Wie gehts nach 20 Jahren ohne EEG weiter?

  • Hey,


    Habe auch eine Anlage von 20 KWp die 2020 aus dem EEg fällt. Die Anlage ist auf einem fremden Dach installiert, also kein Eigenverbrauch. Ich habe dem Dachbesitzer die Anlage als Geschenk angeboten aber er meint es handele sich um Sondermüll und besteht bisher auf den Rückbau. Mal sehen, es geht ja noch etwas Zeit bis dahin.


    Ein Kunde hat seine Kraft Wärme Kopplung ausser Betrieb genommen, da er für eingespeisten Strom nur noch 2,6 Cent die KWh geboten bekommt nachdem die Einspeisevergütung nach 10 Jahren ausgelaufen ist.


    Für den Preis kann man kaum einen Wechselrichter tauschen oder einen Isolationsfehler suchen. Ich überlege die Anlage zu demontieren und in kleinen Einheiten für wenig Geld als Piraten-PV unter die Leute zu bringen.


    Kurt

    160 IBC 120S Megaline, 8 SWR2000 TL in 2000,
    56 IBC 120S Megaline, 1 SB 5000 TL in 2004: Sunny Portal
    156 STP185, 3 SMC 9000 in 2010
    118 IBC Monosol 245 ET, STP 12.000 + STP 17.000 in 2012: Sunny Portal
    7,5 m2 Kollektor 1995

  • Wenn Du die Anlage 2022 geschenkt bekommst, dann ist die Frage was hast Du Eigenverbrauch!


    Für die Einspeisung wird Dir Dein Netzbetreiber vermutlich die EEX-Baseload Vergütung bezahlen - bekommen heute z.B. auch Betreiber von BHKW. Sind z.Z. ca. 3,5 Cent je kWh netto


    Hier rechnet sich auch ein Batteriespeicher - sogar mit momentanen Preisen. Wenn man von ca. 10 Cent Speicherkosten netto (Abschreibung / Speicherverluste usw.) ausgeht, dann kostet Dich die kWh aus der Batterie etwa 13,5 Cent netto.
    Das ist auf alle Fälle günstiger als der Bezugsstrom


    Daher mein Rat:
    1. Kontrollier die Anlage was eventuell repariert werden sollte und ermittle die Kosten
    2. Versuch soviel wie möglich selbst zu verbrauchen (Anschaffung e-Auto / Batterie / Wärmepumpe bzw. Heizstab usw.) - die Kosten für den Strom sind die entgangene Einspeisevergütung nach EEX-Baseload
    3. Rechne dann mal durch, ob es tatsächlich lohnt, eine funktionierende KOSTENLOSE Anlage (Wartung musst Du auch bei einer neuen ansetzen, nur nicht so viel) durch eine neue zu ersetzen


    Aber noch hast Du ja ein wenig Zeit...

    2004: Schott ASE 300 (285 W) + Schott ASE 275 (275 W)
    2009: Schott Poly 280W
    2010: Schott Poly 290W + BHKW I 5,5 kW
    2012: Schott Poly Protect 180W + Yingli Panda 265W
    2013: BHKW II 5,3 kW
    2014: SMA SI 6.0H + 530Ah Akku für BHKW I

    2015: SMA SI 6.0H + 680Ah Akku für BHKW II

  • Hallo Dachssolar ! @^^^^ Anschaffung E-Auto - Speicher - Heizstab^^^^ @ - Die Beste Ide . Womit wir wieder fast am Anfang
    der Diskusion sind . Möglichst viel selbst benötigte Energie durch Eigenen Strom ersetzen , bei 3,5 Cent / Kwh kanst Du
    auch direkt damit Heizen .
    Ausserdehm haben wir ja 2020 1 Million E - Autos auf unseren Straßen und wenn noch mehr Anlagen auslaufen reicht das
    garnicht . :wink:
    Das einzige das diese Entwicklung noch bremsen kann ist das die Deutschen Hersteller mit der Produktion nicht nachkommen
    und uns die Ausländischen Hersteller nicht beliefern weil unser E-Auto Markt zu klein ist :ironie:

  • Zitat von einstein0


    :danke:  Elektron für diese klärenden Worte :!:
    Dem kann ich nur zustimmen und verstehe nicht, wie ein "Hersteller" solchen Nonsens publizieren konnte.
    Manchmal sehen die Leute vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr... :oops:
    einstein0


    ...ganz klar!


    also wenn ich mich hier so umschaue dann sehe ich überall 50 kWp Anlagen :D


    ...und manche sehen vor lauter PV nur noch 50 kWp Anlagen :D am besten standardisieren wir den Häuslebauer auf 50 kWp .... die hatten damals ganz schön Leistung die Module :mrgreen:


    gibts die noch zu kaufen? :wink:


    Sonnige Grüße :danke:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Ich habe neulich mit einem guten Bekannten gesprochen, der ist in einem Verband für PV- und Windanlagenbetreiber tätig. Der sagte, bei PV sind die Unterhaltungskosten irgendwas bei 3 - 5 Zent pro kWh. Da würde ich mir sicher nicht die Bürokratie z.B. der Abrechnung mit dem VNB antun. Da kommt nix mehr bei rüber, nur Aufwand.


