Netzanschlusskosten von FA abgelehnt

  • Hallo,


    für einen Neubau mit 10KWp Überschusseinspeisung haben wir die Netzanschlusskosten als Anschaffungskosten angegeben.
    Jetzt schreibt FA das Netzanschlusskosten keine Anschaffungskosten sind und daher nicht abzugsfähig.
    In einem anderen Beitrag habe ich von einer möglichen Aufteilung gelesen, entsprechend Bezug / Einspeisung.


    Weis hier jemand Rat? danke

  • Ich halte die vom FA vertretene Auffassung für korrekt.


    Wir können aus dem Aufteilungsverbot nach §12 heraus argumentieren (obwohl das hier nicht so wirklich passt).
    Auch wenn das Aufteilungsverbot vom BFH in ein Aufteilungsgebot umgemünzt wurde - so gilt dies jedoch nur dann, wenn ein objektiver Aufteilungsmaßstab besteht. Den gibt es hier nicht. Man kann nicht objektiv aufteilen, inwieweit der Hausanschluss der PV und inwieweit dem Gebäude dient.


    Für einschlägiger halte ich die Überlegung, dass eine teilweise Einbringung von Wirtschaftsgütern ins Betriebsvermögen nicht möglich ist. Es gibt keinen component approach im EStG. Mag dies für Vermögensgegenstände handelsrechtlich nach h.M. vertretbar sein - so ist er steuerlich ausgeschlossen bzw. auf ausdrückliche Ausnahmen (abgeschlossene Wohnungen, Etagen) begrenzt.
    Somit würde sich die Frage stellen, ob der Hausanschluss gewillkürtes oder notwendiges Betriebsvermögen sein kann.
    Die Beantwortung der Rechtsfrage kann dahingestellt bleiben, da der Hausanschluss als Erschließungskosten grundsätzlich dem Grund und Boden zuzurechnen ist - und somit keine Abschreibung erfährt.
    Selbst wenn dem nicht so wäre..... sofern eine Einbringung in das BV möglich wäre und eine Abschreibung möglich wäre - so wäre dann die private Nutzung zu versteuern. Ein purer Affentanz - der am Ende vermutlich mehr kostet als er bringt.


    Nur eine Einschätzung. Versuch macht kluch.
    (Kämpfe tapfer teurer Kamerad' - ich geh derweil Verpflegung holen)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Moin,
    das ist ja wirklich wieder ein tolles " Absurdum "
    was dem normalen Menschenverstand nur schwer zu vermitteln ist!
    Ich habe 2016 meine PV Anlage aufgerüstet!
    Nach der Fertigstellung, kam der Netzbetreiber plötzlich damit rüber, daß
    im Panzerkasten 125 er Sicherungen verbaut werden müssen!
    Dazu musste aber einer neuer Hausanschlusskasten verbaut werden.
    Das kostete 980 €uronen
    Für den überigen Teil de Grundstückes, käme ich auch mit 30 Ampere Sicherungen aus.
    Das ist in meinem Fall, so was von deutlich, daß die Erweiterung, nur !! dem PV Anschlusses, geschuldet ist,
    wie es deutlicher, nicht geht .
    Da bin ich ja mal gespannt, und zum Kampf, bereit .


    Gruß
    Fritz

    Fritz

  • Hi,



    natürlich, in Deinem Fall ist das auch etwas ganz anderes wie im Falle des TE.

  • Zitat von Fritz49


    Das ist in meinem Fall, so was von deutlich, daß die Erweiterung, nur !! dem PV Anschlusses, geschuldet ist,
    wie es deutlicher, nicht geht .


    In Deinem Fall ist es IMHO ja auch eindeutig:
    - der Ursprüngliche Anschluss war privat. Wird also nicht berücksichtigt.
    - die Erweiterung ist durch die PV veranlasst. Dafür hast Du ja auch eine separate Rechnung.

  • Ich hätte in dem Fall der Erweiterung das relativ sichere Bauchgefühl, dass die wenigsten hier das erforderliche Fachwissen haben, UND dieses SYSTEMATISCH anwenden. Insofern.. hier gilt ganz klar "versuch macht kluch"; und ich würde was drauf wetten, dass auch die Mitarbeiter im Innendienst mit der populären Sichtweise kein Problem hätten.


    Und dann ist ja auch gut.


    Nur des Spaßes halber:
    Bei systematischer Rechtsfindung kommt hier kein anderes Ergebnis raus:
    Ein zusätzlicher Hausanschlusskasten wäre völlig unstreitig dem Unternehmen zuzuordnen / ins Betriebsvermögen als Betriebsvorrichtung einzubringen; wäre somit bewegliches Wirtschaftsgut und würde hübsch abgeschrieben.


    Bevor man aber über die Behandlung als Betriebsvorrichtung nachdenkt, muss man vorher ausschließen, dass es sich nicht um ein Gebäude (hier: um ein Gebäudebestandteil handelt.) Und die Überlegung ist hier schnell abgeschlossen: Der einheitliche Hausanschlusskasten, der gleichermaßen dem Gebäude wie der PV dient, ist Gebäudebestandteil.
    Und er ist auch kein eigenständig bewertbares Wirtschaftsgut bzw. Vermögensgegenstand.


    Da das Gebäude nicht zum Unternehmen gehört (notwendiges Privatvermögen) - ist keine Abschreibung möglich.


    Die Tatsache, dass die Nachrüstung einzig und allein durch die PV getriggert ist, spielt hier überhaupt keine Geige. Und genau an der Stelle tut man sich so schwer.


    Ein bloßer Austausch der Sicherungen - wäre ebenfalls völlig unkritisch als Betriebsausgabe zu berücksichtigen.
    Aber hätte hätte Fahrradkette....

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