Planung kleine PV-Insel

  • Guten Abend zusammen,


    nachdem wir uns eigentlicht erst eine große Anlage bauen wollten (der Trend geht ja im Forum zur 9,9kwp-Anlage) haben wir uns nun dagegen entschieden, einfach aus Kostengründen.


    Die neue Idee, bzw. die neue Überlegung nach hunderten Youtube-Videos und Internetseiten, geht Richtung Inselanlage. Meine Überlegung war folgende:


    Ich überlege eine kleine Inselanlage auf unser Dach zu bauen. Überlegt wird für den Anfang allein unser Wohnzimmer abzudecken - Sprich die Elektrischen Geräte möglichst Autark zu betreiben (zumindest im Sommer) und um Erfahrung zu sammeln. Ich möchte gerne im Sinne des "e.cube Systems" einen kleinen Speicher mit einbauen und das alles in eine Kiste packen, damit meine Freundin es auch hübsch findet. Wenn das gut funktioniert, würde ich auch die Anlage auf die nächsten Räume ausweiten. Es soll eigentlich nicht das vorhandene Stromnetz genutzt werden - diese Würfel haben ja ein oder zwei Schuko-Steckdosen, so dass man von da aus mit einer Verlängerung arbeiten kann.


    Wir benötigen für unser komplettes Wohnzimmer 200W pro Stunde 230V. Wenn wir das ganze sagen wir mal 3 Std. (im Schnitt) pro Tag laufen lassen würden, hätten wir 600W. Da wir im Norden (Leer) wohnen und nicht immer Sonne haben sagen wir mal 3 Tage Überbrückungszeit - dann wären es 1800W.. Das ganze mal Faktor 1,4 (da nur rund 60% nutzbar sind) und geteilt durch 12V ergibt eine Batteriegröße von 210Ah -> oder ist da meine Rechnung irgendwie falsch?


    Würde mir so 2 oder 3 Panele auf unser Anbau packen - oder aufs Hausdach, aber dann sehen es die Nachbarn *hmm* - und dann erstmal probieren über den Sommer.


    Warum ich das so machen möchte?


    - Eine große Anlage wäre nicht schlecht, ich möchte aber eigentlich nichts einspeisen sondern voll auf den Eigenverbrauch gehen (entgegen der Meinungen hier im Forum) und im Notfall ein kleines bisschen verschenken oder mir was anderes überlegen.
    - Außerdem wäre die Anlage jederzeit erweiterbar - für die nächsten Räume. Würde dann für das Wohnzimmer so kalkulieren das ich im Sommer locker hinkomme und zum Winter hin halt immer mehr Netzstrom nehmen würde.
    - "Geringere Kosten". Die einzelnen Anschaffungskosten sind geriger (ich weiß, pro kWp nicht), ich kann erweitern wenn ich wieder Geld übrig habe und brauche keinen Kredit o.ä.


    Ich habe zwar keine Probleme mit dem Aufbau der Anlage, aber mit der Dimensionierung schon eher. Könnte mir da einer unter die Arme greifen? Denke ja, ich müsste "rückwärts" rechnen wenn ich weiß wieviel Verbrauch ich pro Tag habe.


    Dachte an:


    - 1x 195W Mono-Modul 175€ (http://www.solar-tronics.de/so…/solarmodul-195-watt.html)


    das hat mir ein Internetrechner rausgeworfen. Aber mehr? Ich weiß einfach nicht wie groß ich alles machen muss damit es auch zusammen passt.


    Falls jemand lust hat mir zu helfen ... gerne melden :danke:. Habe schon soviel im netz geguckt das ich mitterweile ganz matschig in der Birne bin und nicht mehr weiß wo oben und unten ist. :oops:

  • Nachdem du ja hier schon fleißig beim Angebot einholen einer großen Netzanlage warst frag ich mich nach deinen persönlichen Ambitionen einer kleinst Inselanlage? Du bist dir schon bewußt das diese bei vorhanden sein von einem Netzanschluß reinen Hobbycharakter für Techniker besitzt und du damit kein Geld sparen wirst?

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Ja, ist mir mehr oder weniger bewusst, aber, ich kann (ok, könnte schon) und möchte nach unserem Hauskauf vor einem 3/4 Jahr keinen Kredit aufnehmen. Ich möchte es aus eigener Tasche finanzieren. Außerdem geht es mir doch einfach nur darum, in den Sommermonaten den Strom für das Wohnzimmer (für den Anfang) selber herzustellen. Es kann doch nicht sein das man sich das ganze Hausdach voll machen muss. Außerdem habe ich keine Lust auf das Finanzamt und Stromanbieter und so weiter und so weiter.


    Um auf die Angebote von vor ein paar Wochen zurück zu kommen - ja, die waren nicht schlecht, aber trotzdem zu viel für uns, wir möchten halt keine ~13t€ auf einmal ausgeben.


