Was kostet eine PV-kWh allein aufgrund der Steuern ?

  • Ich frage mich, kann das sein, daß eine PV-kWh allein steuerlich so viel kostet ?
    Für 2016 habe ich mal gerechnet und nachfolgendes Ergebnis bekommen.


    1. USt:
    In meinem Fall habe ich eine berechnete Unentgeltliche Wertabgabe auf den Eigenverbrauch von 282,86€.
    Darauf habe ich 19% USt, also 53,74 € zu zahlen.


    2. ESt:
    Zum einen berechnet sich die Sachentnahme nach den (m.E. bei mir recht günstigen !) Netto-Herstellungskosten mit 104,68 €.
    Weiterhin kommt laut EÜR-Ausfüllhilfe bei den Einnahmen nochmal der Wert der USt auf die unentgeltliche Wertabgabe wie bei 1. in Höhe von 53,74 € dazu.
    Die Summe von 158,42 € wird mit meinem persönlichen niedrigen Steuersatz von ca. 8,5% verteuert. Macht 13,47 € höhere Steuern.


    53,74+13,47=67,21 dividiert durch 1195 kWh Eigenverbrauch ergibt immerhin 5,62 Ct/kWh nur für die Steuer !


    Dabei habe ich m.E. noch günstige Voraussetzungen mit
    - günstige Herstellungskosten
    - niedriger Steuersatz
    Und ob das FA bei der ESt die Berechnung der Sachentnahme nach den Herstellungskosten akzeptiert ist auch noch nicht raus.


    Habe ich das so richtig verstanden ? Oder fehlt gar noch was ?


    (Und zu den steuerlichen Kosten kommen ja noch die anteiligen Herstellungs-, Betriebskosten usw. als größter Brocken.)

  • Zitat von krebs8

    Ich frage mich, kann das sein, daß eine PV-kWh allein steuerlich so viel kostet ?
    Für 2016 habe ich mal gerechnet und nachfolgendes Ergebnis bekommen.


    1. USt: In meinem Fall habe ich eine berechnete Unentgeltliche Wertabgabe auf den Eigenverbrauch von 282,86€.
    Darauf habe ich 19% USt, also 53,74 € zu zahlen.


    ok dafür hast du ja auch die Vorsteuer aus dem Anlagenkauf zurückerstattet bekommen, tut also nicht weh...


    Zitat

    2. ESt: Zum einen berechnet sich die Sachentnahme nach den (m.E. bei mir recht günstigen !) Herstellungskosten mit 104,68 €. Die Summe von 158,42 € wird mit meinem persönlichen niedrigen Steuersatz von ca. 8,5% verteuert. Macht 13,47 € höhere Steuern.


    Unfug! die Herstellungskosten werden auch steuerlich bei den Ausgaben angerechnet, das Ergebnis sollte dann steuerneutral sein.
    Sachentnahmen beinflussen dadurch den Gewinn nicht, und damit auch keine Steuern.


    Zitat

    Weiterhin kommt laut EÜR-Ausfüllhilfe bei den Einnahmen nochmal der Wert der USt auf die unentgeltliche Wertabgabe wie bei 1. in Höhe von 53,74 € dazu.


    die Umsatzsteuer ist auch neutral, da die vereinnahmte Umsatzsteuer auch bei den Ausgaben ( Zahlung ans Finanzamt) gegengerechnet werden.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • machtnix
    sorry, aber ich bekomme echt Kopfweh, wenn ich dein Mist hier lese... :roll:


    krebs8:
    So ist das halt, ein Gewinn muß halt nunmal versteuert werden, wenn man Unternehmer geworden ist.

    Hausdach:

    9,36 kWp, 70% dynamisch; 36x Heckert NeMo 260W
    Fronius Symo 8.2
    180° Süden, 40° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)
    Inbetriebnahme am 20.01.2016


    Terassenüberdachung:

    7,455 kWp, 70% dynamisch; 27x SI-Saphir 165W und 10x Heckert NeMo 300W

    Fronius Symo 6.0 light

    180° Süden, 5° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)

    Inbetriebnahme am 29.03.2019


    JK: 23 (D2, T1)

  • In der Schweiz führt der Stromversorger für meinen gelieferten Solarstrom 8% Mwst ab........
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von Brzi

    machtnix
    sorry, aber ich bekomme echt Kopfweh, wenn ich dein Mist hier lese... :roll:


    Das liegt vermutlich hierdran:

    Zitat von Leitspruch machtnix

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!


    Zitat von krebs8

    2. ESt:
    Zum einen berechnet sich die Sachentnahme nach den (m.E. bei mir recht günstigen !) Netto-Herstellungskosten mit 104,68 €.
    Weiterhin kommt laut EÜR-Ausfüllhilfe bei den Einnahmen nochmal der Wert der USt auf die unentgeltliche Wertabgabe wie bei 1. in Höhe von 53,74 € dazu.
    Die Summe von 158,42 € wird mit meinem persönlichen niedrigen Steuersatz von ca. 8,5% verteuert.


