rückwirkende Forderungen gem. EEG 2012

  • Hallo Forum,


    ich habe seit 2013 eine Photovoltaikanlage und die monatliche Vergütung bei meinem Abnehmer e.dis hat bisher gut funktioniert.
    Nun teilt man mir mit, dass meine Anlage ein Marktintegrationsmodell sei und nur noch zu 90% zu der vereinbarten Einspeisevergütung ausgezahlt würden, 10% würden zum jeweiligen Marktpreis vergütet.


    Nun meine Fragen:


    1. e.dis möchte nun rückwirkend bis zum 01.01.2014 dieses neue Vergütungsmodell umsetzen und stellt nun entsprechend Rückzahlungsforderungen an mich. Ist dies rechtens? Für 3 Jahre Rückzahlungsforderungen, obwohl e.dis seinerzeit verpasst hat, meine Vergütung entsprechend anzupassen?


    2. Müssen wir jetzt damit rechnen, dass "die Regierung" permanent irgendwelche "Anpassungen" vornimmt? Ich habe meinen Vertrag seinerzeit so verstanden, dass mir eine feste Einspeisungsvergütung bis zum Vertragsende ausgezahlt wird.


    Viele Grüße,
    Sven

  • Eon hat recht und es wurde von der Regierung nie etwas rückwirkend eingeführt. Das wirst du zahlen müssen. Ärgerlich aber rechtens.
    Mfg Jochen

    2010: 134 kwp CSI,SMA | 2011: 5,00 kwp CSI,SMA | 2012: 54,5 kwp Eging,SMA | 2012: 30,0 kwp CSI,SMA | 2014: 60,0 kwp Schott,Fronius | 2014: 7,65 kwp Eging,SMA | 2016: 88kwp Qcells,SMA | 2017: 12 kwp SW,SMA | 2018: 9.8 kwp LG,SMA/ Tesla Powerwall 2 | 2019: 750 kwp JA Solar, Huawei | 2019: 29,9 kwp Longi,SMA | 2020: 750 kwp Longi Solar, Huawei 2021: 750kwp Longi Huawei

  • Hallo und willkommen im Forum,


    zuerst wäre wichtig zu wissen wie groß Deine Anlage ist. Das Marktintegrationsmodell mit 10% Eigenverbrauch gilt für Anlagen ab einer Größe von 10,01 kWp. Wenn Deine Anlage größer ist unterliegst Du, wenn Du nicht komplett einspeist, dem Marktintegrationsmodell.


    Wenn e.dis schreibt "dieses neue Vergütungsmodell" umzusetzen, dann ist das mehr als missverständlich ausgedrückt. Das Marktintegrationsmodell wird bzw. sollte seit 2012 umgesetzt (werden). Es stellt sich also hier die Frage warum e.dis das nicht vorher bzw. von Anfang an gemacht hat.


    Zu Punkt 2.) Hier liegt der Fehler definitiv nicht bei "der Regierung", weil das Marktintegrationsmodell nicht rückwirkend beschlossen wurde. In Deinem Fall ist eher zu klären wer den Fehler gemacht hat: Du oder e.dis. Wenn Du ihn gemacht hast: Pech gehabt. Wenn e.dis ihn gemacht hat, muss man das von der juristischen Seite klären.


    Aber zuerst ist die Frage zu klären wie groß Deine Anlage ist.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Hallo rautenjunge,


    da hat e.dis wohl die letzten Jahre gepennt. :roll:
    Und jetzt ist vermutlich den Wirtschaftsprüfern aufgefallen, dass auch bei MIM-Anlagen > 10 kWp fälschlicherweise 100% EEG-Vergütung ausgezahlt wurde. Und da für 2013 bereits Verjährung eingetreten ist, hast du für dieses Jahr "Glück gehabt".


