Reinertrag bei PV

  • hach ich steh grad mal wieder auf dem Schlauch.
    Unsere PV Anlage mit 17,8kWp bringt im Jahr netto ca 7800 Euro im Schnitt rein.
    Diese werden aber doch noch versteuert.
    wieviel bleibt da am Schluss über?
    Hab bestimmt grad wieder irgendwas übersehen....hängt doch auch mit der EÜR zusammen oder :?

    Anlage von 2006 (Mietshaus)

    83 x Sanyo HIP-215 NHE 5 / 3x SMA SB 5000, 1x SMA SB 2100
    Leistung: 17,845 kWp mit Volleinspeisung

    Anlage von 2011 (Haupthaus Süd)

    36 x Aleo S19 245W / 1x SMA Tripower 8000 TL-10
    Leistung: 8,82 kWp seit Juli 2014 Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung

    Anlage von 2020 (Haupthaus Nord)

    58 x Solarfabrik Mono S2 - Halfcut 340W / 1x SMA Tripower 15000 TL-30

    Leistung: 19,72 kWp mit 70% hart.--- Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung




  • Hallo Mattn,
    dein Reinertrag von 7800 € sollte doch eigentlich das Ergebnis aus der EÜR sein (Einnahmen minus Ausgaben ergibt den Überschuss).
    Wie viel nach Steuern davon übrig bleiben, das hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab, mit dem du deine kompletten Einkünfte versteuern musst. Der Steuersatz wiederum ist abhängig von der Gesamthöhe des Einkommens - Stichwort Progression.


    mfg
    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise- und Direktverbrauchs-Anlagen für Windows [und Mac-OS nicht mehr bei M1-Prozessor!]
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

    :!: Bei Anfragen bitte unbedingt den Programmnamen und die Programmversion angeben :!:

  • Ich glaub er meinte mit 'netto' = 'ohne USt' und auf gar keinen Fall nach EÜR&AfA... Da müsste er ja sonst weit über 1Eu / kWh kassieren.


    Mattn: Im wesentlichen ziehst du davon also dann die Abschreibung (1/20 Anlagennettopreis) ab, ev. noch Versicherung und Wartung, und davon dann noch dein persönlicher ESt-Grenzsteuersatz (bei nem Ledigen >53k€ Jahreseinkommen also max. -42%) und das ist dann dein Reingewinn nach Steuer.


    Mit USt auf Eigenverbrauch brauchst dich als Volleinspeiser ja nicht rumärgern...

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Bevor wir hier Lösungen / Antworten suchen - braucht man m.E. erst einmal eine Frage / Problem.


    Ich habe gerade versucht, die Problemstellung innerhalb der Fragestellung zu analysieren. Das ist in eine Doktorarbeit ausgeartet. Es macht keinen Sinn, die (sinnlosen) Fragen zu beantworten, die sich aus einem falschen Denkschema ergeben; wenn es ein sininvolles Denkschema gibt - bei dem diese Fragen vermutlich gar nicht erst auftauchen.


    Deshalb der Ansatz, dass der TO seine Gedanken mal ordnet - und sich auf einen erprobten Pfad begibt:


    A. Betriebseinnahmen
    1. Umsatzsterlöse
    a) aus der Lieferung an Dritte
    b) aus Sachentnahmen
    2. Umsatzsteuer
    a) aus Kundenzahlungen
    b) aus Sachentnahmen
    3. Wert von Sachentnahmen
    4. USt-Erstattungen des FA
    5. Sonstige betriebliche Erträge


    = Betriebseinnahmen


    B. Betriebsausgaben
    1. Abschreibungen
    2. sonstige betriebliche Aufwendungen
    3. an Lieferanten gezahlte USt (Vorsteuer)
    4. USt-Zahlungen an das Finanzamt
    5. Zinsen


    = Betriebsausgaben


    C. Jahresergebnis = "A" - "C"




    Bis hierher ist es nur die Struktur der EÜR.
    (Die Positionen A2, A4, B3, B4 können aus Vereinfachungsgründen weggelassen werden; auf die Totalperiode gesehen heben sich diese Positionen gegeneinander auf.)


    Eine "vor Steuern" - "nach Steuern"-Betrachtung macht hier keinen Sinn.
    a) Gewerbesteuer würde das Jahresergebnis mindern; sie würde dazu führen, dass die GuV eines Bilanzierers plötzlich im "Ergebnis vor Steuern" eine Zwischensumme hätte; davon würde die GewSt abgegezogen; am Ende steht das Jahresergebnis.


    Bei einer Kapitalgesellschaft erscheint auch die Körperschaftsteuer an dieser Stelle. (Die KöSt ist ja nichts anderes, als die Einkommensteuer der juristischen Personen.).
    Aber auch die fällt nicht an.


    Die Einkommensteuer einer (oder mehrerer) natürlichen Personen hingegen mindert das Jahresergebnis niemals.



    Das Jahresergebnis unterliegt nun noch der Einkommensteuer.
    Maßgeblich ist der persönliche Grenzsteuersatz. Als Schätzwert sind 35% selten falsch; denn die Personen, die einen deutlich höheren Grenzsteuersatz haben - die kennen ihn (und brauchen nicht schätzen).



    Der TO muss nun mal schauen,
    a) wo er seine 7.800 Euro einsortiert
    b) ob / was ihn vom Jahresergebnis trennt
    c) wie hoch sein Grenzsteuersatz ist


    und dann kann er eins-fix-drei die anfallende Steuerlast berechnen.


    Allerdings ist mir auch noch nicht klar, was eigentlich seine Zielgröße ist?
    Freie Liqudität? Dann müsste man noch nach der Steuerbelastung die Tilgung evtl. Darlehen abziehen.
    versteuertes Einkommen? Dann wäre man direkt am Ziel.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung


  • Ich vermute, hier meinte kpr
    C. Jahresergebnis = "A" - "B"
    aber ansonsten wie immer eine tadellose Erklärung. Über den Gedanken der Liqidität habe ich auch schon mal ein paar Stunden verbracht...., aber das ist ein ganz anderes Thema

    Grüße
    Jost
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