    Bis zum rot markierten Satz ist es vom Grundsatz her noch richtig.
    Da du die unentgeltliche Wertabgabe aber tatsächlich gezahlt hast, wird sie auch als Betriebsausgabe berücksichtigt und neutralisiert sich daher bei der ESt.. Zu versteuern ist daher bei der ESt. nur die Sachentnahme.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Danke für die Klarstellungen. Einige Fragen dazu habe ich noch.


    a. Stimmt eigentlich auch mein Abschnitt 1. ?


    b.

    Zitat

    Da du die unentgeltliche Wertabgabe aber tatsächlich gezahlt hast ...


    Du meinst genau genommen nicht die unentgeltliche Wertabgabe in Höhe von 282,86€, sondern die USt auf die unentgeltliche Wertabgabe des EV in Höhe von 53,74 €, die ich gezahlt habe ?


    c.

    Zitat

    ... wird sie auch als Betriebsausgabe berücksichtigt


    Unter Betriebseinnahmen ist die "USt auf unentgeltliche Wertabgeben" für Zeile 16 aufgezählt.
    Aber unter Betriebsausgaben ist sie nicht genannt. In welcher Zeile sind in diesem Fall die 53,74 € mit einzugeben ?
    Zeile 49 ? Wenn ja ist das diese (für mich ominöse) "verrechnete Umsatzsteuer" ?
    In dieser Zeile hätte ich nur die ans FA gezahlte USt für die Auszahlungen des Netzbetreibes eingetragen.

  • Zitat von krebs8


    a. Stimmt eigentlich auch mein Abschnitt 1. ?


    Kann man nur sagen, wenn man deine Stromrechung kennt. Mir wären ca. 23ct/kWh netto zu teuer, aber wenn du das zahlst, dann kommt das hin.


    Nach 5-6Jahren wechselst du zur KUR und dann fällt der größte Brocken weg ;)

  • krebs8


    zu 1.
    Ob das rechnerisch und inhaltlich stimmt, lässt sich nicht nachprüfen.
    Wenn Du die gesetzlichen Vorgaben korrekt umsetzt, zahlst Du exakt die Umsatzsteuer, die Du auch bezahlt hättest, wenn Du den Strom gekauft hättest. Hier entsteht kein Nachteil.


    zu 2
    Du hast das richtig erkannt. Die Sachentnahme ist ein Schnäppchen. Auch wenn es hier absolut gesehen um Peantus geht.
    Würdest Du den Strom kaufen, müsstest Du ihn auch aus versteuertem Geld bezahlen
    Kaufen wir 1.000 kWh zu 20 Cent netto ein; macht 200 Euro. Damit Du 200 Euro ausgeben kannst, musst Du vor Steuern ca. 285 Euro Euro netto verdient haben. An 1.000 kWh hat der fiskus 85, -Euro


    Nun entnimmst Du die gleichen 1.000 kWh dem Unternehmen - und Dir wird eine Sachentnahme (bei 10 Cent/kWH) von 100,- Euro angerechnet. Bei einem Grenzsteuersatz von 30% macht das 30,-Euro.
    Von Nachteil kann man da nicht wirklich sprechen. Zumal..... klassischerweise wird der Bezugsstrom aus beitragspflichtigem Einkommen bezahlt; hingegen löst die Sachentnahme aus dem Unternehmen keine Beitragszahlungen aus.


    Die Umsatzsteuer auf die Sachentnahme erhöht zwar den Gewinn als Betriebseinnahme;
    allerdings die Zahlung selbiger Steuer ans Finanzamt ist auch eine Betriebsausgabe.
    Ein Nullsummenspiel. Hier entsteht keinerlei Belastung.


    Die 8,5% kann ich nicht nachvollziehen. Das ist möglicherweise der Durchschnittssteuersatz.
    (Steuerlast / zu versteuerndes Einkommen).
    Damit darfst Du in Vergleichsrechnungen nicht rechnen.
    Heranzuziehen ist der Grenzsteuersatz; also die Belastung die auf die letzten oder nächsten 100 / 1.000 Euro anfällt.



    Durch die Sachentnahme entstehen Dir keine Kosten.
    (Spiel es durch... welcher Aufwand wäre nicht dagewesen, wenn Du nicht entnommen sonder eingespeist hättest?
    Antwort. Gar keine. Afa, Zinsen, Versicherung, Telefon, Büromaterial... wäre keinen Cent anders gewesen).
    Dir fehlt allerdings die Einspeisevergütung in der Kasse. 13 Cent pro kWh.
    Dafür zahlst Du aber auch keine 20 Cent ans EVU


    Deine Rechnung ist nicht falsch. Sie berücksichtigt lediglich immer nur den schlechten Teil der Wahrheit.



    Die Umsatzsteuer findet sich an folgenden Stellen wieder:


    A. Betriebseinnahmen


    Zeile 16: Die von Kunden erhaltene Umsatzsteuer, sowie die Umsatzsteuer auf Sachentnahmen
    Zeile 17: die vom Finanzamt erhaltenen UST-zahlungen


    B. Betriebsausgaben
    Zeile 48: An andere Unternehmer gezahlte USt (= Vorsteuer)
    Zeile 49: An das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer


    Zeile 49 ist nicht ominös; aber ich gebe Dir Recht.... den Zusatz "verrechnet" ist wirklich nur dazu da, um Verwirrung zu stiften. Für jede andere Position in dem beschissenen Formular gilt, dass auch verrechnete Beträge, die unter der jeweiligen Position einzuordnen sind, dorthin gehören.
    Wenigstens war man so konsequent und hat das in Zeile 17 ebenso bezeichnet.


    Mein Tip bleibt da immer noch, dass der Redakteur des Formulars in seiner Zeit als Inspektorenanwärter mal den Kontoauszug der Finanzkasse nicht lesen konnte (was ihn lediglich als "Mensch oder sonstiges Lebewesen" auszeichnet) - und die 1000 Verrechnungsbuchungen der cognitiven Minimalisten auf der Kasse nicht nachvollzogen hat.- und dann von seinem SGL furchtbar eins mit den Worten "Merken Sie sich das für den Rest Ihres Lebens" drüber bekommen hat, dass es einfach ein Automatismus ist.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • alterego:
    Wie Du auf 23Ct/kWh kommt weiß ich nicht, es sind 20,78 Ct/kWh netto bzw. 24,73 Ct/kWh brutto.
    Beim Nachsehen habe ich aber bemerkt, daß ich die Boni nicht eingerechnet habe, dann sind es nur noch 18,08 Ct/kWh netto bei 1560 kWh EVU-Bezug. Somit werden die Zahlen natürlich etwas anders bzw. günstiger.
    Wechsel zur KUR mache ich natürlich. Danke.


    kpr:
    Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung (Wenn ich auch nicht alles ganz nachvollziehen kann. Ich habe die Steuerthematik noch nie wirklich verstanden)


    Dein Satz "Deine Rechnung ist nicht falsch. Sie berücksichtigt lediglich immer nur den schlechten Teil der Wahrheit." trifft es wohl genau.


    zu 1. Ich verstehe wie Du das meinst. Aber wenn man seine Anlage selbst bezahlt hat, finde ICH es einen Witz, daß man auf den EV der Produktion der eigenen Anlage auch noch Steuer zahlen muß.


    zu 2. Die Anlage, die ich ja bereits bezahlt habe, habe ich auch aus versteuertem Geld bezahlt. Insofern sehe ich das genauso wie bei 1.


    8,5% waren tatsächlich der Durchschnittssteuersatz. Der Grenzsteuersatz liegt mit ca. 22% doch einiges höher.


    Die Zeilen 17 und 48 hatte ich ja nur im Jahr der Anschaffung (MWSt der Anlage) und sind jetzt Null.
    Deine Erklärungen zu den Zeilen 16 und 49 sind klar.
    Aber die Aussage von Bento zur unentgeltliche Wertabgabe "... wird sie auch als Betriebsausgabe berücksichtigt" verstehe ich imer noch nicht.
    Wo bei den Beitriebsausgaben in der EÜR-Ausfüllhilfe müßte ich denn diese USt auf die Wertabgabe/Sachentnahme eintragen ?


    Zusatzfrage:
    Mit dem Exceltools zur Berechnung der unentgeltlichen Wertabgabe auf den Eigenverbrauch setze ich die Kosten des EVU ein. Hatte ich aber einen unterjährigen Wechsel des EVU, müßte ich die Eingaben eigentlich ja ganz genau, d.h. anteilig auf die beiden EVU vorab berechnen. Bei mir ist der Wechsel zum 1. März und ich hätte großzügigerweise das EVU, welches von März bis Dez. lieferte, für das ganze Jahr hergenommen.
    Wie macht Ihr das so ? Wo ist die Grenze (5+7 Monate) ? Was macht man bei Stromwechsel zum 01.07. (6+6 Monate) ?

  • Zitat von krebs8

    .. USt, also 53,74 €... 1195 kWh


    Macht für mich (alles gerundet) 4,5ct/kWh an Mehrwertsteuer und das zahlst du bei 23,7ct/kWh netto. Vielleicht stimmt dein Rechenweg doch nicht ganz.