    Ich frage mich allerdings, wie e.dis die erzeugte Menge rückwirkend feststellen will? Oder hast du sogar von Anbeginn an einen Erzeugungszähler gehabt, den du jährlich ablesen und die Werte an e.dis weiterleiten musstest?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Dringi schrieb:

    Zitat

    Das Marktintegrationsmodell wird bzw. sollte seit 2012 umgesetzt (werden).


    Für 2012 und 2013 wurde es ausgesetzt!


    Bento schrieb:

    Zitat

    Ich frage mich allerdings, wie e.dis die erzeugte Menge rückwirkend feststellen will?


    Anhand der Jahresrechnung? :wink:

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von Eisbaer

    Für 2012 und 2013 wurde es ausgesetzt!


    Stimmt!
    Das EEG hat in den letzten Jahren soviele Sonderregelungen erzeugt bzw. beerdigt........da vergisst man schon mal solche "Kleinigkeiten".


    Zitat von Eisbaer

    Anhand der Jahresrechnung? :wink:


    Ich bin aufgrund des Inbetriebnahmedatums von Überschusseinspeisung ausgegangen. Aber wenn dem so wäre, dann sollte es seitens des Betreibers hoffentlich kein Problem sein, 10% Eigenverbrauch nachzuweisen.
    Bei Volleinspeisung hätte der TE natürlich schlechte Karten und die 10% wären über die gemeldeten Einspeisezählerstände leicht zu ermitteln. :?


    Er wird sich ja hoffentlich noch einmal melden und was zur Größe der Anlage und zur Einspeiseart sagen!?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Eisbaer: Ja, stimmt. Ganz vergessen. Ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, dass das Gesetz nicht rückwirkend kam und entweder e.dis oder der O-Poster ein Fehler gemacht haben. Habe mich da falsch ausgedrückt, allerdings hat "die Regierung" von Anfang an klar gemacht, dass das Gesetz so durchgesetzt werden soll.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Zitat von rautenjunge

    zu der vereinbarten Einspeisevergütung


    Hast du da einen Vertrag mit denen, in dem was anderes steht als im EEG?


    Ansonsten verjähren Ansprüche aus der Abrechung 2014 frühestens Ende diesen Jahres, ist also noch möglich Fehler zu korrigieren.


    Wenn es eine Überschußeinspeisung ist, aber kein Erzeugungszähler da ist, werden die 10% aus der eingespeisten Menge gerechnet. Ich meine das stand sogar im EEG2012 mindestens hat das die Clearingstelle oder Bundesnetzagentur so festgelegt.
    Es gab ja eine Übergangsregelung (u.a. weil die Zähler knapp waren), einige Betreiber haben dann schlicht "vergessen" fristgerecht Erzeugungszähler zu setzen. Da gab es hier schon einige Fälle, bei denen das dann erst nach einiger Zeit aufgefallen ist.

  • Danke für die vielen Antworten.
    Zu Euren Fragen: Die Anlagenleistung beträgt 11,5 kWp
    Die Vermarktung erfolgt seit Anfang an, Mai 2013, über e.dis. Deshalb hätte e.dis eigentlich bzgl. der korrekten Verrechnung Bescheid wissen sollen, da in deren monatlichen Abrechnungen sogar schriftlich auf auf das EEG verwiesen wurde. " Ein Teil der von Ihnen eingespeisten Energie kann nur mit dem Marktwert vergütet werden, da nach §33(1) EEG 2012 bei Ihrer Anlage max. 90% der erzeugten Energie vergütet werden kann (Marktintegrationsmodell)". Die haben das auf gut deutsch "verpennt".
    Meine Anlage ist eine sogenannte Bürgerstromanlage, wobei der der gesamte erzeugte Strom jeder PV-Eigentümeranlage in das öffentliche Netz des örtlichen Verteilungsnetzbetreibers eingespeist wird - keine Eigennutzung.


    Im Endeffekt hat es e.dis wohl verpennt, ist durch einen Wirtschaftsprüfer aufgeflogen und nun soll ich nachzahlen.