Steuerkonstrukt bei kleiner Anlage mit hohem Eigenverauch

  • Hallo alle miteinander,


    ich bin auf dem Gebiet "PV" noch ziemlich neu. Meine Frau und ich haben vor ein paar Wochen einen Neubau bezogen, bei dem auch eine PV-Anlage mit 2,68 kWp und einer Tesla Powerwall mit 7 kWh Speicher integriert sind.


    Der Gedanke war damals natürlich recht simpel: Etwas strom produzieren, speichern und die paar Überschüsse einspeisen. Nach ein wenig hin und her bin ich natürlich aufgrund meiner Naivität ziemlich auf die Nase gefallen. So einfach ist es dann eben nicht.


    Nachdem ich mich ein wenig durch das Internet gelesen habe und auch hier im Forum einige Beiträge durchgelesen habe bin ich nach wie vor nicht viel schlauer. Die Beratung bei einem Steuerberater scheue ich noch, da die Kosten für den wahrscheinlich höher sind als mir jemals durch ihn wieder eingespielt werden.


    So sehe ich nun, dass uns 3 Möglichkeiten bleiben:


    1. Wir speisen nichts ein, genießen unseren Eigenverbrauch und lassen die Überschüsse verfallen, dafür habe ich aber keinen Papierkram.
    2. Wir speisen ein, machen von der KUR gebrauch, habe den entsprechenden Aufwand.
    3. Wir speisen ein, machen nicht von der KUR gebrauch und haben noch mehr Aufwand.


    Wir haben eine 45 Grad Dachneigung mit exellenter Südausrichtung. Die Module (X20) kommen von SunPower Aber ich gehe mal davon aus, dass aufgrund unseres Stromspeichers der Wert des eingespeisten Strom sich auf einen ziemlich geringen Betrag belaufen werden. Und da frage ich mich, inwieweit das Einspeisen da noch sinn macht, wenn man den Papierkram in Betracht zieht. Dazu kommt die Tatsache, dass der Eigenverbrauch als Betriebsentnahme mit versteuert werden muss. Und da dieser bei uns relativ hoch ausfällt, habe ich teilweise die Befürchtung, dass die Einspeisung auf Dauer mehr kostet als nützt.


    Wer kann mir da weiterhelfen? Wenn ihr weitere Angaben braucht stelle ich die gerne zur Verfügung.


    Viele Grüße

  • Zitat von Odde

    Hallo alle miteinander,
    ich bin auf dem Gebiet "PV" noch ziemlich neu. Meine Frau und ich haben vor ein paar Wochen einen Neubau bezogen, bei dem auch eine PV-Anlage mit 2,68 kWp und einer Tesla Powerwall mit 7 kWh Speicher integriert sind.


    Sensationell :!:
    Der Anbeiter hat sich sicher über 15.000,- von Dir gefreut oder war es noch mehr?


    Zitat

    Der Gedanke war damals natürlich recht simpel: Etwas strom produzieren, speichern und die paar Überschüsse einspeisen. Nach ein wenig hin und her bin ich natürlich aufgrund meiner Naivität ziemlich auf die Nase gefallen. So einfach ist es dann eben nicht.


    Jepp, man könnte auch sagen Du wurdest über den Tisch gezogen, ohne es zu merken ... wie eine Weihnachtsgans ausgenommen!


    Zitat

    So sehe ich nun, dass uns 3 Möglichkeiten bleiben:
    1. Wir speisen nichts ein, genießen unseren Eigenverbrauch und lassen die Überschüsse verfallen, dafür habe ich aber keinen Papierkram.
    2. Wir speisen ein, machen von der KUR gebrauch, habe den entsprechenden Aufwand.
    3. Wir speisen ein, machen nicht von der KUR gebrauch und haben noch mehr Aufwand.