    Mittlerweile bin ich auch ein wenig davon abgewichen das ich unbedingt Gewinn machen muss, wenn ich die 200W/h (bzw. gesamt 600W/d) erzeugen kann (ok, brauche ja mehr weil der Akku nicht komplett nutzbar ist) dann reicht mir das.


    Ein ganz entscheidener Punkt ist wohl auch, das ich mir einer "komplett-fertig"-Anlage nicht mehr flexibel bin. Heißt, will ich die Anlage mal erweitern, geht das nur wenn die halbe Anlage (Wechselrichter, Akku, ...) getauscht wird. Wenn ich jetzt aber ein System habe was einzig und allein einen Raum abdeckt, kann ich anschließend bei weiteren Anlagen (Räumen) machen was ich will.


    Und auch wenn es nur einen "Hobbycharakter" hat, wenn man sieht das ein oder zwei kleine Module reichen (im Sommer) um den Verbrauch abzudecken, hat man Blut geleckt. Gibt noch ganz andere "Hobbys" die wesentlich teurer sind.


    P.S. Gerade nochmal einen Rechner laufen lassen und gesehen das ich bei einem 12V-System und 3 Tagen Puffer rund 300Ah bräuchte, bei einem 24V-System "nur noch" 150Ah.

  • Du vergleichst hier aber Äpfel mit Birnen du hast dir im Forum eine Ausgewachsenen PV Anlage anbieten lassen, komplett installiert und abgenommen für die Versicherung mit ziemlich fixen Return of Investment Zeitpunkt.. das hast du bei einer kleinen Insel alles nicht.. das ist reine Spielwiese


    Ich frag jetzt gleich mal anders.. Was es ist es dir als Hobby wert. bzw was ist dein Finanzielle Budget das du dein Wohnzimmer mit einer Insel Betreibst.. weil dir muß klar sein auch dafür mußt du Geld in die Handnehmen.. so ab 1700 unterstes Limit würd ich mal sagen geht das im ersthaften "Klein"bereich dann los und da sind aber noch keine E-Abnahmen oder AC installationsmaterial mit eingerechnet.. das ist wirklich eine kleinstanlage.. Wenn du wirklich stark auf erweiterbarkeit setzen willst, dann müßtest du von Grund auf gleich mit 48V planen, was natürlich für den preis ein Hammer wird.. dann wird aber auch eine kleinstanlage von Grund auf wirklich ziemlich teuer.. Denn mit erweitern hat das nichts mehr zu tun wenn du für jede Erweiterung das System bis auf die Module tauschen mußt..

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    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

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  • Habe gerade nochmal etwas hin und hergerechnet und hoffe, ich habe mich nicht verrechnet:


    Nehme ich die 8800kWh/a Ertrag bei der großen 9,9kWp-Anlage und rechne das mal auf ein 200Wp-Modul runter komme ich auf einen Ertrag von rund 176kWh/a mit einem 200Wp-Modul (im Schnitt)
    Ich benötige 0,6kWh/d, was bei 365 Tagen einen Verbrauch von 219kWh macht - mit anderen Worten fehlt mir was da ich ja auch noch Verluste habe.
    Nehme ich allerdings 2x200Wp-Module, habe ich rund 350kWh/a an Ertrag. Das macht schlanke 130kWh/a mehr als ich brauche (oder 37% "Überschuss"). Wenn ich jetzt noch 40% von dem nicht nutzbaren Akku abziehe und einfach nochmal 10% Verluste irgendwo in der Anlage dann fehlen noch 13%. So, und diese 13% hole ich mir aus der normalen Steckdose im Winter.


    So, nun zu meinem Budget: Wenn ich 2 Module rechne, Laderegler, Spannungswandler (ja, ich müsste auf 230V kommen), Kabel, ne vernünftige Box die ich ins Wohnzimmer stellen kann, Akkus und so weiter würde ich sagen, sollte das ganze für max. 1t€ zu machen sein, weniger gerne gesehen.


    Gehen wir von den o.g. 350kWh/a aus wenn es 2x200Wp-Module werden sollten, dann spare ich diese ja und rechne mit unserem aktuellen Strompreis von 0,25€, somit spare ich rund 90€ pro Jahr. Gehen wir von 1t€ Investition aus, hat sich die Anlage nach 11,1 Jahren gerechnet. Nicht mir eingerechnet sind Strompreiserhöhungen (bei 0,30€ Strompreis wäre die Ersparnis 105€ und der Null-Punkt wäre nach 9,5 Jahren erreicht) o.ä..


    Weißt du was verrückt ist, die kleine Anlage würde sich nach 11,1 Jahren (inkl. Akkus) rechnen, die große nach 10,7 Jahren (ohne Akkus). Die Akkus halten bei der kleinen, wenn man gute und vernünftige nimmt, wie lange? Gesagt wurde mir nicht sehr lange, gehe aber einfach mal von 5 Jahren aus - gerne länger. Bei einer großen halten die aber auch nicht viel länger.