    Entweder vom öffentlichen Netz komplett trennen, als reine Insel laufen lassen und den Strom z.B. an Elektroautofahrer verkaufen, oder die Module verkaufen.


    Bei der Seite goingelectric gibt es die vermutlich kompletteste Karte mit Ladestationen für Elektroautos. Die allermeisten Elektroautofahrer kennen die. Wenn da attraktive Ladepunkte zu finden sind, werden die auch angesteuert. Auch zu Feldern, Feldscheunen, etc. würden die zum Laden fahren.

    ---Gräflicher JK: 35 D: 2---

  • Hi,


    Zitat von VIC-RAPTOR

    Die Netzbetreiber haben ein Problem..... zu viel Strom im Netz!


    Warum sollten die den Strom durchleiten? Kann ich mir nicht vorstellen.


    ich kann`s mir schon vorstellen, weil der Netzbetreiber ungern im Knast sitzen will.
    Der angediente EE-Strom MUSS vom Netzbetreiber auf Wunsch des Erzeugers abgenommen werden, so steht`s im EEG und das ist ein rechtskräftiges Gesetz.
    Was er dafür zahlen muss, ist ein anderes Thema.


    - Die Möglichkeit, den Strom an den Netzbetreiber zu verschenken ist eine.
    - Die Möglichkeit, den Strom an einen anderen Dritten zu verschenken, der dann für die Netzdurchleitung aufkommen muss gibt`s auch.
    - Die Möglichkeit, vom Netzbetreiber wenige Cent in Höhe des Börsenpreises zu bekommen (zwischen 0 und 3 Cent derzeit, Tendenz fallend) ist die am häufigsten genutzte.
    - Die Möglichkeit, den Strom als EE-Strom an jemanden zu verkaufen, der bereit ist, für grünen Strom mehr auszugeben wie den Börsenpreis gibt`s auch, ein Markt ist da und einige machen das schon so.
    - Die Möglichkeit, den Strom über das eigene Netz (Kabel über`n Zaun, salopp gesagt) an die direkt angrenzenden Nachbarn zu verkaufen ist auch möglich.


    Ist das alles nicht erwünscht oder lukrativ genug, rückt der Eigenverbrauch zwingend in den Focus.
    Eigentlich ist maximaler Eigenverbrauch fast immer die sinnvollste Lösung, ob`s möglich und zweckmäßig ist musst Du selbst sehen.
    Deine relativ alte Anlage läuft ja derzeit als Volleinspeisung.
    Wenn Du die Anlage auf Überschusseinspeisung umklemmst, wie das derzeit fast alle machen, dann zahlst Du für den selbst verbrauchten Eigenstrom (Betreiber=Verbraucher) in 2022 vermutlich die volle EEG-Umlage, es sei denn, Du kaufst keinen Strom dazu, sondern versorgst Dich zu 100% mit der Anlage selbst. Dann kannst Du sogar am Netz bleiben, im Sommer die Überschüsse verkaufen und brauchst keine Insel bauen.
    Ein Speicher, der die Selbstversorgung garantiert und eine automatische Netztrennung, um einen unbeabsichtigten Netzbezug zu vermeiden ist in diesem Fall zwingend.


    Für mich wäre das die interessanteste Lösung:
    100% Eigenversorgung mit EE-Strom im Netzparallelbetrieb ohne EEG-Umage für den selbst verbrauchten Strom zahlen zu müssen.
    Falls die 50 kWp dazu nicht ausreichen, gern noch eine neue Anlage dazu, die dann aber für den Winter optimiert, also steil aufgeständert auf 50 oder 55° Neigung. Oder einen Tracker dazugestellt.
    Dazu der passende Speicher, fertig ist die Eigenversorgung.
    Du hast maximal preiswerten Eigenstrom, hast alle Vorteile der Stabilität, die das Netz bietet und kannst sogar noch Strom verkaufen.


    Hängt davon ab, was die Anlage im Winter noch produziert und welche Verbräuche an diesem Standort zeitgleich im Winter auftreten.
    Im Frühling, Sommer und Herbst 100% stromautark zu sein sollte für Dich schon jetzt ein Klacks sein.
    Ich würde sogar noch weiter gehen und für diese drei Jahreszeiten eine preiswerte LLWP dazustellen, dann sparst Du auch noch die Heizkosten und Brauchwasserkosten in dieser Zeit.



