Hilfe bei Planung PV-Ost-West-Anlage: Neubau EFH!

  • Hallo liebe Gleichgesinnte,


    ich lese hier schon eine Weile mit und konnte auch schon den ein oder anderen nützlichen Tipp mitnehmen und versteh mittlerweile einige Dinge besser bzgl. der PV-Anlagenthematik.


    Ich bin gerade an der Planung unseres KFW55-Einfamilienhauses und will dieses unter Anderem mit einer PV-Anlage ausstatten. Als Heizung wird wohl eine Luft-Wärmepumpe zum Einsatz kommen. Das Haus wird in Süddeutschland Nähe 87700 Memmingen stehen.


    Hausstromverbrauch haben wir momentan ca. 2500 kWh und den Verbrauch der Wärmepumpe schätzen wir auf ca. 3000 kWh. Zudem wird eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verbaut. Ich denke aufgrund der mehr verbauten Technik werden wir bestimmt auf ca. 3000 kWh Hausstrom kommen.


    Unser Haus hat eine Ost/West-Ausrichtung mit einem 45 Grad geneigten Satteldach (10,00m x 7,30m). Auf der Ost-Seite sind zwei Dachfenster verbaut (diese sind allerdings noch nicht fixiert, d.h. wir können hier auch nur ein größeres verbauen) und auf der Westseite wird eine große Dachgaube (3,80m x 3,00m) angebracht.


    Ich würde natürlich gerne einen möglichst hohen Eigenverbrauch haben. Zur Anlagengröße hab ich nicht wirklich eine Meinung, evtl. würde es Sinn machen unterhalb der 10kWp zu kommen? Von Modulen und Wechselrichtern hab ich leider gar keine Ahnung.


    Im Anhang sind die Pläne zum Haus, ich hoffe ihr könnt damit was anfangen. Ich hab mir Mühe gegeben :lol:


    Die Fragen: Was macht denn am meisten Sinn für mein Haus? Welche Module sollte ich nehmen? Macht es überhaupt Sinn zur Unterstützung der Wärmepumpe eine PV-Anlage zu verbauen? Benötige ich im Wechselrichterraum einen LAN-Anschluss?


    Ich danke Euch jetzt schon sehr für Eure Antworten, Meinungen und Hilfestellungen.

  • Auf jede Seite 2 Reihen mit 9 Modulen, 275 Watt ergibt 9,9 kW/p
    Das an einen 8er WR mit 70 % fest.

    ZOE intens 10/2014, Kona 12/2018, Peugeot e-208 11/2020, 2021

    Hyundai I5, P45 Paket seit 07/2021 :), Enyaq 80 bestellt
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Hi,


    Zitat von Pinsel

    Unser Haus hat eine Ost/West-Ausrichtung mit einem 45 Grad geneigten Satteldach (10,00m x 7,30m). Auf der Ost-Seite sind zwei Dachfenster verbaut (diese sind allerdings noch nicht fixiert, d.h. wir können hier auch nur ein größeres verbauen) und auf der Westseite wird eine große Dachgaube (3,80m x 3,00m) angebracht.


    45° Dachneigung wäre bei einem Süddach gut, bei Ost-/West ist`s dagegen nicht so toll.
    Auf jeden Fall passen auf jede Dachseite etwa 10 kWp abzüglich Fenster und Gaube.
    Ich würde das Dach maximal vollmachen, dadurch wird im Winter wenigstens etwas die steile Dachneigung kompensiert.


    Zitat von Pinsel

    Ich würde natürlich gerne einen möglichst hohen Eigenverbrauch haben.


    Hoher Eigenverbrauch ist ja ganz nett, aber eine hohe Eigendeckung ist viel wichtiger.
    Darum lieber mehr PV bauen, um die Eigendeckung zu verbessern.
    Die Überschüsse werden ja gegen gutes Geld eingespeist, da ist`s nicht schade drum.


    Zitat von Pinsel

    Zur Anlagengröße hab ich nicht wirklich eine Meinung, evtl. würde es Sinn machen unterhalb der 10kWp zu kommen?


    Imho nicht, nutz` Dein großes Dach voll aus.


    Zitat von Pinsel

    Von Modulen und Wechselrichtern hab ich leider gar keine Ahnung.


    Macht nix, die Ahnung ist im Forum geballt vorhanden.
    Zuerst mal die Dachbelegung und Anlagengröße festklopfen, dann reden wir über die Module und WR.
    Eine 10 kWp Anlage kostet etwa 13.000 EUR, eine mit 18 kWp gut 20.000 EUR (ganz grob, ohne Details).


    Zitat von Pinsel

    Macht es überhaupt Sinn zur Unterstützung der Wärmepumpe eine PV-Anlage zu verbauen?


    Sicher, je größer, um so besser ist die Unterstützung durch PV-Strom in der Heizperiode.
    Allerdings solltest Du Dich nicht der Illusion hingeben, Du könntest die Masse des Heizstroms durch die PV bereitstellen.
    Dafür saugt eine Luftpumpe im Winter zu viel und vom Dach kommt ausgerechnet dann zu wenig.

    Zitat von Pinsel

    Benötige ich im Wechselrichterraum einen LAN-Anschluss?


