PV auf kleinem verwinkelten Dach

  • Hallo zusammen,
    ich bin neu hier im Forum. Gerne würde ich eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher für unsere Doppelhaushälfte anschaffen. Das Ziel wäre eine möglichst große Eigenversorgung für einen 5-Personenhaushalt. Leider ist unsere Dachfläche nicht besonders groß, ziemlich verbaut und schlecht ausgerichtet (West/Ost/Nord).


    Ein PV-Anbieter meinte, das Dach biete nicht genug Dachfläche um eine Photovoltaikanlage zu installieren, die an das Stromnetz angeschlossen wird. Bevor ich nun gleich enttäuscht aufgebe, möchte ich gerne Eure Erfahrung nutzen.


    Meine Frage an Euch wäre:
    1. Ist die Dachfläche vielleicht doch geeignet für PV?
    falls ja:
    2. Kann man evtl. die flachen Dachbereiche der Gauben mitnutzen? Oder wird das zu kompliziert aufgrund der verschiedenen Ausrichtungen und Neigungen?
    3. Gibt es PV-Module und Wechselrichter, die sich für solche eher kleine, verwinkelte Dachflächen besonders anbieten?
    4. In welche Größenordnung kWp könnte man kommen?


    Hier ein Google-Maps Bild von unserer Dachfläche mit den ungefähren Außenmaßen. Wie ihr seht, gibt es 3 Gauben, 1 Dachfenster und 2 Schornsteine mit Treppenaufgang für den Schornsteinfeger. Die Dachneigung beträgt 45 Grad.


    Vielen Dank und viele Grüße,
    medemat

  • Hi,


    Zitat von medemat

    Das Ziel wäre eine möglichst große Eigenversorgung für einen 5-Personenhaushalt.


    bevor wir Dich hier ausführlich beraten, zunächst die Frage:
    Warum ist Dein Ziel eine möglichst große Eigenversorgung?
    Aus ökologischen Gründen, aus Grunden der Wirtschaftlichkeit (Geld sparen) oder aus anderen Gründen?


    Zitat von medemat

    Leider ist unsere Dachfläche nicht besonders groß, ziemlich verbaut und schlecht ausgerichtet (West/Ost/Nord).


    Ein PV-Anbieter meinte, das Dach biete nicht genug Dachfläche um eine Photovoltaikanlage zu installieren, die an das Stromnetz angeschlossen wird.


    Ja, Du hast da leider ein echtes Scheißdach aus PV-Sicht. :roll:
    Aber geht nicht gibt`s nicht. :wink:


    Zitat von medemat

    Bevor ich nun gleich enttäuscht aufgebe, möchte ich gerne Eure Erfahrung nutzen.


    Sehr gute Entscheidung, hier wird Dir effektiv und neutral geholfen!


    Zitat von medemat

    1. Ist die Dachfläche vielleicht doch geeignet für PV?


    Ja, unter Einsatz von Moduloptimierern oder Modulwechselrichtern.


    Zitat von medemat

    2. Kann man evtl. die flachen Dachbereiche der Gauben mitnutzen?


    Das kannst und solltest Du machen.


    Zitat von medemat

    Oder wird das zu kompliziert aufgrund der verschiedenen Ausrichtungen und Neigungen?


    Nicht wenn die Module einzeln oder in Kleinstgruppen optimiert werden.


    Zitat von medemat

    3. Gibt es PV-Module und Wechselrichter, die sich für solche eher kleine, verwinkelte Dachflächen besonders anbieten?


    Google mal über SolarEdge, Tigo und die Modulwechselrichter AE, Letrika usw.


    Zitat von medemat

    4. In welche Größenordnung kWp könnte man kommen?


    Ich sehe Platz für etwa 15 Module (60-Zeller mit etwa 300 Watt, 99 x 166 cm groß).
    Also 4,5 kWp könnten drin sein.


    Um das genau sagen zu können sind aber ALLE Abmessungen wichtig, die der Gaubendachflächen sowie die Abstände zwischen Gauben und Dachrändern. Auf NOO und Nord würde ich nur die Gaubendächer belegen. Vielleicht auf NOO über der Gaube noch zwei, falls die dorthin passen.


    Also bitte nochmal eine genaue Skizze mit Bemaßungen der drei Dachflächen einstellen.

  • Hallo Herr Hofmann und FelzenSolar,
    vielen Dank schon mal für die Antworten - das stimmt mich schon mal positiver.


    Zu den Fragen:
    Die Anlage hätte ich vor Allem aus ökologischen Gründen. Wenn wir dann noch ein wenig Versorgungssicherheit auch bei Stromausfall bekommen und es nicht gerade ein großes Verlustgeschäft wird, umso besser.


