Insel-Anlage für Wochenendhaus mit Generator

  • Hallo zusammen!
    Für ein Wochenendhaus plane ich eine Insel-PV-Anlage. Ich stehe nicht mehr ganz am Anfang, komme aber an einer Stelle nicht weiter. Der Ausgangspunkt:
    - Vorhandener Honda-Generator, 5 kW, Lastausgänge 230 V~ und 12 V=
    - Vorhandene Netz-Installation, die vom Generator gespeist wird


    Geplant:
    - Beibehalten des Generators für zeitweisen Betrieb von Hochlast-Verbrauchern (Gartengeräte, Bohrmaschine etc.)
    - Einbau einer PV-Anlage 12 V für Beleuchtung, Radio. Tagesenergiebedarf ~ 160 Wh.
    - Akku ca 80 - 100 Ah.
    - Solarmodule mit 100 - 300 W
    - Auftrennen der vorhandenen Netzinstallation, Steckdosen bleiben am Generator, Licht wird neu verlegt und an Solaranlage angeschlossen.


    Frage:
    Ich habe die Vorstellung, den Solar-Akku über den Generator zu laden, wenn dieser wegen Hochlast-Verbrauchern ohnehin in Betrieb ist, oder wenn im Winter der Akku leer ist.


    a) Gibt es Solar-Laderegler, mit zwei Eingängen, einen für die PV-Module, einen für den Generator (entweder 12 V= oder 230 V~) ?


    b) Falls nein: Kann ich am Akku einen Solar-Laderegler und ein gewöhnliches Batterieladegerät parallel anschließen?


    Vielen Dank für alle hilfreichen Tipps!

  • Zitat von Ro+


    a) Gibt es Solar-Laderegler, mit zwei Eingängen, einen für die PV-Module, einen für den Generator (entweder 12 V= oder 230 V~) ?


    b) Falls nein: Kann ich am Akku einen Solar-Laderegler und ein gewöhnliches Batterieladegerät parallel anschließen?


    Hallo Ro+,


    willkommen im Forum.


    a) Es gibt Hybridwechselrichter. Also Wechselrichter auf 230V, Laderegler, und Ladegerät in Einem.


    b) Man kann auch ein Ladegerät, und Laderegler an einer Batterie anschließen. Das Ladegerät muss aber zur Batterie passen. AGM- und Gelakkus können bei falscher Ladung schnell kaputt gehen. Bleiakkus mit flüssiger Säure können mehr einstecken.


    MfG Georg

  • Hallo Georg,
    vielen Dank, auch für deine Antwort.


    Einen Wechselrichter wollte ich eigentlich nicht einsetzen, weil overdone, um ein paar LED-Leuchten anzusteuern. Da hätte ich mehr Verluste als Leistungsbedarf. Also plane ich jetzt einen Laderegler für Boot/Wohnmobil mit Bordnetzfilter, damit dieser es verkraftet, wenn ein zweites Ladegerät aus dem Generator speist. Hat zufällig jemand eine Typ-Empfehlung?


    Welche Bauart Akkus ist für meine Anwendung (Wochenendhaus) empfehlenswert? Ich will diese im Keller unterbringen, dort wird es auch im Winter nicht unter 4° C.

  • Zitat von Ro+

    Laderegler für Boot/Wohnmobil mit Bordnetzfilter,


    Ich denke das ist kein Filter sondern ein Lifter. Das ist ein Gleichspannungswandler, der die Solarbatterie aus dem Bordnetz läd. Sowas braucht du für diese Anwendung nicht.
    Ich würde eine Bleibatterie mit flüssiger Säure nehmen, und diese draußen, im Schuppen oder Garage lassen. Dann bist du mit dem Ladegerät und dem Laderegler flexibel. Das Ladegerät sollte schon etwas stärker sein 10A bis 20A. Sonst wird die Batterie nicht voll, wenn der Generator nur kurz läuft. Der Strom nimmt ja mit der Ladezeit ab.


    MfG Georg

  • Hallo Ro+,
    ob nun Wochendhaus oder Wohnmobil, beides sind Verbraucher, die nur relativ selten genutzt werden.
    Nimm doch wenigstens 300Wp. Die bringen ihre "Leistung" eh nur unter Laborbedingungen (analog Kfz-Verbrauchsangaben!)
    Für die Erhaltungsladung im Winter sollte das genügen. Ein Batterie kann auch mal 4 Wochen ohne Ladung durchhalten. Auch bei schlechtem Wetter kommen von den Modulen ein paar Watt für die Batterie.


    Du schreibst von einem Notstromer mit 230/12V-Ausgang. Wenn der 12 V-Ausgang geregelt ist, also mehr wie 12V nicht rauskommen, auch nicht bei geringer Last, dann kannst Du damit keine 12V-Batterie laden! 13,5....13,8V muß er können!


    Der Tipp mit der Flüssigsäurebatterie ist voll in Ordnung!!!! Nimm keine Gel oder AGM, Du wirst Dein "Blaues Wunder" erleben!


    Bei der Flüssigsäurebatterie achte darauf, das man mit dem Säureheber an die einzelnen Zellen kommt. Mit der Messung der SD kann man im Zweifelsfall den Ladezustand am genauesten bestimmen! Und noch was, natürlich mußt Du ab und zu dest Wasser auffüllen......soviel Zeit muß sein, auch ein wenig "Aufmerksamkeit", eine sog "wartungsfreie" Batterie (der Name täuscht) kann man, wie iron-age schon bemerkte, sehr....sehr schnell "in die Asche" fahren!


    Wenn der Keller ein wenig belüftet ist (bei +4°C könnte man das annehmen), dann stelle sie dort auf. Wenn Du sie mal bis 2,4V/Z laden willst, mach einfach die Tür auf, ansonsten bleib bei 2,25V/Z Erhaltungsladung oder 2,3V/Z Wartungsladung. Die Gasung ist dann vernachlässigbar. Kannste glauben, meine Stapler (400Ah/24V) steht im Keller des EFH seit Jahren!!!!)


    Was hast Du eigentlich für Solarpanele? Welche Spannung bei Nennlast? 18V würde gut passen. Schreib mal!


    Gruß Claus!

  • Hallo Georg!
    Bordnetzfilter meint "problemloser Parallelbetrieb mit Ladegeräten, Lichtmaschinen, Generatoren an der selben Batterie"
    http://www.votronic.de/index.p…hnologie?showall=&start=2


    Hallo Claus!
    Die Ladung der Batterien über den Generator würde ich über den 230V-Ausgang machen, indem ich ein konventionelles Ladegerät anschließe.


    Eure Empfehlung für die Flüssigsäure-Batterie überrascht mich. Was ist der Nachteil von Gel oder AGM? Die Wartung schreckt mich nicht ab, das Ausgasen schon eher, aber auch das könnte ich in Griff bekommen. Was heißt "ab und zu Wasser auffüllen"? Alle 6 Wochen?


    Solarpanele habe ich noch nicht. Ich bin noch am Anfang der Planung. Klar ist, 300 Wp oder größer sollen es schon sein. Mein Dach hat optimale Südausrichtung. Was nimmt man da so..?


    Danke für eure Texte!

  • Zitat von Ro+

    Hallo Georg!
    Bordnetzfilter meint "problemloser Parallelbetrieb mit Ladegeräten, Lichtmaschinen, Generatoren an der selben Batterie"
    http://www.votronic.de/index.p…hnologie?showall=&start=2


    Eure Empfehlung für die Flüssigsäure-Batterie überrascht mich. Was ist der Nachteil von Gel oder AGM? Die Wartung schreckt mich nicht ab, das Ausgasen schon eher, aber auch das könnte ich in Griff bekommen. Was heißt "ab und zu Wasser auffüllen"? Alle 6 Wochen?


    Ich gehe davon aus, dass ein Parallelbetrieb von Laderegler und Ladegerät immer möglich ist. Ich ordne das mal als Werbeaussage ein, genau wie "Rückstromsperre", das ist immer so.
    Gel und AGM gehen schnell kaputt. Da muss man mit dem Aufladen genau aufpassen. Wenn man die Temperatur nicht berücksichtigt, kann schon ein Schaden auftreten.
    Ab und zu Wasser nachfüllen, hängt von der Einstellung des Ladereglers ab, und vom Alter der Batterie. In der AGM Batterie ist die Säure in einem Glasfließ gebunden. Da ist in Prinzip nur ein feuchter Lappen drin, wenn die mal aus versehen gast, ist die sofort trocken, und lässt sich nicht nachfüllen.
    Ich hab mit alten Autobatterien, die ich noch hatte, angefangen. Zum Testen gehen die auch, halten aber nicht lange. Die neu zu kaufen lohnt nicht.
    Als Jugendlicher hatte ich eine Motorradbatterie in der Wohnung für meine Musik. Das ging auch.
    Jetzt hab ich eine Hubwagenbatterie soeine wie Claus hat, die steht in der Werkstatt, und wurde da mit einem Gabelstapler abgestellt.