    Habe ich noch irgendwas übersehen oder nicht mit bedacht?


    P.S. Frage noch meinerseits, wie lang dürfen die Kabel von den Solarmodulen bis zum Laderegler sein? Gibt es da eine Vorgabe?


    P.P.S. Mit Erweitern meine ich, eine Anlage "quasi für jeden Raum" oder bei wenig genutzten Räumen auch mal 2 oder 3 zusammen schalten.

  • Zitat von Touaregstef20


    Habe ich noch irgendwas übersehen oder nicht mit bedacht?


    ähm Ja ... Eventuell das der Nutzungsgrad aus dem Inselstrom einer so kleinen Anlagen aufgrund der oftmaligen Abregelung im Sommer wie auch in der Zeit der nicht Nutzung im Zeitraum des Minderertrages mitminderertrag im Winter wo das System abgeschalten wird.. und auch unter Berücksichtung der Wirkungsgradkette.. Gesamtjährliich bei ca 50%-60% liegt. Du kannst doch nicht 100% Einspeisungsertrag auf einer Batteriegestützte aabregelende Kleininsel gegenrechnen Die Rechnung geht nicht mal ansatzweise auf.

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

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  • na ich glaub du rechnest dir das etwas zu Gut , wieso das?
    wenn du nur 0,6Kwh am Tag brauchst, dann sind das im Jahr 219 kwh, und genau diese kannst du durch die PV Anlage an Strombezug aus dem Netz einsparen. Du sparst dann etwa 55€ Strombezug ein, die Anlage rentiert sich dann erst nach 18 Jahren...


    Ideal wäre, wenn du auch tagsüber deinen Strom selbst verbrauchen könntest ( zbsp. grundverbrauch) und die Überschüsse ins Warmwasser stecken würdest.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Zitat von klaus24V

    na ich glaub du rechnest dir das etwas zu Gut , wieso das?
    wenn du nur 0,6Kwh am Tag brauchst, dann sind das im Jahr 219 kwh, und genau diese kannst du durch die PV Anlage an Strombezug aus dem Netz einsparen. Du sparst dann etwa 55€ Strombezug ein, die Anlage rentiert sich dann erst nach 18 Jahren...


    Und auch das setzt voraus das er das ganzjährig jedentag nutzen kann.. was ja auch nicht möglich ist da ihm die Leistung im Winter fehlt und im Sommer verpufft.. Was wiederum bedeutet er nicht mal die 219KWH nutzen kann .. Das heißt er muß überbelegen muß, nicht nur Module auch mit dem Speicher was aber wiederum massive Verluste im Sommer zu enormen Anschaffungskosten gegenüber steht.. und wenn man dann schon mit 18 Jahren rechnet.. dann muß man mit absoluten TOPkomponenten rechnen sonst ist die ganze rechnung sowieso nicht durchführbar da ihm die Geräte vorher kaputtgehen


    Also ich will dir eine Insel nicht ausreden reden ich hab selber eine.. Ich weiß aber das sich meine Anlage niemals Amortisieren würde hätte ich keinen batteriesponsor :) . Mir geht es nur darum das ich das gefühl hab du weißt nicht ganz wie die reale Kostenrechnung bei sowas aussieht..

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  • Das mit dem Warmwasser wäre gut, aber nicht nötig, da wir eine Solaranlage auf dem Dach haben für unser Warmwasser.


    Es muss doch eine einfache Lösung geben das man (zumindest einen Teil) der 600W erzeugen kann, den ich dann verbrauche.


    Es wird immer vom wechsel zu Erneuerbaren Energien gesprochen und wenn man dass dann machen will hat man entweder Arbeit mit dem Finanzamt und co oder das ganze rechnet ich nicht?


    Was wäre denn wenn ich nur 200Watt für die Grundlast des Hauses benötige? Wie sehe es denn dann aus?

  • Zitat von Touaregstef20

    entweder Arbeit mit dem Finanzamt und co oder das ganze rechnet ich nicht?


    was für eine Arbeit? einmal im Jahr den Steubescheid... . Wenn du meinst das ist arbeit dann sei mal vorgewahrnt eine Inselanlage ist ZIG mal mehr arbeite und das das ganze Jahr über .. denn eine Insel will gepfelgt überwacht und gewartet werden.. nimmt wirklich sehr viel Zeit in anspruch.. deswegen ist es ja ein Hobby


    Bezüglich grundlast.. Du kannst nicht einfach 200W .. 4,6KWH Grundlast decken.. dazu mußt du ja die Phasen komplett decken... und damit sind auch Spitzenlaste usw gemeint.. das geht ins Geld.

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