    Leider existieren zu diesem Haus die ursprünglichen Baupläne von 1930 nicht mehr. Ich habe ein paar unbemaßte Pläne von einem simulierten Umbau, der aber dann nicht stattgefunden hat. Ich habe diese mal so abgeändert, dass es den ursprünglichen Bedingungen entspricht. Ich versuche, mal zumindest ein paar Maße zu nehmen, an die ich komme, ohne auf das Dach zu steigen... Im Anhang schon mal die Skizzen ohne Maße.


    Vielen Dank.

  • Hi,


    Zitat von medemat

    Die Anlage hätte ich vor Allem aus ökologischen Gründen.


    das ist löblich. :wink: Wenn Du nicht auf Teufel komm `raus Stromkosten sparen willst, dann darf`s auch was unwirtschaftliches mit Speicher sein.


    Zitat von medemat

    Wenn wir dann noch ein wenig Versorgungssicherheit auch bei Stromausfall bekommen und es nicht gerade ein großes Verlustgeschäft wird, umso besser.


    Ist natürlich machbar, Du musst nur gleich einplanen, dass Du Dich dann im defizitären Hobbybereich aufhälst.
    Imho bietet der E3DC eine volle Notstromfunktion an. Kostet halt `ne Kleinigkeit, ist aber geil.
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    Zitat von medemat

    Ich versuche, mal zumindest ein paar Maße zu nehmen, an die ich komme, ohne auf das Dach zu steigen...


    Die beste Option: Einen Dachziegel messen und dann abzählen und ausrechnen.
    So kannst Du mit ausreichender Genauigkeit auf wenige cm alle Maße bestimmen.
    Die Dachneigungen zu kennen wäre noch wichtig, sowohl von den Gauben wie auch von den normalen Dachflächen.


    Ob es auf der Nordseite Sinn macht, auf das Gaubendach zu legen hängt von der Größe und Zugänglichkeit ab.
    Dort wegen 2 Modulen ein Gerüst zu stellen, macht keinen Sinn.
    Wenn man dort aber gefahrlos mit `ner Seilsicherung hinkommt evtl. schon.


    Ich vermute mal vorsichtig, dass auf jedes der drei Gaubendächer je zwei Module hochkant nebeneinander passen.
    NOO: Auf das große Gaubendach rechts oben in der Ecke vielleicht sogar 4 Module, über die kleine Gaube nochmal 2.
    Auf SSW 3 über die Gaube und nochmal drei dahinter.


    Könnten insgesamt mit etwas Glück 18 Module werden, das sind um die 5 bis 5,5 kWp.

  • Zitat von medemat

    Die Anlage hätte ich vor Allem aus ökologischen Gründen. Wenn wir dann noch ein wenig Versorgungssicherheit auch bei Stromausfall bekommen und es nicht gerade ein großes Verlustgeschäft wird, umso besser.


    Die Anlage wird damit aber ein Verlustbringer.
    Die Voraussetzungen sind bereits so, dass nur eine kleine Anlage passt.
    Je kleiner die Anlage, desto höher die spezifischen Kosten, da Fixkosten immer "gleich" sind.
    Bei Dir kommt hinzu dass das Gerüst etwas komplizierter ist, SE/Tigo kommt dazu, auf dem Dach ein Puzzle ...


    Aus wirtschaftlicher Sicht musst Du das ganz klar ohne Speicher bauen.


    Welche Dachneigung haben die Gauben?
    Welche Dacheindeckung ist da drauf?

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  • Hallo,
    das mit den Ziegeln auszählen ist ein guter Tipp. Das werde ich morgen gleich mal machen.


    Unser jährlicher Strom-Verbrauch liegt bei etwa 5.200 kWh. Also etwa 14-15 kWh pro Tag.


    Die Dachneigung der Gauben ist recht gering, messe ich morgen auch mal aus. Die Gauben sind mit einer Art Vlies/Folie abgedeckt.


    danke,
    medemat

  • Zitat von medemat

    Unser jährlicher Strom-Verbrauch liegt bei etwa 5.200 kWh. Also etwa 14-15 kWh pro Tag.


    Damit sollte das Thema Speicher durch sein, bei einer 4-5 kWp Anlage.
    Im Sommer kommst du noch auf einigermaßen Autarkie Werte, ab Herbst wird es nur noch Krampf.

  • Hi,


    Zitat von medemat

    Die Gauben sind mit einer Art Vlies/Folie abgedeckt.


    dann musst Du unbedingt klären, wie man die nach einer Durchdringung mit einer Schraube wieder eindichtet.
    Frag` mal den Dachdecker, ob es für diese Dachhaut ein spezielles Abdichtsystem gibt oder ob Kemperol 2KPUR das Mittel der Wahl ist.