PV in Tansania

  • Moin, Freunde von mir sind mit zwei blauen Augen (eigentlich vier, weil es ist ein Ehepaar) aus einem Projekt in Tansania heraus gekommen und kamen jetzt, weil sie wissen, dass ich mich mit PV beschäftige, auf die Idee etwas mit PV dort anzufangen und fragten mich um Mithilfe. Er ist zwar Kaufmann, aber beide haben von der Technik letztlich keine Ahnung. Also habe ich sie mit weitgehend relevanten Informationen zugemüllt und hatte die Hoffnung, dass sie die Sinnlosigkeit ihres Vorhabens einsehen. Statt dessen schickten sie mir eine Mail von einem ihrer Geschäftsfreunde in Tansania mit einem Anlagenvorschlag. Meiner Meinung nach billigster China-Schrott.


    PV in Tansania halte ich prinzipiell für eine gute Idee, jedoch sind die Strompreise dort subventioniert (6-8 Cent pro kWh für die Industrie; alles weitgehend mit Dieselgeneratoren). PV macht also in Gebieten mit Stromversorgung nur tagsüber Sinn (weil sonst nicht konkurrenzfähig) und in den Gebieten ohne Netzanbindung eigentlich auch nur tagsüber und nachts für einige Stunden per Batterie, um etwas Licht zu haben.


    Ich halte den oberen Mittelstand für eine mögliche Kundengruppe (tagsüber die AC, Büro etc. betreiben), aber ansonsten sehe ich kaum Chancen. Natürlich nur mit regelmäßigen Besuchen durch einen Servicetechniker, der den Zähler abliest, abkassiert oder die Module vom Dach holt. Ich vermute mal stark, dass meine Freunde das bestenfalls lokal leisten können.


    Ich bitte um völlig ungefilterte Meinungen zur Sinnhaftigkeit ihres Vorhabens und natürlich auch um Vorschläge, welche Geräte/Module/Batterien man dort sinnvoll einsetzen könnte (es muss sich halt so gut rechnen, dass da jemand auch noch von leben kann).


    Danke schon mal.
    Jürgen

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Nun, der Markt wird schon von vielen lokalen Firmen beackert, die sicher das Land besser kennen, mit der Mentalität umgehen können, und die passenden Zulieferer bereits haben.
    Es gibt z.B. Solarbaterien/Wechselrichter, die mittels Frischaltcode (erhältlich über mobile money) freigeschalten werden, und sonst keinen Strom abgeben. Um den Nutzern die Vorfinanzierung zu ersparen.
    Das Rad neu erfinden wird kaum sinnvoll sein, sich als Teilhaber in ein bestehendes Unternhemne einzubringen um kaufmänisches / technisches Know-how einzubringen schon eher.
    Lokale höhere Zinssätze machen preiswertes, weniger langlebies Material interessanter. Ebenso wie das externe Einbringen von Kapital. Hauptproblem ist das finden eines wirklich vertrauenswürdigen Geschäftspartners. (Wem das Wasser bis zum Hals steht, oder bis oberkante Unterlippe, nimmt halt auf seine Geschäftspartner weniger Rücksicht. Was dort häufiger der Fall ist)

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)