    Die 100Wp Solarmodule bringen so 5,5 Ampere bei 18Volt, bei 13V oder 12V aber auch. Dann sind das bei 13V, 70Watt.
    Wenn du einen Mppt Regler nimmst, kannst du auch mit 100W rechnen. Der Regler ist teurer, man kann aber auch günstigere Module nehmen. Ist eine Abwägungssache.
    Aber wenn du eine Flüssigsäurebatterie nimmst, hast du ein Problem weniger.
    PS. Ich füll vier mal im Jahr Wasser auf.


    MfG Georg

  • Hallo Ro+,
    das ging ja recht schnell mit Deiner Antwort!

    Zitat von Ro+

    Die Ladung der Batterien über den Generator würde ich über den 230V-Ausgang machen, indem ich ein konventionelles Ladegerät anschließe.


    Richtig, würde ich auch so machen!

    Zitat von Ro+

    Eure Empfehlung für die Flüssigsäure-Batterie überrascht mich. Was ist der Nachteil von Gel oder AGM? Die Wartung schreckt mich nicht ab, das Ausgasen schon eher, aber auch das könnte ich in Griff bekommen. Was heißt "ab und zu Wasser auffüllen"? Alle 6 Wochen?


    Eine Flüssigsäure-Batterie hat einen alles entscheidenden Vorteil: Für Anfänger geeignet!!!! Wenn sie mal blöderweise überladen wird, füllst Du dest. Wasser auf, geht mit Gel ung Agm (eigentlich) nicht. Ehe Du (bes. bei Agm) bemerkt hast, das die Zellen wegen falscher Ladung augetrocknet sind....manche User füllen dennoch dest Wasser über die Abblasventile auf....ist die Batterie irreversabel geschädigt....Lebensdauer "ade"! Das trifft auch für Gel-Batterien zu!


    Ich empfehle keinem Anfänger (ich bin kein Anfänger, das war (zeitweise) mein Beruf, ich habe eine Flüssigsäurebatterie....von Gel und AGM habe ich reichlich schlechte Erfahrungen!!!!)...lass die Finger davon!


    Wartungsintervall....na alle 2 Wochen sollte man nachschauen. Ich hab jetzt auch mal "geschlampert", da mußte ich knapp 1L dest Wasser auffüllen auf 12 Zellen, war aber noch nicht kritisch! Kritisch wird es, wenn die Plattenoberkanten (oder noch tiefer) ohne Säure stehen.


    So eine Batterie (Flüssigsäure) hast Du einfach "besser im Griff", sie verzeiht auch mal (nicht nur einen) Ladefehler besser wie jede Gel/AGM....ist halt so!!!!


    Lädst Du den Akku nicht über 2,25V/Z (Erhaltungsladung), das wäre für selten genutzte Batterien sowieso das Beste, und nicht über 2,3V/Z für Wartungsladung (wenn die Zellenspannungen mal "auseinanderdriften"), dann ist die Gasung so gering, da passiert überhaupt nichts!


    Keine Angst, erst ab 2,4V/Z wird Wasser in H2 und O zersetzt und zwar in beträchtlichen Mengen! Die dann auch explosibel sind, man kann das locker vermeiden!


    Etwas muß ich noch loswerden, keine "Autobatterie" kaufen, ist für zyklische Anwendung auch nur "einigermaßen" eher schlecht, geeignet. Da braucht es schon eine PzS. Oder man muß eben, trotz aller Pflege, nach 3...4...5 Jahren was Neues kaufen, kommt halt auf die "Beanspruchung" an. O.k. zum Testen geht auch mal so eine preiswerte "Autobatterie".....was ist "preiswert".....wer billig kauft, kauft doppelt....stimmt nicht immer....zum probieren kann es auch mal "billig" sein.....
    Gut erst mal!
    Claus

    Einmal editiert, zuletzt von stromdachs ()

  • Ich hab nach den, schlecht funktionierenden, Autobatterien eine halbe Hubwagenbatterie, also 6 Zellen, gebraucht gekauft. Haben 150€ gekostet und halten jetzt schon fast 5 Jahre bei mir. Hab die von einer Firma, die Gabelstapler repariert.


    MfG Georg

  • Zitat von iron-age

    Ich hab nach den, schlecht funktionierenden, Autobatterien eine halbe Hubwagenbatterie, also 6 Zellen, gebraucht gekauft. Haben 150€ gekostet und halten jetzt schon fast 5 Jahre bei mir. Hab die von einer Firma, die Gabelstapler repariert.


    Würde ich Ro+ wärmstens empfehlen, kleine Kosten aber besser wie jede "monate....jahrelang...." ungepflegt rumgestandene sogenannte "Neubatterie"!
    Guter Tipp@ Iron-age


    Außerdem, das ist eine PzS! Günstiger gehts kaum!


    Claus