    Ja. Sinnvoller Weise sollte der WR in unmittelbarer Nähe des Zählerschranks hängen, sofern dieser in einem kühlen Raum montiert ist.

  • Würde es dann nicht mehr Sinn machen, dass Westdach komplett voll zu machen, anstatt auf beide Seiten nur 2 Reihen á 9 Module?


    Beide Dächer komplett voll zu machen hört sich in der Theorie natürlich schön an, in der Praxis ist das dann doch etwas teuer mit 20.000 Euro. Wobei man sich natürlich irgendwann eh frägt, ob das den Käse noch fett macht ;)


    Würden sich also 18kWp lohnen oder würden die Abgaben hier den zusätzlichen Ertrag auffressen? Die aktuelle Vergütung liegt bei 12,4 Cent wenn mich nicht alles täuscht?


    Ich denke ein Eigenverbrauchsanteil von 25-30% ist realistisch?


    Im Haus ist ein Keller vorhanden, d.h. dort wird wohl der WR angebracht werden.

  • Hi,


    Zitat von Pinsel

    Beide Dächer komplett voll zu machen hört sich in der Theorie natürlich schön an, in der Praxis ist das dann doch etwas teuer mit 20.000 Euro. Wobei man sich natürlich irgendwann eh frägt, ob das den Käse noch fett macht ;)


    frag` mal bei Clen Solar hier im Forum, die haben ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis.


    Zitat von Pinsel

    Würden sich also 18kWp lohnen oder würden die Abgaben hier den zusätzlichen Ertrag auffressen? Die aktuelle Vergütung liegt bei 12,4 Cent wenn mich nicht alles täuscht?


    Ja, die Vergütung wird etwa bei dieser Größe liegen, abhängig vom Inbetriebnahmedatum.
    Nein, die zu entrichtende EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch ist zwar ärgerlich, aber im Verhältnis zu den Vorteilen, die eine größere Anlage bringt sind`s Peanuts.


    Zitat von Pinsel

    Ich denke ein Eigenverbrauchsanteil von 25-30% ist realistisch?


    Je größer die Anlage, um so geringer der Eigenverbrauchsanteil - aber um so größer der Eigendeckungsanteil und der ist viel wichtiger.


    Zitat von Pinsel

    Im Haus ist ein Keller vorhanden, d.h. dort wird wohl der WR angebracht werden.


    Dann ist der Zählerschrank sicher auch dort, oder?

  • Zitat von michaell

    Auf jede Seite 2 Reihen mit 9 Modulen, 275 Watt ergibt 9,9 kW/p
    Das an einen 8er WR mit 70 % fest.


    Ich hatte mir mal weggeschrieben, dass bei 45° DN und genau O/W geometrisch nicht mehr als 63% vom Dach kommen. Daher sollte ein 7 kVA WR vollkommen reichen.

  • Ralf Hofmann:
    Ja, der Zähler ist auch dort im Hauswirtschaftsraum.


    hgause:
    Das heißt genau was? Das ich mit einer 9,9 kWp Anlage sowieso nur 6,2 kWp erreichen kann? D.h. wenn ich die Anlage so aufbauen würde, dass ich netto 9,9 kWp habe, falle ich gesetztechnisch über 10 kWp?


    @all:
    Nach Rücksprache mit meiner Frau geht es gar nicht, wenn das ganze Dach voll Modulen ist, d.h. es wird wohl auf eine abgespeckte Version rauslaufen, wenn der Haussegen nicht schief hängen soll. Welche Möglichkeit wäre dann hier die beste? Nur West oder West/Ost? Meine Nachbarn haben nur das komplette Westdach voll und auf der Ostseite gar nichts.


    Kann man folgende Milchmädchenrechnung aufstellen?
    - Anschaffungskosten für eine 9,9 kWp Anlage ca. 13.000 Euro
    - Ertrag ca. 6,2 kWp (wenn meine obige Annahme richtig ist)
    - Eigenverbrauch ca. 30%, entspricht 1860 kWh (ich würde auch die Wärmepumpe über den Hausstrom laufen lassen), das wiederum entspricht bei einem Preis von 25,95 ct/kWh (EWS-Schönau) einer Einsparung von 483 Euro
    - Die restlichen 4300 kWh werden mit 12,4 ct vergütet, was 538 Euro entspricht
    - In Summe eine jährlicher Ertrag von 1021 Euro


    --> 13.000 / 1021 = ca. 13 Jahre wäre ich beim Break-Even!


    Was muss man denn für sonstige Kosten einplanen? 100 Euro Versicherung pro Jahr? Wartung? Rückstellungen?


    Ihr merkt schon, ich bin ganz neu in der Materie und hab noch nicht wirklich Ahnung. Vielen Dank für Eure Hilfe!!!

  • Zitat von michaell

    Auf jede Seite 2 Reihen mit 9 Modulen, 275 Watt ergibt 9,9 kW/p
    Das an einen 8er WR mit 70 % fest.


    Dann mach doch das hier!
    Frauen ....


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  • Aber nur nochmal für mich, damit ich es verstehe. 9,9kWp heißt bei einem Wirkungsgrad von 63% aufgrund der Dachneigung eigentlich nur ein Peak von 6,2kW, d.h. ich erzeuge maximal 6,2kW pro Jahr?


    Mit welchen jährlichen Kosten muss man denn ca. rechnen?