Top5: Strompreis abhängig vom Stromangebot

  • Die beschriebene Idee:
    Die Strompreise sind weitestgehend unflexibel und richten sich nicht (wie alle anderen Preise) nach Angebot und Nachfrage. Die Idee ist eine zeitvariabler Tarif.


    https://www.photovoltaikforum.…stromangebot-t115635.html


    Zeitvariable Tarife werden mit den intelligenten Messsystemen sehr wahrscheinlich kommen und hier kann eine weitgehende Automatisierung stattfinden. Allerdings gibt es auch andere Ausgestaltungsmöglichkeiten. Grundsätzlich ist denkbar, dass sich ein Kunde bspw. am 25.03. ein Stromkontingent von 350 kWh zum Preis zu 18 Cent kauft. An den Kauf des Kontingents könnte bspw. die Vorgabe geknüpft sein, dieses bis zum 25.05 aufbrauchen zu müssen. Im Prinzip steigt der Kunde damit in den Stromhandel ein. Inwieferns ich der Aufwand lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Das (vielleicht nicht praxistaugliche) Beispiel soll nur zeigen, dass es unterschiedliche Ausgestaltungsformen und der Handel nicht zwingend automatisiert sein muss (wie in der ursprünglichen Idee auch angesprochen).

    Ansatzpunkte für die Diskussion:

    Welche Ausgestaltungsformen von zeitvariablen Tarifen werden (speziell für Betreiber von PV-Anlagen) gesehen? Wären zeitvariable Tarife ein Grund ein intelligentes Messsystem zu verbauen, obwohl keine Einbauplicht besteht? Wenn die Einbaupflicht besteht, wird ein zeitvariabler Tarif vom MSB erwartet? Machen zeitvariable Tarife für Betreiber von PV-Anlagen überhaupt Sinn oder versorgt man sich dann, wenn der Strom billig ist, nicht ohnehin selbst.

  • Den größten Nachteil den ich sehe ist, dass der "kleine Kunde" noch mehr zum Spielball der Großkonzerne wird. Wer sagt denn, dass es überhaupt Kontigente für 18ct zu kaufen gibt? In Spanien mussten Kunden zwischenzeitlich bis zu 40% mehr zahlen, weil die Großhandelspreise auf bis 100 Euro/MWh stiegen, weil massiv Strom von Frankreich nachgefragt wurde.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    Twitter & Sonnenertrag


    L:70
    D:4
    T:1
    GroßMeisterLusche

  • Soll bald losgehen:


    https://www.photovoltaikforum.…rtechnologie-t113338.html


    Meines Wissens haben sich 12 Haushalte gemeldet und die können auch alle Teilnehmen. Eigentlich sollte das System schon letztes Jahr installiert werden aber die hatten wohl Probleme mit den Komponenten. Jetzt hieß es Januar aber der ist ja auch so gut wie vorbei. Warten wir mal ab. Ich habe keinerlei Nachteile, natürlich gebe ich meine ganzen Verbräuche und Erzeugungen in Echtzeit zum Fraunhofer aber damit kann ich leben. Meine PV wird nicht abgeschaltet (ist ja auch ohne irgendeine Trennmöglichkeit aus der Ferne nicht zu realisieren. Aussage der Stadtwerke war sowieso "Wir sind VNB wir können eh jede Anlage abschalten wenn wir das wollen, auch jetzt schon".


    Wie dem auch sei. Wenn es so läuft wie geplant habe ich einen flexiblen Stromtarif mit Info über die aktuelle Höhe des Preises per Handy. Und wenn der Preis grad niedrig ist weil die Sonne scheint und ich keinen Strom beziehe sondern einspeise so wäre das auch eine Erkenntnis aus dem Projekt.

  • Der Preishub muss halt groß genug sein, um für den Nutzer attraktiv zu sein. An der Strombörse haben wir im Tagesverlauf 1 bis 3 c/kWh Preishub, im Jahresverlauf mit wenigen Ausnahmen nicht mehr als 5 oder 6 c/kWh.


    Vieles macht der Haushaltskunde, wenn er es machen will (Kochen, Fernsehen, Licht an) aber einiges lässt sich auch schieben. Wenn man im Haushalt 1000 kWh/a im Tagesverlauf verschieben kann (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler) ergeben sich bei 3 c/kWh Preishub ganze 30 Euro im Jahr Einsparungspotential. Dafür wird kaum einer eine Haussteuerung und Funksteckdosen für ein paar 100 Euro einbauen.


    Anders sieht das mit größeren Kunden und mit den Extremen aus:
    - überall wo viel Strom zu Wärme wird (große Wärmepumpen) kann man via Pufferspeicher den Verbrauch schieben. Das kann man durch smartere Wärmepumpentariffe noch ausbauen.
    - bei echten EE Überschüssen in einem Netzabschnitt werden EE Anlagen abgestellt. Das ist natürlich volkswirtschaftlicher und ökologischer Unsinn. Hier würde ich mir eine einfache Schaltung für P2H wünschen. Ein Rundsteuerempfänge schaltet bei echten EE Überschüssen einen zweckgebundenen Ausgang für Wärmepumpe / Heizstab frei. Der Kunde bekommt den Strom hierfür zu einem Preis, der etwas günstiger liegt als Heizöl oder Erdgas. Dafür muss dieser Strom von fast allen Umlagen und Abgaben befreit werden, schafft dann aber immerhin einen Deckungsbeitrag zum System statt abgeregelt zu werden.
    - bei extremen Verbrauchspitzen kann man heute schon größere Verbraucher zentral schalten. Das kann man noch ausbauen.


    Ansonsten sehe ich im Haushaltsbereich eher die freiwillige Teilnahme durch Veröffentlichung der Netzsituation und den Aufruf zur Mitarbeit (siehe http://netzentlaster.de)


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Ich denke der Preishub/Tag wird sich in den nächsten Jahren eher vergrößern, wenn die AKWs + ein paar Kohlekraftwerke wegfallen. Den größeren Preishub hat man meines Erachtens dieses Jahr Mitte Januar bereits gemerkt, als sehr wenig EE-Strom zur Verfügung Stand (ca. 10ct.).


    Insgesamt sollten die Anreize erhöht werden, den Verbrauch an die EE-Erzeugung anzupassen und beim Privatkunden geht dies aus meiner Sicht hauptsächlich durch den Strompreis.(Wenn fast kein EE-Strom zur verfügung steht und ich bilde mir als Privatkunde ein jetzt mein Auto zu laden oder die Waschmaschine anzuwerfen sollte dies aus dementsprechend kosten. Durch eine flexiblere Stromnachfrage kann dann am Netzausbau eingespart und es werden auch weniger Grundlastkraftwerke werden benötigt.)


    Bei EE-Überschuss(Spotmarktpreise negative oder nahe 0) könnte man evtl. Kostenlos Strom beziehen. Sind dann noch Abgaben fällig? Man entlastet dann ja auch das Netz. Versorger verdient durch negative Spotmarktpreise oder es wird dann irgendwie über die Grundgebühr mit abgedeckt.

  • Die Stadtwerke Hassfurt bietet schon heute auf Strompreise der EEX basierende Tarife an.
    Leider mit einem hohen Aufschlag und Begrenzung nach unten, d.h. wenn die Preise negativ sind, kann man nicht davon profitieren.


    http://www.stadtwerkhassfurt.de/stromtarife#

    Tesla P85+ seit 8/13 >365.000km gefahren. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.

  • Zitat von 123solar

    Insgesamt sollten die Anreize erhöht werden, den Verbrauch an die EE-Erzeugung anzupassen und beim Privatkunden geht dies aus meiner Sicht hauptsächlich durch den Strompreis.(Wenn fast kein EE-Strom zur verfügung steht und ich bilde mir als Privatkunde ein jetzt mein Auto zu laden oder die Waschmaschine anzuwerfen sollte dies aus dementsprechend kosten. Durch eine flexiblere Stromnachfrage kann dann am Netzausbau eingespart und es werden auch weniger Grundlastkraftwerke werden benötigt.)


    Wenn man den Netzausbau reduzieren will muss man den Stromverbrauch vergleichmässigen. Das widerspricht der Vorgabe den Verbrauch an die Erzeugung anzupassen.


    Im Grunde gibt es nur zwei Varianten. Speicher bei den Erzeugern um die Einspeisung zu spreizen oder massiv Netze ausbauen um Spitzen und Überschüsse zu verteilen.

  • Der Strommarkt wird sich von einem Angebots geregelten in einen Verbrauchs geregelten Markt bewegen.


    Bei AKW, Kohle, Gas, ... ist ein Abregeln mit einer Einsparung der variablen Kosten gegeben.
    Bei EE gibt es keine variablen kosten. Ein Abregeln ist ökonomischer Schwachsinn.
    Man sollte den Strom lieber verschenken, bzw. als EE Strom gratis liefern.


    Man könnte billigst über Stromdirekt WW Speicher laden. Bzw. alle Speicher (Druckluft, Wärme, Kälte, ...) laden.
    Kosten hierfür in der Herstellung 5-10€ für einen IP Basierten Empfänger.


    Früher war man auch flexibler Rundsteuerempfänger und Nachtspeicheröfen sind im Prinzip nichts anderes als Lasten (Verbrauch) dynamisch dem Angebot anzupassen.


    Das ganze dann auch ohne komplette Umstellung der Infrastruktur.
    Jeder Stromkunde kann sich beim VNB einen Stecker mit IP leihen und dann beliebige Geräte Anschließen.
    Ist der Stecker mit dem Internet Verbunden kann der VNB dynamisch im ms Bereich Lasten schalten.
    Der über den Stecker gelaufene Strom wird bei Zählerablesung vom Bezugszähler abgezogen.


    Der Stromkunde bekommt für seine EEG Umlage den "gratis Strom"
    VNB bzw. Netzbetreiber sparen sich die kurzzeitigen Stabilisierungsmaßnahmen.



    Wenn man dann noch bei 49,8Hz die Heizelemente vom Spüker, WaMa, Trockner, .... Gesetzlich abschaltet
    Ist der Weg weg von einem gesteuerten hin zu einem (selbst) regelnden Netz gepflastert.
    Warum man den Stromverbund immer noch manuell schwarzstartet ist mir ein Rätzel.


    Aber da müssten ja auch die Frösche den Sumpf trockenlegen.

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013

  • Für den EVU ist das eine politische und eine öknomische Frage gleichzeitig und dementsprechend verhält er sich!
    Natürlich wäre ein "Marktorientierter Strompreis pro Sekunde " und dementsprechendes Verbraucherverhalten machbar und viel billiger als Pumpspeicher und ähnliches aber mehr verdient wird damit den Strompreis künstlich hochzuhalten und Überschüsse an ausländische Netzbetreiber zu verschleudern!
    Die Technik folgt den Vorgaben der Kaufleute, kleiner Kunde hoher Preis!

    Spanien bestraft immer noch den Eigenverbrauch mit 6,8Cent / KWh.. das wäre etwa so als wenn der örtliche Zuhälter mit Geld für ehelichen Geschlechtsverkehr abnehmen wollte!