    Zitat von Elektron

    Bei einer 50kWp-Anlage, die in Sommertagen sicherlich 300kWh und mehr macht...
    Da brauchst dann im privaten Haushalt vielleicht mal 10 oder 20kWh zum leben und den Rest würdest dann in Wärme wandeln...
    Im Sommer brauchst ja soooo viel Warmwasser....


    Du hast schon Recht, man ballert bei einer 50 kWp-Anlage massig Strom weg, wenn man nicht einspeist oder über`n Zaun verkauft. Kann aber trotzdem sinnvoll sein.


    Rechnen wir mal:
    Man produziert mit so einer Anlage 45.000 kWh im Jahr.
    Bei 3 Cent haben die einen Wert für den ganzen erzeugten Strom von 1.350 EUR im Jahr.
    Davon geht noch der selbst verbrauchte Strom ab, bleiben vielleicht EUR 1.000 im Jahr übrig. :roll:
    Da wird`s schon grenzwertig, wenn man dann noch für Smartmeter zahlen muss, Steuern, Steuerberater, evtl. EEG-Umlage usw.
    Wenn man dagegen einen guten Teil der Heizkosten einspart und 100% des sonst bezogenen Stroms sowie die Kosten für den Stromzähler, dann kann das unter`m Strich günstiger werden.


    Und wir wissen alle, dass 3 Cent/kWh noch günstig geschätzt ist, wenn die Energiewende wirklich erfolgreich wird, wird der Wert des Stroms eher noch geringer. Über 6 Cent nach 2020 würde ich noch nicht einmal im Ansatz nachdenken.


    Aber das ist ja alles gar nicht nötig, wenn er sich zu 100% mit EE-Strom selbst versorgt und netzparallel bleibt.

  • Zitat von Ralf Hofmann

    Und wir wissen alle, dass 3 Cent/kWh noch günstig geschätzt ist, wenn die Energiewende wirklich erfolgreich wird, wird der Wert des Stroms eher noch geringer. Über 6 Cent nach 2020 würde ich noch nicht einmal im Ansatz nachdenken.


    Abwarten und Tee trinken...

  • Lustig wird es wenn Teile der Anlage Erweitert wurden... Ich habe 3 Anlagen auf dem Grundstück die jeweils drei mal und zwei mal Erweitert wurden.
    Ich habe noch 8Jahre bis zur ersten Falligkeit. Die Batterie freut sich schon.


    Meine Drehhhalle am Nachbar Grundstück hat fast 50m zum Hausanschluß über den sie mit Strom versorgt wird.
    Das Kabel ist denke ich nur 16mm² und ich brauche für 26kw eigentlich das doppelte :|
    Da hat natürlich keiner daran gedacht :(

    SolarLog800/1000
    2 AchsPairan 16kwp ,

    1 AchsDrehhalle 27kwp,
    7,5kwp Ost/West LgResuX 12.8kwh Si.4.4
    7kwp Süd lG Chem 10M, Storage 5.0
    64kwp Ost/West/Süd Core1
    MX90D, Peugeot Partner Full elektrik

  • Wenn sich der Betrieb von Anlagen um die 50 kWp nach Ablauf der EEG-Vergütung nicht mehr rentiert, dann kann man die Energiewende vergessen. Der Strompreis in einer EE-Zukunft wird nur dann tragbar sein, wenn es neben den über das EEG geförderten Anlagen noch jede Menge Bestandsanlagen gibt, die kostengünstig Strom produzieren. Eine noch leidlich funktionierende Anlage nach Ablauf der 20 Jahre ohne Not abzubauen und zu verschrotten, erscheint mir - sorry, mir fällt kein besseres Wort ein - asozial.


    Früher oder später wird das auch unsere Regierung einsehen (es sei denn, wir haben bis dahin eine Koalition von CDU/AfD) und eine Deal für die aus dem EEG rausfallenden Anlagen anbieten. Vielleicht 50% des dann jeweils gültigen Einspeisetarifs?


    Bei der Vergütung zum Großhandelspreis kann man meines Erachtens für die mittlere Zukunft optimistisch sein. Großbritannien hat einige HGÜ-Verbindung nach Europa in der Pipeline. Diese werden nach 2020 einen Markt mit deutlich höherem Preisniveau in das europäische Netz integrieren. Zusätzlich fallen in Deutschland die letzten AKWs weg und im Ausland stehen die Zeichen auch eher auf Kraftwerksschließungen statt Neubauten. Gleichzeitig ist der PV-Zubau in Europa winzig, so dass von dieser Seite (mittelfristig) keine weitere Reduktion der Strompreise während des PV-Peaks zu erwarten ist. Sprich: Ich bin zuversichtlich, dass die Großhandelspreise in 5 bis 10 Jahren deutlich höher liegen als heute. Und nach dieser Zeitspanne gibt es entweder ein auskömmliches Vergütungsmodell für Post-EEG-Anlagen oder es ist vorbei mit der Energiewende.