    Bei 3 bekommst Du im Idealfall die VSt der sündhaft teuren Fehlplanung wieder zurück.
    Wenn ich schon lese, Speicher ... SunPower Module ... da rollen sich die Fußnägel auf.
    Warum macht man sowas???


    Ist noch Platz auf dem Dach?
    Was für ein WR hängt da?
    Vielleicht kann man noch etwas retten ... Gewinn wird diese Anlage nie erwirtschaften und auch die schwarze Null, die Du sicher in der Wirtschaftlichkeitsberechnung erhalten hast, kommt aus dem Märchen.


    Zitat

    Wer kann mir da weiterhelfen? Wenn ihr weitere Angaben braucht stelle ich die gerne zur Verfügung.


    Wie viel Vorsteuer hast Du beim Kauf gezahlt?
    Liegt Dir über PV + Speicher eine separate Rechnung vor?

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW


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  • Hi,


    Zitat von Odde

    PV-Anlage mit 2,68 kWp und einer Tesla Powerwall mit 7 kWh Speicher


    Mich würde die Wirtschaftlichkeitsrechnung interessieren, an wieviel Tagen der Speicher überhaupt mal voll werden soll...


    Knut

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20

    alle DN 22°


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen - self.Logger.solar

    API für Prognosedaten zur Solarproduktion - Forecast.Solar

  • Zitat von Odde

    Dazu kommt die Tatsache, dass der Eigenverbrauch als Betriebsentnahme mit versteuert werden muss. Und da dieser bei uns relativ hoch ausfällt, habe ich teilweise die Befürchtung, dass die Einspeisung auf Dauer mehr kostet als nützt.


    Ganz so stimmt das nun auch nicht. Im Gegenzug zur Betriebsentnahme darfst du auch die Abschreibung nutzen. Das rechnet sich dann raus. Im Großen und Ganzen kannst du aber nur auf die Anwendung der KUR verzichten und dir die gezahlte Mehrwertsteuer zurück holen.

  • Nicht einspeisen dürfte ja schon vorbei sein, wenn es schon läuft.
    Bei der riesigen Anlage :ironie: mit viel zu großem Speicher könnte man schon fast Probleme mit den mindestens 10% Einspeisung bekommen um es überhaupt ins Betriebsvermögen zu schaffen. Welche Folgen das genau hat, erkläre bitte ein Fachmensch.
    Sonst, sehe iches wie bereits geschrieben, das einzige was man da noch retten kann, ist die Vorsteuer. Für die Minimum wohl 1500€, befürchten tue ich auch eher über 2000€, kann man imo schon ein paar Formulare ausfüllen (leider mit dem Nebeneffekt, daß man dann einen Teil davon für den Direktverbrauch über mindestens 5 Jahre wieder zurückzahlen muß).
    Vermutlich wird die Anlage aber nie Gewinn machen. Dann könnte das Finanzamt auf die Idee mit der Liebhaerei kommen und dann muß man die erstattete Vorsteuer auch zurückzahlen :( Dem Verkäufer in dem Fall eine Falschberatung zu vorzuwerfen und von dem Schadensersatz zu fordern, wäre sicher auch ein Weg.
    Wirklich schwierig, einen Rat zu geben, meine Gedanken stehen da.

  • ohne positive Ertragsaussichten scheint die PV Anlage ein Liebhaberstück zu sein.
    Da giebs auch keine Vorsteuer zurück. So ein Kleckerli mit 2,68Kwp was soll das?
    Einspeisen kannst du aber trotzdem. Nur solltest du es umsatzsteuerfrei machen, dann brauchst du auch kein Finanzamt.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    Nur solltest du es umsatzsteuerfrei machen, dann brauchst du auch kein Finanzamt.


