Kann die Netzfrequenz sich unterscheiden?

  • Hey,


    Habe mal wieder von einem Servicetechniker gehört, das die Netzfrequenz Schwirigkeiten machen kann bei der Einspeisung von Wechselrichtern. Insbesondere bestünde die Gefahr an abgelegenen Orten, die nur an einem Trafo hingen.


    Nach meinem Verständnis ist das völliger Blödsinn, bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass im gesamten Verbundnetz, also von Norwegen bis Portugal, immer die gleiche Frequenz anliegt, da alle Teile des Netzes über Trafos verbunden sind und vor und hinter dem Trafo immer die gleiche Frequenz ist.


    Sitze ich hier einem Irrtum auf?
    Danke für Antworten


    Kurt

    160 IBC 120S Megaline, 8 SWR2000 TL in 2000,
    56 IBC 120S Megaline, 1 SB 5000 TL in 2004: Sunny Portal
    156 STP185, 3 SMC 9000 in 2010
    118 IBC Monosol 245 ET, STP 12.000 + STP 17.000 in 2012: Sunny Portal
    7,5 m2 Kollektor 1995

  • Im Normalfall ist die Frequenz im ganzen Verbundnetz gleich, das siehst du schon richtig. Ausnahmen gibt es natürlich, wenn eine (meist sehr kleine) Region mit Generator versorgt wird, weil z.B. an der Mittelspannung gearbeitet wird. Das hatten wir 2015 für drei Wochen, da war die Frequenz dann auf ca. 51Hz eingestellt, damit die EE-Anlagen nicht aufschalten (die Betreiber wurden vorab zusätzlich gebeten die Anlagen selbst für die Dauer der Arbeiten vom Netz zu nehmen, also quasi doppelt abgesichert), weil die Generatoren nicht dafür gebaut sind die Einspeisung auszuregeln.
    Was vor Ort Probleme machen kann, ist die Spannung, die ist oft schon zwischen den drei Phasen leicht unterschiedlich. Wenn das häufiger auftritt, ist das aber eher auf schlechte Planung (zu dünne bzw. zu lange Kabel) zurückzuführen.

  • Zitat von Modulschrauber

    Sitze ich hier einem Irrtum auf?
    Danke für Antworten


    Kurt


    Nein, sitzt du nicht, die Frequenz ist dieselbe und ändert sich nur marginal.
    Ein anderes Phänomen kann aber die Netzimpedanz sein.
    Am Ende einer Leitung kann ein starker WR vielleicht seine Leistung nicht mehr abgeben, weil die Spannung einbricht...
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Vielen Dank,


    Ich habe die Behauptung schon von der Hotline des Wechselrichterherstellers und von einem Servicetechniker gehört. Da freu ich mich, das ich doch nicht falsch liege. Das es sich bei der Netzimpedanz und der Netzspannung anders verhält , ist mir klar.
    :danke:
    Kurt

    160 IBC 120S Megaline, 8 SWR2000 TL in 2000,
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    156 STP185, 3 SMC 9000 in 2010
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    7,5 m2 Kollektor 1995

  • Zitat von Modulschrauber

    Vielen Dank,


    Ich habe die Behauptung schon von der Hotline des Wechselrichterherstellers und von einem Servicetechniker gehört. Da freu ich mich, das ich doch nicht falsch liege. Das es sich bei der Netzimpedanz und der Netzspannung anders verhält , ist mir klar.
    :danke:
    Kurt


    Nun, eine meiner ersten Anlagen hatte mal Probleme, indem ein Rundsteuersignalsender in der Nähe öfters mal den WR vom Netz warf. Schliesslich wurde das interne Netzfilter umgedreht, so dass die Oberwellen ausgesperrt wurden.
    Dies hatte aber auch nichts direkt mit der Netzfrequenz zu tun.
    Ich glaube aber auch nicht mehr, dass Regelenergiespeicher lediglich aufgrund der Netzfrequenz gesteuert werden können.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von einstein0

    Am Ende einer Leitung kann ein starker WR vielleicht seine Leistung nicht mehr abgeben, weil die Spannung einbricht...
    einstein0


    warum sollte die Spannung beim Einspeisen einbrechen :?:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    warum sollte die Spannung beim Einspeisen einbrechen :?:


    Nun, jede Leitung ist dem Ohmschen Gesetz unterworfen. Nimmt der Strom zu, ob bei Bezug, oder Einspeisung,
    ergeben sich Spannungsunterschiede, womit ein WR nicht mehr fertig wird, weil die Spannung ausser Toleranz gerät.
    Einbrechen war zugegebenermassen etwas ungenau beschrieben, wenn man vom Einspeisepunkt ausgeht. :oops:
    Die Netzimpedanz spielt jedoch eine nicht vernachlässigbare Rolle. :idea:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Lange Leitung ist Spannungsweich also bei großer Last Einbruch und bei großer Einspeisung Spannungsanhebung.
    Polo mit Rückenwind sozusagen:)


    Darum ist es auch besser wenn die Blindleistung in Zukunft nach der Spannung und nicht nach der Produktionsleistung geregelt wird.

    MS, 5 Smart Socket´s Air, Airbase, Modbusext.,2*Eastron Sdm630 Modbus, Zählerinterface,3 S0 Zähler, Wetterstation Elsner P03 Modbus, Fronius Symo 10 - Überschuss, WP Waterkotte DS5017.3, WW WP M-Tec WPE2000 + WW Speicher Stiebel Eltron 400 + 6kW E-Patrone

  • durch die Spannungsanhebung der Wechselrichter werden die Spannungsabfälle auf den Leitungen "kompensiert".
    Dadurch sinkt auch der Strom auf den Leitungen. Deshalb ist es immer besser, den erzeugten Strom direkt zu verbrauchen.
    Dadurch vermeidet man unnötige Spannungsabfälle und Leitungsverluste.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.