Erste Ideen für Anlage auf Flachdach (Österreich)

  • Hallo Forum,


    ich befasse mich seit kurzem mit dem Gedanken auf unser Haus (Flachdach) eine PV Anlage zu installieren.


    Einige Eckpunkte: Dachfläche ca. 100 m², Ausrichtung SSW, unverbaut nach Süden, Hanglage, Standort Nähe Graz (also sehr viele Sonnenstunden), Heizung ist eine Luftwärmepumpe, Kamin für Kachelofen auf Dach, Jahreseigenverbrauch ca. 9000kWh


    Jetzt habe ich einmal Basisüberlegungen angestellt, wie Aufstellwinkel und Richtung und bin dabei über das Problem gestolpert, dassdie Module bei 30° Winkel sich im Winter selbst (gegenseitig) beschatten werden, da die Sonne ja sehr niedrig steht und die Höhe der Module auf die dahinter liegende Reihe Schatten werden wird.


    Umgehen kann ich das Problem ja nicht, ich kann die Modulreihen nur in entsprechendem Abstand platzieren damit kein Schatten darauf geworfen wird, oder den Schatten akzeptieren (im Winter) und die Module enger zusammenstellen und somit im Sommer das Maximum herauszuholen.


    Wenn ich also keinen Schatten haben will (bei Sonnen Tageshöchststand am 21.12), dann bekomme ich meiner Rechnung nach 24 Module mit 1,7x1 Metern auf das Dach. Wenn das mit dem Schatten nachrangig ist, da ich ja im Sommer einen höheren Sonnenstand habe, dann bekomme ich einiges mehr an Modulen aufs Dach (Dachfläche fast genau 15x7m)


    Mir geht es nicht darum viel an der Anlage zu verdienen (ist in Österreich sowieso nicht möglich), sondern soviel Strom wie möglich (zu vernünftigen Kosten) zu produzieren.


    Vielleicht könnt ihr mir ja ein paar Basistipps geben, bin für jede Hilfe dankbar!

  • Die meisten Flachdachsysteme haben ohnehin nur 15°, fertige mit 30° sind eher selten zu finden und werden eben wegen der verschattung selten gebaut. mit 15° hast du vl ein paar prozent weniger spezifischen ertrag bekommst aber mehr unverschattete module aufs dach. schnee bleibt natürlich mehr hängen aber da ich ja nicht soweit von graz weg bin sage ich mal das wird nicht so viel sein bzw. kann man ja bei einem flachdach eventuell besser rankommen falls mal wirklich viel schnee liegt!


    lt pvgis hast du bei ssw und graz bei 15 grad aufständerung 1060kwh/kwp im jahr und bei 30° wären es 1100 kwh/kwp, also macht das kraut nicht fett aber du bekommst natürlich mehr(unverschattet) aufs dach!

  • Hi,


    Zitat von eltoro

    Einige Eckpunkte: Dachfläche ca. 100 m², Ausrichtung SSW, unverbaut nach Süden, Hanglage, Standort Nähe Graz (also sehr viele Sonnenstunden), Heizung ist eine Luftwärmepumpe, Kamin für Kachelofen auf Dach, Jahreseigenverbrauch ca. 9000kWh


    da kann man was draus machen.
    Kommt der sehr hohe Stromverbrauch hauptsächlich durch die WP?


    Zitat von eltoro

    Jetzt habe ich einmal Basisüberlegungen angestellt, wie Aufstellwinkel und Richtung und bin dabei über das Problem gestolpert, dassdie Module bei 30° Winkel sich im Winter selbst (gegenseitig) beschatten werden, da die Sonne ja sehr niedrig steht und die Höhe der Module auf die dahinter liegende Reihe Schatten werden wird.


    Völlig richtig und trotzdem musst Du steil aufständern, sogar besser auf etwa 55° Neigung, um für den Winter zu optimieren.
    Denn das ist die Jahreszeit der geringsten Solarerträge und des höchsten Strombedarfs.


    Zitat von eltoro

    Umgehen kann ich das Problem ja nicht, ich kann die Modulreihen nur in entsprechendem Abstand platzieren damit kein Schatten darauf geworfen wird, oder den Schatten akzeptieren (im Winter) und die Module enger zusammenstellen und somit im Sommer das Maximum herauszuholen.


    Du musst halt das Beste draus machen. Falls möglich, eine Reihe der Module an die Südfassade, die nächste Reihe an die Südkante, so dass die Module möglichst weit über den Dachrand nach unten ragen und eine weitere Reihe an der Nordkante des Daches aufgeständert, so dass möglichst viel Raum zwischen der vorderen und der hinteren Reihe ist, um auch im Winter die Eigenverschattung der Module zu vemeiden.


    Zitat von eltoro

    Wenn ich also keinen Schatten haben will (bei Sonnen Tageshöchststand am 21.12), dann bekomme ich meiner Rechnung nach 24 Module mit 1,7x1 Metern auf das Dach.


    Da Du vermutlich einen dreiphasig einspeisenden WR benötigst, sind 24 Module ganz schlecht, die passen nicht in einen String. Je nach gewähltem Modul passen 22 oder 23 Stück von den 60-Zellern in einen String.
    Die würde ich aber gar nicht nehmen.


    Ich würde große, 72-zellige Module (99 x 198 cm bei 350 Wattp) nehmen, davon passen 19 Stück in einen String bei einem 1000 Volt WR. Mit diesen Modulen entweder zwei Reihen auf`s Dach oder, wenn das Dach zu schmal ist für zwei Reihen hochkant dann ein paar davon quer an die Fassade und den Rest in zwei Reihen hochkant auf`s Dach bei 50 oder 55° Neigung.
    https://www.photovoltaikforum.…s=0&mode=display&id=99370


    Das Ganze in einem String an einen dreiphasigen StecaGrid 5003.
    https://www.photovoltaikforum.…us=3&mode=display&id=2463

  • Hallo!


    Danke für die zahlreichen Inputs!


    Zu den Fragen:


    - Ja der hohe (eigentlich niedrige, dafür dass 300m² geheizt werden und die Poolpumpe im Sommer lange läuft) Stromverbrauch kommt durch die WP
    - ich könnte maximal ein paar (3-4) Module auf die Südfasade anbringen (ohne dass es komplett das Haus verschandelt), ansonsten gibt es nur raumhohe Fenster
    - 55° ist das nicht übers Jahr gesehen kontraproduktiv? Natürlich habe ich im Winter einen großen Verbrauch, aber will ich nicht soviel wie möglich produzieren?

  • Hi,


    Zitat von eltoro

    - 55° ist das nicht übers Jahr gesehen kontraproduktiv? Natürlich habe ich im Winter einen großen Verbrauch, aber will ich nicht soviel wie möglich produzieren?


    das ist die Frage, ob Du so viel wie möglich produzieren willst. Ich glaube nicht.


    Wenn man die Überschüsse einspeisen und verkaufen kann, dann will man so viel wie möglich produzieren.
    Wenn man die komplette erzeugte Strommenge selbst verbrauchen muss, dann ist eine möglichst gleichmäßige Stromproduktion aber viel wichtiger.


    Angenommen, Du baust 19x 350 Wattp = 6,65 kWp gesamte installierte Leistung.
    Im Sommer (Juli) bei optimaler Neigung (um die 10°) machst Du mit den 6,65 kWp täglich um die 25 kWh.
    Im Winter (Februar) dagegen nur 9,6 kWh am Tag.
    Im Sommer (Juli) bei winteroptimierter Neigung (um die 50°) machst Du mit den 6,65 kWp täglich um die 21,5 kWh.
    Im Winter (Februar) dagegen nur 11,3 kWh am Tag.
    Auch die anderen Monate ist die Stromproduktion viel gleichmäßiger wie mit der flachen Ausrichtung.


    Kannst Du hier nachrechnen: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg…st.php?lang=de&map=europe


    November, Dezember und Januar sind so oft wolkenverhangen, da empfiehlt die Software eine optimale Neigung von 0°, weil der ganze Himmel wie eine Streulichtscheibe wirkt und bei 0° eben die meiste Einstrahlung eingesammelt werden kann. Allerdings verschneien die Module bei 0° und produzieren gar nix mehr.
    Darum halte ich 50° (in Deinem Fall) für die beste Neigung, um im Herbst und Frühjahr möglichst viel Strom zu erzeugen.


    Mit 30° wär`s von April bis September noch etwas besser, aber dafür werden die anderen dunklen Monate schlechter.


    Ob Du im Sommer jetzt 25 kWh am Tag oder nur 21 kWh produzierst, ist vermutlich egal, weil Du so viel eh` nicht brauchst und mindestens den Mittagspeak durch Abregelung verwerfen musst.
    Dann lieber für die dunkle Jahreszeit `rausholen was geht.


    Optimal wäre natürlich eine nachgeführte Anlage (Tracker).

  • Die Abmessungen wären ganz interessant und die Ausrichtung des Daches.
    Meist werden die Module quer installiert und das Gestell ballastiert.
    Dann braucht man das Dach nicht anzubohren.
    50° halte ich bei der kleinen Fläche für arg übertrieben - mal an den Verschattungsabstand der Module denken.
    Schätze 15° Süd oder 10° O/W wären die besseren Lösungen. Mehr Module auf dem Dach, mehr Wp, natürlich geringerer spezifischer Yield (kWh/kWp). Dann einfach zu 50° gegenrechnen. Im Dezember Januar kann man mit keiner Anwendung "viel" Strom erzeugen - wenig Sonnenstunden, Schnee.