Hauskauf mit PV - Abschreibung

  • Hallo,
    ich beabsichtige ein Haus zu kaufen welches auf dem Dach eine PV-Anlage besitzt.
    Die Anlage wurde 2006 in Betrieb genommen (Kostenpunkt damals 32.000€) und erwirtschaftet jährlich 2400€ netto (ist belegt).
    Ich möchte im Kaufvertrag den aktuellen Wert der Anlage ausgewiesen bekommen, damit ich diese abschreiben kann um die Einkommensteuer, die ich auf die Einspeisevergütung abführen muss, zu minimieren.
    Dem Verkäufer ist dieser Wert relativ egal, der würde auch 32.000€ angeben (interessiert mich nicht das er das versteuern muss).
    Da ich die Einspeisevergütung noch 10 Jahre erhalte (24.000€), würde mir dann ein Zeitwert von eben diesen 24.000€ ausreichen um keine Steuern zahlen zu müssen?
    Aber wie sieht die Sache das Finanzamt? Welchen Zeitwert veranschlagen die Jungs, bzw. wie berechnen die das?


    lg
    Thomas

  • Hi Thomas,


    Zitat von Scadi

    Die Anlage wurde 2006 in Betrieb genommen (Kostenpunkt damals 32.000€) und erwirtschaftet jährlich 2400€ netto (ist belegt).


    dann wird die so zwischen 5 und 6 kWp haben, oder?
    Einspeisevergütung 51,80 Cent/kWh? Der Erlös kommt mir etwas wenig vor. :roll:


    Schreib` doch mal ein paar Details zu der Anlage (Welche und wieviel Module, wie verstringt, welcher WR usw.).
    Fotos vom Dach und von dem WR wären auch prima.

    Zitat von Scadi

    Ich möchte im Kaufvertrag den aktuellen Wert der Anlage ausgewiesen bekommen, damit ich diese abschreiben kann um die Einkommensteuer, die ich auf die Einspeisevergütung abführen muss, zu minimieren.


    Klar, macht Sinn. Optimal ist ein eigener Kaufvertrag oder eine Vertragsgestaltung, dass der Notar und auch die Grundsteuer den Anlagenwert bei ihren Gebührenrechnungen aussen vor lassen müssen.


    Zitat von Scadi

    Da ich die Einspeisevergütung noch 10 Jahre erhalte (24.000€), würde mir dann ein Zeitwert von eben diesen 24.000€ ausreichen um keine Steuern zahlen zu müssen?
    Aber wie sieht die Sache das Finanzamt? Welchen Zeitwert veranschlagen die Jungs, bzw. wie berechnen die das?


    Ja, der Wert richtet sich weitestgehend nach der Einspeisevergütung.
    Da gibt`s hier im Forum im Downloadbereich eine Formel für.
    Bei milkthesun gibt`s auch einen Rechner, der den Anlagenwert bestimmt.
    Und beim Rechtsanwalt Dr. Stefan Rhode auf der HP auch.

  • Hi Ralf,
    erst einmal vielen Dank für Deine Antwort.
    Wie stark die Anlage ist kann ich (noch) nicht sagen, ist für meine ursprüngliche Frage auch irrelevant ;-)
    Mir liegt die Abrechnung von 2015 vor - 4766 kWh bei 51,8 Cent/kWh = 2468,79€ (ohne USt da Kleinunternehmer).


    Die Rechner sind ja schön und gut, allerdings stellt sich für mich die Frage ob das Finanzamt auch so rechnet.


    lg
    Thomas

  • Versuch macht klug!
    Ich würde mal einen möglichst hohen Preis* für die Anlage zahlen (ich nehme an, dass du entsprechend weniger für das Haus zahlst), wenn das FA nicht mitspielt, was soll schon passieren.


    *Ich denke da so an das obere Ende der "Rode-Formel" :)

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Moin moin aus Kiel,


    also wenn du Haus kaufen solltest, dann gleich nen neuen WR einplanen, einen der mit Schatten umgehen kann. Ich sehe 2 Strings á 15 Module, beide werden verschattet, deswegen sind die finanziellen Erträge auch nicht soo üppig ausgefallen bisher.