    Das würde ich bezweifeln wollen! (es sei denn, er bekommt tatsächlich die Absolution vom FA)


    Gibt es jemanden im Forum, der das schon mal geschafft hat?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Gibt es eine Möglichkeit, aus diesem Schummelpaket rauszukommen?
    Such einen Rechtsanwalt, die 50...80€ Erstberatungsgebühr mußt Du schlucken. Blöde Situation, ohne Rechtsbeistand kaum eine Chance.
    Ansonsten "Augen zu und durch"....
    Leider werden wir von unseren eigenen Landsleuten nach Strich und Faden betrogen und belogen....das ist gelinde gesagt "zum Kotzen"!
    Gruß Claus

  • Zitat von machtnix

    ohne positive Ertragsaussichten scheint die PV Anlage ein Liebhaberstück zu sein.
    Da giebs auch keine Vorsteuer zurück. So ein Kleckerli mit 2,68Kwp was soll das?
    Einspeisen kannst du aber trotzdem. Nur solltest du es umsatzsteuerfrei machen, dann brauchst du auch kein Finanzamt.


    Da hängt ein Speicher für 10.000,- dran, DIE Vorsteuer muss zurück kommen!
    Keine Ahnung was der Preis war, lass es 15.000,- gewesen sein, das sind 3000,- Vorsteuer.
    Die muss man in 5 Jahren niemals über die unentgeltliche Wertabgabe wieder ans FA zahlen.


    Fakten müssen her.
    Welche Module und wie viele, sind es 8*335Wp?
    Welcher WR, ich hoffe es ist ein SolarEdge Gerät.
    Wenn dem so ist, günstige Module mit 275-300Wp ergänzen um auf 5-7KWp zu kommen.


    BTW: Wie hoch ist der Stromverbrauch; die 7KWh Speicher wollen genutzt werden, sonst bringt die ganze Aktion gar nix.


    Bild von den Modulen auf dem dach wäre auch gut.
    Gibt es vielleicht doch Schatten?


    Es geht hier eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung und Minimierung von Verlusten.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasaonic Aquarea Monoblock 5KW


    Verkaufe: SMA SunnyHomeManager 1.0 Bluetooth mit D0-Auslesekopf für SHM1.0

  • Zitat von stromdachs

    Gibt es eine Möglichkeit, aus diesem Schummelpaket rauszukommen?
    Such einen Rechtsanwalt, die 50...80€ Erstberatungsgebühr mußt Du schlucken. Blöde Situation, ohne Rechtsbeistand kaum eine Chance.
    Ansonsten "Augen zu und durch"....
    Leider werden wir von unseren eigenen Landsleuten nach Strich und Faden betrogen und belogen....das ist gelinde gesagt "zum Kotzen"!
    Gruß Claus


    da wüsste ich schon gerne wegen was hier ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden sollte?
    ich finde keine Anhaltspunkte dafür daß der TS "belogen und betrogen" worden wäre, weder von "unseren eigenen Landsleuten" noch von anderen... :roll:
    so wie der TS das schreibt, würde ich vielleicht daraus schließen, daß er eher hochwertige Komponenten zu einem wahrscheinlich eher hohen Preis gekauft hat.
    Und?
    Kommt vielleicht irgendjemand auf die Idee, daß er einen Bauherren zum Rechtsanwalt schickt weil er in seinem neuen Haus eine teuere Küche oder ein Luxusbad einbauen hat lassen?


    Meine Vermutung: der TS hat ein neues Haus von einem GU oder Bauträger gekauft,

    Zitat von Odde


    Der Gedanke war damals natürlich recht simpel: Etwas strom produzieren, speichern und die paar Überschüsse einspeisen.


    diesen Gedanken hat er als Wunsch seiner Hausbaufirma mitgeteilt, diese hat ihm etwas angeboten, und er hat das Angebot angenommen.Es ist auch nicht zu befürchten daß die verbauten Komponenten diese Anforderungen nicht erfüllen könnten.


    Da steht jetzt auch nichts von Beratung oder maximaler Rendite, usw.


    Der TS hat das bekommen, was er (hoffentlich) bestellt hat, so what :juggle: