EEG-freie PV-Anlage mit Speicher

  • Liebe Solarfreunde,


    nachdem wir im Familienrat beschlossen haben, eine Solaranlage zu installieren, habe ich mich hier angemeldet, um mehr über PV zu erfahren und nicht zuletzt um die erhaltenen Angebot bewerten zu lassen.
    Ich habe mich dann ein wenig im Angebote Bereich dieses Forums rumgetrieben und mich dort auch mit einem eigenen Thema verewigt.
    Je mehr ich aber in das Thema eingestiegen bin, umso mehr hatte ich das Gefühl, das ist nicht das was ich eigentlich wollte. Ich wollte doch meinen eigenen Strom verbrauchen. :shock:
    Also habe ich weiter das Forum durchforstet und bin dann bei den EEG-freien bzw. Inselanlagen gelandet. Nach dem lesen vieler interessannter Beiträge, wie zum Beispiel von Solar-User, Vollkorn, kilroy93 oder Joe-Haus ist für mich klar, das ist das was ich will. :mrgreen:


    Soviel vielleicht zur Einleitung, meine Vorraussetzungen dann im nächsten Post.

    Grüße aus Leipzig Thomas


    Halbinsel mit Netzumschaltung (4,5 KWp)
    Module: 15 x 300WP LG Solar NeON 2 Black Cello
    Batterie: Bater 48V PzS 720 nutzbare ~10kwh
    WR: PIP 5048MS + Option auf 2ten PIP als Kaskade

  • Liebe Solarfreunde,


    wie angedroht, hier nun meine Voraussetzungen.
    Mein zur Verfügung stehendes Dach ist leider nicht ganz einfach. Ich würde gern die Südost und die Südwest belegen.
    Aus dem Angebot, gibt es auch schon eine Belegung.


    Südost


    Südwest


    Die Belegung des Südost-Daches würde ich gern noch ändern, so das dort 9 oder 10 Module Platz finden (bei 10 sollen nur 9 genutz werden).



    Somit möchte ich dann mit 5 Strings a drei Modulen vom Dach kommen.
    Nach meiner bisherigen Recherche und mit den mir angebotenen Modulen, komme ich da mit folgenden Werten vom Dach:

    • Südost Dach

      • Strang 1 (3 Module) 3 * 31V = 93V ; 8,5 A
      • Strang 2 (3 Module) 3 * 31V = 93V ; 8,5 A
      • Strang 3 (3 Module) 3 * 31V = 93V ; 8,5 A


    • Südwest Dach

      • Strang 4 (3 Module) 3 * 31V = 93V ; 8,5 A
      • Strang 5 (3 Module) 3 * 31V = 93V ; 8,5 A


    Summasumarum 3,97 kWp
    Bei einem Jahresverbrauch von 4000-4500 kWh ist das, nach dem was ich verstanden habe, zwar schon knapp, sollte aber noch gehen, sonst muss ich Module mit mehr Leistungsdichte nehmen.

  • Hallo jossel


    Zitat von jossel

    Liebe Solarfreunde,


    Summasumarum 3,97 kWp
    Bei einem Jahresverbrauch von 4000-4500 kWh ist das, nach dem was ich verstanden habe, zwar schon knapp, sollte aber noch gehen, sonst muss ich Module mit mehr Leistungsdichte nehmen.


    Was meinst du denn damit?
    Im Winter kannst du niemals deinen eigenen Verbrauch mit Solar und Batterie decken. :D


    Bin gespannt auf die Anlagenplanung und mit welchen Komponenten du das realisieren wirst.


    cawi

    Anlage ohne EEG: 2 * EVT500, 4 * 240 Watt

    Anlage ohne EEG: AEconversion INV350-60EU, 300 Watt


    Inselanlage Hytte 12V:
    Tracer 30A mit 2 * 190 Watt,
    Tracer 10A mit 1 * 150 Watt,
    1 * 50 Watt direkt,
    3 * 120 AH Solarbatterie

  • Zitat von jossel

    Summasumarum 3,97 kWp
    Bei einem Jahresverbrauch von 4000-4500 kWh ist das, nach dem was ich verstanden habe, zwar schon knapp, sollte aber noch gehen, sonst muss ich Module mit mehr Leistungsdichte nehmen.


    Schau dich mal bei Vollkorn um, wie seine Anlage jetzt performt.
    Theoretisch liegst du unter 1:1.
    Bei einer Insel musst du noch die Umwandlungsverluste der Ladegeräte und der Batterie mit einrechnen, mindestens 20%.
    Kostenmäßig wird es auch nicht besser, zusätzlich zum größeren Solargenerator (gegenüber einer Eigenstrom Anlage) kommen die Zusatzkosten für die Ladeelektronik und die Batteriebank selbst. Zudem nach 10 (?) Jahren der Austausch.
    Um zu sehen, wie die Anlage generell in den einzelnen Monaten arbeitet, sollte der Verbrauch auf einen typischen Tag im jeweiligen Monat runtergerechnet werden. Dann kann andererseits die PV Erzeugung in den Monaten gegengerechnet werden.
    Das dürfte dann in den Wintermonaten bei dir zu vermehrtem Tränenfluss führen bzw vielleicht doch wieder zum Umdenken auf eine Eigenstrom Anlage ohne Speicher. Schick mal bitte ein paar Daten rüber :D

  • Spende mehr Geld, anstatt es so sinnlos zu verprassen.
    Der Ansatz ist hanebüchen.


    Gesendet mit Tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Morgen Solarfreunde,


    das ich meinen Verbrauch im Winter nie mals decken kann ist mir schon klar. Ist ja auch nicht das Ziel. Ein Umschaltung auf Netzbetrieb ist natürlich vorgesehen.
    Nicht umsonst habe ich die Anlagen von Solar-User, Vollkorn usw. als "Vorbild" genannt. Die komme auch alle nicht über den Winter, sondern beziehen Strom vom EVU.


    Zitat von kalle bond

    Theoretisch liegst du unter 1:1.


    Ja das ist das was mir etwas Bauchschmerzen bereitet.
    Aber bei Solar-User sieht es nicht anders aus. Er hat eine 3,9kWp Anlage und einen Verbrauch von 4770 kWh im Jahr 2016. Also liegt er auch unter 1:1.

    Grüße aus Leipzig Thomas


    Halbinsel mit Netzumschaltung (4,5 KWp)
    Module: 15 x 300WP LG Solar NeON 2 Black Cello
    Batterie: Bater 48V PzS 720 nutzbare ~10kwh
    WR: PIP 5048MS + Option auf 2ten PIP als Kaskade

  • Hallo Jossel,


    erstmal danke, dass Du meine Anlage als "Vorbild" für Dein Vorhaben bezeichnest. Deine Aufgabenstellung ist für mich völlig klar, weil ich auch so ähnlich gedacht habe. Ich fasse hier nochmal für alle zusammen, wie ich es verstanden habe:


      Aufgrund der vorhandenen Dachfläche kannst Du nicht mehr als die genannten 4 kWp installieren. Deshalb führen die Diskussionen über Jahresvollversorgung nicht weiter. es reicht niemals.


      Der Jahresverbrauch liegt bei 4.000-4.500 kWh, das sind ca. 12 kWh pro Tag, von dem Du möglichst viel per Eigenerzeugung decken willst


    Daraus ergibt sich Folgendes:
    Im Winter reicht es sicher nicht zur Autarkie, wie hier auch schon bemerkt wurde. Also wird im Umkehrschluss dann auch keine Einspeisung möglich sein. Um es allen hier nochmal klar zu machen, in den Herbst- und Wintermonaten (Oktober bis März) werden nahezu 100% des Solarstroms genutzt, 90% sind es allemal, das hängt ein wenig von der Größe des Akkus und dem Verbrauchsverhalten ab.


    Im Sommer von April bis September hast Du eine Überdeckung. Wie hoch die sein wird, hängt auch wieder von Deinem Verbrauchsverhalten und der Akkugröße ab. Wenn Du zum Beispiel elektrisch kochst, kann es sehr wohl sein, dass auch im Hochsommer fast nichts mehr zum Einspeisen übrig bleibt.


    Welche technische Lösung ist nun am effizientesten? Du kannst Die Anlage wirkungsgradmäßig auf Einspeisung, mit AC- gekoppeltem Akku, oder auf Eigenverbrauch optimieren, das wäre dann ein DC-gekoppelter Akku. Da bestenfalls 10-20% der jährlichen Erzeugung für eine evtl. Einspeisung zur Verfügung stehen, ist die Entscheidung klar, oder??? Das mit den Umwandlungsverlusten von 20%, wie hier einer schreibt, ist Quatsch und trifft, wenn überhaupt, dann nur auf AC-Gekopplete Systeme zu.


