselrichters benutzt....

    KWK Ecopower1.0 1kwp, 1x SB 5.0 und 1x SB 3.0 6,6kwp, 2x Outback Flexmax80 3,5kwp, Speicher 24V/1000ah, Überschußverwertung mit Heizstab in Pufferspeicher (Infrarot auf Q3d Zähler)
    Nachteinspeisung wenn KWK aus über WR

  • Hallo Andreas,
    hab ich schon befürchtet, dass meine Angaben zu ungenau sind. Aber schon mal vielen Dank für Deine Einschätzung.
    Versuche ein paar Angaben noch zu geben.
    Die Anlage besteht aus 12 Modulen, 3 Reihen je 4 Module. Dachschräge ist 12° und die Ausrichtung ca 130° (wenn das so richtig angegeben ist. Sprich die Module schauen Richtung Osten leicht nach Süden ausgerichtet.
    Die Anlage ist bis zum Schneefall (anfang januar 2017) ganz normal gelaufen, im Dezember sind wir allerdings fast komplett im Schatten der Berge und hatte daher max 1,5kwh den Tag über. grobe Jahresleistung waren 2700kwh, maximale Tagesleistung im Sommer knappe 20kwh.
    Hersteller der Module weiß ich leider nicht. Der WR zeigt keine Fehlermeldung. Durchgangstest war mit einem einfachen Multimeter. Für Fotos der Anlage muss ich nochmal aufs Dach...Gemessen haben wir an den Kabeln an der Oberkannte der Anlage, wo der Installateur zwei Stecker unter der Anlage hervorgezogen hat. Von dort aus laufen zwei Kabel unter die Firstlüftung, und von dort im Dach runter in den Keller....Dort in die Sicherung (siehe Foto) und von dort in den WR

  • Hallo und willkommen im Forum.


    Also Bild 1 sieht mir weniger wie eine Sicherung (Leitungsschutzschalter) aus, sondern das ist ein Überspannungsableiter! Gibt es evtl. da ein Problem?
    Gruß Torsten

    15,81 kWp: 1 SMA SB4200TL mit 29xAleoS03 1 SMA SB2100TL mit 16xAleoS03 sowie 2 SMA SB3300 mit 48xAleoS03
    seit 2007 sowie seit 03/2012 12,675 kWp 1 SMA STP12000TL mit 65xSchott Mono 195
    17,745 kWp 2 SMA SB5000TL+ 1 SB4000TL mit 91xSchott Mono 195

  • Zitat von bt.mail

    Also Bild 1 sieht mir weniger wie eine Sicherung (Leitungsschutzschalter) aus, sondern das ist ein Überspannungsableiter! Gibt es evtl. da ein Problem?


    Das wär auch meine erste Vermutung:
    Also bei Dunkelheit die aufs Dach führenden Stringkabel aus dem Überspannungsableiter rausbauen und in jeweils eine leere Lüsterklemme schrauben, und dann tagsüber die Leerlaufspannung messen. (tagsüber besteht Lichtbogengefahr, wenn man was trennt und z.B. irgendwo ein Kurzschluss ist).

    sonnige Grüße,
    -Weidemann-

  • Moin moin aus Kiel,


    also, alles halb so wild, das wird schon.


    Bei dir sind Überspannungsableiter eingebaut worden, das ist ansich schonmal gut. Dann frag ich mich aber, warum dein Installateur sich nicht mit denen befasst hat, er hätte nur die Steckmodule ziehen brauchen, dann wär auch die wahrscheinlich Spannung wohl wieder komplett am WR gewesen. Tippe nun auf einen Defekt dort.


    Handlungsanleitung: WR ausschalten. Mit dem Multimeter im 600V DC Messbereich die Spannung an L+ und L- messen. (Drehrad von OFF einmal links) Wert notieren.


    Am Überspannungsableiter die Verriegelung öffnen, (Schlosssymbol) die Steckmodule (ggf nach Anleitung von Phoenix) herausziehen und dann wieder an L+ und L- die Spannung messen, wenn der Wert nun höher ist, DC Kabel am WR anschliessen, WR einschalten und warten ob er wieder anläuft.
    Dann hier berichten und weitersehen.


    Du darfst mich gerne vor oder während der Arbeiten anrufen, wenn du dir nicht sicher genug bist, was du tun sollst. Zur Sicherheit.


    Heute kannst du bestimmt noch ein Foto vom Dach machen, da muss du ja nicht für hoch, oder? Dann sehen wir mal, wie die Anlage auf dem Dach aussieht.


    Zur Ausrichtung: Süden wird mit 0° angegeben, Ost mit -90° und West mit +90°. Deine Anlage ist also -50°.


    Gruß aus Kiel, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    info@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg



    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung & Redispatch 2.0, Anlagenplanung und -Neubau, Huawei Wechselrichter, Zubehör und PV- Komponenten

  • Vielen Dank für das Angebot, Andreas. Darauf komme ich eventuell zurück.
    Hier mal ein Bild der Module so gut es geht mit dem handy, ohne auf dem Dach zu sein. Man erkennt leider nicht allzu viel...
    Im Moment kann ich leider gar nichts messen, weil der Installateur oben die Stecker auseinandergezogen hat und so unter die Anlage gelegt hat, bis er Ende der Woche bei hoffentlich wieder besserem Wetter mit einem Elektriker kommt...

  • noch was interessantes. war eben im keller und mir alles noch mal angesehen, da kam mir plötzlich aus dem Rohr in dem die Leitungen vom Dach verlaufen Wasser entgegen. Zum einen in dem Rohr, das die Leitungen an der Kellerdecke zum Überspannungsableiter führt, da ist es richtig drin gestanden, naß war es aber auch im senkrechten Rohr das von oben mit den anderen Leitungen, Kanal und Wasserleitungen von oben kommt. siehe Bilder...
    Kann es damit zusammenhängen? Da dürfte doch kein Wasser runter kommen?! Also am senkrechten waren es ein paar Tropfen, am waagrechten so dass es ordentlich rausgetropft ist als ich es nach unten gezogen habe.. also insgesamt nicht viel, aber doch...

  • Zitat von emilklotz

    Zum einen in dem Rohr, das die Leitungen an der Kellerdecke zum Überspannungsableiter führt, da ist es richtig drin gestanden


    Wahrscheinlich Kondenswasser (Wenn nicht gerade das Heizungs/Wasserrohr ein Leck hat)
    Ist aber auch kein Wunder. Das senkrechte Rohr geht vermutlich nach außen (ist also kalt) und von innen kann Warme Luft aufsteigen. (Daher Leerohre nach außen grundsätzlich abdichten!)
    Beim senkrechten Leerohr solltest du mal vorerst mit einem Lumpen abdichten (begrenzt Luftaustauch, lässt aber Wasser durch), irgendwann im Sommer dann mal ordentlich mit Silikon.
    Allerdings wundert es mich, das es auch am Tipprohr auftritt, da dürfte es doch vorher von der Betondecke tropfen.


    Kontroll mal lieber nach, ob da nicht noch irgendwas in elektrische Geräte (auch Überspannungsschutz) läuft/ gelaufen ist, gibt die schönsten Fehler.

    2x 380Wp O/W an HM-600