    Also ein neuer WR würde noch erhebliches Potential zum Heben aufzeigen.


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    info@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg



    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung & Redispatch 2.0, Anlagenplanung und -Neubau, Huawei Wechselrichter, Zubehör und PV- Komponenten

  • Moin,
    Abschattung ist kaum vorhanden da die Anlage exakt nach Süden ausgerichtet ist.
    Die linke Seite wird überhaupt nicht abgeschattet, die rechte erst spät Abends und nur im Sommer, und dann auch nur minimal.
    Da wird sich ein neuer WR wohl kaum rechnen?!
    Von der Abschattung mal abgesehen, wie viel % Mehrertrag würde ein neuer WR bringen, bzw. welche Vorteile hat er gegenüber den 10 Jahren alten WR?


    Gruß, Thomas

  • Zitat von Scadi

    Mir liegt die Abrechnung von 2015 vor - 4766 kWh bei 51,8 Cent/kWh = 2468,79€ (ohne USt da Kleinunternehmer).


    Na ja, 2015 war ein Bombenjahr. Wenn man sich bei der Zeitwertberechnung nur an den Erträgen orientiert, dann wird die Anlage ohnehin schon gut bezahlt.
    Ich würde eine realistischen Wert, je nach Kaufdatum, irgendwo zwischen 14.000,- und 16.000,- € sehen.


    Allerdings frage ich mich gerade wirklich, was passieren soll, wenn du z.B. 25.000,- € in den Kaufvertrag hineinschreiben lässt!? Kein FA kann dir vorschreiben, zu welchem Preis du die Anlage kaufen musst. Und der Zeitwert ist bei der Abschreibung völlig egal, wenn der Kaufpreis in anderer Höhe geflossen ist. Bei Neuanlagen bewertet das FA ja auch nicht, ob man zu teuer eingekauft hat und damit die Abschreibungen zu hoch werden. :wink:


    Vielleicht kannst du das FA mit einem Kaufpreis von 25.000,- € ja sogar von Liebhaberei überzeugen? :mrgreen:
    Sonst schreib 30.000,- in den Vertrag. :D
    Du musst dir nur nach dem Kauf von den ersparten Steuern einen Sicherheitszaun um das Haus errichten, weil dein Verkäufer dich umbringen wird, wenn er feststellt, dass er die Differenz zwischen Buchwert und Verkaufspreis (Veräußerungsgewinn) versteuern darf.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hi,
    Dem Verkäufer ist es egal welchen Betrag wir vereinbaren, ihm ist auch bewusst das er die Einnahmen versteuern muss.
    Was Steuern angeht scheint er eh nicht der Hellste zu sein, sieht man ja an der Kleinunternehmerregelung. Wie kann man nur bei 32.000.- € die 19% Umsatzsteuer verschenken...


    Grüße, Thomas

  • Zitat

    Du musst dir nur nach dem Kauf von den ersparten Steuern einen Sicherheitszaun um das Haus errichten, weil dein Verkäufer dich umbringen wird, wenn er feststellt, dass er die Differenz zwischen Buchwert und Verkaufspreis (Veräußerungsgewinn) versteuern darf.


    Gedacht habe ich mir das auch aber nicht zu schreiben gewagt! :)

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Du wirst ja auch noch andere Betriebsausgaben als die Abschreibung haben, z.B. Versicherung und vielleicht läßt du gleich nach dem Kauf mal einen Fachmenschen drüberschauen, ob noch alle Kabel da sind, wo sie sein sollen, mal eine Reparatur, der WR-Tausch, ... Ein zu hoher Preis führt dann zu Verlusten und wenn die nachhaltig sind zur Liebhaberei.
    Überhaupt würde ich es nciht zu weit treiben, sonst kommt wirklich jemand auf die Idee, daß die Gestaltung so zu weit geht.