    Was Du jetzt für Geräte nimmst, musst Du selbst entscheiden. Aufgrund der DC-Koppelung ist die Auswahl aber nicht mehr so groß, da wirst immer bei den Herstellern der Schiffsausrüstung wie Victron oder Mastervolt landen. Such mal im Internet nach Schiffselektrik, da wirst Du am ehesten fündig. Diese Hersteller zeichnen sich alle durch extreme Langlebigkeit und Zuverlässigkeit aus. Die klassischen PV-Ausrüster sind alle aufs Einspeisen optimiert.


    Ich kann nach zweieinhalb Jahren Betrieb noch einige Ratschläge geben. Ein größerer Akku ergibt längere Lebensdauer und mehr Autarkie, weil Du damit länger die Schlechtwetterperioden überbrücken kannst. Ich würde 8-10 kWh nutzbare Kapazität nicht unterschreiten. Wenn Du elektrisch kochst, geht das auch in Richtung größerer Akku. Ein Akku von 48V ist dann auch sicher die technisch bessere Lösung,weil beim Kochen doch über längere Zeit hohe Ströme gefordert werden (bei 24V über 100A, bei 48V eben nur die Hälfte). Ob Li-Ionen oder Blei-Akku ist nicht leicht zu entscheiden, für mich war der Preis das Kriterium. Das kann heute aber schon ganz anders aussehen


    Überlege, ob Du die sommerliche Überdeckung nicht zur Brauchwasserwärmung benutzen kannst, dann erledigt sich die Gewissensfrage nach der Einspeisung von selbst.


    Eine allpolige manuelle mechanische Umschaltung von 3-Phasen-Betrieb am VNB Netz auf 1-Phasen Eigennetz ist als Notschalter erforderlich und sehr einfach zu realisieren. Im Normalfall hängt das Haus aber ganzjährig immer nur am Wechselrichter, der bei Bedarf intern auf Netzversorgung umschaltet, die von einer Phase des VNB Netzes vor dem Umschalter kommt. Baue Dir in an einem oder mehreren geeigneten Plätzen Steckdosenleisten mit FI-Schutzschalter, die vor dem Umschalter immer am externen Netz hängen, das kann ganz praktisch sein, wenn doch mal was defekt ist.


    Ich wünsche ich Dir viel Erfolg


    Gruß Solar-User


    PS: Falls Du mehr Informationen benötigst, gern per PN

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus

    Einmal editiert, zuletzt von Solar-User ()

  • Man kann es auch so sehen, dass die oben genannten Kollegen gewissermaßen Pioniere der PV Inseln in DE sind :D
    Mit allen (unter anderem von mir) vorausgesagten Wehwehchen.
    Alle Anlagen benötigen natürlich zusätzlich eine zweite Stromquelle, da vor allem das Verhältnis PV Erzeugung vs Verbrauch in den Wintermonaten nicht annähernd abgedeckt werden kann. Die Ursachen sind ganz unterschiedlich, zu kleiner PV Generator, zu kleine Batterie, zu hoher Verbrauch oder später gestiegener Verbrauch.
    Deshalb schon in der Planungsphase genauer hinschauen.
    Täglichen Stromverbrauch in den Wintermonaten so gut wie möglich ermitteln.
    Falls möglich, danach den PV Generator und die Batterie planen.
    Anders herum, wie bei dir kommt es zu der Situation, dass du einen PV Generator von 4 kWp installieren kannst, dazu noch mit nicht idealem Winter Anstellwinkel und dann (rechnerisch 4770/365) =13 kWh pro Tag abdecken willst.
    Bei PV Erträgen im Winter von 1-2.x kWh/kWp eben ein krasses Missverhältnis.


    OT: Ich schau gerade aus dem Fenster, der nächste Schneeschauer ist im Anmarsch.
    Das würde dir jetzt gänzlich die Laune verderben :?


    @ Vollkorn, wie sieht es zur Zeit am Irschenberg aus?

  • Zitat von kalle bond


    Alle Anlagen benötigen natürlich zusätzlich eine zweite Stromquelle, da vor allem das Verhältnis PV Erzeugung vs Verbrauch in den Wintermonaten nicht annähernd abgedeckt werden kann. Die Ursachen sind ganz unterschiedlich, zu kleiner PV Generator, zu kleine Batterie, zu hoher Verbrauch oder später gestiegener Verbrauch.
    Deshalb schon in der Planungsphase genauer hinschauen.
    Täglichen Stromverbrauch in den Wintermonaten so gut wie möglich ermitteln.
    Falls möglich, danach den PV Generator und die Batterie planen.


    Kalle Bond,


    danke, dass war jetzt zeitliche Überschneidung


    Solar-User

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus